Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2021

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
2016Wahl zum Abgeordnetenhaus 2021
Amtliches Endergebnis
Nächste
(75,7 % Wahlbeteiligung, 1,4 % ungültige Stimmen)[1]
 %
30
20
10
0
21,4
18,9
18,0
14,1
8,0
7,1
2,2
1,8
1,3
1,1
1,0
5,0
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
−0,2
+3,7
+0,4
−1,5
−6,2
+0,4
+0,4
−0,1
+1,3
+1,1
+1,0
−0,8
Sitzverteilung
      
Insgesamt 147 Sitze
Sitz des Abgeordnetenhauses von Berlin (Gebäude des ehemaligen Preußischen Landtags)

Die Wahl zum 19. Abgeordnetenhaus von Berlin (häufig kurz Berlin-Wahl 2021) fand am 26. September 2021 für eine Legislaturperiode von fünf Jahren statt.[2]

Am selben Tag wurden in Berlin auch die Wahlen zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen, die Bundestagswahl und das Volksbegehren der Initiative Deutsche Wohnen & Co. enteignen durchgeführt.[3] Dabei markierte der Stimmenanteil der SPD mit 21,4 % den kleinsten Wahlsieg einer Partei in der Geschichte der deutschen Wahlen zu einem Landesparlament.

Es kam bei der Durchführung der Wahl unter anderem auch wegen des zeitgleich stattgefundenden Berlin-Marathons zu massiven Unregelmäßigkeiten und Durchführungsproblemen.

Stimmzettel Erststimme, Wahlkreis Mitte 1
Stimmzettel Zweitstimme, Mitte

Ausgangslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt 2258 Wahllokale in 78 Abgeordnetenhauswahlkreisen ermöglichten am Sonntag, dem 26. September 2021, die persönliche Stimmabgabe. Alternativ konnte bis zum 24. September die Briefwahl beantragt werden.[4] Der Antrag zur Briefwahl erforderte keine Begründung.[5] Bis zum 2. September hatten 509.461 Wähler von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Dies entsprach 18,5 % der Wahlberechtigten und einem Zuwachs von 5,4 Prozentpunkten zum entsprechenden Datum 24 Tage vor der vorherigen Wahl.[6] Der Wahltag selbst verlief relativ chaotisch. Neben dem Umfang der Wahlentscheidungen auf Bundes- und Landesebene fand der Berlin-Marathon statt, der ohnehin zu Einschränkungen in der Stadt geführt hatte. Vor etlichen Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen und die Wahl musste zum Teil bis deutlich nach 18:00 Uhr ausgedehnt werden. In einigen Wahllokalen gingen die Stimmzettel aus oder es waren die falschen Stimmzettel geliefert worden, so dass in aller Eile Ersatz herangeschafft werden musste.[7]

Im Vergleich zu 2016 erhielt der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg einen zusätzlichen Wahlkreis, während der Bezirk Neukölln einen Wahlkreis einbüßte.[8]

Insgesamt waren 2.455.709 Berliner zur Wahl aufgerufen, was einem Rückgang von 37.678 zur entsprechenden Wahl 2016 entspricht. Während einzig der Bezirk Treptow-Köpenick einen Zuwachs verzeichnete, sahen Neukölln und Reinickendorf die stärksten Rückgänge. Die zeitgleich stattfindenden Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen verzeichnen etwa 300.000 zusätzliche Wahlberechtigte, da hier auch 16- und 17-Jährige und in Berlin lebende EU-Bürger teilnehmen können. Zur Bundestagswahl waren etwa 7.000 Bürger mehr zugelassen, da die Frist zur Anmeldung beim Zuzug nach Berlin hier großzügiger gestaltet war.[9]

Vorherige Wahl 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl zum Abgeordnetenhaus 2016
 %
30
20
10
0
21,6
17,6
15,6
15,2
14,2
6,7
9,1

Der SPD reichten 21,6 Prozent, um stärkste Kraft zu werden, es ist der bisher kleinste Anteil an Stimmen für die stärkste Partei in einem deutschen Landesparlament. Neben der SPD verlor vor allem die CDU, beide Parteien mussten ihre schlechtesten Wahlergebnisse in Berlin jemals hinnehmen. Während die Linke leicht dazugewann, verloren die Grünen leicht. Die AfD trat erstmals in Berlin an und erreichte 14,2 Prozent, der FDP gelang der Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus.

Die Sitze werden durch das Hare-Niemeyer-Verfahren berechnet.

Nach der Wahl wurde die erste rot-rot-grüne Regierung mit der SPD an der Spitze gebildet; die Koalition besetzt 92 der 160 Mandate im Abgeordnetenhaus. Michael Müller blieb somit Regierender Bürgermeister von Berlin und bildete den Senat Müller II.

Fraktionen im Landesparlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tabelle gibt die Fraktionszusammensetzung des Abgeordnetenhauses zu Beginn und vor Ende der Legislaturperiode wieder.

Fraktion/Landesverband Kurzbe-
zeichnung
Sitze

2016

Sitze

2021

Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 38 38
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 31 31
Die Linke LINKE 27 27
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE 27 27
Alternative für Deutschland AfD 25 22
Freie Demokratische Partei FDP 12 11
Fraktionslose 4

Parteien und Bewerber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spitzenkandidaten der im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sechs Parteien im Abgeordnetenhaus treten mit folgenden Spitzenkandidaten an:

Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

34 Parteien nahmen an der Wahl zum Abgeordnetenhaus teil.[10] Vier weitere nahmen an den Bezirksverordnetenversammlungen teil.[11]

Partei Kürzel Abgeordnetenhauswahl[10]
Aktion Partei für Tierschutz – Tierschutz hier! TIERSCHUTZ hier! Landesliste
Alternative für Deutschland AfD Landesliste
Basisdemokratische Partei Deutschland dieBasis Landesliste
bergpartei, die überpartei B* Landesliste
Bildet Berlin! Bildet Berlin! Landesliste
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE Landesliste
Bürgerrechtsbewegung Solidarität BüSo Landesliste
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU Bezirkslisten landesweit
Demokratische Linke DL
Deutsche Kommunistische Partei DKP Landesliste
Deutsche Konservative Deutsche Konservative einzelne Bezirkslisten
Die Grauen – Für alle Generationen Die Grauen Landesliste
Die Linke Die Linke Landesliste
Die Neuen Berlin
Die neuen Demokraten einzelne Bezirkslisten
Die Republikaner REP einzelne Bezirkslisten
Die Urbane. Eine HipHop Partei du. Landesliste
Die Pinken/Bündnis21 BÜNDNIS21 Landesliste
Feministische Partei Die Frauen DIE FRAUEN
Freie Demokratische Partei FDP Bezirkslisten landesweit
Freie Wähler FREIE WÄHLER Landesliste
Graue Panther Graue Panther Landesliste
Klimaliste Berlin Klimaliste Berlin Landesliste
Liberale Demokraten – Die Sozialliberalen LD
Liberal-Konservative Reformer LKR Landesliste
Menschliche Welt – für das Wohl und Glücklich-Sein aller MENSCHLICHE WELT einzelne Bezirkslisten
Mieterpartei / Bündnis Berlin MIETERPARTEI Landesliste
Nationaldemokratische Partei Deutschlands NPD Landesliste
Ökologisch-Demokratische Partei ÖDP Landesliste
Partei der Humanisten Die Humanisten Landesliste
Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung
und basisdemokratische Initiative
Die PARTEI Landesliste
Partei für Gesundheitsforschung Gesundheitsforschung Landesliste
Partei Mensch Umwelt Tierschutz Tierschutzpartei Landesliste
Piratenpartei Deutschland PIRATEN Landesliste
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD Bezirkslisten landesweit
Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale SGP Landesliste
Team Todenhöfer TEAM TODENHÖFER Landesliste
Volt Deutschland Volt Landesliste

Die Vereinigung BerlinBrains wollte zur Wahl antreten, der Landeswahlausschuss verneinte jedoch deren Parteieigenschaft.

Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonntagsfrage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzte Umfragen vor der Wahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umfrage der INSA
vom 24. September 2021
im Vergleich zur Wahl 2016
 %
30
20
10
0
23
17
15
14
11
8
12
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
(auf halbe Prozent gerundet)
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+1,5
+2
−2,5
−1,5
−3
+1,5
+3
Institut Datum SPD CDU Linke Grüne AfD FDP Sonst.
INSA[12] 24.09.2021 23 % 15 % 14 % 17 % 11 % 8 % 12 %
(inkl. FW 3 %, Tier 3 %)
Forschungsgruppe Wahlen[12] 23.09.2021 22 % 17 % 13 % 19 % 9 % 7 % 13 %
Forschungsgruppe Wahlen[12] 17.09.2021 21 % 17 % 12 % 20 % 9 % 8 % 13 %
Infratest dimap[12] 17.09.2021 24 % 16 % 13 % 18 % 10 % 7 % 12 %
(inkl. Tier 3 %)
Infratest dimap[12] 25.08.2021 23 % 19 % 12 % 17 % 11 % 8 % 10 %
INSA[12] 25.08.2021 22 % 16 % 15 % 18 % 12 % 9 % 8 %
(inkl. FW 3 %)
Forsa 13.08.2021 21 % 17 % 14 % 21 % 10 % 7 % 10 %
Wahl 2016 18.09.2016 21,6 % 17,6 % 15,6 % 15,2 % 14,2 % 6,7 % 9,2 %

