Geschichte des Saarlandes

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Wappen des Saarlandes (1957) mit Nassau-Saarbrücken, Kurtrier, Lothringen und Pfalz-Zweibrücken

Das Saarland (von 1920 bis 1935 Saargebiet genannt) ist seit 1957 ein Land im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland, an der mittleren Saar gelegen. Die Landeshauptstadt ist Saarbrücken. Das Gebiet des heutigen Saarlandes stand im Laufe seiner jüngeren Geschichte zeitweise unter französischer Hoheit oder Einfluss. So kam es im Zuge der Reunionspolitik unter Ludwig XIV. (1680 bis 1697), infolge der Französischen Revolution bzw. unter Napoleon I. (1793 bis 1815), als Saargebiet (1920 bis 1935) und als autonomer Saarstaat (Saarland 1947 bis 1956) zu einer Abtrennung von Deutschland.

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeugnisse menschlicher Besiedlung des heutigen Saarlandes reichen bis in die Altsteinzeit vor rund 100.000 Jahren zurück. Während dieser Zeit zogen Großwildjäger durch das Saartal und hinterließen Faustkeile und Überreste von Lagerplätzen. Funde von Feuersteinmessern sowie steinernen Spitzen von Lanzen und Pfeilen können der jüngeren Altsteinzeit zugeordnet werden. Für die Zeit des letzten Maximums der Eiszeit können keine menschlichen Besiedlunghinterlassenschaften nachgewiesen werden. Mit der Klimaerwärmung des Holozäns vor etwa 10.000 Jahren begannen sich die Flora und Fauna des Saarlandes stark zu verändern, was nicht ohne Auswirkungen auf die Lebensweise der dort lebenden Menschen blieb. Wälder breiteten sich über das Land aus und ersetzten die eiszeitliche Fauna. Da die neu eingewanderten Jagdtiere ortsfest blieben, ermöglichten sie den Menschen an der Saar und ihren Nebenflüssen in der Mittelsteinzeit bessere Ansiedlungen. Mit der weiteren Erwärmung des Klimas in der Jungsteinzeit entwickelten die Menschen anspruchsvollere Steinwerkzeuge und die Landwirtschaft verbreitete sich. Durch Ackerbau und Viehzucht wurde eine ganzjährige Sesshaftigkeit ermöglicht und die Bevölkerung stieg mengenmäßig an. Zeugnisse der neolithischen Revolution im Saarland sind bei archäologischen Grabungen gefundene Getreidemahlsteine in der Nähe von Neunkirchen, Merzig und zahlreichen anderen saarländischen Orten. Ebenso künden geschliffene und polierte Steingeräte und präzis durchbohrte Beilklingen zur Aufnahme von hölzernen Stielen vom handwerklichen Fortschritt. Die große Zahl von aufgefunden Steinbeilen lässt auf eine dichte Besiedelung des Saarlandes zu dieser Zeit schließen. Hinsichtlich der Bodenbearbeitung wurde in Überherrn ein großer durchbohrter Pflugkeil aus Stein gefunden. Große Menhire wie der sieben Meter hohe Gollenstein bei Blieskastel, der größte Menhir Mitteleuropas, oder der fünf Meter hohe Spellenstein bei Rentrisch sind schwer datierbar. Ihre Herstellung und Aufrichtung könnte dem Zeitraum von der Jungsteinzeit bis zur Bronzezeit zuzuordnen sein.

Im 2. Jahrtausend v. Chr. entwickelte sich im Saarland eine Kultur der Metallbearbeitung. Davon zeugen Depotfunde mit Bronzeäxten, Beilen, Schwertern, Trensen und Schmuck, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts bei Straßenbauarbeiten an der mittleren Saar zufällig entdeckt wurden. Bei St. Barbara fand man eine Kupfermine. Im Jahr 2007 entdeckte man in Erfweiler-Ehlingen einen spätbronzezeitlichen Schatz, der wohl wegen einer kriegerischen Bedrohung im Boden versteckt worden war. Mehrere Grabhügel im Saarland geben Zeugnis von der sozialen Herausgehobenheit der Bestatteten und deuten auf eine Adelselite in der Region hin. Durch die Verteilung von Grabfunden zeigen sich Siedlungsschwerpunkte an der Saar und an der Blies, die einen günstigen Ackerbau ermöglichten. Namen und Sprache der damaligen Bewohner des Saarlandes sind bisher unbekannt.[1]

Keltische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rekonstruierte Grabhügel in Reinheim (Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim)
Reinheimer Kanne, Original-Replikat
Keltischer Ringwall bei Otzenhausen

Schon zu Anfang der Eisenzeit entdeckten Erzschürfer im Saartal Eisenvorkommen, die sie für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen ausbeuteten. Im Vergleich zur Bronzezeit muss die Bevölkerung des Saarlandes ab dem neunten vorchristlichen Jahrhundert stark angewachsen sein, was archäologische Funde und Bestattungsplätze bestätigen. Die saarländischen Grabhügel aus der Epoche der Hallstattzeit befinden sich meist auf Höhenzügen, wohin auch die Siedlungen aus den überschwemmungsgefährdeten Talgründen der Saar verlegt werden. In dieser Zeit werden auch erstmals die bewaldeten Mittelgebirgszonen des Saarlandes besiedelt. Eine erste regionale Kulturgruppe stellt die Hunsrück-Eifel-Kultur in der Zeit zwischen dem sechsten und dritten vorchristlichen Jahrhundert dar. Sie zeichnet sich durch Grabhügelfelder mit Körperbestattungen und Beigaben aus. Der Übergang von der Hunsrück-Eifel-Kultur in die Zeit der keltischen Treverer verlief bruchlos.

Für die Latènezeit, die jüngere Eisenzeit, die von etwa 450 v. Chr. bis zur Zeit um Christi Geburt andauerte, deuten Gräberfelder und aufwändig gestaltete Adelsgräber auf den gestiegenen Wohlstand und Handelsbeziehungen zu entfernten Regionen hin. So enthielt der im Jahr 1954 archäologisch untersuchte Grabhügel einer bei Reinheim bestatteten keltischen Adeligen goldene Armreifen und Fingerringe, eine goldene Brustplatte, Perlen aus baltischem Bernstein sowie das aus dem Mittelmeerraum entstammende Schmuckmotiv der Sphinx. Darüber hinaus beweist eine große Schnabelkanne aus Bronze Importhandel aus Italien ins Saarland. Die keltischen Fürstengräber des Saarlandes gehören wie die zahlreichen Befestigungsanlagen (Wallerfanger Limberg, Schmelz-Limbach-Birg, Saarbrücker Sonnenberg, Siersburger Königsberg, Nonnweiler-Kastel, Otzenhausen) zur Zeit der befestigten Landstädte (Oppida) der Keltenzeit. Den heute noch beeindruckendsten Überrest eines solchen Oppidums im Saarland stellt der sogenannte Otzenhausener Hunnenring dar. Der Hunnenring, der von ca. 400 v. Chr. bis um 50 v. Chr. genutzt wurde, liegt auf dem Gebiet der keltischen Treverer, die ihr Zentrum an der Mosel hatten. Die Bewohner der Oppida waren berühmt für ihre Reiter und Kampfwägen, die auch auf Goldmünzen, wie den Goldstater von Saarbrücken, geprägt wurden. Weitere kleinere Ringwälle existierten überall im Saarland. Das Gebiet des Trevererstammes schloss sich im Süden an das Gebiet des keltischen Stammes der Mediomatriker an, der sich besonders in der Gewinnung von Eisen und Salz hervortat. Der Siedlungsschwerpunkt der Mediomatriker befand sich in der Metzer Gegend, jedoch umfasste ihr Siedlungsgebiet ebenfalls die Oberläufe der Saar, der Maas, der Mosel sowie der Seille, darüber hinaus auch das mittlere Saartal und das Tal der Blies. Die bis heute waldreiche Zone des nördlichen Saarlandes bildete den Grenzbereich der beiden keltischen Stämme. Die Kelten prägten die Kultur des Saarlandes bis zur Invasion der Römer und darüber hinaus. So wurden etwa die keltischen Fruchtbarkeitsgöttinnen Epona und Rosmerta auch nach der römischen Eroberung des Saarlandes verehrt. Die Namen der Flüsse (z. B. Saar von indogermanisch „strömen“, Blies und Nied von indogermanisch „fließen“, Prims von indogermanisch „wallen/summen“) und zahlreicher Berge des Saarlandes sind indogermanischen bzw. keltischen Ursprungs.[2]

Römische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inneres eines rekonstruierten gallo-römischen Tempels im Römermuseum Schwarzenacker
Fußbodenmosaik in Nennig, Gladiatorenkampf
Fußbodenmosaik in Nennig, Tierhetze
Rekonstruierte römische Villenanlage in Borg
Rekonstruierte Toranlage des Gutshofes in Borg
Rekonstruierter Innenraum der Villa Borg

Im Gallischen Krieg des römischen Feldherrn (und späteren Alleinherrscher) Gaius Iulius Caesar in den Jahren 58 bis 51/50 v. Chr. wurde auch das Gebiet des heutigen Saarlandes der römischen Oberhoheit unterstellt. Die Mediomatriker hatten den Aufstand des Arvernerfürsten Vercingetorix im Jahr 52 v. Chr. unterstützt. Unter Kaiser Augustus wurden die eroberten Gebiete in den Jahren 16 bis 13 v. Chr. herrschaftsmäßig erschlossen.

Zentralort der Region wurde Durocortorum, das heutige Reims. Das Gebiet des heutigen Saarlandes wurde Teil der römischen Provinz Gallia Belgica, später nur noch Belgica genannt, eine der Provinzen, die bei der Aufteilung Galliens durch Kaiser Augustus entstanden waren. Die Provinz Belgica umfasste den Norden und Osten des heutigen Frankreich, das westliche Belgien, die Westschweiz und den Jura bis zum Genfersee (Lacus Lemanus) hinunter, sowie das Einzugsgebiet der Mosel bis etwa 50 Kilometer vor der Mündung in den Rhein. Bei der Verwaltungsreform Diokletians am Ende des dritten nachchristlichen Jahrhunderts wurde Belgica aufgeteilt in die Provinzen Belgica I (Belgica Prima) rund um die Mosel und Belgica II (Belgica Secunda), die von Reims bis zum Ärmelkanal reichte. Sie bildeten dann mit den bisherigen Provinzen Lugdunensis, Germania superior und Germania Inferior, Sequana (Westschweiz, Jura, später Maxima Sequanorum) und Alpes Graiae et Poeninae (siehe Alpes Poenina und Alpes Graiae) die Dioecesis Galliae.

Zu einer bedeutenden Stadt in der Provinz Belgica entwickelte sich die kaiserliche Gründung Augusta Treverorum (Trier), die zur Hauptstadt der Diözese Galliae avancierte. Bereits im Jahr 17 v. Chr. hatte man hier eine erste hölzerne Brücke über die Mosel gebaut, die nach dem Aufstand der Treverer im Jahr 71 n. Chr. durch eine steinerne ersetzt worden war. Zwischen 286 und 395 war Trier kaiserliche Residenz und eine der Hauptstädte des Römischen Reiches.

