Verein Deutsche Sprache

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Verein Deutsche Sprache
(VDS)
Logo
Rechtsform gemeinnütziger eingetragener Verein
Gründung 12. November 1997
Sitz Dortmund (Koordinaten: 51° 29′ 26″ N, 7° 24′ 12,1″ O)
Schwerpunkt Erhalt und Förderung des Deutschen als eigenständige Kultursprache
Vorsitz Walter Krämer
Mitglieder 36.000 (2019)
Website vds-ev.de

Der Verein Deutsche Sprache e. V. (VDS) ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Sitz in Dortmund; er versteht sich als deutscher Sprachverein. Er wurde 1997 gegründet. Der Verein zählt nach eigenen Angaben 36.000 Mitglieder (Juni 2019).[v 1] Gründer und Vorsitzender des Vereins ist der Wirtschafts- und Sozialstatistiker Walter Krämer.

Problembeschreibung und Forderungen des VDS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Satzung formuliert der VDS: „Der Verein verfolgt das Ziel, die deutsche Sprache als eigenständige Kultursprache zu erhalten und zu fördern.“[v 2] Das von ihm so gesehene Problem beschreibt der VDS wie folgt:

„Europas Sprachen und Kulturen stehen unter einem starken Globalisierungsdruck. Sie verlieren weltweit an Geltung und werden zunehmend von der angloamerikanischen Sprache und Kultur beherrscht (Bericht der Enquete-Kommission ‚Kultur in Deutschland‘ vom 11.12.2007). Speziell in Deutschland kommt noch der zerstörerische Eingriff einer vorwiegend ideologisch motivierten Genderbewegung hinzu, die an den Grundfesten unserer Sprache, der Grammatik, sägt.“

Verein Deutsche Sprache: Sprachpolitische Leitlinien – Das Problem[v 3]

Der VDS geht in erster Linie gegen Wortmischungen aus dem Englischen und Deutschen („Denglisch“) vor, lehnt aber die Übernahme von Fremdwörtern aus dem Englischen nicht ab, sofern sie eine Lücke füllen. In den sprachpolitischen Leitlinien[v 3] des Vereins heißt es dazu: „Wir fordern nicht, dass das Deutsche grundsätzlich von englischen Fremdwörtern freigehalten oder vor ihnen ‚geschützt‘ werden soll. Das Deutsche ist wie viele andere Sprachen Europas eine Mischsprache. Der Wortschatz des Deutschen wird durch Wörter und Wendungen aus anderen Sprachen bereichert.“

Auf der Ebene der EU beklagt der VDS eine von ihm gesehen „schwindende Bedeutung der nicht-englischen Sprachen in den Ämtern und Gremien der Europäischen Union“. „Große Sprachen, darunter besonders Deutsch als weitest verbreitete Muttersprache der EU“ würden „an den Rand gedrängt“.[v 3]

Konkret fordert der VDS für die Wissenschaft, die deutsche Sprache solle in Forschung und Lehre gefördert werden. Deutsch solle als gleichberechtigte Konferenzsprache auf Kongressen in den deutschsprachigen Ländern gesprochen werden und deutschsprachiger wissenschaftliche Veröffentlichungen gefördert werden. Er fordert eine europäische Zitationsdatenbank für deutschsprachige wissenschaftliche Veröffentlichungen.[v 3] Fachunterricht an allen Schulen solle ausschließlich in Deutsch erfolgen.[v 3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde 1997 als Verein zur Wahrung der deutschen Sprache (VWDS) von Walter Krämer gegründet, der seitdem 1. Vorsitzender ist. Im April 2000 wurde er in Verein Deutsche Sprache umbenannt.

Die Vereinszeitung Sprachnachrichten erscheint seit Herbst 2008 in reformierter Rechtschreibung. Grundsätzlich sieht der Verein Rechtschreibregeln als weniger wichtig für die deutsche Sprache an: „Die vielen Anglizismen bringen deren Laut- und Schriftbild viel nachhaltiger ins Wanken als ein paar missglückte Rechtschreibregeln.“[v 4]

Mitgliederstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein hat nach eigenen Angaben 36.000 Mitglieder (Juni 2019),[v 1] überwiegend Männer ab 45 Jahren, häufig mit akademischer Ausbildung in technischen, naturwissenschaftlichen und juristischen Berufen.[c 1] Unter den Mitgliedern befinden sich zahlreiche Prominente.[c 2] Der VDS hat eine Auswahl auf seiner Homepage veröffentlicht.[v 5]

Auch juristische Personen können Mitglieder im Verein werden. Diese Möglichkeit haben unter anderem einige kommunale Gebietskörperschaften wahrgenommen. Als erste Stadt ist im Jahr 2005 Mühlhausen/Thüringen dem Verein beigetreten. Später folgten die Städte Gotha, Rastatt, Landshut und Trossingen sowie die Landkreise Sömmerda und Harburg (Stand 2010).[c 3]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionalgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein ist in Deutschland in zahlreichen selbständigen Regionalgruppen organisiert. Sie entsenden Delegierte in eine jährlich ausgerichtete Delegiertenversammlung, die den elfköpfigen Vorstand wählt. Der Verein ist auf allen Kontinenten im Ausland vertreten, jedoch nicht in Österreich und der Schweiz, weil es dort eigenständige Sprachvereine gibt, die mit dem VDS zusammenarbeiten. Seit 2011 unterhält der Verein eine Zweigstelle in Dänemark.[1]

