Garry’s Mod

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Garry’s Mod
Gmodlogo.svg
StudioFacepunch Studios
Leitende EntwicklerGarry Newman
Erstveröffent-
lichung
Windows:
WeltWelt 24. Dezember 2004
Mac OS:
WeltWelt 23. Oktober 2010
Linux:
WeltWelt 6. Juni 2013
PlattformWindows, Linux, Mac OS
Spiel-EngineSource Engine
GenrePhysik-, Sandbox-, Shooter-Spiel
SpielmodusEinzelspieler, Mehrspieler
SteuerungTastatur & Maus
MediumDownload
Sprachemehrere Sprachen
KopierschutzSteamworks

Garry’s Mod (auch bekannt und in der Regel abgekürzt als GMod) ist ein Sandbox-Physik-Computerspiel und wurde nach dem Programmierer des Spiels Garry Newman benannt.

Innerhalb dieses Spiels kann der Spieler alleine oder zusammen mit anderen Spielern abstrakte „Versuche“ mit der in der Source-Engine implementierten Physik-Engine (Havok) anstellen. Die Spieler treffen sich im Internet oder im LAN auf Servern und bauen mit Hilfe von speziellen Werkzeugen und Menüs ganze Apparaturen und Vehikel zusammen. Es entstehen oft kleine Wettbewerbe, wobei Innovation und Funktionstüchtigkeit die Hauptkriterien bilden. Die Zahl der im Spiel verfügbaren Gegenstände steigt mit der Anzahl von auf der Source-Engine basierenden Spielen, welche der Benutzer besitzt.

Entwicklung

Ursprünglich wurde das Spiel als kostenlose Mod für Spiele auf der Source-Engine entwickelt und veröffentlicht. Garry's Mod (damals noch unter der verlängerten und mittlerweile obsoleten Bezeichnung Garry Newman's Mod) wurde erstmals am 24. Dezember 2004 unter der noch zum Namen zugehörigen Versionsnummer "1" veröffentlicht. Zu jener Zeit war das Spiel frei erhältlich und wurde zwischen 2004 und 2006 grundlegend entwickelt. Am 27. November 2006 wurde mit der Version 9.0.4 die letzte kostenfreie Aktualisierung des Spiels herausgebracht. [1]

Als kostenpflichtiges Stand-Alone-Spiel kam Garry's Mod als Version 10 am 29. November 2006 auf der Plattform Steam heraus. [2]

Garry Newman's Mod wurde nach Version 9 umbenannt in Garry's Mod, ohne Versionsnummer im Namen. Seither ist die Mod als eigenständiges, kostenpflichtiges Spiel über Steam verfügbar und wird laufend aktualisiert.

Spielablauf

Mit Hilfe eines jederzeit aufrufbaren Menüs kann der Spieler verschiedenste Objekte wie Holzleisten oder Metallplatten herbeiholen (spawnen) und durch das Zusammenfügen und Verbinden dieser Teile eine Apparatur bauen. Dazu kann er viele Werkzeuge verwenden, um die Bauteile etwa zu verschweißen oder durch Seile zu verbinden. Die Spielzeit ist in der Regel unlimitiert. Der Hauptschauplatz ist ein großes, anschauliches Areal mit viel Platz zum Bauen und Testen.

Die Palette an Tools ist groß und die Möglichkeiten sehr weitläufig. Häufig gebaute Objekte sind unter anderem ferngesteuerte Autos mit Düsenantrieb, Personenschleudern und riesige Rube-Goldberg-Maschinen. Es gibt prinzipiell keine Vorschriften und jeder Spieler kann nach eigenem Ermessen vorgehen. Im Mehrspielermodus kann der Administrator jedoch bestimmen, wie viele verschiedene Objekte ein Spieler spawnen darf, ob die Spieler durch Waffen- oder Maschinengewalt Lebenspunkte abgezogen bekommen oder ob ein Spieler am Bauwerk eines Mitspielers mitbauen darf.

Spielmodi

Die Anwendung bietet eine prinzipiell unbegrenzte Anzahl an Spielmodi, da diese selbst programmierbar und als Add-ons auf den Servern nachrüstbar sind, deshalb folgen hier nur die verbreitetsten Modi des Spiels. Anzumerken ist, dass sich die einzelnen Spielmodi von Server zu Server trotz demselben Grundmodus erheblich in ihrem inneren Aufbau unterscheiden können.