Das Gebiet des heutigen Saarlandes war infrastrukturell über die schiffbare Saar, Brückenbauten bei Konz, Saarbrücken sowie dem an der oberen Saar gelegenen Saarburg (Pons Saravi) und einem gut ausgebauten Straßennetz an die Moselstadt Trier angeschlossen. Die Wälder des Saarlandes lieferten Bauholz, die Erzminen Eisen und Kupfer, die Lehm- und Tongruben bildeten die Grundlage für die Produktion von Ziegeln und Keramikartikeln. Der Absatzmarkt von Keramik aus der Werkstatt eines gallo-römischen Töpfers aus Blickweiler reichte von Britannien bis zur mittleren Donau. Fundstücke befinden sich heute im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken. In St. Barbara wurde der bereits bestehende Erzabbau durch den Ausbau des Emilianus-Stollens intensiviert. Als Hauptachsen des Straßennetzes im damaligen Saarland dürfen die Routen zwischen den Städten Metz, Trier, Worms und Straßburg gelten.

Ausgehend vom Kraftfeld Trier entstanden im Saarland zahlreiche kleine gallo-römische Landstädte (vici), Heiligtümer, Friedhöfe, Verkehrstationen (mansiones), Kastelle für militärische Garnisonen und ländliche Villen (villae), vor allem in der Saar-Mosel-Region, z. B. in Nennig, Perl und in Contiomagus (Dillingen-Pachten), sowie im Bliesgau, z. B. Homburg-Schwarzenacker und Bliesbruck-Reinheim. Die Villa von Perl-Nennig war mit einem prächtigen Fußbodenmosaik ausgeschmückt, das bis heute das größte in situ erhaltene römische Bodenmosaik nördlich der Alpen darstellt. Das aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. stammende Nenniger Villengebäude wurde im Jahr 1852 bei Erdarbeiten entdeckt. Der 10 × 16 Meter große Mosaikfußboden eines Villenraumes zeigt zwischen Ornamentrahmen Kämpfe von Menschen und Tieren. Die Nenniger Villa wies eine rund 120 Meter breite Fassade auf, ein abseits errichtetes Bad von fast 500 Quadratmetern Grundfläche und einen 256 Meter langen, überdachten Wandelgang zwischen Wohn- und Badegebäude. Dass zu dem gutsherrlichen Anwesen („villa“) nicht nur der herrschaftliche Wohnsitz („pars domestica“), sondern auch ein Gutshof mit Ökonomiegebäuden („pars rustica“) gehört hatte, erwies sich erst, als im Jahr 1997 moselwärts ein Neubaugebiet erschlossen wurde. Dabei konnten zu beiden Seiten eines riesigen Hofareals die Standorte von drei Gebäuden ermittelt werden. Eines wurde bis 2001 unter Mitwirkung der Fachrichtung Vor- und Frühgeschichte der Universität des Saarlandes vollständig ausgegraben.

Ein prachtvoller Gutshof existierte ebenfalls im benachbarten Borg. Die seit dem Jahr 1987 planmäßig ausgegrabene Anlage der Villa Borg wurde von 1994 bis 2001 gemäß der Befunde rekonstruiert. Die dreiflügelige Anlage erstreckt sich inklusive des Hofareal über eine Fläche von 7,5 ha. Das Haupthaus, dessen Rekonstruktion auch als Regionalmuseum für archäologische Funde genutzt wird, liegt quer zur Mittelachse der Anlage. Es besitzt eine große Empfangshalle mit einer Fläche von 100 m². Die Ausstattung der Wohn- und Wirtschaftsräume sowie des römischen Bades wurde anhand vorgefundener Überreste sowie antiker Vorlagen rekonstruiert.

Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts wurden ein Kastell am Fuße des Halberges und eine Siedlung in Sankt Arnual durch eine zunächst hölzerne, dann steinerne Brücke über die Saar verbunden. Der auf einem Meilenstein nachgewiesene Ortsname der Siedlung am Saarbrücker Halberg war Vicus Saravus (Saarort).[3] Mit diesem Vicus bildete sich zum ersten Mal im heutigen Saarbrücker Stadtgebiet ein Siedlungszentrum heraus. Hier kreuzten sich zwei Fernstraßen (MetzMainz, StraßburgTrier). Der Vicus Saravus war ähnlich groß wie der Vicus von Reinheim-Bliesbrück und übertraf damit die Vici Contiomagus (Pachten), Wareswald bei Tholey, Schwarzenacker und Nennig. Archäologisch bezeugte stattliche, ziegelgedeckte Gebäude mit bis zu 15 m Straßenfront, Fußbodenheizungen, großen Lagerkellern sowie Wasserleitungen von den umliegenden Bergen deuten auf die Bedeutung des Vicus im Gebiet der heutigen saarländischen Landeshauptstadt hin. Schmiedewerkzeuge und Eisenschlacken lassen Eisenverarbeitung vor Ort vermuten, während Gewichte mit Zahlzeichen auf einen Handelsort hinweisen. Arztbestecke belegen eine medizinische Versorgung. Aufgefundene Götterstatuetten und größere Grabsteine sowie eine Villenanlage lassen eine aufblühende gallo-römische Kleinstadt erkennen.

Die keltische Götterwelt wurde allmählich den römischen Vorstellungen angepasst. Nur noch wenige Kulte, wie etwa der der Pferde- und Fruchtbarkeitsgöttin Epona, konnten ihre ursprünglich keltische Ausprägung bewahren. In Völklingen-Ludweiler wurden mehrere Steinreliefs der Göttin aufgefunden. Die Verehrung des keltischen Gottes Teutates, die durch Jupitergigantensäulen am Saarbrücker Eschberg, in St. Wendel-Dörrenbach und in Schwarzenacker belegt ist, wurde dem römischen Göttervater Jupiter angeglichen. Die christliche Religion breitete sich an der Saar besonders in der Spätantike im Gefolge der römischen Truppen und der massiven Förderung unter Kaiser Konstantin aus. Trier wurde Bischofssitz und theologischer Wirkungsort der Kirchenlehrer Ambrosius und Hieronymus. Mit der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion im römischen Reich durch den römischen Kaiser Theodosius I. im Jahr 380 war der Bereich des heutigen Saarlandes christianisiert. Anhand des beim Abbruch der alten Pachtener Kirche im Jahr 1891 gefundenen "Ursussteines" mit einem Christusmonogramm lässt sich belegen, dass bereits im dritten beziehungsweise vierten Jahrhundert n. Chr. Menschen christlichen Glaubens im heutigen Saarland gelebt haben.[4]

Contiomagus-Pachten, Kopie des christlichen Grabsteines des Kindes Ursus, gefunden beim Abbruch der alten Pachtener Kirche im Jahr 1891, lateinischer Text: IN PACE QUIESCIT URSUS INNOCENS QUI VIXIT AN III D XLVI, Übersetzung: In Frieden ruht hier der unschuldige Ursus, der drei Jahre und 46 Tage gelebt hat. Der originale Grabstein ging im Zweiten Weltkrieg verloren.

Die Zeit der ungebrochenen Prosperität der gallo-römischen Kultur im Saarland endete mit der Krisenzeit des dritten nachchristlichen Jahrhunderts. Missernten, Aufstände und Barbareneinfälle, die Aufgabe des Limes zwischen Rhein und Donau brachten der Region einen spürbaren Niedergang. Durch den Einfall der Franken und Alemannen im Rahmen der beginnenden Völkerwanderung wurden das römische Saarbrücken, Schwarzenacker und Dillingen-Pachten im Frühling des Jahres 276 ausgeplündert und niedergebrannt. Münzdepotfunde beweisen, dass diese Überfälle auch den Tod von Einwohner der Saarorte bedeutet haben müssen.

Contiomagus-Pachten, 2009 erbaute Rekonstruktion eines Kastellturmes

Der Wiederaufbau der Saarregion wurde unter Kaiser Probus eingeleitet. Mit dem Überfall der Alemannen im Jahr 352 sanken die gallo-römischen Saarorte abermals in Schutt und Asche. Eine relative Stabilisierung brachte die Herrschaftszeit Kaiser Valentinians I., der seit dem Jahr 367 in Trier residierte und in Konz an der Saar (Contionacum) eine prachtvolle Kaiservilla errichten ließ. Zur Erhöhung der Sicherheit wurden an der Saar Kastelle in Merzig (Martiaticum), Saarbrücken und Pachten errichtet, doch währte diese späte Blütezeit nur noch kurz. Der Ansturm der Völkerwanderung bereitete der gallo-römischen Kultur im Saarland ein jähes Ende. Kaiser Flavius Honorius musste im Jahr 395 die kaiserliche Residenz von Trier nach Mailand verlegen. Um 400 verlegte man die gallische Präfektur (eine der beiden obersten Verwaltungsbehörden des Westreichs für Gallien, Britannien und Spanien) von Trier nach Arles.

In den Jahren bis 435 wurde Trier und sein Umland an Mosel und Saar viermal von den Franken und den mit ihnen verbündeten Stämmen geplündert. Darüber hinaus kamen Alemannen ins Saartal. Der weströmische Heermeister Flavius Aëtius bemühte sich, die römischen Provinz Gallien während dieser schwierigen Phase zu verteidigen. Mit Hilfe hunnischer Hilfstruppen vernichtete er so im Jahre 436 das sich von Worms ausbreitende Burgunderreich. In der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern bei Châlons-en-Champagne konnte sich Aëtius mit Hilfe eines gemischten römisch-germanischen Heeres dem Hunnenkönig Attila entgegenstellen und dessen Vorstoß zum Stillstand bringen. In der Folgezeit beherrschte Arbogast der Jüngere, ein römisch gebildeter Christ mit vermutlich fränkischem Migrationshintergrund, bis nach 480 die Stadt Trier und ihr Umland an Mosel und Saar. Er regierte mit Hilfe verbliebener römischer Verbände und vielleicht fränkischer foederati ein relativ kleines Einflussgebiet. Seine Herrschaft ist als eine Übergangszeit zwischen römischer und fränkischer Herrschaft zu begreifen. In den 480er Jahren fiel Trier endgültig an die Franken, die diesen Raum schon in den Jahren zuvor bedrängt hatten. Die spätantike Kultur erlosch bald darauf. Handel mit römischen Münzen und schriftliche Nachrichten brechen weitgehend ab.

Am Ende des fünften Jahrhunderts leitet der fränkische König Chlodwig I. aus der Dynastie der Merowinger die Bildung eines westeuropäischen Großreiches mit Zentrum im Pariser Becken ein. Er unterwarf in den 80er Jahren des fünften Jahrhunderts die gallo-römische Bevölkerung und in den 90er Jahren den Stamm der Alemannen. Seinen Übertritt zum Katholizismus vollzog er wohl nach seinem Sieg über die Alamannen in der Schlacht von Zülpich. Dieser Schritt war eine wichtige Weichenstellung für den weiteren Verlauf der mittelalterlichen Geschichte des Saarlandes.[5]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühmittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf der dat-das-Linie

In der Völkerwanderung brach die Römerherrschaft zusammen, was einen starken Bevölkerungsrückgang zur Folge hatte. Die bestehenden Siedlungen, das Straßennetz und die agrarisch genutzten Flächen des Saarlandes gerieten durch Überfälle, Kriege und Seuchen in Verfall. Die bis zum heutigen Tage andauernde Weiterbenutzung der keltischen Flussnamen des Saarlandes deutet aber auf eine Bevölkerungskontinuität hin. Die Weiterexistenz romanischer Sprachinseln östlich der Sprachgrenze zeigen Ortsnamen wie Wahlschied, Wahlen oder Welschbach an. Ebenfalls entlang der Mosel und im Hochwald um Tholey konnten sich romanische Siedlungen halten. Saarländische Ortsnamen, die direkt an die früheren römischen Ortsnamen anknüpfen, gibt es nur noch wenige, wie etwa Bliesbolchen (Bollacum), Mettlach (Mediolacum), Besch (Bessiacum), Bübingen (Bubiacum), Borg (Burnacum), Münzingen (Miniciacum), Nennig (Nanniacum) oder Sinz (Sentiacum). In Pachten (Contiomagus) siedelten sich fränkische Neusiedler in den römischen Ruinen des Ortes an, dessen alter Name verloren ging. Der im Jahr 777 genannte Ortsname von Auersmacher (Auricas Machera) deutet ebenfalls auf Ruinenkontinuität hin.

