Flughafen Malta

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Malta International Airport
Luqa Airport
Malta Airport.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LMML
IATA-Code MLA
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 5 km südwestlich von Valletta,
1 km westlich von Luqa
Nahverkehr Buslinien 117, 119, 135, 201, X1, X2, X3, X4[1]
Basisdaten
Eröffnung 31. März 1958
Betreiber Malta International Airport plc. (MIA)
Terminals 1
Passagiere 4.618.642 (2015)[2]
Luftfracht 14.964 t (2015)[2]
Flug-
bewegungen
34.283 (2015)[2]
Kapazität
(PAX pro Jahr)
5 Mio
Beschäftigte 3.800 [3]
Start- und Landebahnen
05/23 2377 m × 45 m Asphalt
13/31 3544 m × 60 m Asphalt

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Der Malta International Airport (IATA-Code MLA, ICAO-Code LMML) ist der einzige internationale Flughafen des Staates Malta. Er liegt in der Nähe des Ortes Luqa.

Nach offiziellen Angaben wurde der Flughafen 2014 von 4,3 Mio. Passagieren benutzt, es gab über 32.000 Starts und Landungen. Für das gesamte Jahr 2015 wurden für den Malta International Airport rund 5 Mio. Passagiere registriert. Er ist Heimatbasis und Drehkreuz von Air Malta sowie seit 2010 eine Basis von Ryanair.

Flughafenbetreiberin ist die börsennotierte Malta International Airport plc. (MIA), an der neben dem maltesischen Staat auch die Flughafen Wien AG beteiligt ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Flughafens reicht bis zu den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zurück. Die ersten Flugplätze auf Malta waren aufgrund der strategisch wichtigen Lage der Insel militärischer Art; aber schon in den 1920er Jahren erfolgten erste Zivilflüge.

Der später mehrfach umgebaute und erweiterte Flughafen war während des Zweiten Weltkrieges ein wichtiger britischer Militärflugplatz. Die Royal Air Force Station Luqa, kurz RAF Luqa beherbergte das Hauptquartier des Mediterranean Command (Mittelmeer-Kommandos). Sie erlangte insbesondere während der Belagerung Maltas durch die Achsenmächte von 1941 bis 1943 strategische Bedeutung für die Alliierten bei den Kämpfen um die Seeherrschaft im Mittelmeer und in Nordafrika. Neben Luqa als Hauptbasis gab es weitere kleinere RAF-Stationen in Ta'Qali und Ħal-Far, letztere war der erste Flugplatz Maltas, der 1929 als Marineflieger-Stützpunkt HMS Falcon der Royal Navy eröffnet worden war. Darüber hinaus gab es Nebenflugplätze bei Safi, Qrendi und auf Gozo.

Nach dem Krieg erlangte RAF Luqa vorübergehend 1956 während der Suezkrise strategische Bedeutung für die Briten. In den letzten Jahrzehnten unter britischem Kommando hatte die RAF hier Seefernaufklärer der Typen Shackleton und Nimrod stationiert. Nach der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich im Jahr 1974 und dem Rückzug der Royal Air Force wurde der Flughafen 1979 den lokalen Behörden übergeben.

Bereits zu RAF-Zeiten begann die zivile Mitbenutzung. Am 31. März 1958 wurde hierzu das erste Passagierterminal eröffnet und im Oktober 1977 kam eine neue Landebahn hinzu. Ab 1987 wurde ein neues Terminal geplant und im Februar 1992 eröffnet. In dessen Untergeschoss befindet sich die römisch-katholische Flughafenkapelle Sidtna tal-Mitjar - Our Lady of the Airways, wo bis zu drei Heilige Messen täglich stattfinden.[4]

Lufthansa Technik Malta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Jahr 2002 als Joint Venture von Air Malta und Lufthansa Technik gegründete Lufthansa Technik Malta führt MRO-Dienstleistungen (Maintenance, Repair and Overhaul - Wartung, Reparatur und Überholung) von Flugzeugen durch. Das Unternehmen beschäftigt 450 Mitarbeiter und hat im April 2009 am Flughafen Malta zwei neue Hangars für die Betreuung von Großraummaschinen vom Typ Airbus A330/A340 in Betrieb genommen (Stand Sommer 2016).[5]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 18. Februar 1956 stürzte die Avro York G-ANSY der Scottish Airlines kurz nach dem Start vom Flughafen Malta nach einem Triebwerksschaden ab. Alle 50 Personen an Bord kamen ums Leben.[6]
  • Am 23. November 1985 landete die Boeing 737-266 SU-AYH des entführten Egypt Air Flug 648. Nachdem die Terroristen am Flughafen Malta bereits zwei Geiseln erschossen hatten, starben bei der Erstürmung weitere 58 Menschen. Die Maschine wurde zerstört.[7]
  • Am 24. Oktober 2016 stürzte eine Fairchild Swearingen Metro (N577MX) kurz nach dem Start ab, wobei alle fünf Menschen an Bord ums Leben kamen. Die Maschine war im Auftrag des französischen Zolls zur Kontrolle der Menschenschmugglerroute von der libyschen Küste nach Europa eingesetzt. Die Maschine war in den USA registriert und an eine Firma in Luxemburg verleast.[8][9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Malta International Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liniennetzkarte der Malta Public Transport (englisch), abgerufen am 10. September 2016
  2. a b c Jahresstatistik der Malta International Airport plc. (MIA) (PDF; 527 KB, englisch), abgerufen am 5. September 2016
  3. About the Airport: Facts and Figures (englisch), abgerufen am 5. September 2016
  4. Passenger Services: Chapel (englisch), abgerufen am 5. September 2016
  5. Lufthansa Technik Malta, abgerufen am 5. September 2016
  6. Unfallbericht G-ANSY, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. September 2016.
  7. Unfallbericht SU-AYH, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. September 2016.
  8. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: Unfall nach dem Start: Kleinflugzeug am Airport von Malta verunglückt. In: SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 24. Oktober 2016.
  9. Unfallbericht SA227-AT N577MX, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 1. Dezember 2016.