Flugplatz Illesheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Storck Barracks
Illesheim Army Heliport
Storck -bks-1968.jpg
Kenndaten
ICAO-Code ETIK
IATA-Code ILH
Koordinaten
49° 28′ 24″ N, 10° 23′ 11″ OKoordinaten: 49° 28′ 24″ N, 10° 23′ 11″ O
325 m (1066 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 4 km südwestlich von Bad Windsheim
Straße B 470
Basisdaten
Eröffnung 1936
Betreiber US Army
Start- und Landebahn
06/24 861 m × 27 m Asphalt



i7

i11 i13

Der Flugplatz Illesheim ist ein Militärflugplatz direkt südlich von Illesheim, der früher ein Fliegerhorst der Luftwaffe der Wehrmacht war.

Heute wird der Flugplatz als Hubschrauberlandeplatz der United States Army (US Army) genutzt. Diese bezeichnet den Stützpunkt als Illesheim Army Heliport (Illesheim AHP), die zugehörige Kaserne heißt Storck Barracks. Der Platz ist der Haupteinsatzplatz der in Europa stationierten AH-64 Apache-Kampfhubschrauber der amerikanischen Heeresflieger. Die Transporthubschrauber wie die CH-47 Chinook sind im nahegelegenen Ansbach-Katterbach stationiert. Beide Flugplätze gehören zur US Army Garrison (USAG) Ansbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fliegerhorst der Luftwaffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1935 und 1936 wurde der Fliegerhorst angelegt und am 1. Oktober 1936 in Betrieb genommen. Zuerst lagen hier bis 1939 die Flugzeugführerschulen FFS B und FFS C, bevor von 1941 bis 1942 die LKS 2 (Luftkriegsschule) den Platz nutzte. Die folgende Tabelle zeigt ausgewählte fliegende aktive Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände), die im Fliegerhorst Illesheim zwischen 1937 und 1945 stationiert waren.

Von Bis Einheit[1]
April 1937 Juni 1938 III./KG 355 (III. Gruppe des Kampfgeschwaders 355)
November 1938 Dezember 1938 I./JG 143 (I. Gruppe des Jagdgeschwaders 143)
Januar 1939 April 1939 I./ZG 143 (I. Gruppe des Zerstörergeschwaders 143)
Mai 1939 August 1939 I./ZG 52
März 1940 Mai 1940 III./KG 2
Dezember 1940 April 1941 III./KG 76
Mai 1943 September 1943 I./KG 51
September 1943 Dezember 1943 III./KG 51
März 1944 Juni 1944 I./NJG 6 (I. Gruppe des Nachtjagdgeschwader 6)
Mai 1944 Juni 1944 III./JG 54

Mitte April 1945 wurde der von den abziehenden Deutschen Truppen geräumte Flugplatz von der US-Armee besetzt und nach kurzer Instandsetzung als Airfield R.10 noch kurze Zeit als Einsatzflugfeld von der Ninth Air Force der United States Army Air Forces (USAAF) genutzt. Hier lagen ab Ende April die P-47 der 48th Fighter Group und zusätzlich ab Anfang Mai auch noch die der 362d Fighter Group. Die "Thunderbolts" wurde Ende Juli 1945 abgezogen.

Illesheim Air Depot/Storck Barracks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abzug der Kampfflugzeuge wurde der Standort zunächst ein Wartungs- und Logistikstandort der USAAF und im Mai 1947 an die United States Army übergeben, die ihn in Storck Barracks umtauften. Eine Vielzahl verschiedener Verbände Bodentruppen nutzte die Kaserne in den folgenden Jahrzehnten, darunter 1957/59 mit der 3rd Aviation Company und ihren U-1A auch eine Flugzeugkompanie.

Im Winter 1954/55 wurde Illesheim Standort von Hubschraubern der amerikanischen Heeresflieger. Zunächst handelte es sich um die H-19 des 47th Medical Detachment (HA), die hier bis August 1961 stationiert waren. Nächster Nutzer waren anschließend die H-37 der 90th Aviation Company, die hier bis 1968 stationiert waren und dann nach Hanau verlegt wurden. Später lag hier 175 Aviation Company, die zur 11th Aviation Group gehörte.

Zwischen 1985 und 1987 wurde ein Flugsimulator errichtet und noch im gleichen Jahr trafen die ersten AH-64A der neu aufzustellenden 2nd Squadron, 6th Cavalry in Illesheim ein. Im August 1988 wurde Illesheim Hauptquartier der zuvor in Schwäbisch Hall stationierten 11th Aviation Brigade (11th Avn Bde) und ab 1990 kam mit der 6th Squadron, 6th Cavalry Regiment eine zweite "Apache"-Staffel nach Franken.

Die Umrüstung auf die AH-64D wurde im Juli 2002 bei der 6. und 2004 bei der 2. Staffel abgeschlossen. Nach einer Umorganisation, die die Deaktivierung der 11th Avn Bde mit sich brachte, beherbergte die Basis von 2006 bis 2015 zwei mit je 24 AH-64D ausgerüstete Bataillone der 12th Combat Aviation Brigade (12th CAB), das 2-159th und das 3-159th Attack-Reconnaissance Bataillon (ARB).

Am 29. April 2015 gab die United States Army im Zusammenhang mit der Umstrukturierung der 12. Kampfhubschrauberbrigade eine umfangreiche Truppenreduzierung bekannt.[2] Die Reduzierung begann dann bereits im folgenden August, als die ersten Apaches nach Alaska transportiert wurden und das 3-159th ARB in Folge aufgelöst wurde[3]. Das 2-159th ARB wurde dann im Oktober 2015 umbenannt[4].

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Basis beherbergt zurzeit (2017) ein mit zirka 20 AH-64 Apache ausgerüstetes Bataillon der 12th Combat Aviation Brigade:

  • 1-3rd Attack Reconnaissance Battalion (bis 2015 2-159th ARB)[5]

Hinzu kommen sogenannte "Rotationseinheiten" anderer Kampfbrigaden[6], die temporär für einige Monate aus den USA nach Europa verlegt werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 Germany (1937 Borders), S. 301–302, abgerufen am 17. September 2014
  2. U.S. Army Europe Public Affairs: Umstrukturierung der 12. Kampfhubschrauberbrigade. In: www.army.mil. Abgerufen am 2. Mai 2015 (deutsch).
  3. First Apaches arrive in Alaska as Army reorganizes, Defense News, 18. August 2015
  4. 2-159th ARB Redesignation Ceremony, Army Aviation Magazine, abgerufen am 6. Dezember 2016
  5. Army Europe leaders want more helicopters to fill 'aviation deficit', Defense News, 1. Dezember 2015
  6. US-Armee rüstet Kampfbrigade in Franken massiv auf, Nordbayern, 23. September 2016