Während die Franken westlich der Mosel von der ansässigen gallo-romanischen Bevölkerung assimiliert wurde, assimilierten sie an der Saar ihrerseits weitgehend die gallo-römische Bevölkerung, was bis heute an der moselfränkischen bzw. rheinfränkischen Mundart des Saarlandes spürbar ist. Die sogenannte dat-das-Linie, die beide fränkischen Dialektvarianten voneinander abgrenzt, verläuft quer durch das Saarland. Vermutlich wurde die fränkische Neubesiedelung des Saarlandes teilweise durch das fränkische Königtum gelenkt. Zahlreiche fränkische Ortsnamen des Saarlandes auf -ingen, -heim oder -dorf verweisen auf ihre Gründer: Fechingen (bei den Leuten des Facho), Dillingen (bei den Leuten des Dullo), Völklingen (bei den Leuten des Fulkilo), Wadgassen (bei den Leuten des Wadugoz), Dudweiler (bei den Leuten des Dudo) oder Lendelfingen (bei den Leuten des Landwulf).

Eine erste Christianisierung hatte bereits in römischer Zeit stattgefunden. Im Gefolge der Taufe des fränkischen Königs Chlodwig I. aus der Dynastie der Merowinger durch den Reimser Bischof Remigius um das Jahr 500 wurden die meist noch heidnischen Neusiedler christianisiert, was die Integration der gallo-römischen Bevölkerung erleichterte. Der christliche Glaube der germanischen Bevölkerungsschichten wurden durch eine Missionswelle angelsächsischer und iro-schottischer Missionare im sechsten Jahrhundert, wie Ingobertus, Wendalinus oder Oranna, gefestigt.

Abschrift des Testaments des Adalgisel Grimo aus dem 10. Jahrhundert. Die Urkunde gilt als ältestes Schriftstück des Rheinlandes (Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 1 a, Nummer 1)

Erste Züge einer diözesanen Organisation im Saarland werden durch das Testament des fränkischen Adeligen und Diakons der Verduner Kirche, Adalgisel Grimo, sichtbar. In der Urkunde bestimmte er am 30. Dezember 634, dass sein Besitz im Ort Tholey mitsamt der dort von ihm errichteten „loca sanctorum“ an das Bistum Verdun, dem zu dieser Zeit Bischof Paulus vorstand, fallen sollte. Auf Bitten Adalgisel Grimos entsandte der Bischof von Trier, der auch die Tholeyer Kirche weihte, Kleriker nach Tholey.

Die lateinisch verfasste und in einer Abschrift erhaltene Urkunde des Adalgisel Grimo zur Schenkung Tholeys an das Bistum Verdun gilt heute als die älteste erhaltene Urkunde des Rheinlandes.[6][7][8][9][10][11][12][13][14][15] Adalgisel Grimo, der über zahlreiche, weit gestreute Güter im austrasischen Reichsteil, vor allem zwischen der Maas, den Ardennen und dem Hunsrück, verfügte, war nach eigener Aussage an der Verduner Domkirche erzogen worden. Sein Stammbesitz könnte durch Zuweisung bei der Landnahme der Franken am Ende des 5. und zu Beginn des 6. Jahrhunderts in den Besitz seiner Familie gekommen sein, denn die in der Urkunde genannten Orte tragen alle vorgermanische Namen. Die Verwandtschaft Adalgisel Grimos mit dem Herzog Adalgisel gilt als gesichert. Dieser Herzog führte zusammen mit Bischof Kunibert von Köln die Regentschaft für den unmündigen Unterkönig Sigibert III. und ist auch in der näheren Umgebung von König Childerich II. nachzuweisen.

Nach dem Bau seiner Eigenkirche in Tholey hatte sich Adalgisel Grimo an den Trierer Bischof, vermutlich Moduald, mit der Bitte gewandt, Kleriker zu schicken und die Tholeyer Kirche zu weihen. Der Urkundentext ist insofern eindeutig, als in Tholey nicht einem einzelnen Pfarrer, sondern einer Klerikergemeinschaft die Seelsorge obliegt. Es bleibt offen, ob dies eine lockere Gemeinschaft von Weltgeistlichen (Stiftsherren wie später im Stift St. Arnual an der Saar) war, oder eine monastisch geregelte Gemeinschaft nach dem benediktinischen oder columbanischen Vorbild.[16]

Ende des siebten Jahrhunderts gründete der fränkische Adlige Lutwinus die Abtei Sankt Peter und Maria als Doppelkloster an der Stelle des heutigen Ortes Mettlach und trat selbst in das Kloster ein, das der Benediktinerregel unterstellt war. Als Liutwin später Bischof von Trier (697-715) wurde (zudem auch Reims (717) und Laon), ergab es sich über mehrere Jahrhunderte hinweg, bis ins 10. Jahrhundert hinein, dass der Trierer Bischofsstuhl und die Leitung der Abtei in Personalunion besetzt wurden.

Bereits 757/768 brachte Lantbert, wohl ein Verwandter Liutwins und Stammvater der Guidonen, das Kloster Mettlach in seinen Besitz. Vermutlich im Jahr 782 wies dann König Karl der Große die daraus abgeleiteten Ansprüche von Lantberts Söhnen, darunter Guido von Nantes, auf Mettlach ab. Danach übten noch im 9. Jahrhundert die Karolinger königliche Rechte in Mettlach aus, vor allem Kaiser Lothar I., der zu Beginn seiner Herrschaft den späteren Grafen Guido von Spoleto in den Besitz des Klosters setzte. Nach dem Ende des karolingischen Herrscherhauses war die Abtei Mettlach dann ein Eigenkloster des Bistums Trier.

Mettlach, Alter Turm, ältestes Bauwerk des Saarlandes, ehemalige Grabkapelle des heiligen Lutwinus

Die Personalunion endete, als Bischof Ruotbert von Trier (931-956) dem Kloster die freie Abtwahl zugestand. Ruotbert war es auch, der eine bislang auf den Trierer Dom gerichtete Pfingstprozession aus dem Südosten der Diözese nach Mettlach umleitete und so die Tradition Mettlachs als Wallfahrtsort begründete.

Um das Jahr 990 baute Abt Lioffin eine Marienkirche als Grabkirche des Gründers. Diese Kirche in Form eines Oktogons, nach dem Vorbild des Aachener Doms, ist heute als der Alte Turm bekannt und stellt das älteste Bauwerk des Saarlandes dar. Der romanische Bau und eine in den 1220er Jahren erworbene Kreuzreliquie sind Zeugnisse der Bedeutung der Mettlacher Abtei im Mittelalter.

Lutwinus´ Enkel Graf Warnharius aus dem Geschlecht der Widonen (Vorfahren der Salier) schenkte Landbesitz an den Missionsbischof Pirminius für die Gründung des an der heutigen saarländischen Grenze gelegenen Klosters Hornbach.[17]

Figur des Arnulf von Metz am Portal der evangelischen Johanneskirche in St. Johann a.d. Saar;
Laut einer Legende habe Arnulf im Jahr 629 seinem Bischofsamt entsagt und sich in die Heidenkapelle (ehemaliges Mithräum) am Halberg zurückgezogen, wo bereits sein angeblicher Vater, der heilige Arnual, als Einsiedler gelebt habe. Von dort aus habe er die Errichtung der Johannes dem Täufer gewidmeten Kapelle (Ort der Basilika St. Johann) im Fischerdorf St. Johann initiiert. Vom Titelheiligen dieser Kapelle hat dann das Fischerdorf den Ortsnamen St. Johann übernommen.[18][19][20]

Im sechsten Jahrhundert trat Metz, das unter König Sigibert I. zur Hauptstadt Austrasiens wurde, als Zentralort des Saarraumes an die Stelle von Trier. Sigibert Sohn Childebert II. übergab den Bischöfen von Reims Königsgut an der Saar. An diese merowingische Schenkung erinnert bis heute das ehemalige Bischofsdorf Bischmisheim. Childeberts Sohn Theudebert II. schenkte dem Metzer Bischof Arnulf von Metz den Königshof Merkingen, der vermutlich nach dem Tod des Metzer Bischofs in Sankt Arnual umbenannt wurde. Arnulf, der zur Familie der Pippiniden gerechnet wird, wurde von Karl dem Großen als dynastischer Ahnherr der Karolinger angesehen.

Die Tholeyer Abteikirche St. Mauritius vom Schaumberg aus
Inneres der Stiftskirche St. Arnual gegen Westen

Unter dem Metzer Bischof Chrodegang wurden die Kirchensprengel an der Saar erstmals geformt. Saarländische Ortsnamen mit dem Suffix -kirchen, wie etwa Wiebelskirchen, entstanden in dieser Zeit mit dem Bau von neuen Pfarrkirchen. In kirchenrechtlicher Hinsicht blieb aber das Bistum Metz weiterhin dem Trierer Bistum unterstellt, dessen Kirchenprovinzgrenzen mit den Suffraganbistümern Metz, Toul und Verdun sich an die politischen Strukturen der Spätantike anschließen. Dem Erzbistum Trier gelang es in den folgenden Jahrhunderten, mit dem Hochstift Trier eine eigene politische Landeshoheit aufzubauen. Der trierische Hochstiftsbesitz im Nordsaarland wurde später in die Verwaltungsämter Saarburg, Merzig und Grimburg eingeteilt. Völklingen und Malstatt bildeten die südlichsten Pfarrorte des Bistums Trier, während Ottweiler, Illingen und St. Ingbert die nördlichsten Pfarreien des Bistums Metz waren. Die südlichen trierischen Pfarreien wurden durch das Archidiakonat Tholey betreut, dessen frühgotische Abteikirche den Machtanspruch des Erzbistums ausdrücken sollte. Metz betonte mit dem Bau der ebenfalls frühgotischen Stiftskirche St. Arnual seinerseits den eigenen Machtanspruch an der Saar. Die Diözesangrenzen zwischen Metz und Trier blieben im Wesentlichen (Ausnahme St. Wendel (Bistum Verdun), 1326/28 Kauf durch den Trierer Kurfürsten und Erzbischof Balduin von Luxemburg) bis zu den kirchenpolitischen Umwälzungen des Jahres 1802 bestehen.

Mit dem späten achten bis zum Ende des dreizehnten Jahrhunderts wuchs im Saarland die Bevölkerung an und eine Periode der Rodungen setzte ein. Bereits in der Merowingerzeit waren die Orte zu Gauen zusammengefasst worden. Die Gaue benannte man nach den wichtigsten Flüssen der Region. So wird im Vertrag von Meerssen im Jahr 870 der obere sowie der untere Saargau, der Rosselgau, der Niedgau und der Bliesgau erwähnt. Zu dieser Zeit unbesiedelt war das teilweise gebirgige Waldland des Vosagus, das die heutigen Vogesen, den Pfälzer Wald, den Hunsrück mit dem Schwarzwälder Hochwald und den Warndt umfasste.

