Gott vergibt… Django nie!

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Filmdaten
Deutscher Titel Gott vergibt… Django nie!
Originaltitel Dio perdona… io no!
Produktionsland Italien, Spanien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1967
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Giuseppe Colizzi
Drehbuch Giuseppe Colizzi
Gumersindo Mollo
Produktion Enzo D’Ambrosio
Musik Carlo Rustichelli
Kamera Alfio Contini
Schnitt Sergio Montanari
Besetzung
Synchronisation

Gott vergibt… Django nie! (Originaltitel: Dio perdona… io no!), auch unter Gott vergibt – wir beide nie! oder Zwei vom Affen gebissen bekannt, ist ein Film aus dem Jahr 1967. Es ist der erste Film, in dem Bud Spencer und Terence Hill gemeinsam in den Hauptrollen zu sehen sind.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Zug fährt in einen Bahnhof ein. Alle Passagiere außer einem, der im Sterben liegt, sind tot. Der Zug hat neben den Passagieren noch 300.000 Dollar in Goldmünzen transportiert, die offensichtlich von jemandem geraubt wurden. Durch die Aussage des einen Passagiers, der letztendlich ebenfalls verstirbt, kann Versicherungsagent Hutch „Dan“ Bessy den Tathergang rekonstruieren. Für die Aufklärung benötigt er aber die Hilfe von seinem alten Freund und Glücksspieler Cat „Django“ Stevens. Dan erklärt Django, dass der Überfall sehr professionell stattfand und der Einzige, der zu so etwas fähig wäre, ein Verbrecher namens Bill San Antonio ist. Django glaubt Dan zunächst kein Wort, da er San Antonio vor geraumer Zeit in einem Duell erschossen hat, lässt aber in der Nacht einige Ereignisse von damals Revue passieren und kommt zum Schluss, dass der seinen Tod vielleicht nur vorgetäuscht hat.

Am nächsten Tag bricht Django allein auf und befragt verschiedene Zeugen von damals. Dabei erfährt er, dass nach San Antonios Beerdigung seine Verbrecherbande ihn beerben wollte, sie aber in ihrem Basislager keinen Cent mehr vorfand. Für diese Tat verdächtigte man Django und führte auch Anschläge auf ihn aus. Für Django erhärtet sich deswegen der Verdacht, dass San Antonio noch am Leben sein muss und nur jemanden brauchte, der die gesamte Meute hinter sich herzog. Django macht sich daraufhin auf den Weg zu San Antonios früherem Lager, das nur von wenigen Leuten bewacht wird. Als er sich umsehen will, tappt er in eine Falle. Dan kommt im letzten Moment zu Hilfe und tötet die Wachen. Die beiden finden die Beute in einer Holzkiste und verstecken diese in den Bergen, da der Rest der Bande hinter ihnen her ist. An einem strömungsreichen Fluss werden sie gefasst und zurück in das Lager gebracht.

Django und Dan werden von Bill San Antonio empfangen, der wegen des Diebstahls verärgert ist. Er lässt die beiden foltern, um den Standort der Kiste mit dem gestohlenen Gold zu erfahren, aber keiner redet. Bud – einer von San Antonios Leuten, der als der Dümmste gilt – lässt sich von Django dazu verleiten, ihm zur Flucht zu verhelfen, und reitet mit ihm zu der Stelle, wo die Kiste vergraben ist. Mit einem Messer, das Django neben der Kiste vergraben hatte, kann er Bud umbringen und lässt San Antonio ausrichten, dass er das „Spiel von damals“ fortsetzen will. San Antonio macht sich mit zwei Leuten auf den Weg zu Django. In der Zwischenzeit schafft es Dan, sich aus eigener Kraft zu befreien und seine Bewacher zu töten.

Gleich zu Beginn des Aufeinandertreffens erschießt Django San Antonios Begleiter. Daraufhin gibt sich San Antonio versöhnlich und bietet Django einen Platz an seiner Seite an. Django lehnt jedoch ab, und es kommt zum entscheidenden Duell. Im Gegensatz zum letzten Mal, wo sie sich in einer Holzhütte duellierten, die anschließend niederbrannte, hat Django eine Schlucht ausgesucht und eine Zündschnur zu Dynamitfässern angezündet, um den Verlierer unter den Felsmassen zu begraben. Gerade als sie anfangen wollen kommt Dan dazwischen, wird aber von San Antonio schwer verwundet. Im Duell ist Django der Schnellere und zerschießt San Antonios Arme und Beine, sodass er nur noch auf dem Bauch kriechen kann. Während Django Dan weit genug weg von den Dynamitfässern trägt, versucht San Antonio vergeblich, die Zündschnur zu unterbrechen, und stirbt durch die Explosion.