Ältere Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 – Juni 2021
Institut Datum SPD CDU Linke Grüne AfD FDP PARTEI Sonst.
INSA[12] 24.06.2021 18 % 18 % 13 % 22 % 12 % 10 % 7 %
(inkl. FW 2 %)
Infratest dimap[12] 16.06.2021 17 % 21 % 12 % 22 % 10 % 9 % 9 %
INSA[12] 18.05.2021 20 % 16 % 13 % 25 % 12 % 9 % 5 %
(inkl. FW 3 %)
Infratest dimap[12] 28.04.2021 17 % 18 % 14 % 27 % 9 % 7 % 8 %
INSA[12] 23.04.2021 19 % 16 % 14 % 25 % 12 % 10 % 4 %
Infratest dimap[12] 24.02.2021 18 % 22 % 15 % 23 % 9 % 6 % 7 %
INSA[12] 18.12.2020 18 % 22 % 16 % 18 % 12 % 7 % 7 %
INSA[12] 12.10.2020 18 % 21 % 16 % 20 % 12 % 6 % 7 %
Infratest dimap[12] 23.09.2020 15 % 22 % 15 % 26 % 10 % 6 % 6 %
INSA[12] 15.07.2020 16 % 21 % 18 % 19 % 12 % 5 % 9 %
Infratest dimap[12] 29.04.2020 20 % 23 % 14 % 21 % 10 % 5 % 7 %
Forsa[12] 11.02.2020 15 % 16 % 17 % 25 % 11 % 6 % 10 %
INSA[12] 02.01.2020 15 % 18 % 19 % 23 % 13 % 7 % 5 %
Forsa[12] 26.12.2019 15 % 17 % 19 % 22 % 11 % 6 % 10 %
Forsa[12] 03.12.2019 16 % 17 % 17 % 24 % 11 % 5 % 10 %
Infratest dimap[12] 20.11.2019 16 % 18 % 17 % 23 % 14 % 5 % 7 %
Forsa[12] 06.11.2019 15 % 18 % 16 % 25 % 11 % 5 % 10 %
Forsa[12] 04.10.2019 16 % 17 % 16 % 24 % 11 % 6 % 10 %
INSA[12] 18.09.2019 15 % 17 % 18 % 24 % 14 % 6 % 6 %
Forsa[12] 31.08.2019 16 % 16 % 17 % 24 % 11 % 6 % 10 %
Forsa[12] 29.07.2019 16 % 17 % 18 % 25 % 10 % 5 % 9 %
Forsa[12] 01.07.2019 15 % 17 % 17 % 25 % 10 % 7 % 9 %
Forsa[12] 03.06.2019 16 % 15 % 17 % 26 % 11 % 7 % 8 %
Infratest dimap[12] 08.05.2019 15 % 17 % 19 % 23 % 10 % 6 % 10 %
Forsa[12] 26.04.2019 16 % 17 % 18 % 25 % 11 % 7 % 6 %
INSA[12] 10.04.2019 16 % 19 % 19 % 19 % 12 % 9 % 6 %
Forsa[12] 04.04.2019 15 % 18 % 18 % 25 % 10 % 8 % 6 %
Forsa[12] 05.03.2019 17 % 20 % 18 % 22 % 11 % 7 % 5 %
Forsa[12] 05.02.2019 16 % 19 % 20 % 21 % 11 % 8 % 5 %
Forsa[12] 01.01.2019 15 % 17 % 18 % 23 % 13 % 7 % 7 %
INSA[12] 18.12.2018 16 % 18 % 16 % 21 % 14 % 8 % 7 %
Forsa[12] 06.12.2018 15 % 18 % 18 % 23 % 13 % 7 % 6 %
Infratest dimap[12] 21.11.2018 15 % 18 % 18 % 24 % 13 % 6 % 6 %
INSA[12] 07.11.2018 16 % 16 % 17 % 22 % 15 % 7 % 7 %
Forsa[12] 26.10.2018 15 % 16 % 19 % 22 % 13 % 8 % 7 %
Forsa[12] 01.10.2018 16 % 17 % 22 % 18 % 13 % 7 % 7 %
Forsa[12] 03.09.2018 17 % 19 % 21 % 18 % 12 % 6 % 7 %
Forsa[12] 31.07.2018 17 % 19 % 21 % 17 % 13 % 7 % 6 %
INSA[12] 18.07.2018 17 % 18 % 17 % 18 % 14 % 7 % 4 % 5 %
Forsa[12] 01.07.2018 19 % 18 % 21 % 16 % 11 % 8 % 7 %
Forsa[12] 01.06.2018 18 % 19 % 20 % 18 % 11 % 7 % 7 %
Infratest dimap[12] 16.05.2018 18 % 21 % 22 % 15 % 11 % 6 % 7 %
Forsa[12] 04.05.2018 19 % 19 % 19 % 18 % 11 % 7 % 7 %
INSA[12] 14.04.2018 19 % 19 % 19 % 17 % 13 % 8 % 2 % 3 %
Forsa[12] 04.04.2018 20 % 20 % 18 % 17 % 12 % 7 % 6 %
Forsa[12] 26.02.2018 19 % 19 % 20 % 18 % 12 % 6 % 6 %
Forsa[12] 31.01.2018 20 % 19 % 18 % 17 % 11 % 7 % 8 %
Forsa[12] 02.01.2018 20 % 20 % 18 % 17 % 11 % 6 % 8 %
Forsa[12] 26.11.2017 18 % 21 % 18 % 16 % 11 % 8 % 8 %
Forsa[12] 01.11.2017 19 % 20 % 18 % 14 % 11 % 9 % 9 %
Forsa[12] 08.10.2017 18 % 19 % 19 % 15 % 11 % 9 % 9 %
Infratest dimap[12] 12.09.2017 21 % 23 % 19 % 14 % 10 % 7 % 6 %
Forsa[12] 03.09.2017 19 % 21 % 19 % 14 % 9 % 11 % 9 %
Forsa[12] 01.08.2017 20 % 22 % 18 % 14 % 8 % 9 % 9 %
Forsa[12] 06.07.2017 21 % 22 % 17 % 14 % 8 % 9 % 9 %
Forsa[12] 30.05.2017 22 % 23 % 16 % 13 % 8 % 8 % 10 %
Infratest dimap[12] 23.05.2017 22 % 24 % 17 % 13 % 10 % 8 % 6 %
Forsa[12] 03.05.2017 24 % 20 % 16 % 12 % 9 % 8 % 11 %
Forsa[12] 03.04.2017 25 % 20 % 16 % 13 % 8 % 7 % 11 %
Forsa[12] 27.02.2017 25 % 17 % 16 % 13 % 10 % 8 % 11 %
Forsa[12] 30.01.2017 20 % 20 % 16 % 15 % 12 % 8 % 9 %
Forsa[12] 02.01.2017 20 % 20 % 17 % 16 % 12 % 7 % 8 %
Forsa[12] 27.11.2016 19 % 20 % 16 % 17 % 13 % 7 % 8 %
Infratest dimap[12] 24.11.2016 21 % 19 % 17 % 15 % 13 % 7 % 8 %
Forsa[12] 30.10.2016 20 % 18 % 16 % 16 % 13 % 7 % 10 %
Wahl 2016 18.09.2016 21,6 % 17,6 % 15,6 % 15,2 % 14,2 % 6,7 % 2,0 % 7,2 %

