Flugplatz Speyer

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Verkehrslandeplatz Speyer
Flugplatz Speyer.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDRY
IATA-Code ZQC
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km südöstlich von Speyer
Straße A61 B9 B36 B39
Basisdaten
Betreiber Flugplatz Speyer/Ludwigshafen GmbH
Terminals 1
Flug-
bewegungen
31 462
Start- und Landebahnen
16/34 1677 m × 30 m Asphalt
16/34 480 m × 30 m Gras
Flugplatz von Osten gesehen

Der Flugplatz Speyer ist der Verkehrslandeplatz der Stadt Speyer.

Start- und Landebahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landebahn ist seit Herbst 2011 auf 1677 Meter verlängert worden.[1] Für Starts und Landungen stehen jeweils 1400 Meter zur Verfügung. Die Landebahn ist damit ausreichend für gewerblichen Flugverkehr und Werksverkehr, auch nach Einführung der neuen europäischen Sicherheitszuschläge nach Joint Aviation Requirements for Operations (JAR-OPS 1).

Anfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz liegt im Südosten der Stadt in einem Rheinknie. Der Abflug geschieht nach Norden oder Süden. Der Speyerer Dom ist in zehn Gehminuten zu erreichen. Das Technik-Museum Speyer liegt unmittelbar nördlich.

Öffentliche Verkehrsmittel: Die Innenstadt ist über eine Haltestelle des City-Shuttle am Technik-Museum in wenigen Minuten zu erreichen. Speyer hat einen Hauptbahnhof mit Anbindung an den Verkehrsverbund Rhein-Neckar. Es besteht eine Bahnlinie nach Ludwigshafen sowie nach Mannheim Hbf, dem nächstgelegenen ICE-Bahnhof.

Betreibergesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz wird von der Flugplatz Speyer/Ludwigshafen GmbH (FSL) betrieben. Mehrheitseigner der Gesellschaft war von 2000 bis 2013 die IHK Pfalz. 2013 beschloss die Hauptversammlung, die meisten Anteile an die BASF abzugeben, die dadurch mit fast 50 % größter Gesellschafter wird.[2] Im Jahr 2015 erwirtschaftete der Flugplatz ein Minus von 475.000 Euro.[3]

Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptgebäude und Tower

Wegen der hohen Bedeutung für die regionale Wirtschaft wurde eine Verlängerung der Startbahn geplant, die ursprünglich 2007 fertiggestellt werden sollte. Hierbei wurde die Piste von 1226 m um ca. 450 m auf 1677 m verlängert. Die rund 1000 m lange Graspiste westlich der Asphaltpiste war vom Ausbau nicht betroffen. Dieser Ausbau wird von einer Bürgerinitiative, mehreren Stadtratsfraktionen (SPD, Grüne, BGS, ÖDP) und Nachbargemeinden wegen Sicherheitsbedenken, Lärmerwartungen, Ablehnung der nötigen Abholzungen im Auwald und Sorgen wegen des Domes unmittelbar neben der Einflugschneise bekämpft. 2009 billigte das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz den Planfeststellungsbeschluss mit Ausnahme der Nachtflug-Regelung.[4] Am 16. September 2010 wurde mit den vorbereitenden Arbeiten zum Ausbau des Flugplatzes (notwendige Verlegung einer auf der Erweitungsfläche liegenden Kreisstraße) begonnen. Die Arbeiten zum Ausbau an der Landebahn wurden 2011 abgeschlossen und mit einem Fest gefeiert.[5][6] Im Jahr 2013 konnten dann 31 462 Flugbewegungen gezählt werden. [7]

Diskussion um die Zukunft des City-Airports Mannheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf politischer und ökonomischer Ebene der Metropolregion Rhein-Neckar wird seit geraumer Zeit eine Diskussion über die Zukunft des City-Airports Mannheim geführt. Hauptargument gegen einen zukünftigen Weiterbetrieb sind die Sicherheitsmängel sowie der damit zusammenhängende Zwischenfall vom März 2008, bei dem eine Dornier 328 von Cirrus Airlines beim Landeanflug über die Piste hinausschoss. Als mögliche Alternative wird dabei immer wieder neben dem derzeit nicht für die Zivilluftfahrt freigebene Rollfeld in den Coleman Barracks auch der Flugplatz Speyer genannt.[8][9]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugzeug der Pfalz-Flugzeugwerke im Ersten Weltkrieg

Der Flugplatz geht zurück auf die Gründung der Pfalz-Flugzeugwerke 1913. Nach deren Untergang siedelten sich 1937 die Flugwerke Pfalz-Saar an. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Flugsportverein gegründet und es siedelte sich Heinkel an, später nacheinander Teil von VFW, VFW-Fokker, MBB und DASA. 1971 wurde die asphaltierte Landebahn angelegt, die 1986 erweitert wurde. 1994 kaufte eine Betreibergesellschaft den Flugplatz von der DASA.[10]

Nachdem 1999 das anliegende Technik-Museum die Ausstellung einer Antonow An-22 beschlossen hatte, stellte sich die Frage nach dem Transport der Maschine nach Speyer. Man beschloss das 120-Tonnen-Flugzeug in Speyer landen zu lassen, was dem größten Propellerfrachtflugzeug der Welt noch einmal eine Herausforderung bescherte. Um die Landung, die gerne mit der auf einem Flugzeugträger verglichen wird, und den Transport über die Heinkelstraße zum Museum zu ermöglichen, wurden zahlreiche Vorbereitungen getroffen. In der Einflugschneise befindliche Bäume wurden gestutzt und der Zaun am Ende der Landebahn wurde abmontiert. Ebenso wurde die Grasfläche zur Straße hin mit Metallplatten beschwert, damit das Flugzeug nicht stecken bleibt. Ein in der Einflugschneise befindliches Museumsgebäude wurde sogar um ein Stockwerk reduziert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Speyer feiert Runway-Verlängerung, airliners.de vom 2. September 2011
  2. https://www.morgenweb.de/nachrichten/wirtschaft/regionale-wirtschaft/basf-grosster-gesellschafter-am-flugplatz-1.1292080
  3. Flughäfen loten Zusammenarbeit aus in Mannheimer Morgen am 19.07.2016
  4. Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz 8. Juli 2009, Az: 8 C 10399/08.OVG
  5. http://www.swr.de/nachrichten/rp/ludwigshafen/-/id=1652/kt7kyr/index.html#meldung97716
  6. Die Rheinpfalz, Aus der Pfalz, 30. August 2011
  7. Ministerium des Inneren, für Sport und Infrastruktur: Antwort zu Kleine Anfrage Drucksache 16/3423. Landtag Rheinland-Pfalz, 24. März 2014, abgerufen am 2. Januar 2017 (deutsch).
  8. Flugplatz Speyer darf ausgebaut werden
  9. Speyer Flughafen Ausbau rechtskräftig auf airliners.de
  10. Mannheimer Morgen 9. Juli 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Speyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien