Hohenstadt (Pommelsbrunn)

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Hohenstadt
Gemeinde Pommelsbrunn
Koordinaten: 49° 30′ 40″ N, 11° 28′ 59″ O
Höhe: 345–392 m ü. NHN
Einwohner: 1342 (1. Jul. 2009)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91224
Vorwahl: 09154
Ortsansicht von Süden
Ortsansicht von Süden

Das Pfarrdorf Hohenstadt liegt im Landkreis Nürnberger Land in Mittelfranken im Bundesland Bayern und ist einer von 22 Ortsteilen der Gemeinde Pommelsbrunn. Der Ort liegt an der Straße von Hersbruck nach Vorra.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenstadt liegt am Fuß des Bergrückens Hohenstadter Fels und wird südlich vom Talgrund der Pegnitz als natürliche Grenze und von der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb begrenzt. Südlich des Ortskerns mündet der Högenbach in die Pegnitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Hohenstadts datiert vom 21. Februar 1307, wie zwei Kopialbücher des Staatsarchivs Bamberg dokumentieren. Es ging damals um einen Streit um den Zehnt von Hohenstadt zwischen dem Stiftspropst Friedrich von Truhendingen und dem Dechanten Friedrich vom Stift St. Gangolf, in dem Bischof Wülfing von Bamberg bekundete, „daß der zehnt von hohenstat dem Dechant und Kapitel von St. Gangolf-Bamberg gehöre“. Im Jahr 2007 feierten daher die Hohenstädter ihr 700-Jahr-Jubiläum. Allerdings gibt es auf dem Hohenstädter Fels schon viel ältere Siedlungsspuren. An der rückwärtigen Seite führt der ca. 55 m lange Wall einer Wehranlage um den Gipfel. Die von Archäologen ausgegrabenen Schichten und Funde wurden in den Ausgang der älteren Eisenzeit datiert (550–450 v. Chr.) Der Zweck der Wehranlage war auch Namensgeber für die Gemeinde: das Grundwort „stat“ bedeutet „Stelle, Platz, auch Wohnstätte“ (Zillinger). Es handelte sich bei der Siedlung um eine „hohe-statt“ oder hoch gelegene Stätte.

Ursprünglich war Hohenstadt Bamberger Besitz. 1326 an den Burggrafen von Nürnberg, den Hohenzollern Friedrich IV. verkauft, bildete Hohenstadt mit Kleinviehberg 477 Jahre lang eine burggräfliche, später eine markgräfliche Enklave im Hersbrucker Land. 1791 wird Hohenstadt preußisch, 1803 fiel es an Bayern.

Das Leben in Hohenstadt war lange Zeit von der Landwirtschaft geprägt. Hopfengärten, Ackerbau und Milchwirtschaft bildeten die Stützen des Lebensunterhalts einer bäuerlich strukturierten Bevölkerung. Bahnbau und Industrialisierung führten dann zu großen Veränderungen. Schon in alter Zeit wurde auch Erz abgebaut und verarbeitet; dieser Abbau wurde Mitte des 19. Jahrhunderts intensiviert, später wieder aufgelassen und bekam neuen Aufschwung in der Zeit des Nationalsozialismus infolge der Aufrüstung. 1953 wurde das Bergwerk Hohenstadt endgültig geschlossen.

Seit 1960 begannen kleinere Unternehmen, sich auf dem früheren Hutanger im Tal niederzulassen. Als wenig später der Bauunternehmer Walter Maisel begann, Dienstleistungsunternehmen anzusiedeln, entstand in mehreren Stufen das heutige PEZ (Pegnitztal-Einkaufszentrum) mit Markgrafensaal und Schützenhaus sowie einem Gesundheitszentrum mit Klinik und Praxen. Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden nach und nach Neubaugebiete erschlossen: Weinberg, Rehbühlstraße, Mittelweg, Buchäckergebiet und Kalter Brunnen.

Seit der Gebietsreform, die am 1. Januar 1972 in Kraft trat, gehört der Ort mit Kleinviehberg zur Gemeinde Pommelsbrunn.[2]

Kultur und Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Vereine und Initiativen sorgen im Dorf für ein reges Vereinsleben mit vielen Veranstaltungen. Besonders ist hier der Markgrafensaal zu erwähnen, für dessen Betrieb der Kultur- und Trägerverein Markgrafensaal Hohenstadt e. V. sorgt: von der Opern- und Theateraufführung über Kunstausstellungen bis hin zum Volkstanzabend reicht das Spektrum. Neben der Kirche verfügt Hohenstadt über zahlreiche schöne ältere Bauten wie die Fachwerkscheunen von Rosi Meyer oder jene von Schwemmer und Habermann. Auch die Mühle (Happurger Straße 7) im Talgrund nahe beim PEZ gehört dazu. Es sind Denkmäler bäuerlicher Kultur, die dem Ort seinen besonderen Charakter verleihen.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Hohenstadt

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckhardt Pfeiffer (Hrsg.): Nürnberger Land. 3. Auflage. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993, ISBN 3-9800386-5-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Pommelsbrunn Ortsteil Hohenstadt, abgerufen am 9. März 2016
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 481.