Sandbox

Der Sandbox-Modus (deutsch: Sandkastenmodus) ist der grundlegendste Spielmodus in Garry's Mod und auch der Standardmodus noch unkonfigurierter Spielserver. Grundsätzlich wird im Sandboxmodus dem Spieler freie Hand über das Einsetzen von Gegenständen, computergesteuerten NPCs oder Ragdolls (vergleichbar mit einer verstellbaren Wachsfigur) und dem Austesten der Spielphysik der Source Engine gelassen. Garry's Mod unterstützt auch Objekte aus anderen installierten Spielen, die auf Source basieren, sodass mit diesen außerhalb des eigentlichen Spiels frei experimentiert werden kann.

Mehrspielerserver setzen in den allermeisten Fällen Restriktionen bezüglich der Anzahl, Art und gegebenenfalls Auswirkungen der gesetzten Objekte im Spiel. Dem zugrunde liegt besonders auf öffentlichen Servern das Prinzip der Vandalismusvermeidung, da der Missbrauch dieser Funktionen sowohl den Spielspaß als auch die Kapazitäten des Servers erheblich strapazieren kann. Unter den häufigsten Vandalismusarten zählen unter anderem das sinnlose Überspannen von Seilen über die gesamte Spielkarte, übermäßiges oder gezielt blockierendes Setzen von Gegenständen insbesondere am Spawnpoint. Deshalb hat sich auf gut gewarteten Servern eine Rangordnung eingebürgert, welches zwischen weniger vertrauenswürdigen Nutzern wie erstmaligen Neuankömmlingen und länger verweildenden Spielern unterscheidet, die dementsprechend ausgedehntere Rechte genießen.

Prop Hunt

Prop Hunt ist ein von Garry's Mod bereitgestellter Spielmodus. Es gibt dort zwei Teams, die Hunters und die Props. Die Spieler, die in dem Team Props sind, müssen sich in einen kleinen Gegenstand auf der Karte verwandeln und sich verstecken. Die Hunters müssen die Props suchen und töten. Ein getöteter Spieler respawnt als Hunter. Die Hunter haben gewonnen, wenn alle Props ausgeschaltet sind. Die Props haben gewonnen, wenn sie nach Ablauf der Zeit noch leben.

DarkRP

In dem Spielmodus DarkRP schlüpft der Spieler in die Rolle eines „Jobs“. Die Bandbreite an Berufen von Server zu Server variiert je nach Server, wobei ein Basissatz an Berufsfeldern geläufig ist. Grundlegende Berufe sind beispielsweise Polizist, SEK-Einheit, Gangster Rebell oder Dieb.

Es existieren Server- und Jobregeln, die das Zusammenleben und die realistische Ausübung der einzelnen Berufe ermöglichen sollten, diese schwanken ebenfalls von Server zu Server. Das „Aus der Rolle fallen“ – im Jargon auch Out of Character (OOC) bezeichnet – wird in aller Regel geahndet und kann bei wiederholten Verstößen zum Ausschluss („Ban“) vom Server für den verhaltenswidrigen Spieler führen.

Trouble in Terrorist Town

In diesem Spielmodus (kurz auch TTT genannt) geht es darum, dass eine Gruppe von Unschuldigen (Innocents) gegen die Verräter (Traitors) antritt. Am Anfang der Runde weiß der Spieler nur seine eigene Gesinnung und muss versuchen, entweder als Traitor alle Innocents auszuschalten, oder als Innocent die Traitor auszuschalten. Dies wird dadurch erschwert, dass die Traitor weniger sind als die Innocents und am Anfang niemand über die Gesinnung des anderen Bescheid weiß, abgesehen von den Traitor, welche die anderen Traitor erkennen und daher wissen, dass die restlichen Spieler Innocents sind. Wenn ein Innocent einen anderen Innocent oder ein Traitor einen anderen Traitor ausschaltet, bekommt er Minuspunkte und Karma-Abzug, was den Schaden durch Waffen etc. reduziert. Ein Traitor kann über ein Kaufmenü auf verschiedene Hilfsmittel zurückgreifen, um die Innocents ausscheiden zu lassen. Außerdem gibt es einen Detective, dessen Identität auch den Innocents bekannt ist. Er ist also die einzige Person, bei der jeder weiß, dass sie kein Traitor sein kann und somit eine Vertrauensperson für die Innocents. Der Detective kann, ähnlich wie die Traitor, in einem Kaufmenü verschiedene Waffen kaufen und ist deshalb ein wichtiges Ziel für die Traitor.

