Eurasische Wirtschaftsunion

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Eurasische Wirtschaftsunion
EAWU

Emblem

Flagge

Aktuelle Mitglieder
Organisationsart Wirtschaftsunion
Sitz der Organe

Almaty (Entwicklungsbank)
Minsk (Gerichtshof)
Moskau (Kommission)

Vorsitz Weißrussland seit 1. Januar 2015
Mitgliedstaaten 5:

ArmenienArmenien Armenien
KasachstanKasachstan Kasachstan
KirgisistanKirgisistan Kirgisistan
RusslandRussland Russland
WeissrusslandWeißrussland Weißrussland

Amts- und Arbeitssprachen

Armenisch
Kasachisch
Kirgisisch
Russisch
Weißrussisch

Fläche 20.229.248[1] km²
Einwohnerzahl 183.100.495[1]
Bevölkerungsdichte 8,65 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt

3.915,7 Milliarden USD[2]

Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner

12.031 USD

Gründung
Währungen

Armenischer Dram
Kasachischer Tenge
Kirgisischer Som
Russischer Rubel
Weißrussischer Rubel

Zeitzone UTC +3 bis UTC +12
www.eaunion.org

Die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU) ist der Zusammenschluss einiger Staaten im Nordosten Eurasiens zu einem Binnenmarkt mit Zollunion. Die Wirtschaftsunion ging mit Wirkung zum 1. Januar 2015 aus der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft hervor.

Das Gründungsabkommen wurde am 29. Mai 2014 von Kasachstan, Russland und Weißrussland unterzeichnet. Mit Armenien wurde am 10. Oktober 2014 ein Beitrittsabkommen unterzeichnet.[3][4][5] Auch Kirgisistan trat der Union bei. Ziel der EAWU ist es, den Austausch von Waren, Kapital, Dienstleistungen und Arbeit zu erleichtern. Außerdem wollen die fünf Länder nach dem Vorbild der Europäischen Union Teile ihrer Wirtschaftspolitik koordinieren.[6]

Name[Bearbeiten]

Die Namen Eurasische Wirtschaftsunion und Eurasische Union (EaU) wurden im Laufe der Jahre verschiedentlich verwendet. In seiner Gründungsansprache vor dem Supreme Eurasian Economic Council nutzte Wladimir Putin beide Begriffe.[7]

Mitglieder[Bearbeiten]

Land Beitrittsdatum Unterzeichnungsdatum
ArmenienArmenien Armenien 2. Januar 2015 10. Oktober 2014
KasachstanKasachstan Kasachstan 1. Januar 2015 29. Mai 2014
KirgisistanKirgisistan Kirgisistan 1. Mai 2015 23. Dezember 2014
RusslandRussland Russland 1. Januar 2015 29. Mai 2014
WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 1. Januar 2015 29. Mai 2014

Mögliche Erweiterungskandidaten[Bearbeiten]

Auf der Basis von unterschiedlichen Partnerschaften der GUS-Staaten und politischer Äußerungen werden eine Reihe von Staaten als mögliche Beitrittskandidaten gehandelt. Hierzu gehören unter anderem Tadschikistan, die Mongolei und Usbekistan.[8] Teilweise sind dies politische Prozesse, zu denen noch keine endgültige Position gefunden oder kommuniziert wurde.

Tadschikistan[Bearbeiten]

Die Regierung Tadschikistans hat ihr Interesse erklärt, der Organisation beizutreten.[9] Studien sollen vorab mögliche wirtschaftliche Folgen für das Land klären. Tadschikistan war bereits Mitglied der verschiedenen Vorgängerorganisationen.

Usbekistan[Bearbeiten]

Am 12. November 2013 sagte der usbekische Senatsvorsitzende Ilgisar Sobirow, dass Usbekistan den Beitritt zur Zollunion Russlands, Weißrusslands und Kasachstans erwäge.[10] Der usbekische Präsident Islam Karimow wies das jedoch zurück.[11] Laut repräsentativen Umfragen sprachen sich in den Jahren 2012, 2013 und 2014 zwei Drittel der usbekischen Bevölkerung für einen Beitritt zur EaU aus.[12] Präsident Karimow hingegen sprach sich zu mehreren Gelegenheiten gegen die Eurasische Union aus.[13][14]

Ukraine[Bearbeiten]

