Spangdahlem Air Base

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Spangdahlem Air Base
52d Fighter Wing.png
Kenndaten
ICAO-Code ETAD
IATA-Code SPM
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 7 km östlich von Speicher
Basisdaten
Eröffnung 1953
Betreiber United States Air Force
Fläche 6600 ha
Start- und Landebahn
05/23 3050 m × 45 m Asphalt

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Die Air Base Spangdahlem (ICAO-Code: ETAD, IATA-Code: SPM) ist eine Einrichtung der US-Luftwaffe (US-Air Force), die an den Ort Spangdahlem in Rheinland-Pfalz zwischen Bitburg, Trier und Wittlich grenzt. Die hier stationierten Einheiten sind Teil der 3rd Air Force mit Sitz auf der Ramstein Air Base und Teil der United States Air Forces in Europe (USAFE) mit dem Hauptquartier ebendort.

Kommodore der Basis und des 52nd Fighter Wing (52. Jagdgeschwader), dem Hauptnutzer, ist Colonel Joseph MacFall. Auf der Basis arbeiten ungefähr 5000 Amerikaner mit ca. 7000 Familienangehörigen sowie 800 deutsche Angestellte. Hinzu kommen seit 2009 vorübergehend Angehörige der kanadischen Streitkräfte.

Auftrag und Flugzeuge[Bearbeiten]

Neben der Nutzung für das Jagdgeschwader ist die Basis Umschlagplatz für Transportflugzeuge.

52nd Fighter Wing[Bearbeiten]

Das Geschwader hat die Aufgabe, in Konfliktfällen unter anderem sogenannte SEAD-Missionen - auch Wild Weasel genannt - durchzuführen, also die Unterdrückung gegnerischer Luftverteidigung sicherzustellen. Um diesem Auftrag gerecht zu werden, sind in Spangdahlem General Dynamics/Lockheed Martin F-16 Fighting Falcon neuester Generation (F-16CM/DM Block 50) stationiert. Das 52nd FW gliedert sich in die 52nd Operations Group, die 480th Fighter Squadron (480. Kampfstaffel) (28 F-16CM/DM), die 726th Air Mobility Squadron (keine eigenen Flugzeuge), die 606th Air Control Squadron (Luftüberwachungsstaffel) (u. a. 2 mobile Radaranlagen TPS-75) wird demnächst auf die Aviano Air Base verlegt, Hintergrund ist die Stationierung neuer Flugzeuge.

Neben diesen Einheiten gehören noch Unterstützungseinheiten zum 52nd FW, wie die 52nd Maintenance Group (Wartungseinheiten), die 52nd Medical Group (medizinische Versorgung), die 52nd Mission Support Group (diverse Unterstützungseinheiten für Sicherheit, Logistik usw.) und die 38th Munitions Support Group. Sie ist unter anderem für die Sicherheit amerikanischer Atomwaffen zuständig und hat vier Untereinheiten in Kleine Brogel (Belgien), Stützpunkt des belgischen 10. Taktischen Geschwaders mit 72 F-16, Büchel (Deutschland), Stützpunkt des deutschen Jagdbombergeschwaders 33 mit Tornados, Volkel (Niederlande) Stützpunkt der niederländischen 306., 311., 312. und 313. Staffel mit F-16 und in Ghedi (Italien), Stützpunkt der italienischen 154º und 102º Gruppo/6º Stormo mit Tornados.

Air Mobility Command[Bearbeiten]

Zusätzlich unterstützt das Air Mobility Command Fracht- und Truppentransporte mit der 726th Air Mobility Squadron und stellt Führungs-, Wartungs- und Umschlagskapazität für alle Transportflugzeugtypen des AMC zur Verfügung.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Zu der vorhandenen Infrastruktur zählen unter anderem über 500 Gebäude, eine Start- und Landebahn (23/05) mit den Maßen 61 m x 3050 m, eine 2461 m langer, parallel verlaufender Taxiway, sowie etwa 90 Flugzeug-Bunker. Ein Überbleibsel aus der Zeit der am 30. September 1994 geschlossenen Bitburg Air Base ist ein Komplex von rund 1200 Wohnungen, genannt Bitburg Housing.