Am Ende sieht man Django und Dan in einer Kutsche mit den gestohlenen Goldmünzen. Auf Dans Frage, was nun mit dem Gold geschehen soll, antwortet Django, dass Dan damit machen könne, was er will. Er selbst habe durch die Abrechnung mit San Antonio bereits bekommen was er wollte.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Film einer langen Reihe erfolgreicher Western mit Bud Spencer und Terence Hill ist im Gegensatz zu den nachfolgenden Filmen ein ernstes Werk, voll von verschlagenen Gangstern, schäbigen Räubern und brutaler Gewalt.

In Vier für ein Ave Maria wird die Handlung unmittelbar fortgesetzt. Hügel der blutigen Stiefel ist der dritte und letzte Teil der Reihe.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde zweimal deutsch synchronisiert. Die erste Fassung wurde 1969 in den Aventin-Studios von Horst Sommer erstellt und ist um ca. zehn Minuten gekürzt.[1] Zunächst kam der Film unter dem Titel Gott vergibt… Django nie! in die Kinos. Vier Jahre später wurde er erneut unter dem Titel Gott vergibt… wir beide nie! gezeigt. In dieser Fassung wird Cat Stevens Django genannt, um an den Erfolg dieses Filmes mit Franco Nero anzuschließen.[2]

1981 wurde, aufgrund des mittlerweile großen Erfolges des Duos mit ihren Western- und Actionkomödien, der Film – in der Absicht ihn witzig zu machen und dem Stil dieser Filme anzupassen – nochmals synchronisiert. Der Film wurde dazu bei der Deutschen Synchron Berlin mit einer Schnoddersynchronisation versehen und die teilweise harten Szenen, die nun nicht mehr passten, wurden geschnitten.[3]

Vollständig ist keine der beiden Fassungen; in der ernsten Fassung fehlen 13 Minuten, in der Comedy-Fassung 27 Minuten.[4][5] Aufgrund der trotzdem noch vorhandenen Härte erhielt er eine FSK-16-Freigabe. Beide Fassungen sind auf DVD erhältlich.

Darsteller Rollenname Gott vergibt – Django nie
ernste Fassung
Zwei vom Affen gebissen
Comedy-Fassung
Terence Hill Django/Cat Stevens Reinhard Glemnitz Thomas Danneberg
Bud Spencer Dan/ Hutch Bessy Benno Hoffmann Martin Hirthe
Frank Wolff Bill St. Antonio Arnold Marquis Arnold Marquis
José Canalejas Bandit Wolfgang Hess Heinz-Theo Branding

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Effektvoll und spannend inszenierter, seine gelungenen Gags aber brutal ausspielender Italo-Western, der die langjährige Partnerschaft des Duos Spencer/Hill einleitete. Der in der ursprünglichen Fassung rücksichtslos gewalttätige Film wurde nachträglich zum vergleichsweise harmlosen, inhaltlich wie charakterlich von Grund auf geänderten ‚Spaß-Western‘ umproduziert und kam unter den Titeln Zwei vom Affen gebissen bzw. Gott vergibt – wir beide nie! erneut in die Kinos.“

Lexikon des internationalen Films[6]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der für Hills Rolle ursprünglich vorgesehene Peter Martell musste aufgrund einer Verletzung absagen.[7] Er brach sich den Fuß, und Hill wurde für die Rolle vorgeschlagen. Dieser hatte erst kurz zuvor Blaue Bohnen für ein Halleluja abgedreht und wurde somit als Ersatzmann für Martell verpflichtet.

Ursprünglich sollte der Film Il cane, il gatto, il volpe heißen.[8] Um auf der Erfolgswelle der Django-Filme mitzuschwimmen, wurde kurz vor der Premierenvorstellung der Titel Gott vergibt… Django nie! gewählt, ohne dass tatsächlich ein Bezug zu Django besteht.

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erschien mehrfach auf DVD: Die Western- und die Comedy-Version wurden erstmals 2003 von KSM einzeln herausgegeben. 2004 folgte ein Doppelpack mit beiden Versionen und verbessertem Bild unter dem Titel Zwei vom Affen gebissen.

Die ungekürzte Langfassung wurde, teilweise untertitelt, 2008 von NewKSM veröffentlicht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gott vergibt… Django nie! in der Deutschen Synchronkartei
  2. Tobias Hohmann: Bud Spencer & Terence Hill– Zwei Himmelhunde mit vier Fäusten. MPW-Verlag 2001. ISBN 978-3-931608-98-9, S. 59–67
  3. Gott vergibt… Django nie! in der Deutschen Synchronkartei
  4. Vergleich der beiden deutschen Fassungen
  5. Vergleich Originalfassung und erste deutsche Fassung
  6. Gott vergibt… Django nie! im Lexikon des internationalen Films
  7. Notiz anlässlich des Todes Martells
  8. http://heyse-online.de/spencerhilldb/film.php?film=2