Modding

Seit der Einbindung der Skriptsprache Lua hat man nun auch die Möglichkeit, kleine Programme zur Erstellung eigener Waffen und Spielmodi zu verwenden. Eine ausführliche Dokumentation der spielinternen Befehle unter LUA mitsamt einer Reihe an Tutorials ist öffentlich verfügbar. [3]

Wiremod

Wiremod ist eine Modifikation für Garry's Mod, die es erlaubt komplexe automatisierte Konstruktionen herzustellen. Wiremod bietet eine Vielzahl von mathematischen Funktionen sowie normale Tools wie „Hydraulics“ oder „Wheels“. Mit Wiremod lassen sich verschiedene Objekte durch Drähte (engl. Wire) verbinden, wobei ein Input mit einem Output verbunden wird. Dafür nutzt man das sogenannte „Wire-Tool“. Durch Wiremod können automatische Geschütze, folgende Roboter und andere komplexe Konstruktionen wie etwa 3D-Scanner oder komplexe Fallen gebaut werden.

Weiterführende Spielweisen

Das Spiel gibt dem Spieler sehr viele Freiheiten und mit etwas Einfallsreichtum kann man ganz neue Spielkonzepte umsetzen. Durch das Spawnen von Nicht-Spieler-Charakteren (NPC, Computergegner) und dem Herrichten des Schauplatzes durch Gemäuer und Hindernisse kann man z. B. Kooperativ-Kämpfe mit den Mitspielern kreieren. Andere Spieler bestücken ihre Fahrzeuge mit Schienenräumern, Bullenfängern und den aus Half-Life 2 bekannten Selbstschussanlagen, um sich anschließend in einem Wettstreit mit den panzerähnlichen Gefährten zu bekämpfen. Man hat außerdem die Möglichkeit, neben dem Standardschauplatz die bekannten Schauplätze aus Half-Life 2 (Maps genannt) zu besuchen, um dort etwa Sketche mit Ragdolls zu kreieren um beispielsweise die Handlung des Spiels aufs Korn zu nehmen. Auch Maps aus Counter-Strike sind ein beliebtes Ausflugsziel.

Ab Version 9 sind weitere Maps der Entwickler hinzugekommen, die neue Spielideen umsetzen oder alte verbessern. So kann man nun ein Melonenfrucht-Rennen in einem Wettlauf gegen die Zeit und Kontrahenten absolvieren. Eine andere Map ermutigt zum teamorientierten Bauen eines Flugapparats unter Zeitdruck mit anschließendem Testlauf. Stilecht wird das Gerät wie beim Red Bull Flugtag von einer Rampe gestürzt und Flugweite sowie Flugdauer gemessen. Bis zu vier Teams können gleichzeitig teilnehmen.

Ragdoll Posing

Erfahrene Spieler versuchen sich gerne am Ragdoll Posing, wobei eine oder mehrere Figuren, meist aus dem Hauptprogramm, als Ragdoll gespawnt werden. Man kann diese Figuren ähnlich wie Schaufensterpuppen in eine bestimmte Pose bringen und diese dann „einfrieren“. Zusätzlich lässt sich Mimik und Blickrichtung einstellen. In Kombination mit Möbeln und anderen Objekten entstehen daraus ganze Sets und oft sehr lustige Szenen. Eifrige Künstler erstellen auf diese Weise sogar eigene Web-Comics und es finden zahlreiche Wettbewerbe statt.

War of the Servers

„War of the Servers“ ist ein Film über Garry's Mod. Er behandelt eine Parodie auf Krieg der Welten (Originaltitel: War of the Worlds). Er wurde am 24. Juni 2007 zum Download freigegeben. Der Film enthält ebenfalls eine kleine Auswahl an Musikstücken aus dem Musical Jeff Wayne’s Musical Version of the War of the Worlds und bekannte Zitate aus dem Musical die bis auf einige Wörter fast identisch sind, die durch Wörter aus dem Garrys-Mod-Universum ausgetauscht wurden.

Bei War of the Servers werden alle GMod-9-Server von „Mingebags“ (der standardmäßig eingestellte Name) erobert (alle Mingebags haben Professor Isaac Kleiner aus Half-Life 2 als Spielmodel, außerdem haben sie eine „Gravity Gun“ im Schritt).

In dem Film spielt ein normaler Spieler die Hauptrolle. Er wandert von Server zu Server und versucht sich in Sicherheit zu bringen. Aber das Bild der Zerstörung verfolgt ihn und die Mingebags löschen Server nach Server aus und selbst die Administratoren können nichts dagegen unternehmen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. "Garry's Mod - History", garrysmod.com, abgerufen am 21. März 2017 (englisch)
  2. "Garry's Mod". Steam. Valve Corporation, abgerufen am 21. März 2017. (englisch)
  3. "Modding Tutorials", Garry's Mod Wiki, abgerufen am 21. März 2017. (englisch)