Fliegerhorst Diepholz

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Fliegerhorst Diepholz
NASA World Wind - Diepholz.jpg
Kenndaten
ICAO-Code ETND
Koordinaten
52° 35′ 13″ N, 8° 20′ 44″ OKoordinaten: 52° 35′ 13″ N, 8° 20′ 44″ O
39 m (128 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1,5 km südwestlich von Diepholz
Straße Ortsstraße
Basisdaten
Betreiber Bundeswehr-Flugplatz Diepholz Betr. GmbH & Co. KG
Start- und Landebahn
08/26 1283 m × 45 m Asphalt

Der Fliegerhorst Diepholz ist ein als Militärflugplatz und Verkehrslandeplatz klassifizierter Flugplatz in der Nähe von Diepholz in Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Flugplatzes reicht von seiner Planung 1934 bis heute.

Planung, Bau und Inbetriebnahme 1934–1937[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1934 begann die Planung für den Fliegerhorst Diepholz. Als geeignetes Gelände wurde Südwestlich der Stadt gelegene Willenberger Marsch gewählt. Die Stadt Diepholz kaufte als Ausgleichsfläche für enteignete Bauern das zum Rittergut Falkenhardt gehörende Gut Junkernhäuser. Ende 1934 begannen Luftbaubataillone und der Reichsarbeitsdienst mit dem Bau des Flugplatzes. Das Rollfeld wurde als 1000 m durchmessende Rasenfläche angelegt. 1936 übernahm als Logistikverband der "Luftpark Diepholz" das Gelände und es wurden weitere Gebäude (Kaserne, Werkstätten, Lager- und Flugzeughallen) sowie ein Anschlussgleis an den Bahnhof Diepholz gebaut.

Vorkriegsnutzung 1937–1939[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Fertigstellung des Flugplatzes wurde eine Bombergruppe des Kampfgeschwaders 254 in Diepholz stationiert.

Kriegsjahre 1939–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Kriegsbeginn bis 1940 waren hier das II./Kampfgeschwader 4 mit Heinkel He 111 und die Luftflotten-Nachrichtenschule 2 stationiert. 1939 wurden hierfür im Nordosten der Anlage 14 neue Baracken errichtet. Anfang 1940 wurde die Luftflotten-Nachrichtenschule 2 wieder nach Böhmen verlegt. Das Kampfgeschwader 4 wurde einsatzbedingt ebenfalls verlegt und der Luftpark kam nach Seerappen in Ostpreußen. Von 1940 bis 1943 war ein umfangreicher Aus- und Umbau geplant. Es sollten drei triangelförmig angelegte Start- und Landebahnen entstehen. Verwirklicht wurde nur eine Betonbahn in West-Ost-Richtung. Zum weiteren Schutz wurden im Umfeld zwei Flakstellungen errichtet. In den Umbaujahren erfolgten insgesamt 13 Luftangriffe durch Alliierte Luftstreitkräfte, die zusammen 78 Bomben abwarfen. Ab 1943 waren aufgrund der immer häufiger einfliegenden Bomberverbände der Alliierten Nachtjäger in Diepholz stationiert. Ein kombinierter Angriff der USAAF und der RAF am 21. Februar 1944 mit 90 viermotorigen Bombern führte zu schweren Schäden an Gebäuden, Hallen und Startbahn. Bis Kriegsende wurden keine Verbände von hier aus mehr eingesetzt. Britische Truppen besetzten den Flugplatz am 6. April 1945.

Alliierte und Nachkriegsnutzung 1945–1956[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 nutzte die RAF den Flugplatz Diepholz, um britische Kriegsgefangene nach Hause rückzuführen. Die Kasernengebäude und Baracken wurden anschließend von sogenannten Displaced Persons belegt. Danach wurden die militärischen Anlagen demilitarisiert und noch vorhandene Gebäude von Vertriebenen aus den Ostgebieten genutzt. Einzelne Gebäude wurden von zivilen Firmen verwendet.

Militärische Nutzung 1956 bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1956 trafen erste Truppen der Bundeswehr-Luftwaffe in Diepholz ein. Die Soldaten der Fliegerhorstgruppe begannen mit der Instandsetzung zerstörter Infrastruktur und der Auslagerung der zivilen Firmen vom Flugplatzgelände. Im April 1957 traf die Versorgungsgruppe A 21 aus Erding in Diepholz ein. Aus ihr ging das Luftwaffenversorgungsregiment 2 hervor, welches den Flugplatz bis zum 31. Dezember 2012 als Hauptnutzer betrieb. Ab dem 1. Januar 2013 sind die meisten Einheiten in Diepholz dem Waffensystemunterstützungszentrum 2 unterstellt.

Zivile Nutzung 1975 bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1975 bekam der AERO-Club Diepholz von der Bundeswehr einen Mitnutzungsvertrag für Sportfliegerei. Diese Doppelnutzung führte in den folgenden Jahren immer wieder zu Problemen, da der Flugplatz militärisches Sicherheitsgebiet ist. 2000 wurde im Südosten des Geländes ein eigener Bereich für die zivile Nutzung geschaffen, der Flugplatz Diepholz-Dümmerland. Eigene Park- und Abstellflächen, ein eigener Tower und Hallen außerhalb des Sicherheitsbereichs entschärften die Situation.

Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gelände des Fliegerhorstes wurden zwischen 1984 und 1996 insgesamt elf Rennwochenenden der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft bzw. die International Touring Car Championship ausgetragen[1]. Der zuletzt 2.720 m lange Kurs wurde gegen den Uhrzeigersinn befahren und beinhaltete Teile der Rollwege, des Vorfelds und der Start- und Landebahn, auf welcher sich die Boxengasse und die Start-Ziel-Gerade befanden.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. motorsport-total.com: DTM > Datenbank > Strecken > Diepholz
  2. theracingline.net: Diepholz