Hercules (Fernsehserie)

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Seriendaten
Deutscher Titel Hercules
Originaltitel Hercules: The Legendary Journeys
Herculesthelegendaryjourneys-logo.svg
Produktionsland USA / Neuseeland
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1995–1999
Länge 45 Minuten
Episoden 111 in 6 Staffeln (Liste)
Genre Fantasy, Actionserie
Produktion Sam Raimi, Robert G. Tapert
Idee Christian Williams
Musik Joseph LoDuca
Erstausstrahlung 25. April 1994 (Filme),
16. Januar 1995 (Serie)
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
7. Oktober 1994 (Filme),
8. Dezember 1995 (Serie) auf RTL
Besetzung

Hercules ist eine US-amerikanische Fernsehserie, die 1995 bis 1999 von Renaissance Pictures für MCA/Universal in Neuseeland produziert wurde. Sie basiert lose auf den Legenden um den altgriechischen Göttersohn und Volkshelden Herakles (griechisch; lateinisch: Hercules). Um die Akzeptanz beim Publikum zu testen, gingen der Serie im Jahre 1994 im Rahmen der Action-Pack-Reihe fünf Fernsehfilme mit demselben Thema und denselben Hauptfiguren voran. Daneben gibt es auch eine gleichnamige neuseeländische Mini-Fernsehserie mit Paul Telfer als Hauptdarsteller.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Fantasy-Version des alten Griechenlands durchleben Hercules, der Sohn des Göttervaters Zeus (zu Beginn gespielt von Anthony Quinn), und sein bester Freund Iolaus zahlreiche Abenteuer. Häufig stoßen sie auf Ungerechtigkeiten und Konflikte, die es zu lösen gilt, wobei Hercules neben seinen übermenschlichen Körperkräften auch auf seine Geduld und Klugheit setzt. Immer wieder werden sie jedoch auch von Hercules’ eifersüchtiger Stiefmutter Hera heimgesucht, die all ihren Zorn über die Untreue ihres Gatten gegen dessen Sohn entlädt. Später wird der Kriegsgott und Halbbruder Ares zum Hauptgegner.

Im Laufe der Serie trifft Hercules auch auf Xena, die Kriegerprinzessin, die mit ihren Truppen raubend und mordend durch die antike Welt zieht. Er bekehrt sie und sie wird zu seiner Geliebten, aber am Ende trennen sich ihre Wege. Xenas weitere Abenteuer werden in dem erfolgreichen Ableger gleichen Namens beschrieben.

Fernsehfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994: Hercules und das Amazonenheer (Hercules And The Amazon Women)[1]
  • 1994: Hercules und das vergessene Königreich (Hercules And The Lost Kingdom)[2]
  • 1994: Hercules und der flammende Ring (Hercules And The Circle Of Fire)[3]
  • 1994: Hercules im Reich der toten Götter (Hercules In The Underworld)[4]
  • 1994: Hercules im Labyrinth des Minotaurus (Hercules In The Maze Of The Minotaur)[5]

Spin-Offs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hercules: The Legendary Journeys hat folgende zwei Spin-Offs:

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Serie nahm sich trotz vieler ernsthafter Themen selbst nie ganz ernst. Zwar war der Triumph des Guten über das Böse immer Grundkonzept der Handlung, dennoch ging der Stil der Inszenierung stets in Richtung Comedy und Trash. Dies begann bei den alles andere als zeitgenössischen Kostümen, die teilweise eher der SM-Szene entlehnt wirkten, über das Overacting der Schauspieler bis hin zu den immer wieder eingestreuten, anachronistischen Einfällen (z. B. Hercules mit E-Gitarre und Iolaus als Bruce Lee).
  • Im Gegensatz zu fast allen olympischen Göttern wird Göttermutter Hera fast in der gesamten Serie nie durch eine Schauspielerin verkörpert; sie tritt meist als ein Paar stechend dreinblickender Augen auf, die in den Wolken schweben oder jemandem aus dem Wasser einer Quelle entgegen schauen. Die Macher der Serie arbeiteten hierfür mit immer neuen Computeranimationen auf der Basis vom Blauen Pfau, ihrem Symboltier. Erst in der vierten Staffel bekam Hera ein Gesicht und wurde durch die amerikanische Schauspielerin Meg Foster verkörpert.
  • Einige spätere Kinoschauspieler hatten in Hercules frühe Gastauftritte, darunter Karl Urban und Marton Csokas, sowie Ex-Pornostar Traci Lords.
  • Hercules-Darsteller Kevin Sorbo lernte am Set seine jetzige Ehefrau Sam Jenkins kennen.
  • Wie Hera war auch der Kriegsgott Ares am Anfang der Serie eine Computeranimation und wurde als schauriger Totenkopf dargestellt, der im Mond zu sehen war oder aus einem Teich aus Blut zu seinen Dienern sprach. Seine Andachtstätten ähneln Teufelsstätten mit Stier-Elementen. Der Hercules der Antike geriet in den Sagen nie mit Ares aneinander.
  • Mit dem Darsteller des wiederkehrenden Charakters Autolycus, Bruce Campbell, hatte Produzent Sam Raimi bereits die Evil-Dead-Trilogie gedreht. Campbell taucht immer wieder in Raimi-Produktionen (z. B. die Spiderman-Filme) auf. In einer Folge wurde sogar die aus Armee der Finsternis bekannte „Little goody two Shoes“-Szene parodiert, in der Ash gegen seinen bösen Doppelgänger kämpft. Bei Hercules kämpft Autolycus gegen seinen Zwillingsbruder. Alle Rollen wurden dabei von Bruce Campbell gespielt.

