Heeresflugplatz Rheine-Bentlage

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Flugplatz Rheine-Bentlage
Luftbild 2018
Kenndaten
ICAO-Code ETHE
IATA-Code ZPQ
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km nordwestlich von Rheine
Basisdaten
Eröffnung 1940
Betreiber Deutsche Bundeswehr
Start- und Landebahn
08/26 516 m × 30 m Asphalt

Der Flugplatz Rheine-Bentlage, bis 2012 ein Heeresflugplatz, war zuletzt ein Militärflugplatz der deutschen Luftwaffe im nordrhein-westfälischen Rheine, Ortsteil Bentlage.

Auf dem Gelände befindet sich die Theodor-Blank-Kaserne die jahrzehntelang das mittlere Transporthubschrauberregiment 15 der deutschen Heeresflieger beheimatete. Dieses hat seine Luftfahrzeuge zum 1. Januar 2013 an die Luftwaffe abgegeben und wurde zum 30. Juni 2013 aufgelöst.

Den Flugbetrieb stellte ab dem Jahr 2013 der Abgesetzte Bereich Rheine des Systemszentrum 21 sicher. Der operative Flugbetrieb wurde Ende 2013 eingestellt, von Anfang 2014 bis 2017 fanden im Bedarfsfall nur noch technische Überprüfungsflüge. Die letzte CH-53GA verließ Rheine Mitte August 2017[1] und das Waffensystemunterstützungszentrums 2 verließ Rheine dann zum Jahresende 2017[2].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1939 wurde in Bentlage mit dem Bau eines Luftwaffenstützpunktes begonnen, den man 1940 fertigstellte. Während des Zweiten Weltkriegs wurden viele Tag- und Nachteinsätze von hier aus geflogen. Einer der Hauptnutzer war von Dezember 1940 bis März 1944 die III. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 1 und von Mai bis September 1942 war hier zusätzlich die II. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 4 stationiert.

Am 1. Mai 1947 wurden in Osnabrück im sogenannten "Rheine Airfield Case" zwei Angehörige des Flugplatzpersonals wegen der Ermordung eines amerikanischen und eines britischen kriegsgefangenen Luftwaffenangehörigen von einem britischen Militärgericht zum Tode verurteilt, ein weiterer zu einer langjährigen Haftstrafe. Wegen der Ermordung von sieben weiteren alliierten Fliegern erfolgte mangels Beweises keine Verurteilung.[3]

Nach einer kurzen Weiternutzung des von den Alliierten als Airfield B.108 bezeichneten Platzes nach seiner Eroberung im Frühjahr 1945 nahm man den Militärflugplatz zunächst außer Betrieb.

Wenige Jahre nach der Gründung der Bundeswehr 1955 wurde der Beschluss gefasst, den Flugbetrieb wieder aufzunehmen. 1960 wurden die entsprechenden Baumaßnahmen eingeleitet und ein Teil der Heeresfliegertruppe auf dem Flugplatz Rheine-Bentlage stationiert.

Truppenteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der Zeit wurden auf dem Flugplatz folgende Truppenteile stationiert

Transporthubschrauberregiment 15[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Transporthubschrauberregiment 15 verfügte über 5 leichte Verbindungshubschrauber BO 105 VBH und 37 mittlere Transporthubschrauber CH-53G u. GS. Die GE-Variante wird für das Jahresende 2009 erwartet. Seit Ende 2011 sind kein BO 105 mehr im Verfügungsbestand. Früher waren auch Sikorsky S-58 im Einsatz. Eine Sikorsky S-58 stand auch als Denkmal im Eingangsbereich der Kaserne.

Transportbataillon 170[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kaserne war das Transportbataillon 170 stationiert. Das Transportbataillon 170 verfügte über LKW der Klasse 10 t mit Pritschenaufbau (MAN 22.240DF) und mit Tankaufbau (Faun L 908 ATW, STW 15.000 l).

Heeresfliegerstaffel 101[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heeresfliegerstaffel 101 war eine selbständige Staffel, sie war nicht einem Regiment unterstellt, sondern direkt dem 1. Korps, Fluggerät Alouette II.

„Am 01. November 1961 in das neu aufgestellte Heeresfliegerbataillon 100 eingegliedert. Ab 01. April 1971 selbständige Staffel 101 und am 01. Oktober 1979 Zusammenlegung mit Stabsstaffel Heeresfliegerkommando 1. [4]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ära der Militärluftfahrt in Rheine ist zu Ende, Grafschafter Nachrichten, 18. August 2017
  2. Zapfenstreich in Rheine: Letztes Militär geht, Grafschafter Nachrichten, 28. Dezember 2017
  3. Britisches Nationalarchiv Kew, Akte WO 235/339 bis /344
  4. : Ems-Köppken Zeitung Fünfzig Jahre Garnison Rheine Seite 8.