Europäische Route der Backsteingotik

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Bauwerksbeschilderung der Europäischen Route der Backsteingotik

Die Europäische Route der Backsteingotik ist ein Verein in dem sich Städte und Regionen zusammengeschlossen haben, die in Ihrem Gebiet Bauwerke der Backsteingotik aufweisen.

Die Route vereint mehrere hunderte Klöster, Kirchen, Rat- und Bürgerhäuser sowie Stadtbefestigungen aus Dänemark, Deutschland und Polen.

Zweck des Vereines ist es, die Backsteingotik in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Damit der Wert dieses einzigartigen Kulturerbes erkannt, die backsteingotischen Bauten eine Nutzung erfahren und ihr Erhalt gesichert wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorgegangen ist der Verein aus einer Initiativen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie aus zwei folgenden europäischen Projekten.

In den 1990er Jahren wurde durch die Deutschen Stiftung Denkmalschutz und besonders durch deren Begründer Prof. Dr. Gottfried Kiesow die Initiative „Wege zur Backsteingotik“ ins Leben gerufen. Die Initiative hatte sich zur Aufgabe gemacht die vielen Baudenkmäler auf dem ehemaligen DDR-Gebiet zu erhalten und so vor allem auch auf das einzigartige Kulturerbe Backsteingotik aufmerksam zu machen. Am Ende der Initiative stand die Ausstellung „Gebrannte Größe“, die 2002 in den Hansestädten Greifswald, Rostock, Stralsund, Wismar und Lübeck gezeigt wurde. Auch heute noch kann diese Ausstellung in der St.-Georgen- und St.-Marien-Kirche in Wismar besichtigt werden.

An die Initiative „Wege der Backsteingotik“ schlossen sich 2002 zwei aufeinander folgende EU-Projekte an. Sie trugen den Namen „Europäische Route der Backsteingotik“ bzw. „European Route of Brick Gothic“ (EuRoB und EuRoB II). An beiden Projekten nahmen rund 34 Projektpartner (darunter etwa 29 Städte und Regionen) aus Dänemark, Deutschland, Schweden, Polen, Estland, Lettland und Litauen teil. Das zweite EU-Projekt EuRoB II endete 2007.

Mehrere ehemalige Projektpartner schlossen sich daraufhin am 26. September 2007 in Greifswald zum Verein „Europäische Route der Backsteingotik e. V.“ zusammen.

Zweck und Arbeit des Vereines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Satzung wird der Zweck des Vereins „Europäische Route der Backsteingotik e.V.“ mit Förderung von Kunst und Kultur, Wissenschaft, Bildung und Völkerverständigung angegeben.

Hinweisschild am Doberaner Münster

Die Entwicklung eines verträglichen Kulturtourismus auf der Route entspricht diesem Anspruch. Konkrete Ziele des Vereins sind:

  • die Unterhaltung und Weiterentwicklung der kulturhistorisch begründeten Europäischen Route der Backsteingotik,
  • die Erfassung und Dokumentation von Baudenkmälern der Backsteingotik entlang der Route,
  • die Darstellung der Geschichte und Entwicklung europäischer Backsteingotik und ihres bau-, kunst- und kulturhistorischen Kontexts,
  • die Präsentation der Europäischen Route der Backsteingotik und ihrer Bauten in der europäischen Öffentlichkeit,
  • die Realisierung von Informationsveranstaltungen und kulturhistorisch verknüpften Maßnahmen und Projekten zur europäischen Backsteingotik,
  • die Konzipierung und Realisierung von Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitglieder und Interessenten europäischer Backsteingotik,
  • die Umsetzung lokaler, regionaler und internationaler Publikationen, Präsentationen und Veranstaltungen zur Information über die »Europäische Route der Backsteingotik« und Einbindung von Bürgern und Akteuren vor Ort und
  • die Erarbeitung und Verbreitung von Informationsmaterial sowie Qualifizierung elektronischer Medien zur europäischen Backsteingotik.

Die Europäische Route der Backsteingotik bringt alle zwei Jahre einen neuen Reiseführer mit dem Titel „Entlang der Europäischen Route der Backsteingotik“ heraus.[1] In diesem werden alle Mitgliedsstädte mit ihren backsteingotischen Highlights beschrieben. Zudem gibt es darin kleine Artikel zu unterschiedlichsten Themen rund um die Backsteingotik: wie zum Beispiel weiterer Architekturepochen, dem Deutschen Orden, verschiedenen Bautypen u.a. Dieser Reiseführer wird vom Verein kostenlos abgegeben.

Zudem entwickelt der Verein Routen entlang der Backsteingotik, die mit dem Fahrrad erkundet werden können und als Faltblätter vom Verein herausgegeben werden. Dazu werden bestehende Fernradwege genutzt. So gibt es mittlerweile drei verschiedene Radrouten, z.B. den Ostseeküstenradweg und den Meckenburgischen-Seenradweg.[1]

Mitglieder der Route[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dom zu Haderslev, Dänemark
Rathaus von Tangermünde, Deutschland
Giebel des Doberaner Münsters, Deutschland
Marienkirche in Stargard, Polen

Zur Europäischen Route der Backsteingotik gehören folgende Städte und Regionen:

In Dänemark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch Privatpersonen sowie Unternehmen und Institutionen unterstützen die Arbeit des Vereines:[2] AG Norddeutsche Backsteinbasiliken, Schloss Güstrow, Torhaus Doberan, Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottfried Kiesow: Gebrannte Größe – Wege zur Backsteingotik, 5 Bände. monumente-Publikationen, Bonn 2002, ISBN 3-935208-12-X.
  • Gottfried Kiesow: Backsteingotik in Mecklenburg-Vorpommern. Hinstorff Verlag, mit Thomas Gruner, 2004, ISBN 3-356-01032-8.
  • Angela Pfotenhauer, Elmar Lixenfeld: Backsteingotik. Monumente-Edition. Monumente-Publikationen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2000. Überarb. Auflage 2005, ISBN 978-3-936942-10-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Europäische Route der Backsteingotik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Europäische Route der Backsteingotik: Informationsmaterial. Abgerufen am 14. Juli 2016.
  2. Europäische Route der Backsteingotik: Förderer der Europäischen Route der Backsteingotik. Abgerufen am 14. Juli 2016.