Die Kölner Gruppe, die sich zusätzlich der Kölner Mundart verbunden fühlt, verleiht seit 2004 den Lehrer-Welsch-Sprachpreis, den 2006 die Kölner A-cappella-Gruppe Wise Guys erhielt. Weitere Preisträger sind Die Sendung mit der Maus (2009)[2] und die Kölner Musikgruppe Höhner (2011).[3] Die Regionalgruppe Hamburg verleiht jährlich den Elbschwanenorden.[v 6]

Arbeitsgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein hat in den letzten zehn Jahren seine Themenfelder über Sprachpflege hinaus erheblich erweitert. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche Arbeitsgruppen ins Leben gerufen mit Schwerpunkt auf sprachpolitischen Themen wie Deutsch in der Politik, Deutsch in Verwaltung und Wirtschaft, Deutsch in der Wissenschaft, Ausbildung und Schule und Gegenwartsdeutsch.[v 7]

Vereinszeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein Deutsche Sprache gibt unter anderem die vierteljährlich erscheinende Vereinszeitung Sprachnachrichten heraus, die nach eigenen Angaben im Juni 2019 eine Auflage von 30.000 Exemplaren hat (noch 45.000 im Jahr 2013).[v 8][v 9] Seit 2002 ist sie auch online und ab 2009 im Zeitschriftenhandel erhältlich.

Wissenschaftlicher Beirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In sprachwissenschaftlichen Fragen steht dem Verein ein 1999 gegründeter „wissenschaftlicher Beirat“ zur Seite, dem vorwiegend Sprachwissenschaftler angehören und der von dem Germanisten Roland Duhamel (Universität Antwerpen) geleitet wird. Nicht alle der neun Mitglieder des Beirats sind Vereinsmitglieder.[v 10]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein finanziert sich hauptsächlich durch seine Mitgliedsbeiträge und Spenden, meist aus dem Kreis der Mitglieder, sowie durch Erlöse aus Buchverkäufen und Ähnlichem. Er hat mehrmals vergeblich versucht, öffentliche Fördermittel einzuwerben.[c 4]

Initiativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Negativpreis und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachpanscher des Jahres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein Deutsche Sprache verleiht jährlich den Negativ-Preis „Sprachpanscher des Jahres“ an Institutionen und Personen, die im öffentlichen Sprachgebrauch auffällig viele Anglizismen oder Denglisch verwenden.

Kulturpreis Deutsche Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit der Eberhard-Schöck-Stiftung vergibt der VDS jährlich den Kulturpreis Deutsche Sprache, einen der höchstdotierten Sprachpreise im deutschsprachigen Raum.

„Schlagzeile des Jahres“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 vergibt der Verein Deutsche Sprache die undotierte Auszeichnung „Schlagzeile des Jahres“. Es sollen nach Eigenangaben zwei Eigenschaften berücksichtigt werden: das Zusammenfassen des Wesentlichen eines Beitrags in wenigen Worten sowie die kreative Nutzung des wortspielerischen Reichtums, über den die deutsche Sprache nicht weniger als andere verfüge.[v 11]

Preisträger:

  • 2010: Die Zeit mit der Schlagzeile „Krieger, denk mal!“ – zur Münchner Sicherheitskonferenz und veralteten Strategien der militärischen Abschreckung.
  • 2011: taz mit „Brüderle bei Ehrlichkeit ertappt“ – über die taktischen Gründe des Atomausstiegs der Bundesregierung.[4]
  • 2012: Stern mit „Politik. Macht. Einsam.“ – zu einem Bericht über den Politiker Gregor Gysi.
  • 2013: Bild mit „Yes, we scan!“ – die drei Worte würden besser als manche Leitartikel „die Enttäuschung vieler Europäer über die Überwachungsmanie der Obama-Regierung zusammenfassen“;[v 12] die Bild-Zeitung lehnte den Preis aber mangels eigener Urheberschaft ab.[5]
  • 2014: Frankfurter Allgemeine Zeitung u. a. mit „Fluchhafen Berlin“.
  • 2015: Süddeutsche Zeitung mit „Der Mann, der die Mauer niederstammelte“.
  • 2016: Focus mit „Macht. Wahn. Erdogan.“
  • 2017: Süddeutsche Zeitung mit „1:0 verloren“ – über Angela Merkels zweideutigen Wahlerfolg.[6]
  • 2018: Bild mit „Grün ist das neue Rot“.
  • 2019: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mit „Baden gehen mit Thomas Cook“ – über die Erlebnisse deutscher Urlauber mit der Pleite von Thomas Cook.[7]

Anglizismen-Index[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein publiziert seit 2002 einen „Anglizismen-Index“ (vorher: „Anglizismen-Liste“), der sowohl auf seiner Website als auch in jährlichen Neuauflagen in Buchform erscheint, 2019 unter dem Titel Der Anglizismen-Index: Deutsch statt Denglisch, herausgegeben von Achim Elfers[8]. Er ist ein textbelegtes, alphabetisch geordnetes einsprachiges Wörterbuch mit englischen Lehnwörtern im Deutschen, das dazu anregen will, statt Anglizismen „deutsche Wörter zu verwenden“.[v 13] Der Index enthält neben den Anglizismen selbst eine Bewertung nach den Kategorien „ergänzend“, „differenzierend“ und „verdrängend“ sowie jeweils empfohlene Ersatzwörter. Grundlage des Index ist das 1999 erstmals erschienene Wörterbuch überflüssiger Anglizismen[9] von Reiner Pogarell und Markus Schröder.[c 5]

