Emil von Hessen-Darmstadt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Prinz Emil von Hessen und bei Rhein in Generalsuniform
Prinz Emil von Hessen und bei Rhein

Emil (eigentlich Aemilianus) Maximilian Leopold von Hessen und bei Rhein (* 3. September 1790 in Darmstadt; † 30. April 1856 in Baden-Baden) war Prinz von Hessen-Darmstadt.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil von Hessen-Darmstadt war der vierte Sohn des Großherzogs Ludwig I. von Hessen-Darmstadt und dessen Gemahlin Luise Henriette Karoline von Hessen-Darmstadt. Sein Bruder Ludwig II. war Großherzog zu Darmstadt.

Seine Tochter Helene Luise (1817–1853) war über ihre Tochter Bertha (1850–1928) die Großmutter des Dichters Walter von Molo[1].

Militärische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als seine Brüder suchte Emil kein ausländisches Kommando, sondern machte innerhalb der kleinen hessischen Armee Karriere. Im Verlauf der napoleonischen Kriege und der Befreiungskriege nahm er ab 1809 verschiedene Positionen ein, wobei er die Achtung Napoleons gewonnen haben soll. Er brachte es bis zum Kommandanten der hessischen Truppen. In der Völkerschlacht bei Leipzig kommandierte er die 3. (Hessische) Brigade im Corps von Maréchal MacDonald. Die hessischen Veteranen der Revolutionskriege und der nachfolgenden Auseinandersetzungen unterstellten ihren Verein deshalb seinem Protektorat. Sichtbares Zeugnis der Tätigkeit des „Prinz-Emil-Veteranen-Vereins“ ist das heute im Herrngarten stehende Kriegerdenkmal von 1852, das umgangssprachlich „Riwwelmatthes“ genannt wird.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Verfassung des Großherzogtums Hessen war Prinz Emil von 1820 bis 1849 Mitglied der ersten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen und dort von 1832 bis 1849 Präsident. Er vertrat zunächst eine an Österreich orientierte Politik und lehnte die Zollunion mit Preußen ab. Er galt als einer der bedeutendsten Vertreter der Hochkonservativen in Süddeutschland. Im Großherzogtum Hessen war dies die Zeit, die heute mit Georg Büchner und dem Hessischen Landboten verbunden ist. In der Märzrevolution lehnte er liberale Reformen ab.

Nachleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil erbte 1830 das Palais und den Moserschen Garten, benannt nach einem früheren Bewohner, Minister Friedrich Karl von Moser. Die Darmstädter benennen die im Stadtteil Bessungen gelegenen Anlagen bis heute nach dem einst populären Militär „Prinz-Emil-Schlösschen“ und „Prinz-Emil-Garten“.

Emil von Hessen-Darmstadt ist im Alten Mausoleum im Park Rosenhöhe bestattet.

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig VIII. Landgraf von Hessen-Darmstadt (1691–1768)
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig IX. Landgraf von Hessen-Darmstadt (1719–1790)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Charlotte von Hanau-Lichtenberg (1700–1726)
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig I. Großherzog von Hessen und bei Rhein (1753–1830)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian III. von Pfalz-Zweibrücken (1674–1735)
 
 
 
 
 
 
 
Karoline von Pfalz-Zweibrücken (1721–1774)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karoline von Nassau-Saarbrücken (1704–1774)
 
 
 
 
 
 
 
Emil von Hessen-Darmstadt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig VIII. Landgraf von Hessen-Darmstadt (1691–1768)
 
 
 
 
 
 
 
Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt (1722–1782)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Charlotte von Hanau-Lichtenberg (1700–1726)
 
 
 
 
 
 
 
Luise Henriette Karoline von Hessen-Darmstadt (1761–1829)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian Karl Reinhard von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg (1695–1766)
 
 
 
 
 
 
 
Maria Luise Albertine zu Leiningen-Dagsburg-Falkenburg (1729–1818)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Katharina Polyxena von Solms-Rödelheim (1702–1765)
 
 
 
 
 
 

Anmerkung: Aufgrund von interfamiliären Heiraten sind Landgraf Ludwig VIII. und seine Frau Charlotte gleich zweifache Ur-Großeltern von Emil.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gustav Christian Rassy (* 1896): Walter von Molo. Ein Dichter des deutschen Menschen. Bohn, Leipzig 1936. S. 20 und Ahnentafel im Anhang.