GSW-Hochhaus

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Die roten Läden kennzeichnen die Fassade des Gebäudes

Das GSW-Hochhaus ist die von 1995 bis 1999 nach Plänen des Architektenbüros Sauerbruch Hutton erweiterte Hauptverwaltung der Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Berlin (GSW) in der Rudi-Dutschke-Straße im Berliner Ortsteil Kreuzberg mit 24.500 m² Büro- und Ladenflächen. Das 81,5 Meter hohe Gebäude befindet sich auf dem Grundstück des ehemaligen Ullstein-Komplexes im Berliner Zeitungsviertel.

Die Ostansicht zeigt den Altbau, die Hochhausscheibe und den Flachbau mit dem runden Aufbau, der „Pillbox“

Die Senatsbauverwaltung, der damalige Bezirk Kreuzberg und die GSW schrieben 1991 einen zweistufigen, beschränkten Architekturwettbewerb zur Erweiterung des bestehenden 17-geschossigen Hochhauses aus den 1960er Jahren aus, den Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton gewannen. Unter Berücksichtigung des existierenden Baus planten die Architekten ein vierteiliges Gebäudeensemble bestehend aus der 22-geschossigen Hochhausscheibe, die parallel zur Charlottenstraße steht, einem dreigeschossigen Flachbau an der Rudi-Dutschke-Straße und einem – „Pillbox“ genannten – elliptischen, dreigeschossigen Turm auf dem nordöstlichen Ende des Flachbaus. Die geschwungene Konvektionsfassade ab dem vierten Geschoss der Hochhausscheibe, die zum Teil auf dem Flachbau basiert, soll zur Reduktion des Energiebedarfs beitragen, ebenso wie die zweite Vorhangfassade vor der Westseite, die mit Läden in verschiedenen Rottönen ausgerüstet ist. Das Dach des Hochhauses erinnert an die in den 1950er Jahren beliebten „Flugdächer“. Auch der schwarz verkleidete Flachbau ist konkav geschwungen, also nach innen gekrümmt. Im Erdgeschoss des Flachbaus sind auch Ladenflächen enthalten.

Die feierliche Eröffnung des Gebäudeensembles fand am 2. September 1999 statt, die Baukosten betrugen 180 Millionen Mark.[1] Die Architekten wurden für das Gebäude mit dem Deutschen Fassadenpreis für vorgehängte hinterlüftete Fassaden 2001 ausgezeichnet.[2]

Nach ihrer Privatisierung an ein Konsortium internationaler Fondsgesellschaften unter dem Dach von Whitehall (Goldman Sachs) und Cerberus im Jahr 2004 verkaufte die GSW ihren Firmensitz ein Jahr später an Finanzinvestoren und mietete ihre Büroflächen für zehn Jahre zurück. Das Hochhaus gehört aktuell einem Fonds von J.P. Morgan, durch den es auch gemanagt wird.[3]

Das Startup-Unternehmen Rocket Internet ist Ende 2016 als Hauptmieter in den Gebäudekomplex eingezogen, der zurzeit auch noch von der Verbraucherzentrale Bundesverband und weiteren Unternehmen genutzt wird, und hat dort seinen neuen Firmensitz unter dem Namen Rocket Tower eingerichtet.[4] Die GSW hat das Gebäude, das ihren Namen trägt, zum 31. Juli 2015 verlassen.

Seit Anfang des Jahres 2017 gibt es im Rocket-Tower ein modernes Konferenzzentrum, das unter dem Namen Rocket Tower Konferenz für die Allgemeinheit zur Verfügung steht.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: GSW-Verwaltungsgebäude – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. baunetz.de: Schwungvoll Richtfest beim GSW-Hochhaus von Sauerbruch Hutton in Berlin, 23. September 1998
  2. Deutscher Fassadenpreis 2001 für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF)
  3. GSW hat ihr Hochhaus an der Kochstraße verkauft. In: Der Tagesspiegel, 11. Oktober 2005, abgerufen am 9. April 2015.
  4. Rocket Internet bezieht neues Hauptquartier. In: Gründerszene, 1. April 2015
  5. Rocket-Tower-Konferenz

Koordinaten: 52° 30′ 23″ N, 13° 23′ 34″ O