Hambühren

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hambühren
Hambühren
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hambühren hervorgehoben
Koordinaten: 52° 38′ N, 9° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Höhe: 36 m ü. NHN
Fläche: 56,72 km2
Einwohner: 10.227 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 180 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29313
Vorwahlen: 05084, 05143 (Oldau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 012
Gemeindegliederung: 6 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Versonstraße 7
29313 Hambühren
Webpräsenz: www.hambuehren.de
Bürgermeister: Thomas Herbst (parteilos)
Lage der Gemeinde Hambühren im Landkreis Celle
Landkreis CelleNiedersachsenLandkreis HeidekreisLandkreis UelzenLandkreis GifhornRegion HannoverFaßbergSüdheideEschedegemeindefreies Gebiet LohheideBergenWinsenWietzeHambührenCelleAdelheidsdorfHagenWathlingenBröckelEicklingenWienhausenLanglingenHohneLanglingenEldingenAhnsbeckBeedenbostelLachendorfKarte
Über dieses Bild
Gedenkstein Hambühren

Hambühren ist eine Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hambühren liegt gut 6 km westlich vom Stadtzentrum von Celle entfernt. Die Aller fließt im Norden durch die Gemeinde.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hambühren besteht neben den beiden Ortschaften Hambühren (Dorf – gekennzeichnet mit Hambühren I – und der Siedlung – gekennzeichnet mit Hambühren II –) aus den Ortschaften Allerhop, Oldau, Ovelgönne, Rixförde und Schönhop.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hambühren wurde 1235 erstmals urkundlich erwähnt.[2] Oldau wird 1378 in einer Urkunde erwähnt.[3] Dort wurde es als "Abendbuhren" erwähnt. Ovelgönne wurde mit der Errichtung des Kalibergwerkes begründet, wobei die erste urkundliche Erwähnung als Försterei bereits im frühen 17. Jahrhundert erfolgte. Am 13. Oktober 1857 fiel Hambühren einer großen Feuersbrunst zum Opfer.[4]

Während des Zweiten Weltkrieges wurde in der Nähe eine Munitionsanstalt errichtet, in der vor allem Zwangsarbeiter arbeiten mussten (siehe auch KZ Hambühren). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele der alten Munitionsbunker zu Wohnhäusern umgebaut. Es entstand Hambühren II. Dorthin wurden 1950 Kriegsflüchtlinge aus dem Aufnahmelager Reinsehlen bei Schneverdingen umgesiedelt. Viele wurden hier für immer sesshaft.

Die Gemeinde Hambühren entstand am 1. Januar 1970 im Zuge einer Gebietsreform.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Auferstehungsgemeinde hat seit 1950 ihre Kirche in einer ehemaligen Lagerhalle der Munitionsanstalt (Kirchstraße 5/7), siehe dazu auch den Abschnitt Kultur und Sehenswürdigkeiten

1950/51 wurde die katholische Notkirche zum Hl. Schutzengel errichtet, ebenfalls in einem Gebäude das zuvor als Munitionslagerhalle gedient hatte (Kirchstraße 9/11). 1987 wurde diese Kirche durch den heute noch bestehenden Neubau Heilige Schutzengel an der Eichendorffstraße ersetzt. Das alte Kirchengebäude in der Kirchstraße wurde umgebaut und dient heute profanen Zwecken. Zur Kirchengemeinde gehören auch die Kindertagesstätte St. Raphael sowie die Kirchen in Wietze und Winsen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2016
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
33,4
28,3
15,2
8,4
8,1
6,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-3,3
+0,9
+15,2
+1,4
-9,3
-3,1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt gewählter Bürgermeister ist der am 29. Mai 2011 gewählte Thomas Herbst (parteilos).[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde zeigt zwei weißgetünchte Fachwerkbauernhäuser auf grünem Grund und im unteren Bereich ein silbernes Zahnrad. Unter den drei Objekten liegt ein goldener Ring, der zum Zahnrad hin offen ist.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde trägt Partnerschaften mit den Kommunen Verson und Tourville-sur-Odon (beide) in Frankreich sowie der Stadt Buk in Polen.

Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent 2016 Sitze 2016 Prozent 2011[6] Sitze 2011 Sitze 2006 Sitze 2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,4 9 36,7 10 12 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,3 7 27,4 7 8 9
AfD Alternative für Deutschland 15,2 4
UFO Unabhängige Fortschrittliche Offensive 8,4 2 7,0 2
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 8,1 2 17,4 4 2 1
FDP Freie Demokratische Partei 6,7 2 9,8 3 4 3
Linke Die Linke 1,7 0
Gesamt 100 26 26 26 25
Wahlbeteiligung in Prozent 54,5 46,5
      
Insgesamt 26 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Hambühren befindet sich mit der Auferstehungskirche die letzte "Bunker-Kirche" Deutschlands. Die ehemaligen Arbeitshäuser der Lufthauptmunitionsanstalt Hambühren von 1940 wurden 1950 zur Kirche umgebaut. Nach der Errichtung des Glockenturmes im Jahr 1963 kam es 1992 zur Erklärung des Gebäudes zum zeitgeschichtlichen Denkmal.[7]
  • In der Ortschaft Oldau, auf einer Insel, die durch die Kanalisierung der Aller entstand, befindet sich das einzige Wasserkraftwerk in Norddeutschland, das noch weitestgehend in seinem ursprünglichen Zustand erhalten ist. Das Kraftwerk wurde 1911 errichtet. Es diente ausschließlich zur Stromerzeugung. 1972 wurde das Werk zunächst stillgelegt. 1983 wurde es aber wieder ans Netz angeschlossen, und seit dieser Zeit wird hier wieder Strom erzeugt.[8]

Aller–Fuhsekanal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rundbogenbrücke von 1795

Im Osten der Gemeinde verläuft der Aller-Fuhsekanal. Die Gemeindestraße, die über diesen Kanal verläuft, führt über die vermutlich älteste Rundbogenbrücke im Landkreis Celle (erbaut 1795, erneuert 1995).

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hambühren liegt an der Bundesstraße 214 zwischen Celle und Nienburg/Weser. Im Norden der Gemeinde fließt die Aller.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Borstelmann: Chronik der Einheitsgemeinde Hambühren. Celle 1977

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hambühren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hambühren – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Westlich von Celle besaßen die Edelherren von Meinersen in Hambühren Zollrechte. Die Hälfte des Zolls verkaufte Hermann von Meinersen nicht lange vor 1235 an Herzogin Agnes, die Witwe des Pfalzgrafen Heinrich I., die diese Rechte zusammen mit weiteren großen Gütern dem von ihr gestifteten Zisterzienserinnen-Kloster Wienhausen schenkte. (Przybilla, Peter, Die Edelherren von Meinersen, Hannover 2007, S. 402, ISBN 978-3-7752-6036-7.)
  3. Sudendorf, Hans (Hrsg.), Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande, Bd. 6, Hannover 1867, S. CXLVII.
  4. Ausführlich: Blazek, Matthias, Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900, Adelheidsdorf 2006, S. 218 ff., ISBN 978-3-00-019837-3.
  5. Thomas Herbst neuer Bürgermeister in Hambühren. In: Cellesche Zeitung.de. 29. Mai 2011; abgerufen am 13. Juni 2011.
  6. Landkreis Celle - Amt für Informationsverarbeitung: Landkreis Celle (Wahlergebnisse). Landkreis Celle - Amt fürnInformationsverarbeitung, 2011; abgerufen am 26. Oktober 2016 (gER).
  7. Auferstehungskirche Hambühren
  8. Wasserkraftwerk Oldau.