Lange Zeit hatte Wladimir Putin erfolglos versucht, die Ukraine in die Planungen zur Eurasischen Wirtschaftsunion einzubeziehen. Im August 2013 beantragte die Ukraine einen Beobachterstatus in der Eurasischen Union.[15] Unter Wiktor Janukowytsch hatte sich die ukrainische Regierung jedoch auch zum Ziel gesetzt, im November 2013 ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union zu unterzeichnen.[16]

Das geplante Assoziierungsabkommen wurde jedoch aufgrund politischer Differenzen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union und des Einflusses Russlands[17] im November 2013 ausgesetzt. Ebenso hatte die damalige Regierung angekündigt, die wirtschaftliche Kooperation mit der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten zu intensivieren. Diese Ankündigung führte in Kiew zu Unruhen (siehe Euromaidan) und schließlich zum Sturz des Präsidenten Janukowytsch und seiner Regierung. Die neue Regierung ratifizierte das Abkommen mit der EU. Darüber hinaus macht die Donbass-Krise einen etwaigen Beitritt der Ukraine zur Eurasischen Wirtschaftsunion unwahrscheinlich.

International nicht allgemein anerkannte Nachfolgestaaten der Sowjetunion[Bearbeiten]

Donezker Volksrepublik (Ukraine/Neurussland)[Bearbeiten]

Bereits kurz nach Gründung der Volksrepublik Donezk erklärten Vertreter der international nicht anerkannten Republik, dass die Donezker Volksrepublik Mitglied der Eurasischen Union werden will.[18]

Gemeinschaft nicht-anerkannter Staaten[Bearbeiten]

Die Gemeinschaft nicht-anerkannter Staaten (offiziell: Gemeinschaft für Demokratie und die Rechte der Völker) ist ein informeller Zusammenschluss der nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion entstandenen, aber international überwiegend nicht anerkannten De-facto-Regime in Abchasien, Bergkarabach, Südossetien und Transnistrien.

Abchasien und Südossetien (Georgien)[Bearbeiten]

Im Sommer 2013 berichteten georgische Fernsehsender, dass die international nicht anerkannten Republiken Abchasien und Südossetien in die Eurasische Union integriert werden könnten.[19] Dazu wäre es nötig, dass Weißrussland, Kasachstan und Armenien die Unabhängigkeit dieser Gebiete ebenfalls anerkennen, was sie in eine offene Konfrontation mit Georgien brächte. "Deshalb hat Moskau nun den Plan ausgeheckt, die beiden Gebiete stärker zu «integrieren»", sagte im Oktober 2014 der georgische Parlamentspräsident Dawit Usupaschwili, für Georgien "ein weiterer Schritt hin zur definitiven Annexion".[20] Ein abchasisch-russisches Assoziierungsabkommen vom November 2014 legt fest, dass Abchasien seine Handelsgesetze an die der Eurasischen Union anpassen muss.[21]

Transnistrien (Moldau)[Bearbeiten]

Der Präsident der international nicht de jure anerkannten De-facto-Republik Transnistrien (Eigenbezeichnung: Pridnestrowien) verabschiedete am 20. November 2012 ein außenpolitisches Konzept für den Beitritt seines Landes. In diesem wird die Integration Transnistriens in die Zollunion/Eurasische Union als eine Priorität der transnistrischen Außenpolitik definiert.[22] Am 18. März 2014 wurde, unter Eindruck der Krim-Krise, ein Beitrittsantrag zur Russischen Föderation gestellt.[23][24]

Bergkarabach (Aserbaidschan)[Bearbeiten]

Im September 2013 kündigte Armenien an, der Zollunion von Weißrussland, Kasachstan und Russland beitreten zu wollen. Experten schätzten damals, dass mit einem Beitritt Armeniens de facto auch die international nicht anerkannte Republik Bergkarabach in die Eurasische Union integriert würde.[25] Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew äußerte im Dezember 2013 Bedenken, dass keine zuverlässige Zollgrenze zwischen Armenien und Bergkarabach gezogen werden könne. Der armenische Präsident Sersch Sargsjan blieb daraufhin dem Zollunionstreffen im April 2014 in Minsk fern.[26] Nasarbajew bekundete jedoch, dass er alle vorhandenen Uneinigkeiten auf dem Weg zur Eurasischen Union für überwindbar hält.[27] Der Vorsitzende des Außenpolitikausschusses im armenischen Parlament, Artak Zakarian, kündigte am 14. Mai 2014 an, dass Armenien keine Zollgrenze zu Bergkarabach errichten werde.[28] Der russische Außenminister Sergej Lawrow versicherte jedoch seinem aserbaidschanischen Pendant, dass Berg-Karabach nicht in die Zollunion/EaU integriert werden würde.[29]

