Goldberggruppe

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Goldberggruppe
Hocharn von Süden

Hocharn von Süden

Höchster Gipfel Hocharn (3254 m ü. A.)
Lage Kärnten und Salzburg, Österreich
Teil der Zentralen Ostalpen
Einteilung nach AVE 42
Koordinaten 47° 4′ N, 12° 56′ OKoordinaten: 47° 4′ N, 12° 56′ O
Gestein Tauernfenster und Altkristallin (Sadniggruppe)
Fläche 731,3 km²
p1
p5

Die Goldberggruppe ist eine Untergruppe der Zentralen Ostalpen nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen. Die Goldberggruppe befindet sich in Österreich in den Bundesländern Salzburg und Kärnten. Der höchste Gipfel ist der Hocharn, 3254 m ü. A. Weitere bekannte Gipfel sind der Hohe Sonnblick mit dem Observatorium in 3106 m ü. A. Höhe und das Schareck mit 3123 m ü. A.

Die Goldberggruppe befindet sich in der östlichen Hälfte der Hohen Tauern. Im Westen der Gruppe befindet sich die Großglockner-Hochalpenstraße, im Osten der Gruppe verläuft die Tauernbahn.

Begriffsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konzept und Name der Goldberggruppe wurde 1845 von Adolf Schaubach in seinem Standardwerk Die Deutschen Alpen eingeführt, als Ostgrenze diente noch der Korntauern (2459 m). Den Namen wählte Schaubach nach der Bedeutung des Bergbaus in der Gebrigsgruppe:[1]

„Wir wählen diesen Namen [Goldberggruppe] wegen des Goldreichthums, der besonders in früheren Zeiten diese Gruppe zu einem Eldorado machte, und noch jetzt ist der Bergbau auf Gold eine Erwerbsquelle; hier liegen die höchsten Bergbauten Deutschlands [sic!] und nächst denen am Monterosa wohl die höchsten Europas.“

Adolf Schaubach: Die Deutschen Alpen, Band I, Jena 1845, S. 78

Anton von Ruthner führte 1864 in seinem Werk Aus der Kette der Hohen Tauern die bis heute verwendete Ostabgrenzung mit dem etwas niedrigeren Mallnitzer Tauern (2414 m) ein. Dies verkleinerte die Gebirgsgruppe von 800 km² auf 731 km².[2]

Umgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umgrenzung der Goldberggruppe wird nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen, wo sie die Gruppe Nr. 42 darstellt, folgendermaßen gebildet:[3]

Nach der Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis nach Trimmel, in der die Gruppe die Nummer 2580 trägt, wird die Abgrenzung nicht am Mallnitzer Tauern (Naßfeld), sondern dem Hohen Tauern (Anlauftal) getroffen.

Der Südliche Teil der Goldberggruppe wird als Sadniggruppe bezeichnet[4].

Die Bezeichnung Sonnblickgruppe wird entweder synonym für die Goldberggruppe verwendet[5], oder für den nördlichen Teil der Goldberggruppe im Gegensatz zur Sadniggruppe.

Benachbarte Gebirgsgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit der Ankogelgruppe, der Glocknergruppe, der Schobergruppe, der Kreuzeckgruppe, der Granatspitzgruppe, der Venedigergruppe, den Villgratner Bergen und der Rieserfernergruppe bildet die Goldberggruppe die Großgruppe der Hohen Tauern.

Die Goldberggruppe grenzt an die folgenden anderen Gebirgsgruppen der Alpen:

Salzburger Schieferalpen Radstädter Tauern
Glocknergruppe Nachbargemeinden Ankogelgruppe
Schobergruppe Kreuzeckgruppe

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis gliedert sich die Gruppe folgendermaßen:

Die Edelweißspitzengruppe (Radhausbergmassiv) wird nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE) schon zur Glocknergruppe gezählt.

Gipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sämtliche benannte Dreitausender in der Goldberggruppe:[6]

  • Hocharn 3254 m ü. A.
  • Schareck 3123 m ü. A.
  • Grieswies-Schwarzkogel 3116 m ü. A.
  • Hoher Sonnblick 3106 m ü. A.
  • Baumbachspitze 3105 m ü. A.
  • Krumlkeeskopf 3101 m ü. A.
  • Roter Mann 3097 m ü. A.
  • Sandkopf 3090 m ü. A.
  • Arlthöhe 3084 m ü. A.
  • Goldbergspitze 3073 m ü. A.
  • Schneehorn 3062 m ü. A.
  • Goldzechkopf 3042 m ü. A.
  • Schlapperebenspitzen max. 3021 m ü. A.
  • Weinflaschenkopf 3008 m ü. A.
  • Ritterkopf 3006 m ü. A.
  • Noespitze 3005 m ü. A.

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gold wurde sowohl im Raurisertal (bei Kolm-Saigurn), als auch im Gasteinertal (im Radhausbergmassiv) abgebaut, und verhalf den beiden Tälern – und auch dem Erzbistum Salzburg – seit dem Hochmittelalter zu enormem Reichtum. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Minen wegen Unrentabilität endgültig eingestellt. Noch heute kann man aber in der Rauris Gold waschen. Gipfel wie Goldbergspitze (3073 m) und Goldzechkopf (3042 m) erinnern an längst vergangene Zeiten des Goldabbaus in den Hohen Tauern. Daneben wurde auch Silber – wie der Silberpfennig (2600 m) verrät – und andere Edelmetalle abgebaut, sowie Edelsteine (Aquamarin, Granat und andere) gefunden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liselotte Buchenauer, Peter Holl: Alpenvereinsführer Ankogel- und Goldberggruppe. Bergverlag Rudolf Rother, München 1986. ISBN 3-7633-1247-1
  • Ingeborg Auer, Reinhard Böhm, Martin Leymüller, Wolfgang Schöner: Das Klima des Sonnblicks – Klimaatlas und Klimatographie der GAW-Station Sonnblick einschließlich der umgebenden Gebirgsregion, ZAMG Wien 2002, ISSN 1016-6254.[7]
  • Artur Hottinger: Geologie der Gebirge zwischen der Sonnblick-Hocharn-Gruppe und dem Salzachtal in den östlichen Hohen Tauern. Promotionsarbeit. Hrsg.: Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich. 1935 (pdf, E-Collection der ETH Zürich [abgerufen am 30. August 2009]).
  • Franz Stelzer: Grundzüge der Landformen der Goldberggruppe. In: Geographischer Jahresbericht aus Österreich 29, S. 75–94.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Goldberggruppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Adolf Schaubach: Die Deutschen Alpen, Band I, Jena 1845, S. 78–84
  2. Anton von Ruthner: Aus der Kette der Hohen Tauern. In: Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen. Carl Gerold's Sohn, Wien 1864. S. XVI
  3. Franz Graßler: Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE). Alpenvereins-Jahrbuch. In: DAV, OeAV, AVS (Hrsg.): Berg '84. Band 108, 1984, S. 215–224. Zitiert nach Mathias Zehring: Alpenvereinseinteilung der Ostalpen. In: bergalbum.de. Abgerufen am 26. August 2009.
  4. Sadniggruppe. AEIOU, abgerufen am 18. Mai 2014.
  5. Goldberggruppe. AEIOU, abgerufen am 18. Mai 2014.
  6. nach ÖK50, www.austrianmap.at
  7. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Wien: Bücher (abgerufen am 11. Oktober 2012)