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umfragewerte auf monatliche Umfrageergebnisse gemittelt, von der Wahl 2016 bis zur Wahl 2021

Weitere Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

West- und Ost-Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

West-Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Institut Datum SPD CDU Grüne AfD Linke FDP Sonst.
Infratest dimap[13] 25.08.2021 25 % 21 % 19 % 9 % 9 % 9 % 8 %
Infratest dimap[13] 16.06.2021 19 % 23 % 24 % 8 % 7 % 10 % 9 %
Infratest dimap[13] 28.04.2021 18 % 21 % 28 % 8 % 10 % 8 % 7 %
Infratest dimap[13] 24.02.2021 19 % 25 % 24 % 8 % 10 % 8 % 6 %
Wahl 2016 18.09.2016 23,2 % 20,9 % 17,1 % 12,1 % 10,1 % 8,6 % 6,5 %
Ältere Umfragen
Institut Datum SPD CDU Grüne AfD Linke FDP Sonst.
Infratest dimap[13] 23.09.2020 14 % 25 % 30 % 8 % 10 % 8 % 5 %
Infratest dimap[13] 29.04.2020 20 % 25 % 23 % 8 % 11 % 6 % 7 %
Infratest dimap[13] 20.11.2019 18 % 20 % 26 % 12 % 12 % 5 % 7 %
Infratest dimap[13] 08.05.2019 17 % 20 % 27 % 8 % 13 % 6 % 9 %
Infratest dimap[13] 21.11.2018 15 % 21 % 27 % 11 % 12 % 8 % 6 %
Infratest dimap[13] 16.05.2018 20 % 23 % 18 % 10 % 16 % 7 % 6 %
Infratest dimap[13] 12.09.2017 23 % 25 % 15 % 10 % 13 % 8 % 6 %
Infratest dimap[13] 23.05.2017 23 % 24 % 15 % 10 % 13 % 10 % 5 %
Infratest dimap[13] 24.11.2016 23 % 22 % 17 % 12 % 11 % 8 % 7 %
Wahl 2016 18.09.2016 23,2 % 20,9 % 17,1 % 12,1 % 10,1 % 8,6 % 6,5 %
Ost-Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Institut Datum Linke SPD AfD CDU Grüne FDP Sonst.
Infratest dimap[14] 25.08.2021 17 % 21 % 15 % 15 % 14 % 6 % 12 %
Infratest dimap[14] 16.06.2021 19 % 14 % 13 % 18 % 19 % 8 % 9 %
Infratest dimap[14] 28.04.2021 19 % 15 % 12 % 14 % 26 % 6 % 8 %
Infratest dimap[14] 24.02.2021 22 % 15 % 11 % 18 % 21 % 5 % 8 %
Wahl 2016 18.09.2016 23,4 % 19,3 % 17,0 % 13,1 % 12,6 % 4,0 % 8,8 %
Ältere Umfragen
Institut Datum Linke SPD AfD CDU Grüne FDP Sonst.
Infratest dimap[14] 23.09.2020 23 % 15 % 12 % 18 % 20 % 5 % 7 %
Infratest dimap[14] 29.04.2020 19 % 19 % 13 % 20 % 18 % 3 % 8 %
Infratest dimap[14] 20.11.2019 24 % 14 % 16 % 16 % 18 % 5 % 7 %
Infratest dimap[14] 08.05.2019 28 % 13 % 13 % 14 % 16 % 5 % 11 %
Infratest dimap[14] 21.11.2018 27 % 15 % 15 % 12 % 20 % 4 % 7 %
Infratest dimap[14] 16.05.2018 29 % 16 % 14 % 18 % 11 % 5 % 7 %
Infratest dimap[14] 12.09.2017 26 % 19 % 11 % 21 % 13 % 4 % 6 %
Infratest dimap[14] 23.05.2017 22 % 22 % 10 % 23 % 10 % 6 % 7 %
Infratest dimap[14] 24.11.2016 25 % 19 % 15 % 14 % 12 % 5 % 10 %
Wahl 2016 18.09.2016 23,4 % 19,3 % 17,0 % 13,1 % 12,6 % 4,0 % 8,8 %

Potential-Analyse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut Datum Wahlchance SPD CDU Linke Grüne AfD FDP
INSA[15] 10.04.2019 „sicher“ 11 % 13 % 14 % 12 % 9 % 6 %
„sicher und vielleicht“ 38 % 34 % 34 % 42 % 15 % 23 %
„grundsätzlich nicht“ 19 % 32 % 27 % 20 % 68 % 28 %
INSA[16] 18.07.2018 „sicher“ 12 % 11 % 13 % 11 % 10 % 4 %
„sicher und vielleicht“ 42 % 31 % 31 % 36 % 18 % 20 %
„grundsätzlich nicht“ 16 % 29 % 24 % 20 % 65 % 26 %