Auf den fruchtbaren Muschelkalkböden des Saar- und Bliesgaues wurden in einer zweiten Siedlungswelle Orte gegründet, deren Namen in der Karolingerzeit meist mit den Suffixen -weiler, -kirchen, -hausen sowie -hofen gebildet wurden. Die höheren Waldzonen des Saarlandes wurden hinsichtlich einer Besiedelung, die auf die Initiative von Adeligen oder Klöster zurückgeht, noch gemieden. Allerdings ging man jetzt an die Besiedelung der Nebenflusstäler, etwa im Nahegau. So liegen alle Altpfarreien des Saarlandes im Gebiet der fränkischen Erstbesiedelung.

Im Vertrag von Verdun im Jahr 843 wurde das Karolingerreich aufgeteilt. Dabei fielen Metz und Trier an das Mittelreich (Lotharii Regnum) Lothars I. Nach dem Zerfall des Mittelreiches kam das Gebiet im Jahr 870 unter König Ludwig dem Deutschen an das Ostfrankenreich, aus dem das heutige Deutschland hervorging. In dieser Zeit wurde das heutige Saarland durch Überfälle der Normannen und Ungarn stark erschüttert. So fiel Bischof Wala von Metz am 11. April 882 in der Schlacht bei Remich an der heutigen saarländisch-luxemburgischen Grenze gegen die normannischen Wikingern. Eine politische Stabilisierung der Region setzte mit dem Übergang des Königtums an die Dynastie der Ottonen unter König Heinrich I. ein.

In diese Zeit fallen vermutlich der Bau der Gaugrafenburgen von Saarbrücken, St. Ingbert (Stiefler Schloss) und Altfelsberg. Die Burg Homburg wurde spätestens bis 950 errichtet. Auf einer Burg bei St. Wendel, das damals noch "Basenvillare" hieß, fand im Jahr 950 ein Zusammentreffen von Kaiser Otto I. und dem westfränkischen König Ludwig IV. statt. Die Reichsburg Kirkel wird erstmals Ende des 11. Jahrhunderts erwähnt. Alle diese Burganlagen spielten für mehrere Jahrhunderte in der Geschichte des Saarlandes eine bedeutende Rolle.

Mit dem Sieg Kaiser Ottos I. über die kriegerischen Ungarn im Jahr 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld begann eine friedlichere Periode an den Grenzen des Reiches. Befördert wurde diese Konsolidierung auch mit einem starken Bündnis zwischen Königtum und der Reichskirche. So schenkte Kaiser Otto III. am 14. April 999 im Petersdom in Rom die Königsburg Sarabruca zusammen mit dem Königshof Völklingen und den Waldgebieten um Quierschied und im Warndt mitsamt den dazugehörigen Dörfern, Feldern, Wiesen, Wäldern, Eigenleuten, Amtspersonen, Kirchen, Zöllen, Märkten, Gewässern, Fischrechten sowie Mühlen dem Metzer Bischof Adalbero II.[21] Bereits zehn Jahre später brachte Kaiser Heinrich II. die Saarbrücker Burg in seinen Besitz, doch schenkte Heinrich IV. die Saarfestung im Jahr 1065 wiederum dem Metzer Bischof. Im Jahr 1180 übergab Heinrich die auf einem Saarfelsen gelegene Burg jedoch seinem Gefolgsmann Sigebert, dem er überdies Wadgassen an der Saar zum unbeschränkten Eigentum schenkte. Im Gefolge des Investiturstreites gelang den Saarbrücker Grafen die Emanzipation von ihren geistlichen Lehnsherren in Metz. Damit begann der Aufbau einer eigenen Landeshoheit mit Saarbrücken als Zentrum.[22]

Hoch- und Spätmittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Beginn des Hochmittelalters erlebte das Land an der Saar, bedingt durch die hochmittelalterliche Warmzeit eine Phase ökonomischer Prosperität. So hatte sich bereits im neunten Jahrhundert die Bevölkerung verdoppelt. Die Voraussetzungen für den Getreide- und Weinanbau verbesserten sich. Nun wurden auch an der mittleren und oberen Saar Rebstöcke kultiviert und die ungünstigen Flächen des Warndtwaldes, des Hochwaldes, des Hunsrücks sowie des Pfälzer Waldes unter den Pflug genommen. Zahlreiche neu gegründete Ortschaften deuten mit ihren Suffixen wie -scheid, -schied, -holz, oder -rath auf die umfangreichen Waldrodungen hin. Am Ende des 13. Jahrhunderts hatte das Saarland wieder den Bevölkerungrstand der antiken Prosperitätsphase erreicht. Mit ca. 820 Ortschaften kam das Saarland um das Jahr 1300 auf ein bisheriges Maximum. Der Bau von Höhenburgen sollte der Sicherung des Landesausbaues dienen, gleichzeitig die Verkehrswege kontrollieren und die Einnahme von Zöllen sicherstellen. Diese Aufgaben oblagen Ministerialgeschlechtern, die von Lehnsherren dazu beauftragt worden waren.

Älteste kartographische Darstellung der lothringischen Orte auf einer Karte des Jahres 1508

Im zehnten Jahrhundert entstand aus dem oberlothringischen Territorium das Herzogtum Lothringen als Lehen der deutschen Könige. Um das Jahr 1050 wurde Gerhard von Elsass, der bereits über Güter im Saargau und im Bliesgau verfügte, von Kaiser Heinrich III. mit diesem Herzogtum belehnt. Als das Blieskasteler Grafenhaus im Jahr 1237 im Mannestamm ausstarb, gelang es den lothringischen Herzögen, ihrem Territorium das Gebiet des späteren Oberamtes Schaumburg einzuverleiben. Dieser Besitz ging erst im Jahr 1787 von Frankreich an die Herrschaft Pfalz-Zweibrücken über.

Ebenfalls aus ehemals oberlothringischem Gebiet entstand die Grafschaft Luxemburg, die sich nach einem im Jahr 1060 von der Trierer Abtei St. Maximin erhaltenen Lehen, der „Lucilinburhuc“, nannte. Der territoriale Besitz der Grafschaft ragte über die Mosel in das Saarland hinein.

Zu Beginn des zwölften Jahrhunderts benannte sich eine Grafenfamilie, die den Saargaugrafen Sigebert I. als ihren Ahnherren angeben, nach der Saarbrücker Burg. Sigebert hatte zum Hochadel der Salierzeit gehört. Die Saarbrücker Grafen befreiten sich nach und nach von der geistlichen Lehnshoheit des Hochstiftes Metz und erreichten die Erblichkeit des Grafenamtes. Die Zerstörung ihrer Saarbrücker Burg durch Kaiser Friedrich Barbarossa in einer Fehde des Jahres 1168 führt ihre geschwächte Stellung hinsichtlich der staufischen Königsmacht vor Augen. Wie stark diese Zerstörung der Saarbrücker Burganlage war, bleibt offen, denn bereits wenige Jahre später, im Jahr 1171 wurden die Grafen von Saarbrücken wiederum in ihrer Position bestätigt, wobei ihre Lehensuntertänigkeit unter die Bischöfe von Metz ausdrücklich betont wird.

Die Grafen von Saarbrücken zählten seit dem Beginn des zwölften Jahrhunderts zu den mächtigsten Geschlechter im südwestdeutschen Raum mit umfangreichem Landbesitz an der Saar, im Bliesgau, im Elsass, in der Pfalz und am Mittelrhein sowie einträglichen Vogteien. Ihre Machtstellung wird ebenso dadurch charakterisiert, dass sie im zwölften Jahrhundert zweimal die Erzbischöfe von Mainz stellten. Wohl bald nach 1100 fiel ihnen auch die Vogtei über das Kloster Hornbach zu, dessen ausgedehnte Besitzungen zwischen der Blies und dem Pfälzer Wald lagen. Am Übergang über den Schwarzbach entstand hier die Burg Zweibrücken. Durch Erbteilung im Saarbrücker Grafenhaus kam Zweibrücken 1182/1190 an den jüngeren Sohn des Saarbrücker Grafen Simon I., Heinrich I., der die Linie der Grafen von Zweibrücken begründete. Neben der Burg Zweibrücken bestand eine bürgerliche Siedlung, die im Jahr 1352 zusammen mit Hornbach Stadtrechte erhielt. In der nächsten Generation spalteten sich im Jahr 1212 die Grafen von Leiningen ab. In Ermangelung erbberechtigter Nachkommen, wurde der Besitz im Jahr 1385 an die Pfalzgrafen bei Rhein aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher verkauft und im Jahr 1394 als erledigtes Lehen endgültig eingezogen. Im Jahr 1410 wurde das neu gebildete Fürstentum Pfalz-Simmern-Zweibrücken geschaffen, das bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches bestand und dessen Herzöge zuerst die Kurpfalz und danach Kurbayern erbten. Als Könige von Bayern herrschte die wittelsbachische Dynastie über diese Gebiete bis zur Novemberrevolution des Jahres 1918.

Um ihre Lehensuntertänigkeit vom Hochstift Metz zu reduzieren, versuchten die Grafen von Saarbrücken, ihre Bindung an das Hochstift Trier zu verstärken. Dies geschah durch die Indienstnahme ihres Besitzes in Wadgassen. Der Königshof Wadgassen („Villa Wadegozzinga“) war erstmals am 19. September 902 als Ausstellungsort einer Urkunde Ludwigs des Kindes erwähnt worden. Im Jahr 1080 hatte König Heinrich IV. in einer in Mainz ausgestellten Urkunde seinem Getreuen Sigebert die Villa Wadgassen („Villa Wuadegozzingen“) als Amtsgut bei dessen Bestellung zum Grafen im unteren Saargau überantwortet:[23][24]

Zwei von Sigeberts Söhnen besetzten als Geistliche hohe kirchliche Positionen, der Speyerer Bischof Bruno von Saarbrücken und der Mainzer Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken. Beim Tod von Sigiberts Haupterben, Friedrich von Saarbrücken, vermachten dessen Witwe Gisela, eine Enkelin des Grafen Dietmar von Selbold-Gelnhausen, und der gemeinsame Sohn Simon I. von Saarbrücken im Jahr 1135 gemäß einem Gelübde des Verstorbenen den Besitz Wadgassen der Kirche von Trier mit allen Rechten zur Gründung eines Augustinerchorherrenstiftes. In der Umgebung Wadgassens bestand spätestens seit dem Spätmittelalter ein ähnliches Stift in St. Arnual saaraufwärts.[25]

Ehemalige Klosterkirche, jetzt Pfarrkirche St. Peter in Merzig
Deutschherrenkapelle in Saarbrücken

Der Trierer Erzbischof Albero von Montreuil unterstellte das Kloster Wadgassen einer Vogtei, die de facto bei den Grafen von Saarbrücken verblieb, und verlieh ihm das Predigt-, Tauf- und Begräbnisrecht sowie die freie Abtswahl.[26] Durch die Stiftung der Wadgasser Abtei konnte der Landesausbau an der mittleren Saar weiter gefördert werden. Mit den Klöstern in St. Arnual, Tholey, Neumünster (Ottweiler), Mettlach, Hornbach, Wadgassen, Wörschweiler, Merzig, Fraulautern, Gräfinthal, Wallerfangen sowie den Deutschordenskommenden St. Elisabeth bei Saarbrücken und in Beckingen entwickelte sich eine dichte monastisches Struktur im Saarland, die die religiöse, ökonomische und kulturelle Entwicklung des Saarlandes entscheidend mitprägte. In den folgenden Jahrhunderten prosperierte die Abtei Wadgassen zu einem geistig-kulturellen Zentrum der Region dessen Zirkarie Wadgassen von Oberlothringen über Süddeutschland bis zum Harz reichte.[27] Der Abtei Wadgassen gehörten seit dem Spätmittelalter über 200 Güter, Gehöfte und Mühlen, Propsteien, Patronatsrechte und Pfarrkirchen.[28] Seltene Belege zeigen im 13. Jahrhundert einen Doppelkonvent mit Mönchen und Nonnen.[29][30] Wadgassen wurde zum Hauskloster des Saarbrücker Grafenhauses und zur gräflichen Grablege. Bischöfe und Domkapitel von Metz, Trier und Worms übertrugen dem Kloster Patronatsrechte und Pfarrstellen. Durch adelige und stadtbürgerliche Messstiftungen in Form von Übertragungen von Immobilien, Land- und Waldbesitz, Gewässern, Salinen, Weide- und Holzrechten, Zehntrechten, Abgaben und Renten sowie Zöllen wuchs der Reichtum der Abtei an. Zu den frommen Stiftern gehörten die Herzöge von Lothringen, die Grafen von Saarbrücken, Zweibrücken, Luxemburg, Forbach, Bitsch und Leiningen, die Raugrafen und das aufstrebende Rittertum der gesamten Saarregion. Das Wadgasser Kloster betrieb vor Ort eine Schule und ein Hospital, übernahm im Jahr 1182 das Merziger Kloster, erwarb im Jahr 1466 die Hochgerichtsbarkeit und initiierte im Jahr 1480 mit dem Erheben der Gebeine der heiligen Oranna eine eigene Wallfahrt bei Berus. Auch in der Reformation widerstand die Abtei dem im Jahr 1575 protestantisch gewordenen Saarbrücker Landesherrn und strebte nach einer reichsunmittelbaren Stellung.