„Tag der deutschen Sprache“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein hat 2001 die Aktion „Tag der deutschen Sprache“ eingeführt, die jährlich im September stattfindet, um auf den Zustand der deutschen Sprache aufmerksam zu machen.[c 6]

„Deutsch ins Grundgesetz“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2005 rief der Verein anlässlich des 5. Tags der deutschen Sprache zu einer Unterschriftenaktion für eine Grundgesetzergänzung „Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch“ auf.[v 14] Im selben Jahr wurde dafür eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

Im Januar 2011 unternahm der VDS gemeinsam mit dem Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) und der Bild-Zeitung einen neuen Vorstoß für „Deutsch ins Grundgesetz“. Für die Initiative gingen 46.000 Unterschriften ein, die dem Bundestagspräsidenten übergeben wurden.[10] Kurz darauf reichten VDS und VDA beim Deutschen Bundestag eine Online-Petition ein, Deutsch im Grundgesetz festzuschreiben, der sich 5165 Online-Mitzeichner anschlossen.[11]

Petition „Schluss mit Gender-Unfug!“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. März 2019 startete der VDS mit einem vom Journalisten Wolf Schneider entworfenen Text eine Petition unter dem Titel „Schluss mit Gender-Unfug!“, mit der zum „Widerstand“ gegen die „durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache“ aufgerufen wurde. Mitinitiatoren waren die Schriftstellerin Monika Maron, der Erste Vorsitzende des VDS Walter Krämer und der Lehrerverbandsfunktionär Josef Kraus. Zu den Unterzeichnern gehörten Prominente, Schriftsteller, Wissenschaftler sowie Ex-Diplomaten und Ex-Bundesbankdirektoren, Anwälte und Unternehmer.[12] Am 24. Januar 2021 zeigte die Website des Vereins 79.996 Unterschriften an, 8.591 mehr als am 27. Mai 2019 (71.405).[v 15] Die Beweggründe der Petition erklärte Krämer in einem Interview der Neuen Zürcher Zeitung: Sie habe mit Gleichberechtigung nichts zu tun. Er wirft den Anhängern der Gendersprache vier Irrtümer vor und glaubt an einen präventiven Effekt des Aufrufes für die Politik.[13] Unter der Überschrift „Gegen den Gender-Terror in der deutschen Sprache“ bietet der Verein dazu „Argumentationspakete“.[v 16]

Der Linguist und Unterzeichner der Petition Josef Bayer schrieb in der Neuen Zürcher Zeitung, es seien „in der Regel keine Linguisten, die das Gendersprach-Projekt befördern“, obwohl die Vorschläge in erster Linie von den Universitäten kämen. „Die Linguistik könnte, wenn man ihr auch nur ein bisschen Gehör schenkte, den Irrweg der vermeintlich gendergerechten Sprache leichter ans Licht bringen als jede andere Disziplin“. Die „Gendersprache“ habe mit natürlichem Sprachwandel nichts zu tun, sondern sei „ein von aussen aufgesetztes Reförmchen“. Sie werde „ausser einer Menge stilistischer und ästhetischer Entgleisungen nichts Positives und schon gar nichts Fortschrittliches hervorbringen“.[14]

Die Schriftstellerin Katja Lange-Müller begründet ihre Unterzeichnung damit, dass sie abgewogen habe, was wichtiger sei, „die Sache, also unsere Sprache, oder die (Tat-)Sache, dass wir Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichner befürchten mussten, von diversen medialen ‚Spaltpilzzüchtern‘ sogleich abgeschoben zu werden in die eine finstere Ecke, wo wir uns dann gefälligst zu schämen hätten“. Sie stellt die Fragen, ob es um (Gender-)Gerechtigkeit geht oder, „im einen wie im anderen Lager, um Rechthaberei? Wie gerecht kann der Mensch sein und wie gerecht dessen Sprache?“ Ihr Fazit: „Wenn wir gerechter handeln, hat das wahrscheinlich auch bald Rückwirkungen auf unsere in ständigem Wandel begriffene Sprache; umgekehrt wird kein Schuh daraus, weder der Schuh noch die Schuh(e)“.[15]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johan Schloemann schrieb in der Süddeutschen Zeitung: „Deutschland hat aus historischen Gründen keine zentrale Sprachakademie. Diese Aufgabe teilen, ohne übertriebene Anmaßung, die Duden-Redaktion, die Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung, das Mannheimer Institut für Deutsche Sprache und der Rat für deutsche Rechtschreibung untereinander auf. In die normative Lücke, die diese Institutionen lassen, stößt regelmäßig der sprachkonservative VDS. Manchen seiner Mitglieder mag die Pflege unserer Sprache ernsthaft am Herzen liegen, die für sich genommen nicht reaktionär ist, sondern notwendiger denn je. Aber mit Aufrufen gegen ‚Gender-Unfug‘ begibt man sich keineswegs bloß in die Nähe der CDU-Vorsitzenden, die da ‚das verkrampfteste Volk der Welt‘ am Werke sieht, sondern in den Dunstkreis der AfD, die dieses Thema emotional instrumentalisiert.“[16]

