Gibellina

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Gibellina
Wappen
Gibellina (Italien)
Gibellina
Staat: Italien
Region: Sizilien
Provinz: Trapani (TP)
Lokale Bezeichnung: Gibbiddina / Ibbiddina
Koordinaten: 37° 49′ N, 12° 52′ O37.81666666666712.866666666667227Koordinaten: 37° 49′ 0″ N, 12° 52′ 0″ O
Höhe: 227 m s.l.m.
Fläche: 45 km²
Einwohner: 4.165 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 93 Einw./km²
Postleitzahl: 91024
Vorwahl: 0924
ISTAT-Nummer: 081010
Volksbezeichnung: Gibellinesi
Schutzpatron: San Rocco
Website: Gibellina

Gibellina ist eine Gemeinde in der Provinz Trapani in der Region Sizilien in Italien mit 4165 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013).

Lage und Daten[Bearbeiten]

Gibellina liegt 37 km südöstlich von Trapani auf einer Höhe von 227 m. Die Gemeinde bedeckt eine Fläche von 45 km². Die Einwohner arbeiten fast ausschließlich in der Landwirtschaft.

Die Nachbargemeinden sind Calatafimi Segesta, Monreale (PA), Poggioreale, Salaparuta, Santa Ninfa, Salemi und Vita.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde im 14. Jahrhundert gegründet. Bei einem schweren Erdbeben im Belice-Tal am 15. Januar 1968 wurde sie vollständig zerstört. Statt sie wieder aufzubauen, errichtete man 9 km weiter westlich eine neue Stadt.

Es entstand eine moderne, nüchterne Stadt vom Reißbrett, die mit den gewachsenen Siedlungsstrukturen Siziliens nicht vergleichbar ist. Regelmäßige Straßenzüge werden durch kleine Plätze und Grünflächen gegliedert. Entlang der breiten Straßen stehen zweistöckige Wohngebäude im Reihenhausbau mit Garagen und kleinen Vorgärten.

Zahlreiche bekannte Architekten, Bildhauer und Maler stifteten Kunstwerke für die Plätze der neuen Stadt. Dazu zählten zum Beispiel Rob Krier, Oswald Mathias Ungers, Pietro Consagra, Arnaldo Pomodoro, Renato Guttuso und Joseph Beuys. Heute ist Gibellina die Stadt mit der höchsten Dichte an moderner Kunst in ganz Italien.

Das Konzept der neu aufgebauten Stadt wurde von den Bewohnern nie richtig angenommen. Einige Teile der Stadt sind nicht mehr bewohnt. Viele Monumente und Kunstwerke sind verfallen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gibellina Vecchia
Stern von Gibellina Nuova

Die Überreste der alten Stadt Gibellina Vecchia und die neue Stadt Gibellina Nuova liegen in Luftlinie 9 km und über die Straße 16 km voneinander entfernt.

Gibellina Vecchia[Bearbeiten]

Ein Teil der Ruinen von Gibellina wurde von dem Künstler Alberto Burri unter einer dicken Schicht aus weißem Zement begraben. Begehbare Einschnitte über den alten Gassen vermitteln einen Eindruck von der Enge der ursprünglichen Stadt.[2] In dem Theater in der Nähe des Kunstwerkes finden regelmäßig von Juni bis Oktober Theaterfestspiele statt.

Gibellina Nuova[Bearbeiten]

Der Stern von Gibellina ist ein großes, sternförmiges Tor, das 1980 von Pietro Consagra über die Zugangsstraße nach Gibellina errichtet wurde.

Einige Beispiele moderner Architektur sind die Kirche La Grande Sfera mit einem kugelförmigen Chor und die Kirche Chiesa Madre, die sich aus einem schlichten, quaderförmigen und einem kugelförmigen Saalbau zusammensetzt. Sehenswerte Museen sind das Ethno-Anthropologische Museum und das Museum der modernen Kunst, in dem ein Großteil der Künstlerspenden aus aller Welt ausgestellt wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Oliver Lück: Einsam auf Sizilien: Verdammt und zubetoniert. Spiegel Online, 4. Mai 2015, abgerufen am 4. Mai 2015 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gibellina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien