Seckauer Tauern

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Seckauer Tauern
Geierhaupt von Westen

Geierhaupt von Westen

Höchster Gipfel Geierhaupt (2417 m ü. A.)
Lage Steiermark, Österreich
Teil der Niedere Tauern, Zentralen Ostalpen
Einteilung nach AVE 45d; SOIUSA II/A-18.IV; Lgld.d.Stmk. NT.3; Trimmel 2640
Koordinaten 47° 25′ N, 14° 38′ OKoordinaten: 47° 25′ N, 14° 38′ O
Fläche 900,8 km²
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Die Seckauer Tauern (auch Seckauer Alpen) sind eine Gebirgsgruppe der Zentralen Ostalpen nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen. Das Gebirge befindet sich im österreichischen Bundesland Steiermark.

Umgrenzung, benachbarte Gebirgsgruppen und Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Seckauer Tauern sind der östlichste Teil der Niederen Tauern; sie werden durch die Täler von Liesing und Palten im Norden und Osten bis St. Michael in Obersteiermark, und die Mur ab Zeltweg im Süden begrenzt. Namensgeber ist die Marktgemeinde Seckau, die 5 km nördlich von Knittelfeld liegt und durch ihre Benediktinerabtei und als alter Bischofssitz (heute Graz-Seckau) bekannt ist.

Die Grenze zu den Rottenmanner Tauern ist im Allgemeinen das Pölstal und der Triebenbach bei Trieben.[1][2] Meist wird die Abgrenzung nach Nordwesten am Triebener Tauern genannten Pass von Trieben nach Judenburg gesehen (Hohentauern ist der Name des Ortes; älterer Passname auch Rottenmanner Tauern). In der wissenschaftlicheren Literatur grenzt man auch geradliniger nicht entlang der Straße (B114) am Tauernbach, sondern in der Passmulde zum westlichen Nebental, dem Sunk beim Ort Bergbau.[2] Danach fällt der Triebenstein (1810 m ü. A.) bei Hohentauern in die Seckauer Alpen.

Im engeren Sinne ist die Südgrenze der Ingeringbach bei Seckau, die südlich davon liegenden Berge heissen Gaaler Höhenzug (Wildinger Höhe 1731 m ü. A.).[2] Daher ist auch ein allgemeinerer Name Seckauer Alpen[3][1] zu finden.

Zu den Seckauer Tauern/Alpen in einem weiteren Sinne werden dann auch die Rottenmanner Tauern nordwestlich gerechnet (Seckauer-Rottenmanner Tauern,[4][5] Seckauer-Bösensteingruppe[6]), die geologisch den Seckauer Tauern sehr ähneln, sich mit diesen aber von den restlichen Niederen Tauern grundlegend unterscheiden[1] (im 19. Jahrhundert galten die Seckauer auch als Untergruppe der noch weiter gesehenen Rottenmanner Tauern).[3] In diesem weiteren Sinne mit Bösensteinmassiv (Rottenmanner Tauern in engsten Sinne) ist meist die Linie Pusterwaldbach bei MöderbruggBretsteinbachAuthalbachGeierkogel (Pass 1654 m ü. A.; Römerweg) oder aber die oberste Pölsen westlich aufwärts – Perwurzpolster (Pass 1814 m ü. A.) jeweils hinüber zum Strechenbach bis Strechau im untersten Paltental die Umgrenzung. Bei ersterer Variante gehört der Bruderkogel (2299 m ü. A.) zu den Seckauer Alpen.

Der nordwestliche Teil des Gebirges wird auch als Triebener Tauern bezeichnet,[7][8] über diesen Teil führt der Triebener Tauernpass. Dieser Gebirgsname findet sich sowohl nur östlich des Passes[7] wie auch rund um den Pass für das ganze Bergland südlich von Trieben, also im Sinne der Seckauer Tauern (ohne Gaaler Höhenzug) mit Bösenstein[9]Tauern ist von alters her ein Passname, der nur sekundär die um den Pass liegenden Berge bezeichnet. Diese Bezeichnung bleibt aber meist unspezizifisch.[9][10]

Die Seckauer Tauern grenzen (mit der Grenze im Pölstal) nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE, Gruppe 45d) an folgende Gebirgsgruppen der Alpen:

Eingeordnet sind sie bei den Zentralen Ostalpen.

Nach der amtlich verwendeten Landschaftsgliederung der Steiermark (dort NT.3) grenzen sie (mit der Abgrenzung im Sunk und am Perwurzpolster) an:

Sie gehören nach dieser Gliederung zum Landschaftsraum Niedere Tauern (NT) der Zentralalpen. Der Gaaler Höhenzug (NT.3a) ist eine Unterregion. Dabei werden in dieser Gliederung die Talräume und Becken (Paltental T.4, Liesingtal T.6, Oberes Murtal T.7, Judenburg-Knittelfelder Becken B.3, Seckauer Becken B.3a, Pölstal T.5) eigenständig betrachtet.