In der linguistischen Fachwelt stieß der Aufruf auf zum Teil scharfe Kritik. Der Sprachwissenschaftler Thomas Niehr sagte gegenüber dem Deutschlandfunk: „Da wird eine Bevormundung kritisiert und ich kann diese Bevormundung nicht erkennen.“[17] Anlässlich der Petition schrieb Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache: „Auch sonst meldet sich der Verein oft in Pressemitteilungen, Aktionen und Veranstaltungen zu diesem Thema zu Wort und befeuert die Debatte mit der eigenen Position nach Kräften. Sprache wird dabei als der reine Körper eines unschuldigen Wesens gezeichnet, der durch seine Gegner ‚entstellt‘, ‚verrenkt‘ oder ‚vergewaltigt‘ wird und den es mannhaft zu beschützen gilt.“[18]

Die Linguistin Helga Kotthoff kritisierte: „Der Aufruf fördert nur hyperradikales Pro und Contra. Es fehlt jegliche Differenzierung.“ Anatol Stefanowitsch meinte, der Aufruf führe „mit Vollgas zurück in die Vergangenheit“. Die Unterzeichnenden seien „vorwiegend ältere Herrschaften, die ihre Sprachgewohnheiten verletzt sehen“. Er sieht wie Kotthoff die Richtung des Vereins kritisch: „Der Verein Deutsche Sprache zeigt immer mehr ein reaktionäres Weltbild und sucht Anschluss an rechtspopulistische Diskussionen.“[12]

Tobias Wenzel fasste in Deutschlandfunk Kultur in einer Kulturpresseschau aus den Feuilletons zusammen: Zuerst habe der Aufruf des VDS Kritik auf sich gezogen, danach dessen Kritiker Kritik auf sich.[19] Der von ihm zitierte Journalist Thomas Schmid sah in Die Welt bei den „Diskurssheriffs“ den „muffigen Wind der Unfreiheit“ wehen. Winzige Minderheiten seien in der Lage, der Mehrheit, den Institutionen und dem Staat ihre Sichtweise aufzuzwingen. Die „progressive Intelligentsia“ solle sich – statt den als fortschrittlich bekannten Unterzeichnern vorzuwerfen, sie seien „nützliche Idioten der AfD“ –, fragen, weshalb Schriftsteller, Intellektuelle und Wissenschaftler, die dem Neuen, dem Wandel gegenüber stets aufgeschlossen waren, die den Stillstand nicht mögen und Experimente schätzen, sich auf einmal zusammentun, um der Genderisierung der Sprache Einhalt zu gebieten.[20]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtspopulismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vereinsvorsitzende Walter Krämer schrieb in den Sprachnachrichten 2016 von dem „aktuellen Meinungsterror unserer weitgehend linksgestrickten Lügenmedien“ und der „Unterwerfung der Medien unter eine obrigkeitsstaatliche Einheits-Sichtweise der Dinge“. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier berichtete 2016 über diese Haltung Krämers unter der Überschrift Die Pegidahaftigkeit des Vereins Deutsche Sprache und kritisierte nationalistische Tendenzen.[21] Im selben Jahr bezeichneten sowohl Henning Lobin wie auch Thomas Niehr den VDS als „Sprach-Pegida“.[22]

Die Autorin Kirsten Boie lehnte 2020 einen Preis des Vereins Deutsche Sprache ab, da Äußerungen des VDS-Bundesvorsitzenden Krämer sie an Rechtspopulisten erinnerten. Der „Elbschwanenorden“, den der Hamburger Landesverband des VDS jährlich an Personen vergibt, „die sich um die Pflege und Förderung der deutschen Sprache besonders verdient gemacht haben“, sollte an die Kinder- und Jugendbuchautorin gehen. In ihrem Absagebrief an den Verein schreibt Boie, Walter Krämer spreche von „Genderwahn“, „Lügenmedien“ und „Überfremdung der deutschen Sprache“. „Aber mehr noch als die verkürzte und realitätsfremde Vorstellung von Sprache, die sich in vielen Äußerungen zeigt, erschreckt mich, wie genau sie sich ausgerechnet in einer Zeit, in der wir mit Sorge einen Rechtsruck in Teilen der Bevölkerung beobachten müssen, in deren Argumentationsgänge einfügt“, so Boie. Walter Krämer antwortete, wir lebten in einem freien Land, ging aber nicht auf die inhaltliche Kritik ein.[23]

Sprachwissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Meinungen in der Sprachwissenschaft über den VDS sind geteilt. Der Sprachverein hat zwar Sprachwissenschaftler in seinem wissenschaftlichen Beirat, gilt aber als eine sprachpuristische Vereinigung. „Der VDS möchte nach eigenen Angaben nicht zu den Sprachpuristen gerechnet werden. […] hat jedoch klar gezeigt, dass es sich beim VDS um eine sprachpuristische Vereinigung handelt.“[24] Diese Auffassung teilen zahlreiche Sprachwissenschaftler.[25] Thomas Niehr vertrat 2002 die Auffassung, dass der VDS „grundlegende Erkenntnisse und Unterscheidungen der Sprachwissenschaft außer Acht“ lasse.[26] Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache, beschrieb 2021 die Relevanz des VDS für die Sprachwissenschaft wie folgt: „Wenn man Germanistik studiert hat und in der Sprachwissenschaft arbeitet, kommt man mit dem Verein Deutsche Sprache (VDS) nicht sehr oft in Kontakt. […] Ob nun der ADAC für den Verkehrswissenschaftler […] oder der VDS für den Linguisten – es gibt für eine Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler zumeist wenig Anlass, sich mit derartigen Vereinen näher zu befassen.“[27]

