Internationales Dokumentarfilmfestival München

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Das Internationale Dokumentarfilmfestival München (kurz DOK.fest München) findet seit 1985 jährlich in München statt. Seit 2001 wird es vom Verein Internationales Dokumentarfilmfestival München e. V. zusammen mit Filmstadt München e. V. veranstaltet. Der Schwerpunkt des Festivals liegt auf dem gesellschaftlich relevanten und künstlerisch wertvollen Dokumentarfilm.[1] Zum DOK.fest gehören auch die Branchen- und Nachwuchsplattform DOK.forum, das Kinder- und Jugendprogramm DOK.education und das Festival in der Region DOK.tour. Die Geschäftsführung und künstlerische Leitung hat Daniel Sponsel inne, stellvertretende Leiterin ist Adele Kohout.[2]

Das DOK.fest gehört zu den größten Dokumentarfilmfestivals Europas.[3] 2020 fand es wegen der COVID-19-Pandemie ausschließlich online statt, wobei ein Teil der Einnahmen den üblicherweise beteiligten Kinos zugute kam.[4] Vom 6. bis 24. Mai 2020 wurden so 121 Filme aus 42 Ländern präsentiert und von mehr als 75.000 Zuschauern gesehen.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des DOK.fest München geht auf die Initiative der bayerischen Sektion der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) zurück, die sich zum Ziel gesetzt hatte, den dokumentarischen Film zu popularisieren und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. In Zusammenarbeit mit dem Verein Filmstadt München, einem Zusammenschluss örtlicher Filminitiativen, konnte 1985 das 1. Internationale Dokumentarfilmfestival München mit städtischer Unterstützung an den Start gehen. Zur Leiterin wurde Gudrun Geyer berufen, die das Festival bis 2001 führte.[1]

Nach dem Rücktritt Gudrun Geyers 2001 übernahm Hermann Barth im Auftrag des neu gegründeten Vereins Internationales Dokumentarfilmfestival München e.V. die Aufgabe, das Festival in München, Deutschland und weltweit zu profilieren. Seit 2002 firmiert das Festival unter dem Markennamen DOK.fest mit erweitertem Programm.

2009 trat Hermann Barth zurück, die neue Leitung übernahm Daniel Sponsel mit der anfänglichen geschäftsführenden Unterstützung von Christian Pfeil. Sponsel setzt auf das bewährte Erfolgskonzept des bundesweit größten Festivals für lange Dokumentarfilme und erweitert das Programm um den deutschsprachigen Wettbewerb DOK.deutsch, die Gastreihe DOK.guest, die Retrospektive und DOK.education, das Kinder- und Jugendprogramm. Außerdem rief er 2011 die Branchen- und Nachwuchsplattform DOK.forum ins Leben.

Die Corona-Pandemie 2020 erzwang in diesem Jahr eine Neukonzeption als DOK.fest München @home. In der Online-Edition gab es täglich Preisverleihungen, Events und Live-Online Diskussionen mit Filmemacherinnen und Filmemachern zusätzlich zu den Dokumentarfilmen.[6] Für Schulklassen gab es nach entsprechender Anmeldung kostenfreie Sichtungslinks mit Unterrichtseinheiten für drei Altersstufen.[7]

Reihen und Preise des DOK.fest München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Festivalprogramm des DOK.fest München gliedert sich in Wettbewerbe, Themenreihen und Specials. Gezeigt wird eine Auswahl von aktuellen internationalen Dokumentarfilmen ab einer Länge von 52 Minuten. Für die Wettbewerbssektionen werden Premieren besonders berücksichtigt. Die fünfzehn Preise des Festivals sind mit Preisgeldern und Beistellungen im Gesamtwert von 55.000 Euro dotiert. Im Rahmen der drei Hauptwettbewerbe wird der VIKTOR vergeben. Der VIKTOR DOK.international ist der Hauptpreis des Festivals.[8]

VIKTOR DOK.international – Internationaler Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VIKTOR DOK.deutsch – Deutscher Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VIKTOR DOK.horizonte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011: El MocitoMarcela Said
  • 2012: Bachelor Mountain – Yu Guangyi
  • 2013: A World not OursMahdi Fleifel
  • 2014: Cantos – Charlie Petersmann
  • 2015: Ce qu'il reste de la folie – Joris Lachaise
  • 2016: A Maid For Each – Maher Abi Samra
  • 2017: Motherland – Ramona S. Díaz
  • 2018: Demons in Paradise – Jude Ratnam
  • 2019: Está todo bien – Alles ist gutTuki Jencquel[10]
  • 2020: THEY CALL ME BABU von Sandra Beerends

FFF-Förderpreis Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ARRI AMIRA Award[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Tempestad – Kamera: Ernesto Pardo. Regie: Tatiana Huezo
  • 2017: Cameraperson – Regie und Kamera: Kirsten Johnson
  • 2018: Caniba – Kamera und Regie: Véréna Paravel und Lucien Castaing-Taylor
  • 2019: Rediscovery – Kamera: Phie Ambo und Maggie Olkuska, Regie: Phie Ambo

