Georg Kössler

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Georg Kössler, 2017

Georg Philipp Kössler (* 21. Dezember 1984 in Berlin) ist ein deutscher Klimaaktivist, Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und Abgeordneter im Abgeordnetenhaus von Berlin. Er ist Sprecher seiner Fraktion für Klima- und Umweltschutz, Eine-Welt-Politik und Clubkultur.[1]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kössler wuchs im Berliner Bezirk Köpenick auf. Nach dem Abitur an der Alexander-von-Humboldt-Oberschule studierte er Politische Wissenschaften[2] an der Universität Erlangen, mit einem Auslandsaufenthalt in Schweden, und an der Freien Universität Berlin. Er schloss dort mit einem Diplom ab und hält zudem einen Master of European Political Sociology der Högskolan Dalarna. Anschließend war er für die Heinrich-Böll-Stiftung als Referent für Internationale Klimapolitik und für die Bundestagsfraktion der Grünen tätig, unter anderem als Energiereferent und als Referent für die Abgeordnete Bärbel Höhn.

Partei und Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kössler gehörte der Grünen Jugend seit 2005 an und war deren Politischer Geschäftsführer von 2010 bis 2011. Anschließend war er fünf Jahre lang Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Energie seiner Partei. Von 2007 bis 2010 war er im Vorstand der Global Young Greens tätig und organisierte in dieser Funktion deren Kongress 2010 in Berlin mit.[3] Kössler engagiert sich insbesondere zu Fragen des Klimaschutzes und ist seit 2009 in der Klimabewegung aktiv. Dabei war er Mitglied der Politgruppe „gegenstromberlin“ und Mitbegründer des Bündnisses „Kohleausstieg Berlin“.

Schwerpunkte seiner Tätigkeit im Abgeordnetenhaus sind der Berliner Kohleausstieg, die Anpassung an den Klimawandel, die Verwirklichung des Eine-Welt-Hauses und die Sicherung der Berliner Clubszene. Darüber hinaus setzt Kössler sich dafür ein, Berlin zur Fair-Trade-Town zu machen, dem beschlossenen Leitbild Zero Waste in Berlin näher zu kommen und das massive Aufkommen von Coffee-to-go-Bechern in Berlin zu reduzieren.[4]

Als parlamentarischer Beobachter begleitete er mehrfach Aktionen gegen Räumungen[5] und die Ende-Gelände-Proteste.[6]

Wahl zum Abgeordnetenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl 2016 kandidierte er im Wahlkreis Neukölln 3 (21,7 % Erststimmen) und erhielt über die Landesliste (Platz 12[7]) ein Mandat.[8]

Möhren-Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2019 erzielte er mediale Aufmerksamkeit, als er auf Twitter einen Landwirt verhöhnte, dessen Felder von Klimaaktivisten der Aktion Ende Gelände niedergetrampelt wurden.[9][10][11] Georg Kössler und seine Kollegin, die Grünen-Chefin von Rheinland-Pfalz Jutta Paulus, waren persönlich vor Ort.[12] Er schrieb dem Landwirt, der sich über die Verwüstung der Felder beklagte, eine Nachricht, dass seine Möhren nicht wichtiger als das Klima seien.[13][14] Als Folge geriet Kössler in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, worauf auf seine Flugreisen Augenmerk gelegt wurde. Die AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus erstellte auf Basis Kösslers Urlaubsfotos ein Video, das auf die Doppelmoral der Grünen anspielt und auf Facebook binnen 20 Stunden mehr als 100.000 Mal aufgerufen wurde.[15] Gegen Kössler wurde zudem über den Messenger Telegram bezugnehmend auf den Fall Lübcke eine Morddrohung ausgesprochen.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Georg Kössler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg P. Kössler | Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus - Berlin. Abgerufen am 16. November 2017.
  2. Georg Kössler: Staatlichkeit und Staatszerfall in Somalia. GRIN Verlag, München 2007, ISBN 978-3-638-67146-0.
  3. 2010 Congress Report | Global Young Greens. Abgerufen am 16. November 2017 (amerikanisches Englisch).
  4. Meine 2. Rede: Berlin wird Becherheld! – Georg Kössler. In: Georg Kössler. 26. Januar 2017 (georg-koessler.de [abgerufen am 16. November 2017]).
  5. Kiezladen nach Protesten an Gerichtsvollzieher übergeben. Abgerufen am 16. November 2017.
  6. Pressemitteilung 29.8.2017 – Ende Gelände. Abgerufen am 16. November 2017.
  7. christian.honnens: Landesliste: Unser Team für Berlin. In: Bündnis 90/DIE GRÜNEN Berlin. 17. April 2016 (gruene.berlin [abgerufen am 16. November 2017]).
  8. Wahlen zum Abgeordnetenhaus 2016, Ergebnisse
  9. Möhrenernte zertrampelt: Bauer sauer auf Klima-Aktivisten. In: Göttinger Tageblatt. 25. Juni 2019, abgerufen am 25. Juni 2019.
  10. Matthias Biesel: NRW: Aktivisten zertrampeln Feld von Bauer Willi – unglaublich, wie Grünen-Politiker darauf reagieren. In: Der Westen. 25. Juni 2019, abgerufen am 25. Juni 2019.
  11. Klima-Aktivisten zertrampeln Felder von Bauer Willi. In: Westdeutscher Rundfunk. 25. Juni 2019, abgerufen am 25. Juni 2019.
  12. Birgit Begass: Berliner Grünen-Politiker verhöhnt den armen Bauer Willi. In: B.Z. 25. Juni 2019, abgerufen am 26. Juni 2019.
  13. Tweet von Georg Kössler. In: Twitter. 23. Juni 2019, abgerufen am 25. Juni 2019: „Deine Möhren sind nicht wichtiger als unser Klima. Sorry.“
  14. a b Alexander Fröhlich: „Ich wusste ja, worauf ich mich mit der Wahl einlasse“. In: Tagesspiegel. 27. Juni 2019, abgerufen am 28. Juni 2019.
  15. Boris Dombrowski: Morddrohung gegen Berliner Grünen-Politiker nach Möhren-Spruch. In: Bild.de. Abgerufen am 28. Juni 2019.