Beobachter[Bearbeiten]

Peru[Bearbeiten]

Bei seiner Russland-Reise im November 2014 erklärte der peruanische Präsident Ollanta Humala, dass Peru einen Beobachterstatus in der Eurasischen Union anstrebe.[30][31]

Handelsabkommen[Bearbeiten]

Ägypten[Bearbeiten]

Laut mehreren Presseberichten erklärten der russische Präsident Wladimir Putin und der ägyptische Präsident Abd al-Fattah as-Sisi, dass von nun an eine Freihandelszone zwischen der Eurasischen Wirtschaftsunion und Ägypten bestehe.[32][33]

Europäische Union[Bearbeiten]

In der ersten Januarwoche 2015 schlug der russische Botschafter Vladimir Chizhov der EU vor, keine gemeinsame Freihandelszone mit Nordamerika (TTIP) zu bilden, sondern eine mit der Eurasischen Union.[34]

Geschichte[Bearbeiten]

Vorläufer[Bearbeiten]

Die Bestrebungen zur Gründung einer Eurasischen Union gehen auf den kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew zurück, der diese bereits 1994 ins Gespräch brachte.[35][36] Zwei Jahre später, am 29. März 1996, wurde die Gemeinschaft Integrierter Staaten gegründet. Ihre Arbeit nahm sie faktisch nie auf, jedoch gründeten die fünf Mitglieder 2000 die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft.[37] Ziel beider Bündnisse war der Abbau von Handelshemmnissen.

Zollunion[Bearbeiten]

Am 6. Juli 2010 wurde innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft eine Zollunion gegründet, die Russland, Weißrussland und Kasachstan umfasste. Ursprünglich für 1. Januar geplant, musste das Inkrafttreten aufgrund der ausstehenden Ratifikation des Zollkodexes durch Weißrussland verschoben werden. Alle Zollgrenzen zwischen den drei Staaten wurden bis Juli 2011 abgebaut. Die Ukraine genießt durch verschiedene Freihandelsabkommen bei vielen Gütern zollfreien Zugang zum gemeinsamen Markt der Zollunion.[38][39] Am 19. Oktober 2011 gab die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft bekannt, dass Kirgisistan in naher Zukunft der Zollunion beitreten würde.[40]

Bereits im Oktober 2011 unterzeichneten Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Moldawien, Russland, Tadschikistan, die Ukraine und Weißrussland ein weiteres Abkommen zur Bildung einer Freihandelszone.[41]

Am 18. November 2011 unterzeichneten die Präsidenten von Russland, Weißrussland und Kasachstan ein Grundsatzabkommen, in dem die Schaffung der Eurasischen Wirtschaftsunion mit Januar 2015 festgesetzt wurde. Bereits ab 2012 sollte dabei ein Übergang in die nächste Phase der Integration stattfinden, in diesem Jahr würde die Eurasische Wirtschaftskommission ihre Arbeit aufnehmen.[42]

Gemeinsamer Wirtschaftsraum und Streit um supranationales Parlament[Bearbeiten]

Am 1. Januar 2012 wurde als nächster Schritt der gemeinsame Wirtschaftsraum (CES) in Russland, Kasachstan und Weißrussland verwirklicht. Damit gibt es einen gemeinsamen Wirtschaftsraum für Waren, Kapital, Dienstleistungen und Arbeit.[43] Dies stellt die Voraussetzung für eine stabile und effiziente Entwicklung der Volkswirtschaften der Teilnehmer und der Erhöhung des Lebensstandards dar. Der Gemeinsamen Wirtschaftsraum basiert auf der Grundlage der Normen und Grundsätze der Welthandelsorganisation und ist in jeder Phase seiner Entstehung offen gegenüber dem Beitritt anderer Staaten. Der Politologe Fjodor Lukjanow meinte hierzu, dass Russland vor allem die Ukraine umwerbe: "Stimmt Kiew dem Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion zu, würde sie sofort zu einer mächtigen regionalen Struktur."[44] Ebenfalls zum 1. Januar 2012 erfolgte die Einrichtung der Eurasischen Wirtschaftskommission, die sowohl die Zollunion als auch den gemeinsamen Wirtschaftsraum reguliert.