DOK.fest Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: NeulandAnna Thommen
  • 2015: Toto and his SistersAlexander Nanau
  • 2016: Sonita – Rokhsareh Ghaem Maghami
  • 2017: Komunia – Anna Zamecka
  • 2018: The Distant Barking of Dogs – Simon Lereng Wilmont
  • 2019: Bruce Lee & The Outlaw – Joost Vandebrug
  • 2020: Copper Notes of a Dream von Reza Farahmand

Kino Kino Publikumspreis gesponsert von 3sat und Bayerischer Rundfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutscher Dokumentarfilm-Musikpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutscher Kompositions-Förderpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Stray Dogs – Komposition: John Gürtler. Regie: Elsa Kremser und Levin Peter
  • 2017: Die Geheimnisse des Schönen Leo – Komposition: Alex Maschke, Regie: Benedikt Schwarzer, siehe auch: Lehrling der Zeit
  • 2018: Go back! – Komposition: Florian Erlbeck
  • 2019: Mau Ke Mana – Or: Where Are You Going? – Komposition: Max Gausepohl, Regie: Max Sänger[11]
  • 2020: Awalatje – Die hebammen von Anna-Marlene Bicking, Sarah Noa Bozenhardt, Sonja Kilbertus

Preis der Untertitelwerkstatt Münster (OmU Förderpreis)[12][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Megaherz Student Award (bis 2016: Megaherz Filmschulpreis)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: If Mama ain't Happy, Nobody is Happy – Mae de Jong
  • 2016: La Fin d'Homère – Zahra Vargas
  • 2017: Per Song – Shuchang Xie
  • 2018: Sand und Blut – Matthias Krepp und Angelika Spangel
  • 2019: In Search... – Beryl Magoko
  • 2020: Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit von Yulia Lokshina

Pitch Award des Hauses des Dokumentarfilms[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: Aliyah – Rafael Bondy
  • 2016: My Jewrovision – Walter Solon
  • 2017: Awalatje – Die Hebammen – Sarah Noa Bozenhardt
  • 2018: Merci de votre visite – Julia Furer
  • 2019: Chagrin Valley – Nathalie Berger
  • 2020: After the Gods von Jasmine Alakari

DOK.education Dokumentarfilmpreis für junge Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: 1. Preis Eine andere Zeit von Verena Wagner, 2. Preis Von einem, der auszog Filmgruppe algo, 3. Preis Sophia 2013 von Lilian Robl
  • 2016: 1. Preis Utopie der Unterschiede von Laura Kansy, Viktor Schimpf und Annika Sehn, 2. Preis A Man's Road von Jonathan Gentz und Victor Sattler, 3. Preis Musik als Zuflucht von Moritz Spender
  • 2017: 1. Preis Tell Me Mr. Lo von Maya Duftschmid, 2. Preis Wo Leben anders ist von Theresa Setzer, 3. Preis Mein Shirt von Mathis Hauter (mit Leon Schreiner, Paul Schober und Eva Böhm)
  • 2018: 1. Preis: Vielleicht – Filmgruppe algo, staatl. BSZ Alfons Goppel Schweinfurt, 2. Preis: Billy zieht um – Daniel Aberl, 3. Preis: Anders sehen – Filmgruppe des Goethe Gymnasiums Regensburg, Lobende Erwähnung: Dem Gewissen folgen – Amelie und Moritz Geiger
  • 2019: 1. Preis Nana – Recover Your Smile von Sabine Nering, 2. Preis 3004 KM von Melisa Kocak, 3. Preis: Pepitu Anumu von Rebecca Fischer, Susanne Horban, Isabelle Sohling und Ines Zehetmeier
  • 2020: 1. Preis Ben – vom Leben erzählen, 2. Preis Die alte Gärtnerei, 3. Preis Hummelsteiner Weg, 1. Preis für 6- bis 11-Jährige Mit Lotte durch München, Förderpreis Dokumentarfilm für 6- bis 11-Jährige Unser Leben im Moment

Retrospektive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2018: Grenzenlos – Geschichten von Freiheit und Freundschaft – Produktion: Birgit Schulz (Bildersturm Filmproduktion), Regie: Johanna Bentz, Camilo Colmenares, Sandra Dajani, Madeleine Dallmeyer, Nazgol Emami, Diana Menestrey, Khaled Nawal, Birgit Schulz
  • 2019: Boy Of War – Produktion: Fabian Driehorst (Fabian&Fred), Regie: Cyprien Clément-Delmas und Igor Kosenko[11]
  • 2020: Jenseits des Sichtbaren – Hilma af Klint – Eva Illmer (Produktion) und Halina Dyrschka (Regie, Produktion)

British Pathé Archive Award[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2019: Wenn der Nebel sich lichtet – Nancy Brandt (Regie), Ralf Kukula (Produktion)[11]
  • 2020: Queen Of Chess von Bernadett Tuza-Ritter, Gabor Harmi, Lili Kovacs

FairFilmAward Non-Fiction[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2018: Florianfilm
  • 2019: ifage Filmproduktion[11]

DOK.digital – Preis für neue Erzählformate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2020: Social Score von Vinzenz Aubry, Sebastian Strobel, Ralph Tharayil und Fabian Burghardt (Sansho Studio)[13]

