Elena Ferrante

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Elena Ferrante ist das Pseudonym einer italienischen Schriftstellerin. Sie wird als wichtigster Romancier ihrer Generation gehandelt. Ihr wirklicher Name ist unbekannt,[1] da sie seit Erscheinen ihres Debütromans 1992 [2] ihre Identität nicht preisgibt, [3] da sie die Ansicht äußerte, dass einmal vollendete Romane keine Autorenschaft mehr benötigen.[4] Einige Vermutungen[5] deuten auf den Schriftsteller Domenico Starnone oder seine Frau hin;[6] Starnone weist diese Spekulationen jedoch von sich.[7]

Werk[Bearbeiten]

Ihr Romandebüt gab Elena Ferrante mit L’amore molesto (1992), der 1994 in deutschsprachiger Übersetzung erschien und 1995 von Mario Martone verfilmt wurde. Das Buch handelt von der jungen Delia, die sich mit dem Tod ihrer Mutter Amalia beschäftigt, die entweder ertrunken ist oder ermordet worden sein soll. Zugleich wird diese Beschäftigung mit ihrer Mutter zu einer Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Vergangenheit und ihrer Herkunft aus einer aus Neapel stammenden Großfamilie.

In dem Roman I giorni dell’ abbandono (2002) schilderte sie ein in Turin lebendes Ehepaar, das sich voneinander trennt, und wie insbesondere die Ehefrau diese Trennung bewältigt und ihre eigene Identität findet. Der Roman wurde 2005 von Roberto Faenza verfilmt.

In dem Roman La figlia oscura (2006) steht eine erfolgreiche Frau in mittleren Jahren im Vordergrund, die ihren Urlaub an einem Strand in Süditalien verbringt. Dabei begegnet sie einer Großfamilie aus Neapel, wobei diese Begegnung ihr deutlich macht, welchen Preis sie für ihr eigenes Leben zahlen musste. Dieses vergangene Versagen führt bei ihr zu einer psychischen Krise.

Zuletzt erschien 2011 der Roman L’amica geniale. 2015 wurde dieser Roman von der BBC-Auswahl der besten 20 Romane von 2000 bis 2014 zu einem der bislang bedeutendsten Werke dieses Jahrhunderts gewählt. Roberto Saviano schlug ihn 2015 für den Literaturpreis Premio Strega vor, was der Autor akzeptierte.[8]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • L’amore molesto, 1992
    • Lästige Liebe, dt. von Stefan Wendt; Fischer, Frankfurt am Main 1994. ISBN 3-596-11832-8
  • I giorni dell’abbandono, 2002
    • Tage des Verlassenwerdens, dt. von Anja Nattefort; List, München 2003. ISBN 3-548-68055-0
  • La frantumaglia, 2003
  • La figlia oscura, 2006
    • Die Frau im Dunkeln, dt. von Anja Nattefort; Deutsche Verlags-Anstalt, München 2007. ISBN 978-3-421-04323-8
  • La spiaggia di notte, 2007
  • L’amica geniale, 2011

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Philippe Ridet: Elena Ferrante, l’écrivain(e) masqué(e), Le Monde, 19. März 2015, abgerufen am 20. Juni 2015 (französisch)
  2. Elena Ferrante: Interviews, The Paris Review, abgerufen am 20. Juni 2015, (englisch)
  3. Meghan O'Rourke: Elena Ferrante: the global literary sensation nobody knows, The Guardian, 31. Oktober 2014, abgerufen am 20. Juni 2015 (englisch)
  4. James Wood: Women on the Verge, The New Yorker, 21. Januar 2013, abgerufen am 20. Juni 2015 (englisch)
  5. Isabel Lucas: Elena Ferrante: este nome é um mistério, O Público, 30. Januar 2015, abgerufen am 20. Juni 2015 (portugiesisch)
  6. Lizzy Davies: Who is the real Italian novelist writing as Elena Ferrante?, The Guardian, 15. Oktober 2014, abgerufen am 20. Juni 2015 (englisch)
  7. Maurício Meireles: Elena Ferrante, que esconde sua identidade há mais de 20 anos, tem livro lançado no Brasil, O Globo, 28. Mai 2015, abgerufen am 20. Juni 2015 (portugiesisch)
  8. Elena Ferrante: “Accetto la candidatura allo Strega”, Repubblica, 24. Februar 2015, abgerufen am 20. Juni 2015 (italienisch)