Im Februar 2012 sagte der Vorsitzende der russischen Staatsduma Sergei Naryschkin, dass nach der Gründung der Zollunion und des gemeinsamen Wirtschaftsraums die Staaten beabsichtigen, mit der Schaffung der supranationalen Behörden zu beginnen. Da die eurasische Kommission keine gesetzgebende Funktion erhalten soll, könne man in naher Zukunft über die Errichtung eines eurasischen Parlaments sprechen.[45] Dieses soll die Interparlamentarische Versammlung der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft ablösen und Rechtsvorschriften in den grundlegenden Bereichen des Rechts entwickeln. Schlussendlich solle es ein vollwertiges, demokratisch gewähltes Parlament werden. Die drei Länder der Zollunion haben laut Naryschkin eine Arbeitsgruppe für die Bildung eines solchen neuen Parlaments organisiert. Dieser russische Vorstoß wurde vonseiten Kasachstans jedoch mit Skepsis aufgenommen, so meinte der Sekretär der kasachischen Einheitspartei, Yerlan Karin: "Man sollte nicht in die politische Kompenente hineinhetzen, sondern sich auf die wirtschaftliche Integrierung fokussieren."[46] Nachdem im September 2013 erneut von russischer Seite bekräftigt wurde, dass man ein eurasisches Parlament plane, stellte der Vorsitzende des kasachischen Außenkomittees Maulen Ashimbayev klar, dass Kasachstan diese Initiative nicht unterstütze: "Das Maximum, über das wir in diesem Vertrag sprechen, ist die Vereinbarung über die interparlamentarischen Zusammenarbeit – und die gibt es bereits."[47]

Am 19. Dezember 2012 erklärte der wirtschaftliche Berater Vladimir Putins, Sergej Glasjew, dass über die Einführung einer einheitlichen Währung in der Eurasischen Wirtschaftsunion mehrfach diskutiert, aber bislang nicht entschieden wurde. Er meinte zudem, dass im Rahmen der Zollunion der Rubel natürlich vorherrsche: "Das Gewicht des Rubels im gegenseitigen Handels der drei Länder ist etwa 90%."[48]

Im September 2013 kündigten die Präsidenten Armeniens und Russlands an, dass der Kaukasusstaat der Zollunion und in Folge auch der Eurasischen Union beitreten werde.[49] Auch Syrien erklärte die Absicht, der Zollunion beitreten zu wollen.[50]

Im Oktober 2013 äußerte sich der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko zu der Frage, wie tief die Integrierung der Wirtschaftsunion gehen sollte. Dabei unterstützte er die kasachische Position und meinte, man müsse das tun, das für die Menschen im Moment wichtig sei. "Wir müssen unabhängige und souveräne Staaten sein", sagte Lukaschenko weiter. Über einen politischen Überbau und eine einheitliche Währung brauche man nicht sprechen, so lange man nicht weit genug dafür gekommen sei.[51]

Auch der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew bekräftigte im Dezember 2013, dass man eine politische Union ausschließe: "Bereiche wie Grenzschutz, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Gesundheit, Bildung (...) und Kultur haben nichts mit ökonomischer Integration zu tun und können deshalb nicht im Rahmen einer Wirtschaftsunion stattfinden. Als unabhängiger Staat kooperieren wir (auch) mit anderen Staaten und Organisationen. Die Union sollte uns dabei nicht behindern."[52] Nasarbajew schlug zudem vor, die Türkei in die Union aufzunehmen, um Befürchtungen entgegenzuwirken, dass man eine "zweite UdSSR plane".[53]

Anfang Mai 2014 verkündete Lukaschenko nach Gesprächen mit der russischen Regierung, dass aus weißrussischer Sicht alle Probleme gelöst seien. Vor allem beim Export von in Weißrussland produzierten Autos nach Russland hätte man sich geeinigt, also würde man den Vertragsabschluss für die Wirtschaftsunion nicht blockieren.[54]

Am 29. Mai 2014 unterzeichneten die Präsidenten Russlands, Kasachstans und Weißrusslands den Gründungsvertrag für die Wirtschaftsunion in Astana. Die nationalen Parlamente segneten den Vertrag im September bzw Oktober desselben Jahres ab.

Am 10. Oktober 2014 wurde ein Beitrittsabkommen mit Armien geschlossen, am 23. Dezember eines mit Kirgisistan. Aufgrund diverser Fristen tritt Kirgisistan der Union erst im Mai 2015 bei, das kirgisische Parlament hat jedoch einige Unionsgesetze verfrüht angenommen, um in diversen Bereich schon von Jahresbeginn an zusammenzuarbeiten.

