Hans Jürgen Krysmanski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hans-Jürgen Krysmanski)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hans Jürgen Krysmanski (März 2016)

Hans Jürgen Krysmanski (* 27. Oktober 1935 in Berlin; † 9. Juni 2016[1]) war ein deutscher Soziologe und lehrte als Hochschullehrer an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

Leben und wissenschaftliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krysmanski schloss ein Studium der Soziologie, Geschichte, Psychologie und Philosophie an der Freien Universität Berlin, der Universität Graz, der Universität Wien, der Universität Hamburg und der Universität Münster ab und wurde 1961 als „Dr. phil.“ mit einer Dissertation über utopische Romane des 20. Jahrhunderts promoviert.[2] Als Assistent von Helmut Schelsky habilitierte er sich 1967 ebendort mit der Arbeit Soziales System und Wissenschaft. Nach einer Tätigkeit als Gastprofessor an der Universidad Nacional in Bogotá wurde er 1971 zum ordentlichen Professor und Direktor des Instituts für Soziologie an der Universität Münster berufen. Er war mit der Soziologin an der Fachhochschule Dortmund, Prof. Dr. Renate Krysmanski, verheiratet. 2001 wurde er entpflichtet, lehrte und forschte aber weiter.[3]

Seine Forschungsgebiete waren die Wissenschaftssoziologie, die Klassenanalyse, der militärisch-industrielle Komplex, die Friedens- und Konfliktforschung, die Mediensoziologie und das Power Structure Research.[2] Von 1996 bis 2000 koordinierte Krysmanski das European Popular Science (EPS), ein Forschungsprojekt der Europäischen Kommission.[4]

Mitgliedschaften und Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1976 bis 1991 war er Mitglied des Präsidiums des Weltfriedensrats und des Lenkungsausschusses der World Federation of Scientific Workers. Er war in den 1980er-Jahren Wissenschaftlicher Beirat des DKP-nahen Instituts für Marxistische Studien und Forschungen. 1984 kandidierte er für die „Die Friedensliste“ zur Europawahl.[2] Später war er Mitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung, des „Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ (BdWi) und des Wissenschaftlichen Beirats von Attac. Als Menschenrechtsaktivist engagierte er sich u. a. nach dem 11. September 1973 gegen den Pinochet-Putsch in Chile.[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Jürgen Krysmanski: Das Ende der ’Interflug‘ (Spiegel TV, 1991)
  • Hans Jürgen Krysmanski: Supermacht im Supermarkt (NDR, 1993)
  • Hans Jürgen Krysmanski: Münster Online - eine Stadt geht ans Internet (1995)
  • Hans Jürgen Krysmanski: Oshkosh - das größte Fly-In der Welt (1995)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Ahrweiler, Rainer Rilling & Rolf Schellhase (Hrsg.): Soziologische Ausflüge. Festschrift für Hans Jürgen Krysmanski zum 60. Geburtstag. Westdeutscher Verlag, Opladen 1997, ISBN 3-531-12887-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. rainer-rilling.de, abgerufen am 23. Juni 2016
  2. a b c d Bernd Drücke, Krys ist tot. Hans Jürgen Krysmanski war ein großer Soziologe und Herrschaftskritiker, in: junge Welt, 5.7.2016, S. 11.
  3. Hans Jürgen Krysmanski: Tabellarischer Lebenslauf. Abgerufen am 22. März 2018.
  4. EPS Final Report auf der Website von European Popular Science.