Elmar Wigand

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Elmar Wigand (* 1968 in Köln) ist ein deutscher Autor, Publizist und Online-Medien-Konzeptioner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elmar Wigand studierte an der Internationalen Filmschule Köln Film mit Schwerpunkt Drehbuch.

1992 gehörte er zu den Mitbegründern der Kölner Stadtteilinitiative Antifaschistische Südstadt, die sich auf lokaler Ebene gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus engagierte. Er war 1993 maßgeblich an der politischen Durchsetzung eines antifaschistischen Wandgemäldes des Aachener Wandmalers an einer Bunkerwand in der Kölner Elsaßstraße beteiligt. Das Bild beschäftigt sich mit einer Widerstandsaktion der Bevölkerung gegen einen Aufmarsch der Sturmabteilung durch ihr Viertel am 3. März 1933. Es war von der Stadtverwaltung zweimal übermalt und von der Antifaschistischen Südstadt jeweils erneuert worden, bis es durch öffentlichen Druck Bestandsschutz erhielt.[1]

Wigand war 1999 Mitbegründer der Neuen Rheinischen Zeitung, die zunächst als Kölner Teil der Jungen Welt als Printausgabe erschien; dort war er als Redakteur für die Ressorts Sport und Multikulturelles zuständig. In der Sendereihe Zeitzeichen produzierte Wigand zusammen mit dem Journalisten Jannis Skouras ein Radio-Feature zum 10. Jahrestag der Hillsborough-Katastrophe, das am 15. April 1999 ausgestrahlt wurde.[2]

Gemeinsam mit Werner Rügemer organisierte Wigand in Zusammenarbeit mit Business Crime Control die Konferenz „ArbeitsUnrecht“, die am 14. März 2009 in Köln stattfand.[3]

Für den Kölner Verein Lobbycontrol baute er die konzernkritische Online-Enzyklopädie Lobbypedia auf, die am 28. Oktober 2010 online ging.[4][5]

Aktivitäten zum Thema „Union Busting“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit dem Publizisten Werner Rügemer erforschte Wigand in einem Projekt, das von der Otto-Brenner-Stiftung gefördert wurde, seit 2012 „die systematische Bekämpfung von Gewerkschaften, Betriebsräten und Beschäftigten als professionelle Dienstleistung“.[6]

Seit 2012 ist Wigand verantwortlicher Redakteur des Blogs arbeitsunrecht.de[7] zur Dokumentation und Kritik der systematischen Bekämpfung von Gewerkschaften („Union Busting“) in Deutschland, den er zusammen mit Werner Rügemer und Jessica Reisner betreibt.[8]

Er gehörte im Januar 2014 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins aktion ./. arbeitsunrecht - Initiative für Demokratie in Wirtschaft & Betrieb, der Solidarität mit Betriebsräten und Gewerkschaftern organisiert, die in Folge von innerbetrieblichen Konflikten zu Opfern von Mobbing oder Bossing geworden sind.[9][10]

Seit Juli 2015 erforscht er die Bekämpfung von Betriebsräten in Deutschland als Fellow für Datenjournalismus der Rudolf Augstein Stiftung[11] beim Recherchebüro Correctiv.[12]

Wigand arbeitete als Sprecher der aktion./.arbeitunrecht maßgeblich daran, den Stichtag Freitag, der 13. als Aktionstag gegen schikanöse Arbeitgeber, Horror-Jobs und Anwälte des Schreckens zu etablieren.[13][14] Das Format startete am 13. März 2015 mit Protesten gegen die Firma Neupack und ihre Großkunden Milram und Lidl.[15]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Verein Aktion gegen Arbeitsunrecht und dessen Kampagne PutzfrauenPower gewann Elmar Wigand den taz-Panter-Preis der Jury 2017.[16][17]

Die von Elmar Wigand aufgebaute und konzipierte Lobbypedia gewann den Grimme Online Award 2012.[18]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sweat and Detergent not Bread and Roses. Behind the Shiny Surface of London’s Financial Industry, Latin Cleaners Struggle for Dignity.[2] In: Dario Azzellini/Michael G. Kraft (Hrsg.): The Class Strikes Back. Self-Organised Workers’ Struggles in the Twenty-First Century, Boston 2017, ISSN 1570-1522.

Zeitschriftenbeiträge (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Online-Medien (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TV-Feature: Keine Nazis in der Kölner Elsaßstrasse! - Auf der Bunkerwand wird ein Wandbild erneuert, 10 min., Rep., KAOS, 1993 (X), kaos-archiv.de, abgerufen 26. Aug. 2014.
  2. Jannis Skouras, Elmar Wigand: Zeitzeichen- Massenpanik im Fußballstadion Sheffield. Radio-Feature, 15 Minuten, WDR radio5, Erstausstrahlung: 15. April 1999.
  3. Hans-Detlev v. Kirchbach: Wider die Atomisierung des Menschen. auf: nrhz.de, 18. März 2009, abgerufen am 3. Januar 2013.
  4. Lorenz Matzat: Lobbypedia: Lobbyismus transparent machen. auf: blog.zeit.de, abgerufen am 26. Aug. 2014.
  5. Christian Teevs:Online-Pranger: Lobbywächter kämpfen gegen mächtige Strippenzieher. auf: spiegel.de, 28. Oktober 2010, abgerufen am 26. August 2014.
  6. Union Busting in Deutschland. auf: otto-brenner-shop.de, abgerufen am 26. Aug. 2014.
  7. Über uns. auf: arbeitsunrecht.de, abgerufen am 3. Januar 2013.
  8. Vorsicht Union Busting! auf: arbeitsunrecht.de, abgerufen am 3. Jan. 2013.
  9. [1], aktion ./. arbeitsunrecht, abgerufen am 26. Aug. 2014.
  10. Uwe Ritzer: Fertiggemacht vom eigenen Chef, Süddeutsche Zeitung, 5. Juli 2017, abgerufen am 12. September 2017.
  11. Glückwunsch: Unsere ersten fünf Rudolf-Augstein-Daten-Fellows , correctiv.de, 22. Dezember 2014.
  12. David Schraven: Der Kampf um Betriebsräte, correctiv.de, 13. Juli 2015.
  13. aktion./.arbeitsunrecht: Jetzt schlägt’s 13! Was bisher geschah, arbeitsunrecht.de, abgerufen am 12. Sept. 2017.
  14. Elmar Wigand: Wir wollen eine Bürgerrechtsbewegung erzeugen, Interview mit Radio Dreyeckland, 13. Jan. 2017, abgerufen am 12. September 2017.
  15. Peter Nowak: Schwarzer Freitag, Jungle World, 19.3.2015, abgerufen am 12. Sept. 2017.
  16. aktion./.arbeitsunrecht gewinnt taz.Panter Preis 2017! auf: arbeitsunrecht.de, 18. September 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  17. Annika Maretzki / Antonia Gross: Gemeinsam viel erreicht! die tageszeitung, 18.9.2017.
  18. Ulrich Müller: Lobbypedia gewinnt Grimme Online Award. auf: lobbycontrol.de, 12. Juni 2012, abgerufen am 26. August 2014.