2016 verschickte der Deutsche Hochschulverband die Sprachnachrichten als Beilage seines eigenes Kontinuums. Dies führte zu einem deutlichen Protestbrief einer Gruppe von Linguistik-Professoren, die schreiben, wenn der Verband die Sprachnachrichten verschicke, könne er auch „Astrologie heute“ beilegen.

In einem offenen Brief an den Präsidenten des Deutschen Hochschulverbands Bernhard Kempen kritisierte 2016 eine Gruppe von 37 namhaften Linguisten, dass die Haltung des Vereins „ein Musterbeispiel für einen intoleranten, unaufgeklärten Sprachpurismus“ sei und der VDS immer wieder nationalistische Tendenzen bediene.[28] Sie warfen dem Verein Wissenschaftsfeindlichkeit vor; er betreibe eine Art Sprachpolitik, die nicht Aufgabe von Sprachwissenschaftlern sei.[29]

Die Sprachwissenschaft beschreibt die vom Verein Deutsche Sprache kritisierten Erscheinungen fast durchweg als Phänomene des Sprachwandels. Sprachwandel habe die Form der Sprache, wie sie heute bekannt sei, geprägt; über viele Jahrhunderte sei die Regulierung der Sprache durch normative Institutionen ein Randphänomen gewesen, Sprache entwickele sich weitgehend eigengesetzlich. Dabei spielten die Gesetze des Sprachwandels und die Sprachökonomie (Produktions- und Rezeptionsökonomie; das heißt ein möglichst geringer Aufwand für den Sprecher und für den Hörer) eine Rolle, aber auch soziale Aspekte. So seien Sprachen immer wieder dadurch verändert worden, dass andere Sprachen ein hohes Sozialprestige genossen; beim Deutschen sei das zuletzt im 18. und 19. Jahrhundert durch das Französische geschehen, wodurch zahlreiche Lehnwörter ins Deutsche kamen.

Im 20. Jahrhundert habe das Englische diese Rolle des Französischen übernommen, insbesondere nach 1945. Durch die allgemeine Verbreitung über die Massenmedien würden allerdings wesentlich mehr und breitere Bevölkerungsschichten erreicht als in den Jahrhunderten zuvor. Dies habe dazu geführt, dass die derzeitige Entwicklung der Fachsprachen im Deutschen zumal von nicht-sprachwissenschaftlicher Seite häufig als problematisch angesehen werde, da in vielen modernen Kommunikationsbereichen die Entwicklung des deutschen Wortschatzes nur noch eingeschränkt mit eigensprachlichen Mitteln stattfinde.

Thomas Niehr schreibt 2011, dass besonders in den Beiträgen der Sprachnachrichten ein „aggressiver Purismus mit nationaler Ausrichtung“ des Vereins deutlich werde. Es werde häufig darauf hingewiesen, dass die deutsche Sprache ebenso bedroht sei wie die deutsche Kultur. Dabei enthielten die Bedrohungs- und Untergangszenarien „eine politische Komponente, in der die Deutschen (anders als andere Völker) als besonders unterwürfig und wenig selbstbewusst dargestellt werden“.[30]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2003 ist der VDS Partnerverband im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW).[v 17]

2009 trat der Verein dem Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland bei.

Als weitere Mitgliedschaften werden die Theodor Fontane Gesellschaft, der Schweizer Sprachkreis Deutsch[31] und der eingetragene Verein Deutsches Ehrenamt[32] angegeben. Insgesamt verweist der VDS auf 13 Partnerorganisationen sowie 45 Organisationen, die selbst korporatives Mitglied im VDS sind.[v 18]

Abspaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 verließ der Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz e. V. nach achtjähriger Mitgliedschaft den Verein;[33] der VDS listet ihn heute als Partnerorganisation.[v 18] Im Jahr 2006 gründeten 20 Personen, von denen die meisten bis dahin im VDS mitgewirkt hatten, in Hannover die „Aktion Deutsche Sprache“.[34]