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl zum Abgeordnetenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erststimmenmehrheiten (gewählte Kandidaten)
Vorläufiges amtliches Endergebnis[17]
Partei Erststimmen Zweitstimmen
Anzahl Anteil Änderung
(%-Punkte)
Anzahl Anteil Änderung
(%-Punkte)
SPD 422.630 23,4 % −1,4 389.965 21,4 % −0,1
CDU 355.602 19,7 % −0,2 328.572 18,1 % 0,5
GRÜNE 361.501 20,0 % 4,2 343.416 18,9 % 3,7
DIE LINKE 252.282 13,9 % −1,5 255.231 14,0 % −1,6
AfD 145.904 8,1 % −6,1 145.494 8,0 % −6,2
FDP 119.265 6,6 % 1 130.098 7,2 % 0,5
Die PARTEI 36.304 2,0 % 0,8 32.829 1,8 % −0,1
Tierschutzpartei 60.837 3,4 % 3,4 40.057 2,2 % 0,3
PIRATEN 1.674 0,1 % 0,1 7.436 0,4 % −1,3
Graue Panther 0 8.876 0,5 % −0,6
NPD 877 0,0 % 0 2.345 0,1 % 0,1
Gesundheitsforschung 0 4.862 0,3 % −0,2
LKR 973 0,1 % 0,1 1.278 0,1 % 0,1
DKP 2.344 0,1 % 0,1
SGP 0 493 0,0 % 0
BüSo 587 0,0 % 0
MENSCHLICHE WELT 0 174 0,0 % 0
B* 1.715 0,1 % 0,1
ÖDP 1.078 0,1 % 0,1 2.458 0,1 % 0,1
TIERSCHUTZ hier! 0 8.168 0,4 % 0,4
dieBasis 29.754 1,6 % 1,6 22.949 1,3 % 1,3
Bildet Berlin! 2.503 0,1 % 0,1
DL 21 0,0 % 0 0
Deutsche Konservative 0 14 0,0 % 0
Die Grauen 0 12.569 0,7 % 0,7
Neue Demokraten 0 93 0,0 % 0
REP 18 0,0 % 0 55 0,0 % 0
du. 691 0,0 % 0 3.574 0,2 % 0,2
BÜNDNIS21 74 0,0 % 0 983 0,1 % 0,1
DIE FRAUEN 120 0,0 % 0
FREIE WÄHLER 16.922 0,9 % 0,9 15.295 0,8 % 0,8
Klimaliste Berlin 7.854 0,4 % 0,4
LD 28 0,0 % 0
MIETERPARTEI 1.087 0,1 % 0,1 4.274 0,2 % 0,2
Die Humanisten 3.832 0,2 % 0,2
Team Todenhöfer 18.700 1,0 % 1
Volt 20.137 1,1 % 1,1
Buhl 141 0,0 % 0
Bunte 109 0,0 % 0
Elmenthaler 58 0,0 % 0
Hinz 190 0,0 % 0 0
Kirschtowski 79 0,0 % 0
Pape 110 0,0 % 0
Sah 38 0,0 % 0
Snelinski 46 0,0 % 0
Wadehn 87 0,0 % 0
Weimer 46 0,0 % 0
Witte 137 0,0 % 0
Worbs 49 0,0 % 0
Wahlberechtigte 2.447.600 2.447.600
Wählende 1.852.478 75,7 % 8,8 1.852.478 75,7 % 8,8
Ungültige Stimmen 26.212 1,4 % −0,3 20.396 1,1 % −0,4
Gültige Stimmen 1.808.732 98,6 % 0,3 1.819.230 98,9 % 0,4

Erst- und Zweitstimmen zum Abgeordnetenhaus in den Bezirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlergebnisse in den Bezirken[18]
Bezirk SPD CDU GRÜNE LINKE AfD FDP Sonstige
Erst Zweit Erst Zweit Erst Zweit Erst Zweit Erst Zweit Erst Zweit Erst Zweit
Mitte 21,2 18,8 13,3 12,3 29,3 26,3 17,2 17,5 5,0 4,9 7,0 7,1 7,0 13,1
Friedrichshain-Kreuzberg 16,9 15,1 8,3 7,7 35,3 32,3 22,7 23,5 3,2 3,1 4,7 4,8 8,9 13,5
Pankow 20,3 18,4 13,8 12,7 24,7 23,3 18,4 18,6 8,0 7,9 5,6 6,1 9,2 13,0
Charlottenburg-Wilmersdorf 24,8 22,6 22,9 20,9 24,1 22,8 7,4 8,6 4,6 4,7 9,5 10,4 6,7 10,0
Spandau 28,6 25,7 27,8 26,7 11,4 11,6 5,4 5,6 10,3 10,0 7,5 7,7 9,0 12,7
Steglitz-Zehlendorf 24,0 22,7 28,1 25,4 21,6 19,8 4,9 6,2 5,1 5,3 9,4 11,0 6,9 9,6
Tempelhof-Schöneberg 26,1 22,7 22,0 20,6 23,2 22,0 8,4 9,7 5,8 5,8 6,9 7,3 7,6 11,9
Neukölln 28,5 27,2 18,2 16,2 18,4 17,6 15,3 14,3 7,2 7,0 5,1 5,1 7,3 12,6
Treptow-Köpenick 24,8 21,6 14,7 14,2 12,9 13,0 19,3 18,7 12,1 11,9 6,1 6,6 10,1 14,0
Marzahn-Hellersdorf 19,2 19,7 24,4 20,9 6,7 6,7 19,2 17,9 16,3 16,2 4,9 5,2 9,3 13,4
Lichtenberg 21,8 21,1 15,5 13,9 12,7 12,3 23,6 21,0 12,0 11,8 4,4 5,4 10,0 14,5
Reinickendorf 25,7 23,5 30,3 28,3 13,0 13,3 4,9 5,4 9,5 9,3 7,3 8,0 9,3 12,2