2015[Bearbeiten]

Die Wirtschaftsunion wurde am 1. Januar 2015 errichtet. Armenien ist de jure erst ab dem 2. Januar Mitglied der Union, und Kirgistan erst ab Mai 2015. Dennoch nehmen sie de facto bereits ab dem Etablierungsdatum teil.[55]

Ratifizierung des Vertrages[Bearbeiten]

Vertrag über die Eurasische Wirtschaftsunion[56][Bearbeiten]

Land Datum der Entscheidung Institution Ja Nein Enthaltungen Abwesenheit Inkrafttreten Quelle
WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 9. Oktober 2014 Belorussisches Repräsentantenhaus nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst 1. Januar 2015 [57][58]
9. Oktober 2014 Belorussischer Rat der Republik 64 0 0 0 [59]
9. Oktober 2014 Präsident unterzeichnet [60]
KasachstanKasachstan Kasachstan 9. September 2014 Mäschilis 101 0 3 4 1. Januar 2015 [61][62]
9. Oktober 2014 Kasachischer Senat nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst [63][64]
14. Oktober 2014 Präsident unterzeichnet [65][66]
RusslandRussland Russland 26. September 2014 Duma 441 0 1 8 1. Januar 2015 [67][68]
1. Oktober 2014 Föderationsrat 140 0 0 30 [69][70]
3. Oktober 2014 Präsident unterzeichnet [71][72]

Vertrag über den Beitritt der Republik Armenien in die Eurasische Wirtschaftsunion am 29. Mai 2014[73][Bearbeiten]

Land Datum der Entscheidung Institution Ja Nein Enthaltungen НГ Inkrafttreten Quelle
ArmenienArmenien Armenien 04.12.2014 Национальное собрание 103 7 1 20 [74][75]
Präsident н/д
WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 19.12.2014 Палата представителей н/д н/д н/д н/д [76][77]
19.12.2014 Совет Республики н/д н/д н/д н/д [78][79]
Präsident н/д
KasachstanKasachstan Kasachstan 18.12.2014 Мажилис н/д н/д н/д н/д [80][81]
19.12.2014 Senat н/д н/д н/д н/д [82][83]
24.12.2014 Präsident unterzeichnet [84]
RusslandRussland Russland 10.12.2014 Государственная дума 441 1 0 8 [85][86]
17.12.2014 Совет Федерации 149 0 0 21 [87][88]
22.12.2014 Präsident unterzeichnet [89]

Ziele[Bearbeiten]

Laut Wladimir Putin soll die Eurasische Wirtschaftsunion zwischen Europa und Asien vermitteln.[90]

Die Eurasische Wirtschaftsunion folgt dem Vorbild der Europäischen Union. Zu ihren Zielen gehören unter anderem:

  • Abschaffung von Zollgebühren und Zollkontrollen (Zollunion)
  • 2007, einheitlicher Wirtschaftsraum[91]
  • Austausch von Waren, Kapital, Dienstleistungen und Arbeitskräften[92]
  • freie Wahl des Ausbildungs- und Arbeitsortes
  • gemeinsame Abstimmung in Bereichen wie Energie, Industrie, Landwirtschaft und Transport


  • 1. Januar 2016: Gemeinsamer Markt für pharmazeutische Mittel und medizinische Geräte[93]
  • 2019: Gemeinsamer Energiemarkt[93]
  • 2025: Gemeinsamer Öl- und Gasmarkt[93]
  • bis 2025: Schaffung der Bedingungen für einheitlichen Finanzmarkt[93]
  • gemeinsame Währung (Währungsunion)

Organisation[Bearbeiten]

BIP (KKP) Vergleich (IWF, 2013, Top 10, ungeordnet)

An der Spitze der Eurasischen Wirtschaftsunion stehen der aus den Staatschefs der Mitgliederstaaten bestehende Höchste Eurasische Wirtschaftsrat sowie der Eurasische Interregierungsrat der Ministerpräsidenten. Entscheidungen treffen diese Gremien ausschließlich im Konsensverfahren.[94] Ein weiteres Gremium ist die Eurasische Wirtschaftskommission (EAWK) mit Sitz in Moskau, die mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt.[95] Außerdem existiert noch das Gericht der EAWU in der belorussischen Hauptstadt Minsk. Arbeitssprache aller Gremien der Eurasischen Wirtschaftsunion ist Russisch.[94]