Graf Johann I. übergibt im Jahr 1322 den Freiheitsbrief an St. Johann an der Saar, Historistisches Wandgemälde von Wilhelm Wrage im Festsaal des Rathauses St. Johann

Die Saarbrücker Grafenfamilie erlebte mit der Positionierung von Familienmitgliedern als Bischöfe von Worms, Mainz und Speyer den Aufstieg der nach Selbstbestimmung strebenden Kaufmannsschicht in den rheinischen Städten. Nach Aufständen gegen die Bischöfe mussten diese den Bürgern Freiheitsrechte gewähren. In der Heimat der Bischöfe an der mittleren Saar selbst jedoch erreichten die Siedlungen nicht das Niveau der rheinischen Städte. Im zwölften Jahrhundert entwickelte sich unterhalb der Saarbrücker Burg eine Burgsiedlung, aus der in der Folgezeit eine kleine ummauerte städtische Siedlung wurde, für die eigene Maße, Münzen, eine Stadtwaage und lombardische Fernhändler belegt sind. Die städtische Siedlung blühte zum Verwaltungsmittelpunkt der Grafschaft Saarbrücken auf. Allerdings verweigerten die alten Saarbrücker Grafen den Bewohnern die Verleihung der Stadtrechte. Erst unter den Grafen von Saarbrücken-Commercy übergab Graf Johann I. im Jahr 1322 den beiden Schwestersiedlungen Saarbrücken und St. Johann am gegenüberliegenden Saarufer Freiheitsbriefe. Da der Doppelstadt allerdings kein freies Verfügungsrecht der Bürger über die eigenen Person und ihr Eigentum zugestanden wurde und die gräflichen Abgabenlasten und Frondienste weiterhin drückend blieben, konnte sich aus der Doppelstadt Saarbrücken-St. Johann fast bis zum Ende der Existenz der Grafschaft kein attraktiver Anziehungspunkt für Neusiedler entwickeln.[31]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Saarlandes wurde in wesentlichen Teilen durch benachbarte Fürsten regiert. Hierbei sind insbesondere die heute neben Nassau-Saarbrücken im Landeswappen des Saarlandes vertretenen Territorien, das Herzogtum Lothringen, das Kurfürstentum Trier und das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken zu nennen. Im 16. Jahrhundert wurde in Pfalz-Zweibrücken die Reformation nach lutherischem, später nach calvinistischem Bekenntnis eingeführt, in Nassau-Saarbrücken nach lutherischem Bekenntnis, während die zum Herzogtum Lothringen gehörenden Gebietsteile westlich der Saar und zwischen Wallerfangen und Tholey und die dem Erzbischof von Trier unterstehenden nordsaarländischen Gebiete katholisch blieben.

Das 17. Jahrhundert war für die Region des heutigen Saarlandes eine Zeit schwerer Verwüstungen und Verheerungen. Der Dreißigjährige Krieg brachte große Verwüstungen, weniger durch unmittelbare Kriegshandlungen, sondern vielmehr wegen der durch die Region hindurchziehenden Heere, die das Land fast ohne Bevölkerung zurückließen: Bei der Rückkehr des Saarbrücker Grafenhauses am Ende des Krieges ergab eine Volkszählung, dass in der gesamten Grafschaft Nassau-Saarbrücken noch 248 Menschen am Leben waren. Die Fortdauer des Krieges in Lothringen bis 1661 (Friede von Vincennes) sowie der bald danach erneut ausbrechende Konflikt mit Frankreich in den Reunionskriegen, in deren Verlauf auch der Saarbrücker Graf Gustav Adolf in der Schlacht bei Kochersberg fiel, erschwerten und verzögerten den Wiederaufbau und die Entwicklung der gesamten Region. Erst die gezielte Werbung von Einwanderern z. B. aus Wallonien, Österreich und der Schweiz oder auch die Ansiedlung von französischen Hugenotten am Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbrachten einen wirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Aufschwung.

Französische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plan der Festung Saarlouis, 1680 durch Vauban erbaut

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wuchs der Einfluss Frankreichs auf die Saargegend. 1680 wurde das Gebiet während der Reunionen dem Königreich Frankreich angegliedert, das die neu gewonnenen Gebiete zu einer Saarprovinz zusammenschloss. Dieser Zustand endete 1697, als Frankreich im Frieden von Rijswijk die Reunionen an der Saar und in der Pfalz wieder aufgeben musste.

Ansätze der frühen Industrialisierung erlebte das Gebiet schon im 18. Jahrhundert durch die Verstaatlichung der Steinkohlengruben und Ausbau wie auch Neuerrichtung von Eisenhütten und Glashütten.

1792 begann der Erste Koalitionskrieg zwischen Frankreich (wo 1789 die Französische Revolution begonnen hatte) und einer Koalition aus Österreich, Preußen und weiteren Staaten. 1792 stießen französische Truppen unter Adam-Philippe de Custine bis zum Rhein vor. In den Folgejahren besetzten französische Truppen nach wechselndem Kriegsverlauf das gesamte linke Rheinufer.

Der zentrale Teil des heutigen Saarlandes kam zu dem 1798 errichteten Département de la Sarre, Gebietsteile im Westen zum Département de la Moselle und Gebietsteile im Osten zum Département du Mont-Tonnerre. Während der Napoleonischen Herrschaft teilte das Gebiet die Geschicke des Ersten Kaiserreichs.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das oldenburgische Fürstentum Birkenfeld und das Fürstentum Lichtenberg

Nach dem Wiener Kongress, vor allem durch den Zweiten Pariser Frieden fielen die größten Teile des heutigen Saarlandes an die Königreiche Preußen und Bayern, kleinere Teile an andere Staaten des Deutschen Bundes, nämlich das Fürstentum Lichtenberg mit St. Wendel an das Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld und das Fürstentum Birkenfeld an das Großherzogtum Oldenburg. Die preußischen Gebietsteile kamen zu dem neu gebildeten Regierungsbezirk Trier in der Provinz Großherzogtum Niederrhein, die 1822 in der Rheinprovinz aufging, die bayerischen Gebietsteile zum neu gebildeten Rheinkreis, seit 1835 Rheinpfalz genannt. Die Errungenschaften der Französischen Revolution blieben als Rheinisches Recht erhalten.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Steinkohlebergbau und die Eisen- und Stahlindustrie. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und der Schlacht bei Spichern vor den Toren Saarbrückens führte die Gründung des Deutschen Reiches und die Angliederung Elsaß-Lothringens zur Bildung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes bis zur französischen Grenze. An der Saar entstand das drittgrößte Schwerindustriegebiet des Deutschen Reiches, das als „Saarrevier“ und seit den 1890er Jahren meist als „Saargebiet“ bezeichnet wurde.[32]

Saargebiet von 1920 bis 1935[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Saargebiet
Zwischen Rheinpfalz, Preußen und Frankreich – Saargebiet 1920–1935
Jubel bei der Rückkehr der Berliner Abstimmungsberechtigten 1935 nach Berlin

Nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg kam das Saargebiet gemäß der Artikel 45 bis 50 des Versailler Vertrags (dort als „Territoire du Bassin de la Sarre“ bezeichnet) unter die Regierung des Völkerbundes. 1920 wurde es mit einem Mandat des Völkerbundes für 15 Jahre unter französische Verwaltung gestellt. Das Mandatsgebiet mit einer Fläche von 1912 km² und 770.030 Einwohnern (1927) umfasste den Südteil der preußischen Rheinprovinz und den Westteil der bayerischen Rheinpfalz. Die Grenzziehung orientierte sich an den Wohnorten der Bergleute, die in den Kohlengruben des Saarreviers arbeiteten. Kleiner zugeschnitten als das heutige Saarland, gehörten der südliche Hunsrück (Schwarzwälder Hochwald) als sogenannter Restkreis Merzig-Wadern und der nördliche Saargau zwischen Saar und Mosel nicht zum Saargebiet. Wirtschaftlich wurde das Saargebiet in das französische Zoll- und Währungsgebiet integriert. 1935 sollte laut Vertrag eine Volksabstimmung über den künftigen Status stattfinden.

Die Besetzung des Saargebietes durch französische Kolonialtruppen bestärkte die Saarländer im Wunsch, ins Deutsche Reich zurückzukehren. Alle saarländischen Parteien unterstützten das bis 1933.

Mit der Machtübernahme der NSDAP unter Adolf Hitler im Deutschen Reich änderte sich die Politik der linken Parteien im Saargebiet. Nun wurde der Status quo propagiert, das hieß Beibehaltung der Mandatsverwaltung bis zum Sturz Hitlers. Aber 15 Jahre „Heim ins Reich“-Politik aller wichtigen saarländischen Parteien konnten ab 1933 bis zur Volksabstimmung am 13. Januar 1935 nicht mehr ausgeglichen werden, Hitler wurde von der Mehrheit der Bevölkerung nicht als Gefahr wahrgenommen. So stimmten dann 90,73 Prozent der Wähler für eine Vereinigung mit Deutschland, 8,86 Prozent für den Status quo und nur 0,4 Prozent der Wähler für eine Vereinigung des Saargebietes mit Frankreich.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 im Deutschen Reich war das Saargebiet zum Zufluchtsort vieler im Reich Verfolgter geworden, allen voran Juden, Kommunisten und Sozialdemokraten, aber auch von Oppositionellen beider christlicher Konfessionen. Durch seine Sonderstellung war das Saargebiet des Weiteren ein wichtiger Drehpunkt für das Einschleusen antirassistischer Propaganda ins Deutsche Reich. Nach dem überwältigenden Mehrheitsergebnis für den Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland flohen viele Hitlergegner und von Verfolgung Bedrohte aus dem Saargebiet, vor allem nach Frankreich.[33][34]

Teil des Deutschen Reichs von 1935 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Saargebiet gehörte ab dem 1. März 1935 wieder uneingeschränkt zum Deutschen Reich. Es trat aber nicht wieder zu Preußen bzw. Bayern zurück, sondern blieb als politische Einheit unter dem neuen Namen „Saarland“ erhalten. In der Parteiorganisation der NSDAP bildete es zusammen mit der bayerischen Pfalz den Gau „Saar-Pfalz“. Das Saarland wurde durch Josef Bürckel, ab 1935 zunächst als Reichskommissar, ab August 1940 dann als Reichsstatthalter in Saarbrücken verwaltet. Diesem waren auch die Pfalz und ab 1940 das deutsch besetzte Lothringen unterstellt.