Zweitstimmenergebnis in Ost- und West-Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AGH-Wahl 2021 – Ergebnis Berlin-West
 %
30
20
10
0
22,9
20,8
20,3
10,1
7,9
6,3
2,0
1,6
7,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
−0,3
−0,1
+3,2
± 0,0
−0,7
−5,8
+0,2
−0,2
+3,3
AGH-Wahl 2021 – Ergebnis Berlin-Ost
 %
20
10
0
19,4
19,4
16,9
14,3
10,4
6,1
2,5
2,1
8,9
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
−4,0
+0,1
+4,3
+1,2
−6,6
+2,1
+0,5
−0,1
+2,5

Wahl der Bezirksverordnetenversammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksverordnetenversammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stimmenstärkste Parteien bei den Wahlen zu den Bezirksverordneten­versammlungen

Die Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen waren durch Hinzugewinne der Grünen und der FDP gekennzeichnet. Verluste erlitt vor allem die AfD, sowie in geringerem Maße die Linke.[19]

Wahlergebnisse in den Bezirken[19]
Bezirk SPD CDU GRÜNE LINKE AfD FDP Sonstige
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
Mitte 18,5 12 (13) 12,8 8 28,5 18 (14) 16,8 10 4,8 3 (5) 6,7 4 (3) 11,9 – (2)
Friedrichshain-Kreuzberg 14,8 9 (10) 7,9 5 (4) 34,6 22 (20) 21,6 13 (12) 3,1 1 (3) 4,7 3 (2) 13,3 2 (4)
Pankow 17,1 11 (12) 12,4 8 24,7 16 (12) 19,4 12 (13) 7,8 5 (8) 5,8 3 (2) 12,8
Charlottenburg-Wilmersdorf 22,2 14 (15) 21,9 13 24,8 15 (12) 7,5 4 4,7 3 (5) 9,9 6 9,0
Spandau 27,6 17 (20) 27,3 16 11,9 7 (4) 5,4 3 10,2 6 (9) 7,5 4 (3) 10,1 2 (0)
Steglitz-Zehlendorf 21,7 13 27,2 17 22,4 14 (11) 5,0 3 5,1 3 (6) 9,5 5 9,1
Tempelhof-Schöneberg 23,5 15 20,8 13 (12) 23,6 15 (13) 8,8 5 5,8 3 (6) 7,0 4 10,5
Neukölln 28,7 18 (19) 16,9 10 17,6 11 (9) 14,9 9 (7) 7,1 4 (8) 4,9 3 (2) 9,9
Treptow-Köpenick 25,2 16 (15) 13,2 8 (7) 13,7 8 (5) 17,7 11 (14) 11,9 7 (12) 6,1 3 (2) 12,2 2 (0)
Marzahn-Hellersdorf 20,3 12 (11) 20,8 12 (11) 6,9 4 (2) 19,9 11 (16) 16,9 10 (15) 5,3 3 (0) 9,9 3 (0)
Lichtenberg 19,6 12 (13) 13,2 8 (7) 13,0 8 (5) 24,8 15 (18) 12,0 7 (12) 5,5 3 (0) 11,9 2 (0)
Reinickendorf 23,8 15 (13) 29,0 18 (21) 14,3 9 (6) 5,2 3 9,5 6 (8) 7,3 4 10,9
Summe Mandate 164 (169) 136 (134) 147 (113) 99 (108) 58 (97) 45 (33) 11 (6)
  • In Klammern: die bisherigen Sitze (falls sich eine Änderung ergab)
  • von den 11 sonstigen Mandaten entfielen 2 Mandate auf Die PARTEI in Friedrichshain-Kreuzberg; die übrigen 9 gingen an die Tierschutzpartei
  • Eingefärbt: Höchste Stimmenanteile und zugehörige Sitze je Bezirk

Bezirksämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezirksämter werden von den Bezirksverordnetenversammlungen gewählt. Dabei haben die Fraktionen entsprechend ihrer Stärke das Recht, für eine bestimmte Anzahl an Sitzen in den Bezirksämtern Wahlvorschläge einzureichen.

Vorschlagsrecht für die Sitze in den Bezirksämtern[19]
Bezirk SPD CDU GRÜNE LINKE AfD FDP Σ
Mitte 1 1 3 1 6
Friedrichshain-Kreuzberg 1 3 2 6
Pankow 1 1 2 2 6
Charlottenburg-Wilmersdorf 2 2 2 6
Spandau 2 2 1 1 6
Steglitz-Zehlendorf 2 2 2 6
Tempelhof-Schöneberg 2 2 2 6
Neukölln 3 1 1 1 6
Treptow-Köpenick 2 1 1 1 1 6
Marzahn-Hellersdorf 2 2 1 1 6
Lichtenberg 1 1 1 2 1 6
Reinickendorf 2 3 1 6
Summe Mandate 21 18 19 10 4 72

Regierungsbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mögliche Koalition Sitze
Sitze gesamt 147
Absolute Mehrheit (ab 74 Sitzen)
            SPD, Grüne, CDU 98
            SPD, Grüne, Linke 92
            SPD, Grüne, FDP 80
            SPD, CDU, FDP 78
            Grüne, CDU, FDP 74

Einen Tag nach der Wahl hatte die SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey zunächst angekündigt, mit Grünen und Linken über mögliche Koalitionsverhandlungen sprechen zu wollen.[20] Am 4. Oktober 2021 sprach die SPD dann auch mit der CDU und der FDP.[21] Am 14. Oktober 2021 gab die SPD bekannt, eine Koalition mit der Grünen und Linken anzustreben und dafür Koalitionsverhandlungen aufnehmen zu wollen.[22] Am 29. November 2021 verkündeten die Spitzen von SPD, Grüne und Linke, sich auf den Entwurf einer Fortsetzung für eine rot-rot-grüne Koalition geeinigt zu haben.[23] Auf einem digitalen Parteitag am 5. Dezember 2021 stimmten die SPD mit 91,5 Prozent für den ausgehandelten Koalitionsvertrag.[24] Am 12. Dezember 2021 stimmten die Grünen mit 96,4 Prozent für den Koalitionsvertrag.[25] Am 17. Dezember 2021 endete die Urabstimmung der Linken mit 74,9 % Zustimmung für den Vertrag.[26] Am Vormittag, den 21. Dezember 2021 unterschrieben die Parteien den Koalitionsvertrag und spätestens wurde Franziska Giffey im Abgeordnetenhaus Berlins zur Regierenden Bürgermeisterin gewählt. Sie erhielt 84 Ja-Stimmen, 52 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen. Anwesend zur Plenumssitzung waren 139 Abgeordnete, acht Abgeordnete fehlten aus gesundheitlichen Gründen. Die Koalition von SPD, Grünen und Linken kam damit auf 87 Stimmen, die Opposition auf 52 Stimmen. Für die Berechnung der Mehrheit zählte allerdings die Zahl aller Abgeordneten im Berliner Parlament – also 147 Abgeordneten.[27][28]

Unregelmäßigkeiten und Durchführungsprobleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Wahltag wurden verschiedene Probleme bei der Durchführung gemeldet. An einigen Lokalen entstanden lange Warteschlangen, was sich mit dem Umfang der Wahl, die parallel zum Volksentscheid und zur Bundestagswahl durchgeführt wurde, und den Hygienebestimmungen im Zusammenhang der Corona-Pandemie begründen ließ. Daher wurde in diesen Wahllokalen über 18 Uhr hinaus abgestimmt. Außerdem waren in 100 Lokalen zu wenige Stimmzettel vorrätig oder wurden mit denen anderer Wahllokale – es gab 115 verschiedene Stimmzettel – vertauscht.[29][30] Bereits im Zuge der Briefwahl wurden Unregelmäßigkeiten deutlich, als Wahlberechtigte mit den Unterlagen keine Wahlzettel für den Volksentscheid erhielten.

Insgesamt kam es bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus laut einem Bericht der Landeswahlleitung in 207 von 2257 Wahllokalen (etwa neun Prozent) zu Unregelmäßigkeiten.[30] Die bis zu diesem Tag bekannten Pannen und Verstöße gegen die Wahlordnung sind in einem Bericht der Landeswahlleiterin vom 13. Oktober 2021 aufgeführt (Anlage: Informationen der Landeswahlleitung über die Abgeordnetenhauswahl).[31]

Die Probleme begründete die Wahlleitung mit Personalmangel in der Verwaltung, Abstimmungsfehlern und schlecht geschulten Wahlhelfern.[29] Am 29. September 2021 kündigte Landeswahlleiterin Michaelis ihren Rücktritt und den ihrer Stellvertreterin an.[32][33] Vor ihrem Rücktritt legte Michaelis Einspruch gegen das Ergebnis im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf (Wahlkreis 6) und im Bezirk Marzahn-Hellersdorf (Wahlkreis 1) ein, da sich die Unregelmäßigkeiten dort mandatsrelevant ausgewirkt haben könnten.[30]

Am 19. November 2021 verkündete der Bundeswahlleiter, dass er beim Deutschen Bundestag Einspruch gegen das Bundestagswahlergebnis in sechs Wahlkreisen einlegen wird. Der Einspruch bezieht sich auf die Wahlkreise Berlin-Mitte, Berlin-Pankow, Berlin-Reinickendorf, Berlin-Steglitz-Zehlendorf, Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf und Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost.[34]