Bis 2025 sollen die Mitgliedsstaaten ihre Gesetzgebung für den Finanzmarkt harmonisieren, um dann ein supranationales Organ für die Regulierung des Finanzmarktes in der kasachischen Stadt Almaty zu installieren.[96]

Ende Januar 2015 nahm die supranationale Anti-Monopolbehörde der Eurasischen Union ihre Arbeit auf. Antimonopolpolitik sei das erste Handlungsfeld der EAWU, für das ein supranationales Organ gegründet worden sei, sagte Nurlan Aldabergenow, Minister der Eurasischen Wirtschaftskommission für Wettbewerb und Anti-Monopol-Regelung, im Anschluss an die Sitzung der Leiter nationaler Antimonopolbehörden der EaU in Moskau.[93]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Summe Kasachstan, Russland (inklusive Republik Krim), Weißrussland, Armenien und Kirgistan
  2. Summe BIP KKP von Russland, Weißrussland und Kasachstan (2012) World Bank, GDP, PPP (current international $)
  3. http://de.ria.ru/politics/20141010/269762177.html
  4. Friedrich Schmidt: Eurasische Wirtschaftsunion gegründet – Zum Unterschreiben verdammt. In: FAZ. 27. Mai 2014, abgerufen am 29. Mai 2014.
  5. Russland forciert Eurasische Union - "Nesawissimaja Gaseta". RIA Novosti, 20. Dezember 2011, abgerufen am 29. Mai 2014.
  6. Russland, Kasachstan und Weissrussland. Moskau bastelt Gegenentwurf zur EU, NZZ vom 30. Mai 2014.
  7. Press statements following the Supreme Eurasian Economic Council meeting (englisch), Webseite des Präsidenten Russlands, 29. Mai 2014.
  8. Astana gears up for Eurasian Economic Union 23. Mai 2014.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRussia wants to see Tajikistan in Eurasian Economic Union. In: panorama.am. 23. Oktober 2014, abgerufen am 2. Januar 2015 (englisch).
  10. Usbekistan erwägt Beitritt zur Zollunion, RIA Novosti 12. November 2013.
  11. Hubert Thielicke: Eurasische Integration nimmt Gestalt an: Vertrag über die Eurasische Wirtschaftsunion geschlossen, WeltTrends, September/Oktober 2014, S. 11–18, hier S. 14 Fn 6.
  12. Belarus und die Eurasisch Wirtschaftsunion, Belarus-Analysen, Nr. 18, 20. November 2014, S. 14.
  13. Uzbek president slams Russia-led economic union, Daily Times 7. Juni 2014.
  14. Karimov: Uzbekistan Will Never Join Soviet-Style Alliance, Radio Free Europe 13. Januar 2015.
  15. Ukraine seeking observer status in Eurasian Economic Union – Yanukovych, Interfax-Ukraine 19. Dezember 2013.
  16. Ukraine legt sich auf EU-Assoziierung fest, dw.de 27. September 2013.
  17. Ukraine, under pressure from Russia, puts brakes on E.U. deal. Published: November 21@washingtonpost.com (abgerufen 12. März 2014).
  18. Donetsk People's Republic seeking Customs Union, EurAsEc membership, itar-tass.com 17. Juni 2014.
  19. Ketevan Charkhalashvili: Eurasia for Abkhazia and South Ossetia, georgianews.ge 20. Juni 2013.
  20. «Wendet euch von Russland ab», BAZ, 18. Oktober 2014.
  21. David M. Herszenhorn: Pact Tightens Russian Ties With Abkhazia, nytimes.com 24. November 2014.
  22. Kamil Całus: Transnistria formalises a pro-Russian turn in foreign policy, OSW, 28. November 2012 (Pdf)
  23. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNach Krim-Referendum: Auch Transnistrien will Russland beitreten. RIANOVOSTI, 18. März 2014, abgerufen am 19. März 2014 (deutsch).
  24. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTransnistria wants to merge with Russia. Vestnik Kavkaza, 18. März 2014, abgerufen am 18. März 2014 (englisch).
  25. Giorgi Lomsadze: Will Karabakh “Join” Russia’s Customs Union?, eurasianet.org 10. Dezember 2013.
  26. Did Sarkisian Skip the Customs Union Summit Because of Kazakhstan?, asbarez.com 29. April 2014.
  27. Kasachstan hält Uneinigkeiten auf dem Weg zur EAWU für überwindbar, news.belta.by 29. April 2014.
  28. Armenia Rules Out Tariffs on Karabakh, asbarez.com 14. Mai 2014.