In der in Hydrographie und Höhlenkunde üblichen Gebirgsgruppengliederung nach Trimmel (dort Nr. 2640) grenzen sie (mit Bösensteinmassiv bis Geierkogel) an:

Dabei werden sie aus den geologischen Gründen nicht zu den Niederen Tauern (2600) gestellt, sondern den Norischen Alpen (2700). Die Untergliederung erfolgt in die Gruppen des Gaalereck (2641; Gamskogel–Pletzen, ab Kettentörl), von Seckauer Zinken (2642), Saukogel (2643; Geierhaupt–Hochreichart; ab Brandstättertörl) und Bösenstein (2644)
Panoramabild des Hauptkammes der östlichen Seckauer Tauern vom Seckauer Zinken (links) bis zur Hochalm (Wallfahrtskirche Maria Schnee); rechts unten Seckau

Gipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die höchsten Gipfel sind das Geierhaupt (2417 m), der Hochreichhart (2416 m), der markante Seckauer Zinken (2398 m) sowie der Gamskogel (2386 m).

Touristische Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berghütten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Seckauer Tauern gibt es folgende Hütten des Alpenvereins und des ÖTK:

  • Sonnleitnerhütte: Höhe 1215 m, nicht bewirtschaftet, für Selbstversorger, 27 Matratzenlager. Talort ist Gaal, Gehzeit von Gaal 1,5 Stunden, Autostraße bis zur Hütte.
  • Triebentalhütte: Höhe 1104 m, nicht bewirtschaftet, für Selbstversorger, 18 Matratzenlager, Winterraum mit AV-Schloss. Talort ist Trieben.
  • Hochreichart-Schutzhaus: Höhe 1483 m.

Fern-/Weitwanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Via Alpina, ein grenzüberschreitender Weitwanderweg mit fünf Teilwegen durch die ganzen Alpen, quert auch die Seckauer Tauern.

Der violette Weg der Via Alpina verläuft mit zwei Etappen durch die Seckauer Tauern:

  • Etappe A22 von Knittelfeld über Seckau nach Ingering II,
  • Etappe A23 von Ingering II über das Kettentörl nach Trieben.

Von den österreichischen Weitwanderwegen verlaufen der Zentralalpenweg und der Eisenwurzenweg durch den westlichen Teil der Seckauer Tauern. Der 2006 angelegte Pilgerweg von St. Lambrecht nach Mariazell führt über die Route Lorettokapelle - Gaal - Seckau ebenfalls durch dieses Gebiet.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ganzjährige Bergsport-Destination haben die Seckauer Tauern in erster Linie regionale Bedeutung. Nur wenige Gipfel, wie Hochreichart und Seckauer Zinken, locken als Wander- und Schitourenziele auch überregionales Publikum an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Metz: Der geologische Bau der Seckauer und Rottenmanner Tauern. In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt. Bd. 119, 2. Hälfte, Wien 1976, S. 151–205 (ganzer Artikel; pdf, zobodat.at).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seckauer Tauern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Gerhard Karl Lieb: Eine Gebietsgliederung der Steiermark aufgrund naturräumlicher Gegebenheiten. In: Mitt. Abt. Bot. Landesmus. Joanneum Graz 20, 1991, Wölzer Tauern und Seckauer Tauern (Alpen), S. 22 f (ganzer Artikel S. 1–30; pdf; zobodat.at).
  2. a b c NT.3, NT.3a Seckauer Tauern - Gaaler Höhenzug. umwelt.steiermark.at → Landschaftsgliederung der Steiermark.
  3. a b Findet sich z.B. schon bei Heinrich Beitzke: Die Alpen, ein geographisch-historisches Bild. Verlag C. F. Post, 1843, b. Die steyrischen Alpen oder auch steyrische oder niedere Tauern. 3. Die Rottenmanner Tauern, S. 730 f (Google eBook, vollständige Ansicht).
  4. Lit. Metz: Der geologische Bau … 1976, Kap. 1 Einleitung, S. 152 (pdf S. 2).
  5. Triebener Tauern und Seckauer Alpen nach D. Höllhuber: Das Landschaftsschutzinventar Steiermark. Unpubl. Gutachten des Österr. Inst. Natursch. Landschaftspfl., Wien 1972. Angabe nach Lieb: Eine Gebietsgliederung der Steiermark …, 1991, S. 4 f.
  6. Seckauer-Pölsensteingruppe nach F. Heritsch: Geologie der Steiermark. Naturw. Ver. Stmk., Graz 1921; Angabe in Lit. Metz: Der geologische Bau … 1976, Kap. 2 Übersicht über die ältere Literatur, S. 152 f (pdf S. 2);
    Pölsenstein ist der alte (und etymologisch korrekte) Name des Bösensteins über der Quelle der Pölsen; vergl. Metz, Anmerkung S. 152.
  7. a b Rottenmanner Tauern 1) und 2). In: E. Bruckmüller: Österreich-Lexikon, Verlagsgemeinschaft Österreich-Lexikon, 1995.
  8. Rottenmanner Tauern. In: Brockhaus Enzyklopädie 19. Auflage (1992), Band 18, S. 592
  9. a b Josef Hafellner: Zur Diversität lichenisierter Pilze und ihrer Parasiten in den Seckauer Tauern (Ostalpen, Niedere Tauern, Steiermark). In: Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark 132 (2002), Kapitel 1.1.1 Lage des Untersuchungsgebietes und naturräumliche Gegebenheiten: Definition und geographische Umgrenzung. S. 84 (ganzer Artikel S. 83-137, pdf, zobodat.at).
  10. Insbesondere wenn die Triebener Tauern als Gruppe verwendet werden, umfasst der Begriff der Seckauer Alpen im engen Sinne nur den Stock des Seckauer Zinken mit oder ohne Gaaler Berge.