Geschichte[Bearbeiten]

Aufbau und Kalter Krieg[Bearbeiten]

1951 begannen französische Besatzungstruppen mit dem Bau eines Flugplatzes. Erste Landungen fanden schon 1952 statt; der Platz wurde jedoch erst 1953 fertiggestellt. Im gleichen Jahr wurde das US-amerikanische 10. Taktische Aufklärergeschwader (10th Tactical Reconnaissance Wing, Abkürzung: 10th TRW) aus Toul kommend stationiert, es wurde schon 1959 wieder abgezogen. Ab Ende 1954 kam für knapp ein Jahr eine F-86F-Staffel des 388th Fighter-Bomber Wing hinzu, dessen vorgesehene Einsatzbasis Etain noch nicht fertiggestellt war. In Niederstedem wurde 1954 ein Tanklager für die Air Base errichtet, in dem es im selben Jahr zu einer schweren Explosion kam.

Gleichzeitig wurde das 49. Taktische Jagdgeschwader (49th Tactical Fighter Wing, Abkürzung: 49th TFW) nach Spangdahlem beordert. 1968 wurde dieses auf die Holloman Air Force Base in New Mexico umstationiert. Es folgte eine dreijährige Übergangszeit, die vom 49th TFW geprägt war, bevor 1971 der 52nd Tactical Fighter Wing aktiviert wurde. Nach der Schließung der Bitburg Air Base 1994 wurde Spangdahlem bis 1999 die 53rd Fighter Squadron zugeteilt. Auch die 606. Radarüberwachungseinheit (606th Air Control Squadron) wurde von dort nach Spangdahlem verlegt, und besteht dort bis heute. Die heutige Bezeichnung „52nd Fighter Wing“ geht auf eine Umbenennung im Jahre 1991 zurück.

Ab 1990[Bearbeiten]

Tower der Spangdahlem Air Base und F-16 Kampfflugzeuge

Mit der Schließung der Rhein-Main Air Base im Jahr 2005 wurde im Rahmen des „Rhein-Main Transition Program“ die Frankfurter Drehscheibenfunktion für Fracht- und Truppentransporte des Air Mobility Command auf die Ramstein Air Base (70 %) und nach Spangdahlem (30 %) verlegt. Im November 2005 landete die erste C-17 Globemaster III in Spangdahlem.

Aufgrund struktureller Änderungen innerhalb der US-Air Force in Europa (USAFE) veränderte sich auch Spangdahlem. Herausragende Bedeutung besaßen hierbei vor allem die Projekte „Eifel Evolution 2010“, bzw. das Verlegungsprogramm (Rhein-Main Transition Program).

Im Jahr 2009 haben die Kanadier ein Angebot der US-Streitkräfte angenommen, die Air Base ebenfalls als eine Drehscheibe für den Transit und die Bereitstellung von Transportflugzeugen in Europa mitzubenutzen. Dies soll auch den kanadischen Streitkräften helfen, ihre weltweit im Einsatz befindlichen Truppen zu versorgen. Nach einer Vereinbarung mit Deutschland und den USA begann Kanada mit der Umsetzung dieses Vorhabens. 2009 waren die Kanadier mit 2500 Soldaten in Afghanistan stationiert. Die Nutzung der Eifelbasis wurde umso wichtiger, als die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate den Kanadiern ab November 2010 (aufgrund von Streitigkeiten bzgl. der Landerechte ihrer Fluglinien Emirates und Etihad) die weitere Nutzung des "Camp Mirage" untersagte.

Ab 2010[Bearbeiten]

Landung einer F-117 in Spangdahlem

Im Rahmen der Reduktion der aktiven Kampfflugzeugflotte der USAF begann im Frühjahr 2010 der Abzug einer F-16-Staffel mit der Verlegung von 18 Maschinen nach Duluth, Minnesota. 575 Planstellen waren betroffen; das Programm, das den Neubau von 271 Häusern vorsah, wurde gestoppt.[1] Die 22nd und 23rd Fighter Squadron wurden schließlich im August 2010 zur 480th verschmolzen.[2]

Nach dem Umbau in Spangdahlem können nun auch die großen Transportmaschinen (C-17 (im Bild) oder C-5) problemlos auf der AirBase landen

