Gennep

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Gennep in den Niederlanden. Für weitere Bedeutungen siehe Gennep (Begriffsklärung).
Gemeinde Gennep
Flagge der Gemeinde Gennep
Flagge
Wappen der Gemeinde Gennep
Wappen
Provinz Limburg
Bürgermeister Marlies de Loo (CDA)
Sitz der Gemeinde Gennep
Fläche
 – Land
 – Wasser
50,4 km2
47,9 km2
2,5 km2
CBS-Code 0907
Einwohner 17.070 (1. Apr. 2016[1])
Bevölkerungsdichte 339 Einwohner/km2
Koordinaten 51° 42′ N, 5° 58′ OKoordinaten: 51° 42′ N, 5° 58′ O
Bedeutender Verkehrsweg A77 (in D: A57), N271
Vorwahl 0485
Postleitzahlen 6590–6599
Website www.gennep.nl
LocatieGennep.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Gennep (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine Gemeinde im Südosten der Niederlande, Provinz Limburg. Die Gemeinde zählt 17.070 Einwohner (Stand: 1. April 2016) auf einer Fläche von 50,4 km². Gennep liegt an der Mündung der Niers in die Maas, etwa 20 km südlich von Nimwegen. Das Gemeindegebiet grenzt im Osten an die deutschen Städte Kleve und Goch. 2015 wurde Gennep der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.[2]

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über die Ortschaft nach Norden

Neben der Stadt Gennep selbst gehören folgende Ortschaften zur Gemeinde Gennep: Aaldonk, Dam, De Looi, Diekendaal, Heijen, Hekkens, Milsbeek, Ottersum, Smele, Ven-Zelderheide en Zelder.

Gemeinde Gennep[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reformierte Kirche, erster protestantischer Kirchenbau der Niederlande

Die Stadt Gennep erhielt 1371 die Stadtrechte. In der Reformationszeit kamen ab 1530 evangelische Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich nach Gennep, wo sie mit den katholischen Einwohnern und Priestern in konfessioneller Toleranz und Kooperation lebten.[2] Aufgrund ihrer Grenzlage hatte die Stadt eine wechselvolle Geschichte und gehörte unter anderem zum Herzogtum Kleve (bis 1815), zu Preußen, war von den Franzosen besetzt, kam in den Verhandlungen des Wiener Kongresses zum Vereinigten Königreich der Niederlande. Von 1830 bis 1839 gehörte Gennep kurzzeitig zu Belgien. Seitdem gehört die Stadt zum Königreich der Niederlande.

In der frühen Neuzeit wurde in der Stadt Keramik, unter anderem Irdenware produziert. Durch die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Boxteler Bahn im Jahr 1873 erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Strecke wurde vor und nach dem Zweiten Weltkrieg aber nach und nach eingestellt.

Im Zweiten Weltkrieg fand im nahegelegen Klever Reichswald und im Umfeld des heutigen Ortes im Februar 1945 die Schlacht im Reichswald statt. Anschließend konnten die Alliierten bei Wesel einen Brückenkopf über den Rhein schlagen und in der Folge das Ruhrgebiet einnehmen. Die Stadt hatte zuvor strategische Bedeutung, als die Brücke über die Maas der Wehrmacht unversehrt in die Hände fiel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum „Pietershuis“. Auffallend ist der typisch limburgische Baustil mit flämischem Einfluss
Gennep, altes Rathaus, links dahinter das neue Rathaus

Die Stadt hat einen mittelalterlichen Ortskern mit Stadtmauer und zahlreichen historischen Gebäuden, unter anderem dem Rathaus aus dem 17. Jahrhundert, dem Museum Het Petershuis, dem Martinus-Kirchturm und der Reformierten Kirche, der „ältesten protestantisch erbauten Kirche der Niederlande“[2]. Direkt an der Niersmündung liegt in landschaftlich reizvoller Umgebung die Ruine der Festung Genneperhuis.

Persönlichkeiten aus Gennep[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gennep – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand April 2016Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. a b c Zur Bedeutung Genneps in der Reformationsgeschichte siehe das Stadtporträt des Projekts Reformationsstädte Europas: Gennep – ein sicherer Hafen für alle. In: reformation-cities.org/cities, abgerufen am 6. Juni 2016.