  29. Russia Assures Azerbaijan on Exclusion of Artsakh in Customs Union, asbarez.com 18. Juni 2014.
  30. EEC Board Chairman Viktor Khristenko met President of Peru Ollanta Humala, eurasiancommission.org 7. November 2014.
  31. Peru will Beobachterstatus in EAWU erhalten, belta.by 10. November 2014.
  32. Egypt to join Russia-led Eurasian free trade zone, rt.com, 10. Februar 2015.
  33. Sofian Philip Naceur: Machtpoker am Nil, junge Welt, 13. Februar 2015.
  34. Schachzug gegen die USA: Russland rät EU zum Ausstieg aus dem TTIP. In: Deutschen Wirtschafts Nachrichten. 3. Januar 2015, abgerufen am 10. Januar 2015.
  35. Eurasische Wirtschaftsunion – Als Trio zurück zu alter Stärke? Horst Kläuser, ARD-Hörfunkstudio Moskau, 29 Mai 2014.
  36. Putins Projekt einer Eurasischen Union – Eine EU für den Osten?, tagesschau.de, 10.  April 2014.
  37. Armenien tritt Eurasischer Wirtschaftsunion bei, RIA Nowosti, 10. Oktober 2014, abgerufen am 9. November 2014
  38. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEurasische Wirtschaftsunion fängt mit Zollunion an. In: aktuell.ru. 5. Juli 2010, abgerufen am 4. Januar 2015.
  39. Exporting to Customs Union, 21. Februar 2014 (PDF).
  40. [1]
  41. Christian Wipperfürth: Die Eurasische Union, russland.ru 23. Januar 2012.
  42. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRussland, Weißrussland und Kasachstan gründen Eurasische Wirtschaftsunion. In: euronews.com. 18. November 2011, abgerufen am 2. Januar 2015.
  43. [2]
  44. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatab: Zukunft Eurasische Union. In: derStandard.at. 22. Dezember 2011, abgerufen am 2. Januar 2015.
  45. http://www.rg.ru/2012/02/24/parlament.html
  46. Нарышкин труд. In: http://vlast.kz/. 20. September 2012, abgerufen am 4. Januar 2015 (russisch).
  47. Казахстан против создания Евразийского парламента. In: astanatv.kz. 18. September 2013, abgerufen am 8. Januar 2015 (kasachisch).
  48. Вес российского рубля в ТС составит 90%, - советник президента РФ. Archiviert vom Original am 18. Februar 2013, abgerufen am 15. Januar 2015.
  49. Armenien tritt von Russland dominierter Zollunion bei. In: handelsblatt.com. 3. September 2013, abgerufen am 8. Januar 2015.
  50. Сирия заявила о намерении вступить в Таможенный союз. 21. Oktober 2013, abgerufen am 8. Januar 2015.
  51. Лукашенко не видит необходимости в единой валюте и политической надстройке в ЕЭС. 2. Oktober 2013, abgerufen am 8. Januar 2015 (russisch).
  52. Назарбаев раскритиковал политизацию Евразийского экономического союза. 24. Dezember 2013, abgerufen am 6. Februar 2015 (russisch).
  53. Nasarbajew schlägt Aufnahme der Türkei in die Zollunion vor. In: sputniknews.com. 24. Oktober 2013, abgerufen am 6. Februar 2015.
  54. "Нефть, газ, автомобили". Лукашенко подпишет договор о создании Евразийского союза. 9. März 2014, abgerufen am 6. Februar 2015 (russisch).
  55. Putin said the accession of Kyrgyzstan to the EAEC. Life News, 23. Dezember 2014, abgerufen am 1. Januar 2015 (russisch): „Kyrgyzstan is among the member countries of the Eurasian Economic Union (EAEC). Kyrgyzstan will participate in the governing bodies of the EAEC since the start of the Union – from 1 January 2015.“
  56. Договор о Евразийском экономическом союзе (PDF) 29. Mai 2014. Abgerufen am 10. Dezember 2014.
  57. Парламент Белоруссии ратифицировал договор о Евразийском экономическом союзе
  58. 9 октября 2014 года состоялось очередное заседание пятой сессии Палаты представителей пятого созыва, в ходе которого парламентарии рассмотрели пять вопросов
  59. Члены Совета Республики одобрили проект Закона Республики Беларусь «О ратификации Договора о Евразийском экономическом союзе»
  60. Лукашенко подписал закон о ратификации Договора о Евразийском экономическом союзе