Der förmliche Zusammenschluss dieser drei Verwaltungseinheiten zum geplanten Reichsgau Westmark ist aber nicht mehr zustande gekommen.

Der auf französischer Seite als Verteidigungssystem gebauten Maginot-Linie wurde auf deutscher Seite seit 1938 als Verteidigungslinie der Westwall entgegengestellt. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde ein 10 km breiter Streifen entlang der Reichsgrenze, die sogenannte „Rote Zone“ von der Zivilbevölkerung geräumt, eine entsprechende Räumung erfolgte auch auf französischer Seite. Während des sogenannten Sitzkrieges stießen französische Truppen im September 1939 bis zu 8 km auf deutsches Gebiet vor und hielten zwölf Ortschaften der geräumten Grenzregion bis Mitte Oktober 1939 besetzt.[35][36] Im Frühjahr 1945 kam es erneut zu Kampfhandlungen in dem Gebiet.

Nach der Angliederung des Saarlands ans Deutsche Reich wurde auch hier die nationalsozialistische Verfolgung gegen Juden und Oppositionelle vorangetrieben. In der Reihe „Gegen das Vergessen“ der Aktion 3. Welt Saar werden die Verbrechen und der Terror, aber auch der Widerstand saarländischer Bürger unter der Herrschaft der Nationalsozialisten für die Landkreise Merzig-Wadern und Saarlouis anhand vieler Einzelschicksale dokumentiert.[34][33]

Von den um 1930 etwa 3000 zählenden Saarländern jüdischen Glaubens wurden ca. 700 im Rahmen der nationalsozialistischen Verfolgung ermordet. Nur wenige Überlebende kehrten nach 1945 ins Saarland zurück.[37]

Abtrennung nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Saarland 1947 bis 1956
Französischer Pass eines Saarländers

Nach dem Zweiten Weltkrieg beabsichtigte Frankreich ursprünglich, das gesamte linksrheinische Gebiet von Deutschland abzuspalten. Diese Pläne wurden jedoch auf den Außenministerkonferenzen der Alliierten abgelehnt. Die Ablehnung erfolgte unter Verweis auf die Atlantikcharta, dass es keine Gebietsveränderungen geben dürfte, die nicht mit den frei geäußerten Wünschen der betroffenen Völker übereinstimmen. Um es sich mit den Franzosen nicht zu verderben, gaben die USA jedoch ihre Zustimmung für eine Abtrennung des Saarlandes, dessen Gebiet gegenüber 1920 vor allem im Nordwesten und im Norden etwas vergrößert wurde. Am 10. Juli 1945 rückten französische Besatzungstruppen in das Saarland ein, das die dortigen US-Einheiten verließen.[38]

Am 16. Februar 1946 wurde das Saarland der Zuständigkeit des Alliierten Kontrollrates entzogen. Mit Wirkung vom 20. Juli 1946 wurde das Landesgebiet nicht unwesentlich durch vormals preußische und birkenfeldisch-oldenburgische Gemeinden erweitert. Ende 1946 errichtete man eine Zollgrenze zum restlichen Deutschland. Kurze Zeit später wurde das Land zu einem französischen Protektorat mit einer eigenen Regierung und Verfassung. Die Präambel der Verfassung sah einen wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich vor. Dies hatte für die Bevölkerung zwar wirtschaftlich positive Folgen und löste – noch vor dem westdeutschen „Wirtschaftswunder“ – ein starkes Wirtschaftswachstum aus, auch gab es mit der Mouvement pour le Rattachement de la Sarre à la France eine starke frankophile Bewegung im Saarland, dennoch wurde weiterhin ein möglicher politischer Anschluss an Frankreich weitgehend abgelehnt. Mit Wirkung vom 8. Juni 1947 wurden 61 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg wieder aus dem Saarland ausgegliedert. Gleichzeitig wurden 13 vormals bayerische (6), birkenfeldische (3) oder preußische (4) Gemeinden der Kreise Birkenfeld und Kusel dem Saarland angegliedert. Im Jahre 1949 erfolgte eine letzte Grenzänderung durch Anschluss der ehemals pfälzischen Gemeinde Kirrberg.

Am 16. Juli 1947 wurde die Saarwährung „Saarmark“ in der Parität 1 Reichsmark = 1 Saarmark eingeführt, die den Hintergrund hatte, die im zweiten Schritt vorgesehene Einführung des französischen Francs vorzubereiten. Mit diesem Schritt sollte der Verbringung von Reichsmark-Beständen aus den anderen westlichen Besatzungszonen, dem Gebiet der späteren Bundesrepublik, in das Saarland mit dem Ziel der späteren Umwechslung in damals wesentlich stabileren Franc vorgebeugt werden. Am 15. November 1947 wurde der französische Franc offizielles Zahlungsmittel, am 23. März 1948 die Zollunion offiziell bestätigt; später wurden die französischen Münzen (nicht jedoch die Scheine) durch eigene „Saar-Franken“ ergänzt, die jedoch den analogen französischen Münzen genau glichen, und auch die Währungskonvergenz blieb bestehen.

Im Juli 1948 erhielten alle Saarländer eine eigene Staatsangehörigkeit, sie wurden Sarrois. Die von Frankreich eingesetzte Regierung, vorwiegend aus Emigranten und von den Nationalsozialisten Verfolgten bestehend, sorgte dafür, dass im Saarland nachhaltiger entnazifiziert wurde als in irgendeinem anderen Teil Westdeutschlands. Die politische Neuorganisation an der Saar wurde von den Verantwortlichen vor allem als „Entpreußung“ verstanden.

Nach anfänglicher Zustimmung der Bevölkerung zu dem neuen Status, was sicherlich auch mit der raschen wirtschaftlichen Erholung noch vor dem sogenannten „Wirtschaftswunder“ in der Bundesrepublik zusammenhing, stieg der Widerwille gegen die Regierung in den 1950er Jahren an. Parteien, die gegen eine Eigenstaatlichkeit eintraten – vor allem die großen Parteien der Bundesrepublik – wurden nicht zugelassen. Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit wurde eingeschränkt. Sowohl die Christliche Volkspartei des Saarlandes als auch die Sozialdemokratische Partei des Saarlandes waren Befürworter des Saarstatuts. Politische Verfolgung und Auftragsmorde durch die geheime Polizei gehörten zum saarländischen Alltag. Die prodeutsche Demokratische Partei Saar, die von der Linie des Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann abwich, wurde im Auftrag des französischen Außenministers Robert Schuman verboten.[A 1] Die Saarregierung rechtfertigte diesen Schritt damit, dass ein Staat keiner Partei ein Betätigungsfeld bieten dürfe, die seine Existenz grundlegend ablehne. Bundeskanzler Konrad Adenauer verweigerte jeden Kontakt zu der als „separatistisch“ bezeichneten Regierung Hoffmann. 1952 rief die verbotene pro-deutsche DPS dazu auf, bei der Landtagswahl ungültige Stimmzettel abzugeben, was rund ein Viertel der Wahlberechtigten auch tat. Dies stellte auch einen Wendepunkt in Adenauers Saarlandpolitik dar: Er nahm Kontakt zur Saarregierung auf, vor allem um seine Projekte der Westbindung und der Aussöhnung mit Frankreich nicht zu gefährden. Dieser neue Kurs mündete in der Unterzeichnung des Saarstatuts am 23. Oktober 1954 in Paris als Teil der Pariser Verträge. In der deutschen Innenpolitik wurde Adenauer wegen des Saarstatuts scharf angegriffen, obwohl das Statut eine Volksabstimmung[39] vorsah. Vor allem die SPD und FDP sahen darin eine De-facto-Abtretung des Saarlands an Frankreich.

Volksbefragung 1955 und Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland 1957[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briefmarke der Deutschen Bundespost (1957) zur Eingliederung des Saarlandes

Am 23. Oktober 1955 wurde schließlich nach einem heftig geführten „Abstimmungskampf“ eine Volksbefragung[39] über die Zukunft des Landes durchgeführt, wobei 67,7 Prozent der Saarländer mit „Nein“ stimmten und sich damit gegen das Saarstatut entschieden. Das Saarstatut war die Vision des saarländischen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann, der das Saarland zum ersten europäischen Territorium machen wollte. Die Planung ganzer Stadtteile in und um Saarbrücken, die die heute in Brüssel, Luxemburg und Straßburg befindlichen Institutionen der Europäischen Union aufnehmen sollten, war bereits angelaufen.

Das Ergebnis der Volksabstimmung werteten die politisch Verantwortlichen in den beteiligten Regierungen als Wunsch der Saarländer, sich der Bundesrepublik anzuschließen. Am 27. Oktober 1956 wurde in Luxemburg der Saarvertrag abgeschlossen, worauf das Gebiet am 1. Januar 1957 als zehntes Land (ohne West-Berlin) zur Bundesrepublik Deutschland kam (sogenannte kleine Wiedervereinigung).

Korporierte Hilfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach beiden Weltkriegen engagierten sich viele Korporierte für den Verbleib des Saargebiets bei Deutschland. Als Nationalsozialist und Abgeordneter spielte Heinrich Schneider 1935 und 1955 an der Saar eine wichtige Rolle.[40][A 2] Der Burschenschafter Fritz Hellwig hatte sich bereits in seiner Dissertation und in seiner Habilitation mit dem Saargebiet auseinandergesetzt.[41][A 3] Bei der Saarabtimmung 1935 votierten gut 90 % der Saarländer für die Rückgliederung in das Deutsche Reich.[42] Für Hellwig war das ein „Bekenntnis zu Deutschland, keine Stimmabgabe für ein politisches System“.[43] In den 1950er Jahren war die Werbung für Deutschland viel schwieriger als 20 Jahre zuvor; denn die Versammlungs-, Presse-, Rede- und Meinungsfreiheit waren nicht garantiert. Die Deutsche Burschenschaft unterstützte die Gründung der Saarbrücker Germania, die im Mai 1952 in den Verband aufgenommen wurde.[44] Mit ihrem zweiten Wahlspruch „Deutsch ist die Saar!“ von Anbeginn an für die Wiederangliederung des Saarlands an Deutschland engagiert, wurde sie bald verboten. Zunächst als „Vereinigung Saarbrücker Studenten“ getarnt und zeitweise offiziell nach Mainz verlegt, überließ sie es ihren Mitgliedern, sich in der Demokratischen Partei Saar, im Deutschen Saarbund und in der Parteizeitung „Deutsche Saar“ einzubringen.[43] Fritz Hellwig war das neunte Mitglied der Germania.[45]