Bereits Wochen vor der Wahl meldete die Kampagne „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“, die Trägerin des Volksentscheids, Unregelmäßigkeiten bei der Verschickung der Wahlunterlagen an. In mindestens 72 dokumentierten Fällen wurde der Abstimmungsbogen zum Volksentscheid bei den Briefwahlunterlagen nicht mitgegeben.[35]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2021 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ergebnisse. Abgerufen am 27. September 2021.
  2. Senat setzt Wahltermin für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen fest. 9. Februar 2021, abgerufen am 9. Februar 2021.
  3. Genug Unterschriften – Berliner Volksentscheid zu Wohnungskonzernen kommt. 1. Juli 2021, abgerufen am 2. Juli 2021.
  4. Berliner Wahl 2021: Terminplan. In: berlin.de. Die Landeswahlleiterin von Berlin, 30. August 2021, abgerufen am 4. September 2021.
  5. Berliner Wahl 2021: Briefwahl. Die Landeswahlleiterin von Berlin, 3. September 2021, abgerufen am 4. September 2021.
  6. Ausgestellte Wahlscheine bei den Wahlen und Volksentscheid 2021 im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 absolut und in % der Wahlberechtigten. Die Landeswahlleiterin von Berlin, 3. September 2021, abgerufen am 4. September 2021.
  7. Berliner wählten auch noch nach 20 Uhr. In: rbb 24. 26. September 2021, abgerufen am 27. September 2021.
  8. Berliner Wahl 2021: Wahlgebietseinteilung. Die Landeswahlleiterin Berlin, 14. April 2021, abgerufen am 4. September 2021.
  9. Weniger Wahlberechtigte bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus als 2016. Die Landeswahlleiterin von Berlin, 16. August 2021, abgerufen am 4. September 2021.
  10. a b 27 Landeslisten für die Abgeordnetenhauswahl zugelassen. 30. Juli 2021, abgerufen am 31. Juli 2021.
  11. Landeswahlausschuss lässt 38 Parteien zu. 15. Juni 2021, abgerufen am 16. Juni 2021.
  12. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs Übersicht der Umfragen zur Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin 2021, auf wahlrecht.de, abgerufen am 10. Oktober 2017.
  13. a b c d e f g h i j k l m Übersicht der Umfragen für West-Berlin zur Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin 2021, auf wahlrecht.de, abgerufen am 10. Oktober 2017.
  14. a b c d e f g h i j k l m Übersicht der Umfragen für Ost-Berlin zur Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin 2021, auf wahlrecht.de, abgerufen am 10. Oktober 2017.
  15. INSA-Sonntagsfrage Berlin April 2019, auf insa-consulere.de, abgerufen am 10. April 2019.
  16. INSA-Sonntagsfrage Berlin Juli 2018, auf freiepresse.de, abgerufen am 18. Juli 2018.
  17. Abgeordnetenhauswahl 2021: Ergebnistabelle. In: Landeswahlleiterin Berlin. 27. September 2021, abgerufen am 27. September 2021.
  18. Abgeordnetenhauswahl 2021. In: Landeswahlleiterin Berlin. 28. September 2021, abgerufen am 30. September 2021.
  19. a b c Auszug aus dem Bericht der Landeswahlleiterin mit den Ergebnissen für die Bezirksverordnetenversammlungen und Aufteilung der Bezirksämter. In: Landeswahlleiterin von Berlin. Abgerufen am 30. September 2021.
  20. Franziska Giffey will mit Grünen und Linken reden. Zeit.de, abgerufen am 27. September 2021.
  21. Sondierungen für Berliner Regierung gehen weiter – alle Optionen offen. tagesspiegel.de, abgerufen am 4. Oktober 2021.
  22. SPD-Chefin Giffey strebt Regierung mit Grünen und Linken an. spiegel.de, abgerufen am 14. Oktober 2021.
  23. Wieder Rot-Rot-Grün: Auch künftig regiert in Berlin die Ideologie. nzz.ch, abgerufen am 29. November 2021.
  24. SPD stimmt klar für Rot-Grün-Rot - Giffey sieht "starken Rückenwind". rbb24.de, abgerufen am 5. Dezember 2021.
  25. Berliner Grüne stimmen Koalitionsvertrag zu. faz.net, abgerufen am 12. Dezember 2021.
  26. Berliner Linke stimmt für Regierungsbeteiligung. tagesspiegel.de, abgerufen am 17. Dezember 2021.
  27. Giffey neue Regierende Bürgermeisterin von Berlin. zeit.de, abgerufen am 21. Dezember 2021.
  28. Franziska Giffey ist neue Regierende Bürgermeisterin von Berlin. rbb24.de, abgerufen am 21. Dezember 2021.
  29. a b RBB24: Was Sie nach den Wahl-Pannen in Berlin jetzt wissen müssen
  30. a b c Henrik Bahlmann, Dietmar Hipp, Jean-Pierre Ziegler: Berlin-Wahl: Was der Einspruch der Berliner Landeswahlleiterin bedeutet. In: Der Spiegel. 14. Oktober 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 14. Oktober 2021]).
  31. Landeswahlausschuss Berlin: Niederschrift über die vierte (öffentliche) Sitzung des Landeswahlausschusses für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 14. Oktober 2021, Anlage 1: Informationen der Landeswahlleitung über die Abgeordnetenhauswahl (Stand 13.10.2021), abgerufen am 22. November 2021.
  32. Berlins Landeswahlleiterin tritt nach Pannen bei der Wahl zurück, Christian Latz, Tagesspiegel, 29. September 2021
  33. Dietmar Hipp, Sven Röbel, Gerald Traufetter, Wolf Wiedmann-Schmidt: Chaos bei Wahlen in Berlin: »Staatspolitisch war das ein Desaster«. In: Der Spiegel. 29. September 2021 (spiegel.de [abgerufen am 30. September 2021]).
  34. Bundestagswahl 2021: Bundeswahlleiter legt Einspruch in sechs Berliner Wahlkreisen ein - Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 19. November 2021.
  35. Gesamtplenum „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“, 15. September 2021.