Ähnliche Vereine in anderen Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Französisch:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Lobin: Sprachkampf. Wie die Neue Rechte die deutsche Sprache instrumentalisiert. Dudenverlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-411-74004-8, S. 93–95: Kapitel Ein Kampfverband: Der „Verein Deutsche Sprache“.
  • Jörg Kilian, Thomas Niehr, Jürgen Schiewe: Sprachkritik: Ansätze und Methoden der kritischen Sprachbetrachtung. 2., überarbeitete und aktualisierte Auflage. De Gruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-040181-3, S. 90–93: Abschnitt Aktuelle Vertreter und Tendenzen der laienlinguistischen Sprach- und Stilkritik: Der Verein Deutsche Sprache.
  • Karoline Wirth: Der Verein Deutsche Sprache: Hintergrund, Entstehung, Arbeit und Organisation eines deutschen Sprachvereins. Doktorarbeit Universität Bamberg 2009. University of Bamberg Press, Bamberg 2010, ISBN 978-3-923507-65-8 (PDF-Downloadangebot auf uni-bamberg.de).
  • Thomas Niehr: Linguistische Anmerkungen zu einer populären Anglizismen-Kritik. Oder: Von der notwendig erfolglos bleibenden Suche nach dem treffenderen deutschen Ausdruck. In: Sprachreport. Nr. 4, 2002, S. 4–10 (erweiterte Version des Aufsatzes als PDF: 185 kB auf uni-frankfurt.de).
  • Markus Nussbaumer: Kommentar zu: Die Zukunft der deutschen Sprache. Eine Streitschrift. Herausgegeben von Helmut Glück und Walter Krämer. Ernst Klett Schulbuchverlag, Leipzig 2000. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik. Nr. 1, 2003, S. 109–118.
  • Falco Pfalzgraf: Bestrebungen zur Einführung eines Sprachschutzgesetzes seit der deutschen Vereinigung. In: German Life and Letters. Nr. 4, 2008, S. 451–469.
  • Falco Pfalzgraf: Neopurismus in Deutschland nach der Wende. Lang, Frankfurt/M. u. a. 2006, ISBN 978-3-631-54854-7, S. 68–91: Kapitel Der Verein Deutsche Sprache (VDS).
  • Anja Stukenbrock: Aus Liebe zur Muttersprache? Der VDS und die fremdwortpuristische Diskurstradition. In: aptum – Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur. Nr. 3, 2005, S. 220–247.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b VDS: Verein.
  2. VDS: Satzung.
  3. a b c d e Sprachpolitische Leitlinien.
  4. VDS: Reden und Widerreden – Argumente zur deutschen Sprache. (Nicht mehr online verfügbar.) 2014, archiviert vom Original am 25. September 2014; (XXIV. „Die neue Rechtschreibung ist schlimmer als die vielen Anglizismen.“).
  5. VDS: Bekannte Mitglieder.
  6. VDS: Elbschwanenorden.
  7. VDS: Arbeitsgruppen.
  8. VDS: Sprachnachrichten.
  9. VDS-Vereinszeitung: Sprachnachrichten. Nr. 57, 1/2013, S. 32 (PDF: 5,5 MB, 32 Seiten).
  10. VDS: Wissenschaftlicher Beirat. Zitat: „[…] renommierte Sprachwissenschaftler und Sprachwissenschaftlerinnen. Einige davon plus ausgewiesene Sprachfreunde außerhalb des VDS haben sich zu einem wissenschaftlichen Beirat zusammengeschlossen.“
  11. VDS: Schlagzeile des Jahres.
  12. VDS: 2013: Bild „Yes, we scan!“ (PDF: 28 kB, 1 S.) 27. November 2013.
  13. VDS: Über den Index.
  14. VDS: Gedanken zum fünften Tag der deutschen Sprache 2005. (Nicht mehr online verfügbar.) 30. September 2005, archiviert vom Original am 18. April 2015; (Gedanken zum fünften Tag der deutschen Sprache 2005).
  15. VDS-Petition: Schluss mit Gender-Unfug! Der Aufruf und seine Erstunterzeichner. 6. März 2019, abgerufen am 25. Januar 2021; Zitat: „Gesammelte Unterschriften: 79996“.
    Ebenda: Unterschriften gegen Gender-Unfug – Gesammelte Unterschriften: 71405. (Memento vom 27. Mai 2019 im Internet Archive).
  16. VDS: Argumentationspakete.
  17. VDS-Pressemitteilung: Bares Deutsch: Mittelstandsverband und VDS gehen Partnerschaft ein – Gemeinsame Forderung: Deutschen Sprachgebrauch in der EU fördern. (Nicht mehr online verfügbar.) 18. September 2003, archiviert vom Original am 11. Februar 2011;.
  18. a b VDS: Partnerorganisationen des VDS.
  • (c) Karoline Wirth: Der Verein Deutsche Sprache: Hintergrund, Entstehung, Arbeit und Organisation eines deutschen Sprachvereins. Doktorarbeit Universität Bamberg 2009. University of Bamberg Press, Bamberg 2010, ISBN 978-3-923507-65-8 (online auf oapen.org; PDF-Download auf opus4.kobv.de; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
  1. Wirth, S. 187.
  2. Wirth, S. 188.
  3. Wirth, S. 190.
  4. Wirth, S. 192–193.
  5. Wirth, S. 229–238.
  6. Wirth, S. 289.
  • Sonstige Belege
  1. Claudia Knauer: Deutscher Sprachverein jetzt auch in Dänemark. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Nordschleswiger.dk. 8. September 2011, archiviert vom Original am 3. Dezember 2013; abgerufen am 1. Juli 2019.