Am 18. Juni 2013 wurde die auf dem US-Luftwaffenstützpunkt stationierte 81st Fighter Squadron „Panthers“ nach insgesamt 71 Stationierungsjahren in Europa aufgelöst, die letzten der ehemals 18 A-10 Thunderbolt II Kampfflugzeuge waren allerdings bereits am 17. Mai 2013 zurück in die USA überführt worden. Das Personal wird bis zum 31. Dezember 2013 abgezogen. 500 Menschen waren von der Auflösung, der seit 1973 in der Eifel stationierten Staffel betroffen.[3] Im Jahr 2015 kam es auf Grund der Ukraine-Krise im Rahmen eines „Theatre Security Package“ (TSP) nochmals zu einer zeitweiligen Rückkehr von einem guten Dutzend A-10. Diese Maschinen gehörten zum 355th Fighter Wing auf der Davis-Monthan Air Force Base. Sie operierten zwischen Februar und Juli 2015 auch von vorgeschobenen NATO-Basen insbesondere im östlichen Mitteleuropa.[4]

Im Rahmen eines weiteren TSP kam es ab Ende August 2015 zur erstmaligen zeitweisen Stationierung von vier F-22 in Europa[5]. Diese Maschinen gehörten zum 325th Fighter Wing auf der Tyndall Air Force Base.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Am 14. September 2006 stürzte bei Oberkail eine in Spangdahlem stationierte F-16 nach einem „kontrollierten Ausstieg“ (controlled bailout) des Piloten per Schleudersitz ab.[6] Laut Angaben der Airforce hatte diese beim Start einen Mast gestreift und dadurch das Fahrwerk beschädigt. Infolge dieses Ereignisses wurde bekannt, dass ein Airforce Operation Handbuch detailliert die Absturzzonen in der Nähe der Airbase definiert hat, um im Notfall ein Flugzeug möglichst in einem Gebiet mit verringerter Gefährdungswahrscheinlichkeit abstürzen zu lassen. Die F-16 schlug indes nur wenige hundert Meter entfernt vom Ort Oberkail auf, da das Flugzeug sich nicht geradlinig weiterbewegt hatte. Daraufhin einigte man sich mit den deutschen Behörden, in künftigen Notfällen den Truppenübungsplatz Baumholder als Absturzzone zu nutzen. Ferner wurde die Zusammenarbeit mit der deutschen Feuerwehr und dem THW durch gemeinsame Übungen mit der Flugplatzfeuerwehr verbessert.

Am 11. August 2015 stürzte eine F-16 des 480th Fighter Squadron auf einem Übungsflug vom Stützpunkt Spangdahlem nach Grafenwöhr in Creußen in einem Waldgebiet ab.[7][8]

Flugzeugtypen in Spangdahlem 1953 bis heute[Bearbeiten]

Teilnahme an Einsätzen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spangdahlem Air Base – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Katharina Hammermann: Spangdahlem: Abzug der F-16-Staffel beginnt. Trierischer Volksfreund, 7. April 2010.
  2. Kali L. Gradishar: F-16 drawdown to begin. Website der Spangdahlem Air Base, 26. April
  3. 81st FS inactivation announced - Spangdahlem Air Base. Website der Spangdahlem Air Base, 26. April 2010.
  4. USAF concludes A-10 TSP to Europe. In: Janes. 3. August 2015, abgerufen am 5. August 2015.
  5. Amerikanische-F-22-erreichen-Deutschland, Die Welt, 28. August 2015
  6. Manfred Reutter, Rolf Seydewitz: Hinter der Autobahn mit dem Schleudersitz raus. Trierischer Volksfreund, 20. September 2006. S. 3.
  7. http://www.merkur.de/bayern/flugzeugabsturz-oberfranken-us-kampfjet-stuerzt-waldgebiet-5337865.html Flugzeugabsturz in Oberfranken: US-Kampfjet stürzt mit Übungsbombe an Bord in Waldgebiet
  8. http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/engelmannsreuth-duesenjet-abgestuerzt_392100 F-16-Kampfflugzeug bei Engelmannsreuth abgestürzt: Explosionsgefahr | Nordbayerischer Kurier
  9. US-Kampfjets aus Spangdahlem starten zu Libyen-Einsatz
  10. David Cenciotti: 4 US stealth F-22 Raptors are on their way Germany. Artikel vom 28. August 2015 im Portal uk.businessinsider.com, abgerufen am 28. August 2015