Egmond (Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Stammwappen der Familie Egmond

Das Haus Egmond (auch Egmont geschrieben) war ein holländisches Uradelsgeschlecht. Es hatte neben den ausgestorbenen Hauptlinien von fürstlichem Rang – Egmond-Geldern (Herzöge von Geldern) sowie Egmond-Gavere (Grafen Egmond, Fürsten Gavere) diverse eheliche als auch außereheliche Nebenlinien, von denen einzig die Linien der Reichsgrafen von Geldern-Egmond resp. Mirbach-Geldern-Egmont sowie die freiherrliche Familie Isselstein als Ysselstein noch heutzutage fortbesteht.

Chronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgebend war das Kloster Egmond, welches die Familie als Vögte verwaltete. Als Stammherr der Heeren van Egmond gilt nach einer Legende Radbold van Egmond (genannt 876–932), der Vogt des Klosters. Im Laufe des 14. Jahrhunderts konnte das Geschlecht Egmond seinen Besitzstand erweitern und wurde somit auch in die Kämpfe gegen die Westfriesen sowie in Fehden hineingezogen. In weiterer Folge traten die Herren von Egmond im holländischen Haken-und-Kabeljau-Krieg gemeinsam mit den Herren van Arkel an die Spitze der Kabeljaus. Ende des 14. Jahrhunderts erbte Arnold von Egmond die Baronie IJsselstein mit einer Burg auf der Grenze Utrechts und Hollands. Ab diesem Zeitpunkt war das Geschlecht auch in die Utrechter Fehden verwickelt.

Grafen Egmond[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe des Spätmittelalters und der Renaissance konnten sich die mit zahlreichen Privilegien ausgestatteten Herren und späteren Grafen von Egmond (Johann III. von Egmond wurde 1486 zum ersten Grafen von Egmond erhoben) zu einem der führenden niederländischen Adelsgeschlechter entwickeln. Neben den über das Herzogtum Geldern, dem Fürstentum Gavere, diversen Grafschaften und Hohen Herrlichkeiten regierenden Hauptzweigen der Familie bestanden noch diverse außereheliche Nebenzweige: Egmond van Merenstein (1559 ausgestorben), Egmond van Kenenburg (1703 ausgestorben), Egmond van Cranenburch, van Egmond van de Nijenburg (1747 ausgestorben).

Familie Geldern-Egmond[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammvater des Adelsgeschlechtes "Geldern-Egmond" bzw. "Geldern-Egmont" und "Mirbach-Geldern-Egmont" ist Reiner von Geldern (1460–1522), natürlicher Sohn des Adolf von Egmond, Herzog von Geldern (1438–1477). Das Geschlecht besaß Arcen 1503–1779, gehörte den Ritterschaften von Geldern und Jülich an und führte seit dem 17. Jahrhundert den Freiherrentitel. Den Reichsgrafenstand erlangten sie mit dem Diplom zu München per 15. Juli 1790.

Familie Isselstein (Egmond)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natürliche Abstammungen aus dem Haus Egmond

Wappen des Floris van Egmond

Abstammungen von Frederik van Egmond und Ijsselstein, Graf von Bueren und Leerdam (* um 1440; † 1521); ⚭ I (1464) Aleida van Culemborg; ⚭ II (Dezember 1505) Walburga von Manderscheid († 1527)