Der DPS-Vorsitzende Heinrich Schneider ließ sich von den Repressalien nicht beirren, ähnlich wie Hubertus Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, der mit seiner Saarkonzeption zu den engagiertesten Vorkämpfern einer „deutschen Saar“ galt.[A 4] Weder das Einreiseverbot in das Saargebiet noch die mögliche Verurteilung konnten ihn abhalten. Mit seiner „Deutschen Aktion“ wollte er die Saar „helgoländern“; denn zusammen mit Studenten hatte er am 29. Dezember 1950 durch die gewaltlose Besetzung Helgolands dafür gesorgt, dass die Briten die Bombardierung und Zerstörung der Insel einstellten und sie 1952 an Deutschland zurückgaben. Um Ähnliches im Saarland zu wiederholen, nutzte der „rote Prinz“ seine internationalen Netzwerke in Politik, Gesellschaft und Medien. Im April 1953 ließ er sich zum 2. Vorsitzenden der Deutschen Aktion wählen. Vorsitzender wurde der Corpsstudent Heinrich Lietzmann.[A 5] Hellwig empfahl Heinz Amberger als Vertreter der Deutschen Burschenschaft.[A 6] Beide wurden zu Beisitzern ernannt. Die Mitgliedschaft im Saarbund war nicht parteigebunden.[43] Zu den Mitgliedern gehörten Annemarie Renger (SPD) und die Burschenschafter Erwin Feller (GB/BHE) und Ernst-Christoph Brühler (DNVP, DP).[A 7][A 8] Auch Hubert Ney hatte sich schon 1935 für die Rückgliederung des Saargebiets eingesetzt.[A 9] Seit 1956 Ministerpräsident des Saarlandes, sprach er am 1. Januar 1957 zur „kleinen Wiedervereinigung“ nach Artikel 23 Grundgesetz. Der Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine chargierte.[43]

Wirtschaftlicher Strukturwandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1950er Jahre wurde der die saarländische Wirtschaft dominierende Bergbau und die damit zusammenhängende Montanindustrie von einer Absatzkrise hart betroffen. Während im Jahr 1959 noch 56,7 % aller saarländischen Arbeitsplätze der Kohle- und Stahlindustrie zugeordnet waren, verringerte sich dieser Anteil bis 1979 auf 36,4 %. Verstärkt wurde die krisenhafte Stimmung durch das schwere Grubenunglück von Luisenthal, dem schwersten Unfall des mehrere Jahrhunderte dauernden saarländischen Bergbaues, dem am 7. Februar 1962 299 Menschen zum Opfer fielen. Im Zeitraum von 1968 bis 1978 verringerte sich die Zahl der Bergleute von 31000 auf 22000. Da der saarländische Bergbau im internationalen Vergleich nicht mehr konkurrenzfähig war, wurden Grubenstandorte aufgegeben. Mit der Schließung des Bergwerkes Saar endete der Steinkohlenbergbau, auch nach starken Protesten um bergbaubedingte Erdbeben, im Saarland Ende Juni 2012.

Insgesamt verdrängte die saarländische Eisen- und Stahlindustrie in den 1960er Jahren den Steinkohlenbergbau als ökonomischen Leitsektor. Doch auch dieser Industriezweig wurde in den Jahren 1975/1976 von einer globalen Stahlkrise erheblich getroffen.Von den 40000 Stahlarbeitern des Saarlandes verloren 7000 ihre Beschäftigung und die Produktion sank um 30 bis 40 %. Während zuvor noch Vollbeschäftigung geherrscht hatte, stieg die Arbeitslosenquote jetzt auf 7,2 %. Die traditionsreichen Eisenwerke von Neunkirchen und Burbach mussten in der Folge dieser Krise schließen. Mit aufwändigen Konzentrations- und Rationalisierungsmaßnahmen versuchte die saarländische Industrie dem Umbruch Herr zu werden, doch brach Mitte der 1980er Jahre der Absatz aufgrund einer europaweiten Stahlkrise erneut ein. Zur Rettung der noch bestehenden Hüttenwerke verschuldete sich das Saarland zu dieser Zeit mit 1,45 Milliarden DM. Dennoch schnellte die Arbeitslosenquote auf 13,4 % in die Höhe. Damit lag sie 4 % über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Bis zum Jahr 1988 stieg die Schuldenlast des Saarlandes auf 10 Milliarden DM an. Durch die staatlichen Stützungsmaßnahmen von Bundesregierung und der saarländischen Landesregierung konnten die Hüttenwerke von Dillingen und Völklingen stabilisiert werden. Im Jahr 2007 beschäftigten sie 11000 Mitarbeiter und überstanden auch die weltweite Wirtschaftskrise der Jahre 2008/2009. Der weltweite Export von Grobblechen, Qualitätsstahl und Spitzendraht wurde gesichert.

Flankiert wurden die Subventionsmaßnahmen durch die Ansiedlung von Betrieben und wirtschaftliche Unterstützung von Firmenneugründungen. Zwischen 1968 und 1975 konnten 120 Betriebe neu angesiedelt werden, die 18000 Menschen neue Arbeit boten. Der größte Ansiedlungserfolg gelang der Regierung des Saarlandes mit den Ford-Automobilwerken in Saarlouis-Roden. Die saarländische Automobilindustrie und ihre Zulieferbetriebe boten um das Jahr 2010 rund 40000 Menschen einen Arbeitsplatz.

Die saarländische Metallbranche wurde allmählich vom expandierenden Dienstleistungssektor überflügelt, der heute zwei Dritteln der saarländischen Beschäftigten Arbeit bietet. Bildung, Forschung und Technologietransfer bieten aktuell wirtschaftliche Erneuerung und Wachstum. So arbeiteten 2010 zwischen 8000 und 9000 Menschen im Bereich Pharmazeutik und Medizintechnik. An der Universität des Saarlandes wurde im Jahr 1986 eine technische Fakultät etabliert. Bis zum Ende der 1980er Jahre entstanden in diesem Zusammenhang das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz, das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik am Standort St. Ingbert, das Max-Planck-Institut für Informatik sowie das Innovations- und Technologiezentrum Saar. Im Jahr 1990 gründete man das Leibniz-Institut für Neue Materialien, das sich mit der Nanotechnologie beschäftigt. Im Schloss Dagstuhl wurde das Leibniz-Zentrum für Informatik angesiedelt und im Jahr 2000 wurde Saarbrücken Sitz der Deutsch-Französischen Hochschule. Im Jahr 2008 konnte die Universität des Saarlandes ihr sechzigjähriges Bestehen feiern. Mit den Nachbaruniversitäten Metz, Nancy, Luxemburg und Lüttich beteiligt sie sich seit 2009 an dem Projekt der Universität der Großregion. Bereits im Jahr 1980 wurde die Region Saar-Lor-Lux zwischen der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und Luxemburg ins Leben gerufen. Seitdem arbeiten Behörden und Institutionen der drei Länder zur Förderung der wirtschaftlichen, kulturellen, touristischen und sozialen Entwicklung verstärkt zusammen. Die Region wurde später um Rheinland-Pfalz und das belgische Wallonien erweitert. Aktuell pendeln etwa 200.000 Menschen täglich über die nationalen Grenzen der Großregion zu ihrem Arbeitsplatz. Etwa 30000 Menschen aus Frankreich arbeiten im Saarland.

Ab dem Jahr 1970 führte das Saarland eine umfassende Gebiets- und Verwaltungsreform durch, die die bisher 345 selbständigen saarländischen Gemeinden zu 50 Gemeinden zusammenfasste. Damit sollten die Maßnahmen des wirtschaftlichen Strukturwandels verwaltungsmäßig unterstützt werden. Diese Reformmaßnahmen führen zu jahrelangen Streitigkeiten, Identifikationsproblemen und politischen sowie juristischen Machtkämpfen.

Eine weitere Maßnahme der Landesregierung war die Verbesserung der Infrastruktur. Hier band man das Saarland intensiver als bisher an das internationale Autobahn- und Flugverkehrsnetz an. Der Ausbau der Saar als Schiffsverkehrskanal wurde in den Jahren 1980 bis 1987 betrieben.

Der politische Strukturwandel nach der Volksabstimmung und die damit verbundene Niederlage der SPS und der CVP waren zu bewältigen. Nach bundesdeutschem Vorbild etablierten sich im Saarland die CDU, die SPD sowie die FDP. Erst in den ausgehenden 1960er und beginnenden 1970er Jahren fusionierten die CDU mit der CVP und die FDP mit der DPS. Die Jahre von 1959 bis 1979 wurden stark von Ministerpräsident Franz-Josef Röder geprägt, der Koalitionsregierungen der CDU mit CVP, SPD und FDP führte. Röders Amtsnachfolger und Parteikollege Werner Zeyer musste nach der für die SPD positiv ausgegangenen Landtagswahl des Jahres 1985 sein Amt an den bisherigen Saarbrücker Oberbürgermeister und SPD-Kandidaten Oskar Lafontaine abgeben. In Lafontaines Amtszeit, die bis zum Jahr 1998 andauerte, fielen die schwierigen Probleme des Stahlstandortes Saar und die Entscheidungen zur Förderung der Informatik. Nachdem sich Lafontaine für einen Wechsel in die Bundespolitik entschieden hatte, folgte ihm sein Parteigenosse Reinhard Klimmt im Amt. Im September 1999 endete mit der Landtagswahl die 14 Jahre andauernde Phase der SPD-geführten Regierung des Saarlandes. Neuer Ministerpräsident wurde Peter Müller. Im Jahr 2011 wurde Müller von seiner Parteikollegin Annegret Kramp-Karrenbauer im Amt abgelöst.

An kulturellen Höhepunkten der Epoche des Strukturwandel, sind unter zahlreichem anderen die seit 1980 bestehenden Max-Ophüls-Filmfestspiele, die Erklärung der Völklinger Hütte zum Weltkulturerbe durch die UNESCO im Jahr 1994 und die Eröffnung der Historischen Museums Saar im Jahr 1985 zu nennen.[46]

Geschichtsvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Historische Verein für die Saargegend (HV) (Gründung 1839) hat sich die Erforschung der Archäologie und Geschichte des Saarlandes und der angrenzenden Gebiete zur Aufgabe gemacht. Für das Forschungsgebiet der Genealogie hat sich 1966 die Arbeitsgemeinschaft für Saarländische Familienkunde gebildet.[47]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Saarland – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Saarland