DOK.education – Das Kinder- und Jugendprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DOK.education – seit 2011 die Jugendsektion des DOK.fest München – richtet sich an ein junges Publikum im Alter von 8 bis 18 Jahren. Die Dokumentarfilmschule für Schulklassen bietet medienpädagogisch begleitete Filmscreenings und Gespräche mit Filmemachern. In der Dokumentarfilmschule lernen die Teilnehmer, das Sehen von Filmen zu differenzieren, und sie werden motiviert, dies auch auf ihre eigene alltägliche Mediennutzung zu übertragen, um kritische und selbstbewusste Mediennutzer zu werden. Für Lehrer werden im Rahmen von DOK.education zusätzlich medienpädagogische Fortbildungen angeboten.[14]

Das Label DOK.4teens (früher: 14jugendfrei) kennzeichnet Filme des Festivalprogramms, die offiziell für ein Publikum ab 14 Jahren freigegeben sind. Für das reguläre Programm gilt die übliche Altersfreigabe ab 18 Jahren.

DOK.forum – Die Branchenplattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das DOK.forum versteht sich als Denkfabrik für die Dokumentarfilmbranche und als Plattform für Projekte im Entstehungsprozess. Seit 2011 findet das DOK.forum in der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) statt und hat sich in den letzten Jahren als fester Treffpunkt der deutschsprachigen Branche etabliert – mit wachsendem Angebot für internationale Filmschaffende.[15] Das Programm gliedert sich in zwei Segmente:

Öffentliche Veranstaltungen: DOK.forum Perspektiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Paneldiskussionen, Workshops und Case Studies nehmen die DOK.forum Perspektiven die Entwicklungen dokumentarischen Arbeitens in den Blick und laden dazu ein, Visionen und Impulse zu entwickeln und relevanten medienpolitischen Fragen nachzugehen. Die öffentlichen Veranstaltungen richten sich sowohl an die Branche als auch an das interessierte Festivalpublikum.

Koproduktions- und Ideenmarkt: DOK.forum Marktplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktplatz bietet Filmemachern an moderierten Roundtables die Möglichkeit, mit Redakteuren und Produzenten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol in Kontakt zu kommen und ihre Konzepte vorzustellen. Das beste studentische Pitchkonzept wird mit dem Nachwuchspreis des Hauses des Dokumentarfilms ausgezeichnet.

Interactive Media (bis 2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des DOK.forum legt der Interactive Media Kongress seinen Schwerpunkt auf neue dokumentarische Formate an der Grenze von Film und Games. Das internationale Programm umfasst Case Studies und Filmscreenings. Seit 2016 ist der Bereich Interactive Media Teil der öffentlichen Veranstaltungen.

Die Kinos und Veranstaltungsorte[16][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DOK.tour Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DOK.tour Bayern bringt seit 2011 ausgewählte Filme des aktuellen Festivaljahrgangs in die Kinos der bayerischen Region. 2019 fand die DOK.tour zwischen Oktober und Dezember mit fünf Dokumentarfilmen in 18 Städten statt.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschichte. In: Dokfest München. Internationales Dokumentarfilmfestival München e.V., abgerufen am 28. September 2019.
  2. Adele Kohout. In: Internationales Dokumentarfilmfestival München e.V. Abgerufen am 6. Juni 2020.
  3. DOK.fest München. In: Filmstadt München e.V. Abgerufen am 6. Juni 2020.
  4. Bernhard Blöchl: Dok-Fest München: Filme wegen Coronavirus im Internet. In: Süddeutsche Zeitung. 6. Mai 2020, abgerufen am 6. Juni 2020.
  5. DOK.fest München. Abgerufen am 5. Juni 2020.
  6. Die Live-Events von DOK.fest München @home, dokfest-muenchen.de, abgerufen 9. Mai 2020
  7. Schulklassenausflug zum Online-Filmfestival, dokfest-muenchen.de, abgerufen 9. Mai 2020
  8. DOK.fest München. Abgerufen am 28. November 2019.
  9. [1] fisherfeatures.com
  10. a b c Die Preisträger des 34. DOK.fest München. Artikel vom 20. Mai 2019, abgerufen am 20. Mai 2019.
  11. a b c d Die Preisträgerfilme des 34. DOK.fest München. Abgerufen am 20. Mai 2019.
  12. UTW: OmU Förderpreise. In: untertitel.de. Untertitel-Werkstatt Münster GmbH & Co. KG (UTW), abgerufen am 2. Oktober 2016.
  13. DOK.digital – The Future of Storytelling. In: Internationales Dokumentarfilmfestival München e.V. Abgerufen am 6. Juni 2020.
  14. DOK.education. In: DOK.fest München. Abgerufen am 28. November 2019.
  15. DOK.forum München. In: DOK.fest München. Abgerufen am 28. November 2019.
  16. Spielorte. In: Dokfest München. Internationales Dokumentarfilmfestival München e.V., abgerufen am 28. September 2019.
  17. DOK.tour Bayern 17. Oktober bis 04. Dezember 2019. In: DOK.fest München. Abgerufen am 28. November 2019.