  • Floris van Egmond (* 1469; † 14. Oktober 1539)
  • Willem Bastaard van Egmond († um 1532), natürlicher Sohn des Frederik van Egmond
  • Christoffel van Isselstein († um 1512), natürlicher Sohn des Frederik van Egmond[1]; ⚭ Elisabeth van Renesse
    • Willem van Egmond van Isselstein (* 1498; † um 1587), dessen Sohn; ⚭ I 1535 Margaretha van Wijngaarden, ⚭ II um 1555 Elisabeth Becker († 1569)
      • Wappen derer von Isselstein, Preußen[2]
        Aufschwörung des Christoph Philipp von Loë um 1650
        Christoffel I von Isselstein (* um 1546; † Juli 1593 Frankreich im Dienst von Henri IV); Oberst bei Jan van Nassau und den Watergeuzen, 1578 Militärgouverneur von Geertruidenberg. Wohnte in Kranenburg, dann ab 1582 im Schloss Linnep, das er 1584 von Graf Adolf und Gräfin Walburga zu Neuenahr als Pfand[3] bekam; ⚭ Magdalena von Allendorf (wohl verwandt mit Anna Walburga von Neuenahr, ihr Vater war Vincent van Alendorp)
        • Vincenz von Isselstein zu Linnep († 1656 als Garnisonskommandant von Orsoy), Oberst der niederländischen Reiterei[4] im 30-jährigen Krieg. März 1645 mit der Jurisdiktion in den Honnschaften Püttbach und Erbeck (Erbach), Amt Mettmann, Kirchspiel Wülfrath, belehnt.[5]
        • Walpurga Freiin von Isselstein (* 1588; † vor 1660); ⚭ Johann Friedrich von Loë, Herr von Overdyck († 12. April 1656 in Bochum)
          • Christoph Philipp von Loë, Aufschwörung um 1650[6]
          • Odilia von Loë ⚭ 1656 Joachim Heidenreich Adolf von Ripperda
          • Ida Catherina von Loë (1630–1664); ⚭ Carl Wilhelm von Ripperda
        • Philipp Ernst von Isselstein, 1620 kurfürstlich-brandenburgischer Falkenmeister
        • Reinier von IJsselstein
        • Maurits von Isselstein (1585–1652), 1618 Rittmeister und Pfandherr zu Linnep, kauft 1643 Schloss Linnep; ⚭ Caspara von Düngeln (Als Frau zu Linnep am 10. Mai 1643 als Patin der Caspara zum Eicken genannt)
          • Vincent Schott von Isselstein (August Friedrich) von Isselstein; † 1705 ohne männliche Nachkommen,[7] Obrist und preußischer Brigadier
            • Loisa von Isselstein zu Linnep, Wülfrath und Leuchtenberg († vor 1721); ⚭ Obrist Freiherr von Hack (Hake/Haacke, später auch: Haack-Isselstein zu Linnep)
          • Wilhelm Christoff von Isselstein († vor 1665)
          • Mauritz Ludwig von Isselstein (Baron Maurits Lodewijk van Ijsselstein) 1669 Rittmeister, Juni 1679 Major im Regiment Albert Ferdinant Graaf van Berlo, 1691 Kompaniechef im Regiment Prins van Friesland, 1698 Brigadier im Kavallerieregiment Prinz Philipp[8], ⚭ Januar 1669 Hester Lucia van Aylva
            • (?) Johann Moritz von Isselstein, nach einer Versteigerung 1753 Eigentümer von Haus Leithe (Gelsenkirchen); von Jugend an Soldat, 1730 Fähnrich[9], 1741 Premierleutnant, 28. Juli 1749 Stabskapitän, 1751 Hauptmann einer Kompanie unter Generalmajor Quadt in Hamm, 1758 königlich-preußischer Major, verwundet bei Prag, 1761 im Regiment Schenckendorf[10]
              • Franz Friedrich von Isselstein; ⚭ 1793 (Hamm) Anna Louisa Jacobi
                • Louise Julie Friedericke von Isselstein (* 1795); ⚭ 1820 Friedrich Ludewig von Wüstenhoff (* 1794)
                • Karl von Isselstein, Oberlandesgerichtsrat in Breslau; Nachkommen von Ysselstein
              • (?) Franz Wilhelm von Iselstein († 1777), preußischer Oberstleutnant und Chef des Königsberger Landregiments
          • Ida Elisabeth von Isselstein zu Linnep; ⚭ Johan Henrich von Gürtzgen zu Luchtmar († vor 1712)
          • Magdalena Walburga von Isselstein zu Linnep; ⚭ 18. Januar 1690 Theodorus Christianus Schaef
          • Justina (Josina) Maria Freyin von Isselstein zu Etgendorf (lebt 1705)[11]
          • Ida Catherina von Isselstein
      • Jan (Hans) van IJsselstein († 1579); ⚭ Agnes van Galen
        • Christoffel II van Ysselsteyn
        • Hendrick van Ysselsteyn
      • Elisabeth van IJsselstein; ⚭ Wilhelm von Brempt zu Blasbach
      • Maarten van IJsselstein (* um 1548; † 1572 in Frankreich)
      • Frederik van IJsselstein (* um 1550); ⚭ 1585 Johanna van Bemmel
      • aus II (Sohn der Elisabeth Becker): Floris († um 1602); ⚭ Angela Dachverlies, Tochter des Joris Dachverlies und der Ida van Berckel
        • Willem V van IJsselstein, am 10. Januar 1603 belehnt mit Gütern zu Lienden
        • Christoffel II Floris van IJsselstein, 1617 minderjährig nach Preußen, 1635 Obristwachtmeister in Solingen; ⚭ Cunigunde von Holtzem zu Vochem. Nachkommen in Deutschland
          • Johanna Elisabeth von Isselstein[12]; ⚭ 1654 Johann Bernhard Freiherr von dem Bongart zu Paffendorf
            • Catharina Elisabeth von Bongart, Dezember 1675 Eintritt in das adlige Kloster zu den Weißen Frauen in Aachen
            • Anna Clara von Bongardt; ⚭ 1686 Constantin von Ritz zu Etgendorf
            • um 1678: Erich Adolf Vinzenz, Johann Konrad und Maria Ida von dem Bongart
      • Willem van IJsselstein
      • Gerhard van IJsselstein
      • Maximiliaan van IJsselstein; ⚭ 1603 Jaqueline van Hertevelt