  61. Нижняя палата парламента Казахстана одобрила ратификацию договора о ЕАЭС
  62. МАЖИЛИС ОДОБРИЛ ПРОЕКТ ЗАКОНА О РАТИФИКАЦИИ ДОГОВОРА О ЕВРАЗИЙСКОМ ЭКОНОМИЧЕСКОМ СОЮЗЕ
  63. Парламент Казахстана ратифицировал договор о Евразийском экономическом союзе
  64. Сенаторы ратифицировали Договор о Евразийском Экономическом Союзе
  65. Казахстан ратифицировал договор о Евразийском экономическом союзе
  66. Главой государства подписан Закон Республики Казахстан «О ратификации Договора о Евразийском экономическом союзе»
  67. Госдума ратифицировала договор о Евразийском экономическом союзе
  68. Справка о голосовании по вопросу: О проекте федерального закона № 596865-6 «О ратификации Договора о Евразийском экономическом союзе»
  69. Совет федерации ратифицировал договор о Евразийском экономическом союзе
  70. Информация о результатах рассмотрения вопросов на 359 заседании Совета Федерации 1 октября 2014 года
  71. Путин подписал закон о ратификации договора о создании ЕАЭС
  72. Подписан закон о ратификации Договора о Евразийском экономическом союзе
  73. Договор о присоединении Республики Армения к Договору о Евразийском экономическом союзе от 29 мая 2014 года (PDF) 10. Oktober 2014. Abgerufen am 10. Dezember 2014.
  74. Парламент Армении ратифицировал договор о присоединении страны к ЕАЭС
  75. Парламент завершил работу последних четырёхдневных заседаний осенней сессии
  76. Палата представителей Беларуси ратифицировала договор о присоединении Армении к ЕАЭС
  77. 19 декабря 2014 года состоялось заседание Палаты представителей, на котором были рассмотрены восемь вопросов. Пятая сессия Палаты представителей Национального собрания Республики Беларусь пятого созыва завершила свою работу.
  78. Белорусские сенаторы одобрили ратификацию договора о присоединении Армении к ЕАЭС
  79. Шестая сессия Совета Республики завершила работу
  80. Депутаты Казахстана одобрили ратификацию договора о ЕАЭС
  81. МАЖИЛИС ОДОБРИЛ РАТИФИКАЦИЮ ДОГОВОРА О ПРИСОЕДИНЕНИИ АРМЕНИИ К ЕАЭС
  82. Парламент Казахстана ратифицировал присоединение Армении к ЕАЭС
  83. Сенат ратифицировал Договор о присоединении Армении к Договору о ЕАЭС и принял поправки в законодательство по вопросам кардинального улучшения условий для предпринимательства
  84. Казахстан ратифицировал договор о присоединении Армении к ЕАЭС
  85. Госдума ратифицировала договор о присоединении Армении к ЕАЭС
  86. Справка о голосовании по вопросу: О проекте федерального закона № 666644-6 «О ратификации Договора о присоединении Республики Армения к Договору о Евразийском экономическом союзе от 29 мая 2014 года»
  87. СФ ратифицировал договор о присоединении Армении к ЕАЭС
  88. Информация о результатах рассмотрения вопросов на 364 заседании Совета Федерации 17 декабря 2014 года
  89. Подписан закон о ратификации Договора о присоединении Армении к Договору о Евразийском экономическом союзе
  90. Putins neue Außenpolitik: Russland wendet sich Asien zu – „Kommersant“, RIA Novosti, 25. September 2012.
  91. Putins Eurasische Union plant den Anti-Euro-Rubel, 29. Mai 2014
  92. Zukunft Eurasische Union, derstandard.at 22. Dezember 2011.
  93. a b c d e Erster Vorsitz in der Eurasischen Union geht an Belarus, deu.belta.by, 23. Dezember 2014, abgerufen 29. Dezember 2014.
  94. a b Hubert Thielicke: Eurasische Integration nimmt Gestalt an: Vertrag über die Eurasische Wirtschaftsunion geschlossen, WeltTrends, September/Oktober 2014, S. 11–18, hier S. 13.
  95. Kai Ehlers: Zankapfel Ukraine: Europäische versus Eurasische Union, Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar 2014.
  96. Hubert Thielicke: Eurasische Integration nimmt Gestalt an: Vertrag über die Eurasische Wirtschaftsunion geschlossen, WeltTrends, September/Oktober 2014, S. 11–18, hier S. 12.