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hektor Ammann (Begr.), Heinz Quasten (Hrsg.): Geschichtlicher Atlas für das Land an der Saar (4 Lieferungen mit insgesamt 45 Karten und 12 Erläuterungsheften). Saarbrücken 1991, ISBN 978-3-923877-80-5.
  • Bruno Aust, Hans-Walter Herrmann, Heinz Quasten: Das Werden des Saarlandes – 500 Jahre in Karten (= Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland. Band 45). Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-923877-45-4 (80 Karten).
  • Frank G. Becker: „Deutsch die Saar, immerdar!“ Die Saarpropaganda des Bundes der Saarvereine 1919–1935. Quellen- und Literaturverzeichnis. Universität des Saarlandes, Saarbrücken 2006 (Volltext).
  • Frank G. Becker: „Deutsch die Saar, immerdar!“ Die Saarpropaganda des Bundes der Saarvereine 1919–1935. Universität des Saarlandes, Saarbrücken 2009 (Volltext).
  • Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009.
  • Paul Burgard, Ludwig Linsmayer: Der Saarstaat – Bilder einer vergangenen Welt. [L’Etat Sarrois – Images d’un monde passé]. Texte in deutscher und französischer Sprache (= Echolot. Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken. Band 2). Selbstverlag des Landesarchivs, Saarbrücken 2005, ISBN 3-9808556-2-7.
  • Joachim Conrad, Stefan Flesch (Hrsg.): Burgen und Schlösser an der Saar. 3. Auflage. Minerva, Saarbrücken 1995.
  • H. Peter Dörrenbächer, Olaf Kühne, Juan Manuel Wagner (Hrsg.): 50 Jahre Saarland im Wandel (= Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland. Band 44). Saarbrücken 2007, ISBN 978-3-923877-44-7.
  • Armin Flender: Öffentliche Erinnerungskultur im Saarland nach dem Zweiten Weltkrieg. Untersuchungen über den Zusammenhang von Geschichte und Identität. Nomos Verlagsgesellschaft, ISBN 3-7890-5394-5 (Kurzbeschreibung).
  • Nikolaus Fox: Saarländische Volkskunde. Saarbrücken 1927.
  • Helmut Freis: Das Saarland zur Römerzeit. Saarbrücken 1991, ISBN 978-3-923877-51-5.
  • Hans-Christian Hermann, Ruth Bauer (Hrsg.): Widerstand, Repression und Verfolgung. Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus an der Saar. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 2014, ISBN 978-3-86110-553-4.
  • Hans-Christian Herrmann, Johannes Schmitt (Hrsg.): Das Saarland – Geschichte einer Region. Hrsg. vom Historischen Verein für die Saargegend. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 2012, ISBN 978-3-86110-511-4.
  • Hans-Walter Herrmann, Georg Wilhelm Sante: Geschichte des Saarlandes. Würzburg 1972.
  • Kurt Hoppstädter, Hans-Walter Herrmann (Hrsg.): Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes. Hrsg. vom Historischen Verein für die Saargegend. Band 1: Vom Faustkeil zum Förderturm, Saarbrücken 1960. Band 2: Von der fränkischen Landnahme bis zum Ausbruch der französischen Revolution, Saarbrücken 1977. Band 3/2: Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Saarlandes (1792–1918), Saarbrücken 1994.
  • Alfons Kolling: Späte Bronzezeit an Saar und Mosel (= Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland. Band 15). Saarbrücken 1968, ISBN 978-3-923877-15-7.
  • Ludwig Linsmayer (Hrsg.): Der 13. Januar. Die Saar im Brennpunkt der Geschichte (= Echolot. Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken. Band 1). Selbstverlag des Landesarchivs, Saarbrücken 2005, ISBN 3-938415-00-2.
  • Ludwig Linsmayer (Hrsg.): Die Geburt des Saarlandes. Zur Dramaturgie eines Sonderweges (= Echolot. Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken. Band 3). Selbstverlag des Landesarchivs, Saarbrücken 2007, ISBN 3-9808556-3-5.
  • Peter Neumann (Hrsg.): Saarländische Lebensbilder (4 Bände). Saarbrücker Druckerei und Verlag, Saarbrücken 1982–1989.
  • Hermann Overbeck, Georg Wilhelm Sante (Hrsg.): Saar-Atlas. Gotha 1934.
  • Heinz Quasten, Hans Walter Herrmann (Hrsg.): Geschichtlicher Atlas für das Land an der Saar. Saarbrücken 1971.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vor- und Frühgeschichte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schuman war Mitglied der Salia Bonn im Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas.
  2. Schneider war in Göttingen in den Verband der Vereine Deutscher Studenten eingetreten.
  3. Hellwig war Mitglied der Marburger Burschenschaft Rheinfranken und der Saarbrücker Burschenschaft Germania.
  4. Prinz Löwenstein war Mitglied der Herninonia im Schwarzburgbund und Ehrenmitglied des VDSt.
  5. Lietzmann war Mitglied des Corps Teutonia Marburg; Kösener Corpslisten 1996, 171, 1164.
  6. Amberger war Mitglied der Burschenschaften Germania Jena und Germania Saarbrücken.
  7. Feller war Mitglied der Alten Straßburger Burschenschaft Germania zu Tübingen.
  8. Brühler war Mitglied der Burschenschaft Vineta Heidelberg.
  9. Ney war Mitglied der KStV Palatia Heidelberg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 8–10.
  2. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 10–11.
  3. Alfons Kolling: Der Name des römischen Saarbrücken, in: 12. Bericht der Staatlichen Denkmalpflege 1965, S. 61–65.
  4. Manfred Kostka: Geschichte der Pfarrei Dillingen von ihren Anfängen bis zur Teilung 1935, in: Katholisches Bildungswerk Dillingen-Nalbach e. V. (Hrsg.): 100 Jahre Saardom, Heilig Sakrament Dillingen, 1000 Jahre Pfarrei Dillingen, Festschrift zum Jubiläum der Kirchenkonsekration am 25. April 2013, Dillingen 2012. S. 17–65, hier S. 21.
  5. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 11–15.
  6. http://www.landeshauptarchiv.de/index.php?id=362, abgerufen am 30. November 2014.
  7. Hans-Walter Herrmann: Das Testament des Adalgisel Grimo, in: 22. Bericht der staatlichen Denkmalpflege im Saarland, Abteilung Bodendenkmalpflege, Saarbrücken 1975, S. 67–89.
  8. Hans-Walter Herrmann: Das Testament des fränkischen Adeligen Adalgisel Grimo, Ein Zeugnis merowingerzeitlichen Lebens an Saar, Mosel und Maas, in: Tholey 634–1984, hrsg. v. Wolfgang Haubrichs und Gert Hummel, 1985, S. 260–275.
  9. Hans-Walter Herrmann: Das Testament des Adalgisel Grimo, in: 22. Bericht der staatlichen Denkmalpflege im Saarland, Abteilung Bodendenkmalpflege, Saarbrücken 1975, S. 67–89.
  10. Wilhelm Levison: Das Testament des Diakons Adalgisel-Grimo vom Jahre 634, in: Trierer Zeitschrift VII 1932, Heft 1 und 2, S. 69–85.
  11. Ulrich Nonn: Zur Familie des Diakons Adalgisel-Grimo, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, 1. Jhg. 1975, S. 11–19.
  12. Franz Irsigler: Gesellschaft, Wirtschaft und religiöses Leben im Obermosel-Saar-Raum zur Zeit des Diakons Adalgisel Grimo, in: Hochwälder Geschichtsblätter, Jahrgang 1, Heft 1, März 1989, S. 5–18.
  13. Bernhard W. Planz: Adalgisel Grimo (um 580–um 650), in: Saargeschichten, Heft 42, 1, 2016, S. 40–41.
  14. LHAKo Bestand 1 A, Nr. 1, Grimo Testament
  15. Urkundenbuch zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien I, Coblenz 1860, Nr. 6, S. 5–8
  16. Hans-Walter Herrmann: Das Testament des fränkischen Adeligen Adalgisel Grimo, in: Wolfgang Haubrichs, Gert Hummel (Hrsg.): Tholey 634–1984, Wissenschaftliche Vorträge gehalten aus Anlaß des 1350-jährigen Jubiläums von Ort und Abtei Tholey, Sonderdruck aus: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Band 96, St. Ottilien 1985, 260–276.
  17. Pia Heberer: Das Kloster Hornbach in der Pfalz, Baugeschichte und Sakraltopographie, Generaldirektion Kulturelles Erbe - Rheinland-Pfalz, Mainz 2010, S. 11, 19.
  18. Johann Peter Muth: Pfarrgeschichtliche Bilder der katholischen Pfarreien St. Johann und Saarbrücken zum 150jährigen Jubiläum der Einweihung der jetzigen Pfarrkirche von St. Johann, St. Johann an der Saar 1908, S. 12.
  19. Karl Lohmeyer: Die Sagen der Saar von der Quelle bis zur Mündung. Saarbrücken 1951, S. 78.
  20. Karl August Schleiden: Illustrierte Geschichte der Stadt Saarbrücken, Dillingen/Saar 2009, S. 25–26.
  21. Regesta Imperii II,3 n. 1312. Abgerufen am 21. September 2016.
  22. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 15-19.
  23. Urkunde im Landesarchiv Saarbrücken, Abt. 22, Nr. 6251.
  24. Michael Tritz: Geschichte der Abtei Wadgassen, zugleich eine Kultur- und Kriegsgeschichte der Saargegend, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Wadgassen 1901 mit einer Einleitung von Hans-Walter Herrmann und einem Register, Saarbrücken 1978, S. 17–18.
  25. Michael Tritz: Geschichte der Abtei Wadgassen, zugleich eine Kultur- und Kriegsgeschichte der Saargegend, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Wadgassen 1901 mit einer Einleitung von Hans-Walter Herrmann und einem Register, Saarbrücken 1978, S. 21–23.
  26. Michael Tritz: Geschichte der Abtei Wadgassen, Zugleich eine Kultur- und Kriegsgeschichte der Saargegend, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Wadgassen 1901 mit einer Einleitung von Hans-Walter Herrmann und einem Register, Saarbrücken 1978, S. 21–23.
  27. http://museum.academia-wadegotia.de/synapsecore.php5/noSidebar/synWiki/Abtei_Wadgassen_Allgemeines, abgerufen am 25. November 2017.
  28. Die Abtei Wadgassen im Reiseführer der Prämonstratenser
  29. Norbert Wilhelm Backmund: Monasticon Praemonstratense, id est historia circariorum atque canoniarum candidi et canonici ordinis Praemonstratensis, Attenkofersche Buchdruckerei Straubing, Band I: 1949/51, Band II: 1952/55, Band III 1955/60 – Band I erschien 1983 im De-Gruyter-Verlag Berlin in zweiter Auflage; S. 119–122, III, 1956 541 f.
  30. Wolfgang Peters: Springiersbach und die Anfänge des Prämonstratenserstiftes Wadgassen, Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, 7, 1981, S. 1–15.
  31. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 20-24.
  32. Wolfgang Laufer: Saarbecken, Saargegend, Saargebiet. In: saargeschichte|n 2-2007, Saarbrücken 2007, S. 2–4.
  33. a b Gegen das Vergessen- Orte des NS-Terrors und Widerstandes im Landkreis Saarlouis (PDF; 1,9 MB), Aktion 3. Welt Saar und Vereinigung für Heimatkunde im Landkreis Saarlouis e. V., Dezember 2012.
  34. a b Gegen das Vergessen- Orte des NS-Terrors und Widerstandes im Landkreis Merzig-Wadern (PDF; 2,7 MB), Aktion 3. Welt Saar, November 2010.
  35. Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 2, Stuttgart 1979, S. 272.
  36. Chemins de memoire
  37. Alemannia Judaica- Synagogen im Saarland, Alemannia Judaica, Seitenabruf Mai 2014.
  38. Der Landtag des Saarlandes: Das Saarland nach 1945 (Memento vom 6. Juni 2009 im Internet Archive), abgerufen am 1. Oktober 2015.
  39. a b Sowohl die Verfassung des Saarlandes als auch das Saarstatut selbst sahen eine Volksabstimmung vor, das Referendum am 23. Oktober 1955 war aber von seiner Art eine Volksbefragung und wurde auch von offizieller Seite als solche bezeichnet.
  40. Der brutale Kampf um die Zukunft des Saarlands (2015)
  41. Der Kampf um die Saar 1860–1870 – Beiträge zur Rheinpolitik Napoleons III. Dissertation Berlin 1934
  42. Die Saarabstimmung 1935 (DHM)
  43. a b c d Frank Grobe: Mit korporierter Hilfe. Vor sechzig Jahren wurde das Saarland wieder deutsch. Studentenkurier 1 (2017), S. 4–5.
  44. Saarbrücker Burschenschaft Germania
  45. Klaus Oldenhage (Hrsg.): Fritz Hellwig. Saarländer, Deutscher, Europäer. Eine Festschrift zum 100. Geburtstag. In: Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert, Bd. 20. Heidelberg 2012.
  46. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 115–118.
  47. ASF – Familienkunde im Saarland. Arbeitsgemeinschaft für Saarländische Familienkunde; abgerufen am 6. Februar 2015.