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammwappen bei Siebmacher

Die Familie Egmond verwendet ihr Wappen, das sechs rote Sparren auf Gold zeigt,[13] bereits seit dem Jahr 1200.[14]

Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel des Hauses Egmond (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pieter Lodewijk Muller: Egmond. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 683 f.
  • Ralf G. Jahn: Die Grafen von Geldern-Egmond(t). In: Ralf G. Jahn, Karl-Heinz Tekath, Bernhard Keuck (Hg.): Ein guter Nachbar ist ein edel Kleinod. Das Herzogtum Geldern im Spannungsfeld von Bündnis und Konkurrenz an Maas, Rhein und Ijssel. Geldern 2005. ISBN 3-921760-33-X. S. 153–161.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Haus Egmond – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite Familienverband Ijsselstein (2018). Abgerufen am 22. Dezember 2020
  2. nach Otto Titan von Hefner: J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch. Bd. III, 2: Der blühende Adel des Königsreichs Preußen (Edelleute A-L); Nürnberg 1878. Tafel 236 (online)
  3. Schuldverschreibung Digitalisat
  4. Private Webseite www.30jaehrigerkrieg.de. Abgerufen am 22. Dezember 2020
  5. Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland AA 0027 / Berg, Lehen, Spezialia AA 0027, Nr. 62 Urk. 1.
  6. Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 101/Aufschwörungstafeln, Nr. 747,0 Online
  7. Anton Fahne von Roland: Geschichte der Kölnischen, Julischen und Bergischen Geschlechter Band 2, Seite 71 (online)
  8. Julius Mebes: Beiträge zur Geschichte des brandenburgisch-preußischen Staates. Band 1, S. 656. (online)
  9. Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Erschließungsprojekt „Friedrich Wilhelm digital“. Abgerufen am 29. Dezember 2020
  10. J. F. Seyfart: Geschichte des im 1756- und 1757sten Jahre in Deutschland und dessen angränzenden Ländern geführten Krieges. Dritter Theil, Zweite Abtheilung (Frankfurt und Leipzig, 1761) Seite 484 (online als PDF)
  11. Als Letztlebende ihres Namens behauptete sie, dass das Geschlecht von Isselstein mit dem Tod Ihres Bruders „Vincenz Scott Frh. von Isselstein, Herrn zu Linnep und Wülfrath, Königl. Preuss. Brigadier und Obristen zu Ross“ am 30. Mai 1705 im Mannstamm erloschen wäre
  12. Als ihr Vater wird Christoffel II Floris van IJsselstein genannt (vgl. Deutschordensarchiv online), jedoch war Vincenz Schott von Isselstein 1678 der Testamentsexekutor des Johann Bernhard von Bongardt zu Paffendorf (vgl. Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland AA 0608 / Paffendorf, Urkunden AA 0608, Nr. 1292)
  13. Allgemeine encyclopädie der wissenschaften und künste in alphabetischer folge von genannten schrifts bearbeitet und herausgegeben von J. S. Ersch und J. G. Gruber ... J. f. Gleditsch, 1838, S. 275 f. (google.de [abgerufen am 17. Februar 2021]).
  14. Het wapen en de vlag van Egmond. Abgerufen am 17. Februar 2021 (niederländisch).