Vergleich mit dem Mythos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handlung spielt zwar in Griechenland, der Held trägt jedoch den römischen Namen Hercules (bzw. Herkules) und nicht den griechischen Namen Herakles. Auch bei anderen Figuren, die dem griechisch-römischen Pantheon entnommen sind, wird teils der lateinische, teils der griechische Name verwendet. So entspricht der römischen Discordia in der griechischen Mythologie die Göttin Eris, der römischen Fortuna steht die griechische Tychē gegenüber, dennoch treten in der Serie Discordia und Fortuna auf. Auch die Namen Autolycus, Sisyphus etc. sind die latinisierten Formen von Autolykos bzw. Sisyphos, wie überhaupt zahlreiche Namen lateinischer Form vorkommen (etwa Celesta, Voluptua, Atticus). Allerdings relativiert sich diese scheinbare Inkonsequenz durch das Vorkommen gänzlich nichtantiker Namen wie Derk, Obie oder Goth.

Die Serie beschreibt Hercules als einen intelligenten, feinsinnigen Mann, der es meist vorzieht, ein Problem friedlich und mit Schläue zu lösen. Dies entspricht nur bedingt dem Herakles der griechischen Sage. Auch wendet sich Hercules im Laufe der Serie mehrmals gegen die Sitte des Opferns, da die Götter seiner Meinung nach „nur an sich selbst denken“. Die in der Serie gleichsam zum Leitmotiv gewordene Hilfsbereitschaft des Helden kann sich jedoch teilweise durch die antiken Erzählungen rechtfertigen lassen. Auch der gutmütige Charakter des Serienhelden bildet sich in den Mythen ab (z. B. Ovid, Met. IX). Wie in der antiken Mythologie, so ist es auch hier zumeist Hera, die, direkt oder indirekt, einen kämpfenden Hercules heraufbeschwört, während der antike Herakles selbst sein Leben lang nach Ruhe strebte und sein beschauliches Familienleben nur durch Heras Wirken zerstört wurde.

Die verwendeten Stoffe und Figuren sind nur teilweise der griechisch-römischen Mythologie entnommen und treten manchmal durcheinandergewürfelt auf. So ist etwa Kassandra zwar auch in der Serie eine Seherin, deren Prophezeiungen kein Glaube geschenkt wird, doch lebt sie hier auf Atlantis, und nicht wie die mythologische Figur in Troja. Deïaneira war auch im Mythos die Gemahlin des Herakles, doch wurde sie nicht wie in der Serie direkt von Hera getötet, sondern im Wahn von Herakles selbst. Dieses Geschehen wird in die Serie wiederum durch die − mythologisch nicht belegte − Geschichte mit Serena integriert, die Hercules ebenfalls im Wahn tötete.

Vollkommen von der griechischen Mythologie gelöst sind freilich die Abenteuer in Irland oder die Begegnung mit Caesar. Genauso sind die aus dem christlich-jüdischen Kontext übernommenen Motive der apokalyptischen Reiter bzw. des Weihnachtsgeschehens moderne künstlerische Synkretismen.

Auch auf die für Herakles typischen Insignien wie das Fell des Kithäronischen und Nemëischen Löwen sowie die legendäre Keule wurde verzichtet. Des Weiteren bleibt in der Serie unerwähnt, dass Iolaus der Mythologie zufolge eigentlich der Neffe von Herakles war.

Wiederkehrende Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DVD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Staffel in deutsch erschien 2004. Nach einer Wartezeit von ganzen vier Jahren erschien die zweite Staffel am 13. November 2008, die weiteren Staffeln folgten. Im Juli 2010 erschien die finale Staffel 6 auf DVD.

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Hauptartikel: Hercules (Fernsehserie)/Episodenliste

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hercules und das Amazonenheer. Internet Movie Database, abgerufen am 10. Juni 2015 (englisch).
  2. Hercules und das vergessene Königreich. Internet Movie Database, abgerufen am 10. Juni 2015 (englisch).
  3. Hercules und der flammende Ring. Internet Movie Database, abgerufen am 10. Juni 2015 (englisch).
  4. Hercules im Reich der toten Götter. Internet Movie Database, abgerufen am 10. Juni 2015 (englisch).
  5. Hercules im Labyrinth des Minotaurus. Internet Movie Database, abgerufen am 10. Juni 2015 (englisch).