  2. WDR-Pressemitteilung: „Lehrer-Welsch-Sprachpreis“ für „Die Sendung mit der Maus“. (Memento vom 4. März 2014 im Internet Archive) In: WDR-Presselounge. 25. Juni 2009, abgerufen am 1. Juli 2019.
  3. Meldung: Höhner ausgezeichnet mit dem Lehrer-Welsch-Sprachpreis. In: Express.de. 7. Oktober 2010, abgerufen am 1. Juli 2019.
  4. Meldung: „Schlagzeile des Jahres“: „taz“ für Brüderle-Überschrift ausgezeichnet. In: Spiegel Online. 25. November 2011, abgerufen am 1. Juli 2019;
    Zitat: „Kurz vor der Wahl in Stuttgart überraschte Rainer Brüderle mit einem Eingeständnis, mit dem keiner gerechnet hatte: Der Atomstopp der Regierung habe taktische Gründe. Die ‚taz‘ zog die nötigen Schlüsse – nun wurde sie für die ‚Schlagzeile des Jahres 2011‘ ausgezeichnet.“
  5. Meldung: Bild lehnt Preis dankend ab. In: RP-online.de. 28. November 2013, abgerufen am 1. Juli 2019.
  6. Paul-Josef Raue: „May Day“ und „Leyen-Spiel“: Die Schlagzeilen des Jahres. In: Kress.de. 11. Dezember 2017, abgerufen am 1. Juli 2019.
  7. „Baden gehen mit Thomas Cook“ lautet die Schlagzeile des Jahres 2019. In: UEPO.de – das Übersetzerportal, 1. Dezember 2019, abgerufen am 18. März 2020.
  8. Achim Elfers (Hrsg.): Der Anglizismen-Index: Deutsch statt Denglisch. Ausgabe 2019. IFB Verlag Deutsche Sprache, Paderborn 2019.
  9. Reiner Pogarell, Markus Schröder (Hrsg.): Wörterbuch überflüssiger Anglizismen. 1. Auflage. IFB-Verlag, Paderborn 1999. Dieses Wörterbuch ist mehrfach überarbeitet und erweitert worden und 2012 in 9. Auflage erschienen.
  10. Meldung: Initiative für Verfassungsänderung: Deutsch als Sprache soll ins Grundgesetz. In: Spiegel Online. 9. November 2010, abgerufen am 1. Juli 2019 (Bundestagspräsident Norbert Lammert bekam 46.000 Unterschriften vorgelegt: Eine Initiative plädiert für eine Verfassungsänderung, die die deutsche Sprache im Grundgesetz festschreibt).
  11. Petition 15500: Grundgesetz – Deutsch als Landessprache ins Grundgesetz vom 26.11.2010. Deutscher Bundestag, 26. November 2010, abgerufen am 1. Juli 2019.
  12. a b Dorothea Hülsmeier: Geschlechtergerechte Sprache: Neuer Aufruf gegen den „Gender-Unfug“ – „entsetzlich albern“. In: Welt.de. 8. März 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  13. Marc Felix Serrao interviewt Walter Krämer: «Je mehr Politiker erkennen, dass die Genderei Wählerstimmen kostet, desto besser». In: NZZ.ch. 8. März 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  14. Josef Bayer: Sprachen wandeln sich immer – aber nie in Richtung Unfug. In: NZZ.ch. 10. April 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  15. Katja Lange-Müller: Streit um Gendersprache: Es heißt Sprache, nicht Schreibe! In: Tagesspiegel.de. 13. März 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  16. Johan Schloemann: Deutsche Sprache: Die Wanne ist voll. In: Süddeutsche.de. 7. März 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  17. Thomas Niehr im Gespräch mit Gesa Ufer: Kritik am Verein Deutsche Sprache. Anti-Gendern-Aufruf ist zu polemisch. In: Deutschlandfunk Kultur. 7. März 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  18. Henning Lobin: Die Ablehnung von „Gendersprache“ – medial produziert. In: Spektrum.de: Scilogs. 8. April 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  19. Tobias Wenzel: Aus den Feuilletons: Lebhafte Debatte um die gendergerechte Sprache. In: Deutschlandfunk Kultur. 16. März 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  20. Thomas Schmid: Wenn die Wölfin mit der Schaf*in… In: schmid.welt.de. 11. März 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  21. Stefan Niggemeier: „Nationalistische Tendenzen“: Die Pegidahaftigkeit des Vereins Deutsche Sprache. In: Übermedien. 1. August 2016, abgerufen am 25. Januar 2021.
  22. Henning Lobin: Sprach-Pegida und der Deutsche Hochschulverband. In: Spektrum.de: SciLogs. 25. Juli 2016, abgerufen am 25. Januar 2021.
    Thomas Niehr im Gespräch mit Katja Lückert: „Verein Deutsche Sprache“: Entwicklung zur Sprach-Pegida? In: Deutschlandfunk.de. 23. August 2016, abgerufen am 25. Januar 2021.
  23. Kirsten Boie: Kritik am Verein Deutscher Sprache: Warum Kirsten Boie den Elbschwanenorden nicht will. In: Deutschlandfunk Kultur. 25. November 2020, abgerufen am 25. Januar 2021.
  24. Falco Pfalzgraf: Neopurismus in Deutschland nach der Wende (= Österreichisches Deutsch – Sprache der Gegenwart. Band 6). Lang, Frankfurt/M. u. a. 2006, ISBN 3-631-54854-0, S. 91.
  25. Beispielhaft seien hier folgende Feststellungen genannt:
    • „Aufgrund seines einseitigen Zieles und seiner unwissenschaftlichen und unreflektierten Vorgehens- wie Ausdrucksweise kann der VDS […] der negativ behafteten Bewegung des Fremdwortpurismus zugeordnet werden.“
      Claudia Law: Das sprachliche Ringen um die nationale und kulturelle Identität Deutschlands. Puristische Reaktionen im 17. Jahrhundert und Ende des 20. Jahrhunderts. In: Muttersprache. Nr. 1, 2002, S. 81.
    • „In den sog. ‚Leitlinien‘ des Vereins Deutsche Sprache [… wird] ein partieller Purismus vertreten […].“
      Jürgen Spitzmüller: Metasprachdiskurse. Einstellungen zu Anglizismen und ihre wissenschaftliche Rezeption. De Gruyter, Berlin/New York 2005, S. 269 f.
    • „Auch heute mangelt es nicht an sprachpuristischen Gesellschaften. Eine der bekanntesten ist der Verein Deutsche Sprache.“
      Damaris Nübling, Antje Dammel u. a.: Historische Sprachwissenschaft des Deutschen. Eine Einführung in die Prinzipien des Sprachwandels. 2., überarbeitete Auflage. Narr, Tübingen 2008, S. 141.
    • “[…] the German language has often attracted the attention of purists. […] There is, for example, […] the Verein Deutsche Sprache […].”
      Stephen Barbour: Defending Languages and Defending Nations: Some Perspectives on the Use of ‘Foreign Words’ in German. In: Máire C. Davies, John L. Ford, David N. Yeandle (Hrsg.): ‘Proper Words in Proper Places’. Studies in Lexicology and Lexicography in Honour of William Jervis Jones. Akademischer Verlag, Stuttgart 2001, S. 361.
    • “The VDS […] had the more openly purist name Verein zur Wahrung der Deutschen Sprache […], but after some negative press was re-named with the more neutral sounding shorter version.”
      Peter Hohenhaus: Standardization, language change, resistance and the question of linguistic threat. 18th century English and present-day German. In: Andrew R. Linn, Nicola McLelland (Hrsg.): Standardization. Studies from the Germanic languages (= Amsterdam studies in the theory and history of linguistic sciences. Series IV. Current issues in linguistic theory. Band 235). Benjamins, Amsterdam 2002, S. 161.
    • Manfred Görlach spricht von einer „[…] puristic society, i.e. ‘verein zur Wahrung der deutschen Sprache’ (now renamed ‘Verein deutsche Sprache’) […]“
      Manfred Görlach: English in Europe. Oxford University Press, Oxford 2002, S. 17., „The Verein Deutsche Sprache, a purist institution of word-watchers […].“ Und: Manfred Görlach: English words abroad. John Benjamins, Amsterdam/Philadelphia 2003, S. 169.
    • Petra Braselmann zeigt sich kritisch gegenüber „[…] Puristischer Sprachpflegevereine wie z. B. des VDS […]“
      Petra Braselmann: Englisch in der Romania. In: Rudolf Hoberg (Hrsg.): Deutsch – Englisch – Europäisch. Impulse für eine neue Sprachpolitik (= Thema Deutsch. Band 3). Dudenverlag, Mannheim 2002, S. 302.
  26. Thomas Niehr: Anmerkungen zu einer populären Anglizismen-Kritik. In: phil-fak.uni-duesseldorf.de. Oktober 2002, abgerufen am 1. Juli 2019 (umfangreicher Text).
  27. Henning Lobin: Sprachkampf – Wie die Neue Rechte die deutsche Sprache instrumentalisiert. Bibliographisches Institut, Berlin 2021, ISBN 978-3-411-74004-8.
  28. Offener Brief zur Beilage von Forschung & Lehre (7|16). 2016, S. 1 (PDF: 98 kB, 2. S. auf uni-giessen.de).
    Mitunterzeichner Henning Lobin: Sprach-Pegida und der Deutsche Hochschulverband. In: Spektrum.de: SciLogs. 25. Juli 2016, abgerufen am 1. Juli 2019.
    Christian Efing, Rudolf Hoberg: Sprachbildung und Sprachbewusstsein als Voraussetzung der Sprachförderung: Die Dominanz des Englischen und ihre Folgen für das Deutsche. In: Ulrich Ammon, Gabriele Schmidt: Förderung der deutschen Sprache weltweit: Vorschläge, Ansätze und Konzepte. De Gruyter, Berlin/Boston 2019, ISBN 978-3-11-047923-2, S. 63.
    Stefan Niggemeier: Die Pegidahaftigkeit des Vereins Deutsche Sprache. In: Übermedien. 1. August 2016, abgerufen am 1. Juli 2019.
  29. Thomas Niehr im Gespräch mit Katja Lückert: „Verein Deutsche Sprache“: Entwicklung zur Sprach-Pegida? In: Deutschlandfunk.de. 23. August 2016, abgerufen am 1. Juli 2019.
  30. Thomas Niehr: Von der »Fremdwortseuche« bis zur »Sprachpanscherei«. Fremdwortkritik gestern und heute. In: Birte Arendt, Jana Kiesendahl (Hrsg.): Sprachkritik in der Schule. V & R Unipress, Göttingen 2011, ISBN 978-3-89971-820-1, S. 97.
  31. Sprachkreis Deutsch: Homepage.
  32. Deutsches Ehrenamt: Homepage.
  33. Sprachrettungsclub Bautzen/Oberlausitz: Homepage.
  34. Aktion Deutsche Sprache (Memento vom 21. Februar 2020 im Internet Archive)