Franco Cavalli

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Franco Cavalli (2003)

Francesco «Franco» Cavalli (* 3. Juli 1942 in Locarno; heimatberechtigt in Verscio) ist ein Schweizer Onkologe und Politiker (SP).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cavalli war von 1978 bis 2007 Chefarzt für Onkologie am Spital Bellinzona.[1] Seit 1986 ist er Honorarprofessor an der Universität Bern; seit 1993 ausserordentlicher Professor an der Universität Varese. Zwischen 2001 und 2004 war er Präsident der Krebsliga Schweiz, bis 2017 war er Direktor des Onkologischen Instituts der Italienischsprachigen Schweiz (IOSI) in Bellinzona, 2006 wurde er Präsident der Internationalen Vereinigung gegen Krebs (UICC). Er gilt als einer der renommiertesten Krebsforscher der Schweiz.

2005 erhielt er den Montaigne-Preis.

Cavalli ist verheiratet und Vater von sieben Kindern.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cavalli gehörte den Gemeindeparlamenten von Verscio, Locarno und Muralto an. Von 1987 bis 1995 sass er im Grossen Rat des Kantons Tessin. Von 1995 bis 2007 war er Nationalrat und gehörte verschiedenen parlamentarischen Kommissionen an. Von 1999 bis 2002 amtierte er auch als Fraktionschef der Sozialdemokraten. Kurz vor den Wahlen 2007 gab er seinen Rücktritt aus dem Nationalrat bekannt, seine Kandidatur für den Ständerat im gleichen Jahr scheiterte. Daraufhin zog sich Cavalli aus der Politik zurück. Am 4. September 2011 wählte ihn die Tessiner SP zum Ständeratskandidaten bei den Schweizer Parlamentswahlen 2011.[2]

Cavalli gilt als Vertreter des äussersten linken Flügels seiner Partei und als überzeugter Marxist. Bei seinem Rücktritt kritisierte er seine SP als «faule Funktionärspartei».[3]

Bei den Nationalratswahlen 2019 tritt Cavalli für das von ihm gegründete Forum Alternativo auf einer gemeinsamen Liste mit den Grünen und den Kommunisten an. Im Fall einer Wahl strebt er die Gründung einer linksalternativen Bundeshausfraktion an.[4]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Krebs. Die große Herausforderung. Aus dem Italienischen von Barbara Sauser. Rotpunktverlag, Zürich 2012, ISBN 978-3-85869-475-1.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.eoc.ch/Dettagli/Medico.Cavalli-Franco.2525.html
  2. Tessiner SP nominiert Franco Cavalli als Ständeratskandidat. Swissinfo, 4. September 2011, abgerufen am 2. Mai 2018.
  3. Franco Cavalli kritisiert Genossen: Tessiner Nationalrat gibt seinen Rücktritt bekannt. In: NZZ Online. 11. April 2007, abgerufen am 2. Mai 2018.
  4. Linkes Urgestein plant Comeback – aber nicht für die SP. Tages-Anzeiger, 6. Juni 2019, abgerufen am 28. September 2019.