Jos Luhukay

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jos Luhukay
Jos Luhukay 2012 1.jpg
Jos Luhukay (2012)
Spielerinformationen
Geburtstag 13. Juni 1963
Geburtsort VenloNiederlande
Größe 168 cm
Position Mittelfeldspieler
Junioren
Jahre Station
1978–1979 VVV-Venlo
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1979–1982 VVV-Venlo 20 0(3)
1982–1984 Venray SV
1984–1986 VOS Venlo
1986–1989 VVV-Venlo 75 (19)
1989–1991 SVV Schiedam 57 (12)
1991–1993 RKC Waalwijk 35 0(6)
1993–1995 SV Straelen
1995–1996 KFC Uerdingen 05 2 0(0)
1996–1998 SV Straelen 79 (23)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1998–2000 SV Straelen
2000–2002 KFC Uerdingen 05
2002–2005 1. FC Köln (Co-Trainer)
2005–2006 SC Paderborn 07
2007–2008 Borussia M’gladbach
2009–2012 FC Augsburg
2012–2015 Hertha BSC
2016 VfB Stuttgart
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jos Luhukay (* 13. Juni 1963 in Venlo) ist ein ehemaliger niederländischer Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jos Luhukays Vater ist auf den Molukken geboren, die heute zu Indonesien gehören; er flüchtete in die Niederlande, weil die Situation auf den Inseln lebensbedrohlich war (→ Molukker in den Niederlanden) und lernte später eine Niederländerin kennen, Luhukays Mutter. Beide Elternteile sind früh gestorben.[1]

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luhukay spielte stets in der Mittelfeldposition. Er begann seine Laufbahn im Alter von 15 Jahren in seiner Heimatstadt beim niederländischen Verein VVV-Venlo. Nach vier Jahren wechselte er 1982 zu Venray SV, wo er bis 1984 blieb. Danach spielte er zwei Jahre für VOS Venlo, bis er 1986 zum VVV-Venlo zurückkehrte. 1989 wechselte er bis Juni 1991 zum SVV Schiedam. Bei seinem letzten niederländischen Verein, dem RKC Waalwijk, spielte er von Juli 1991 bis Juni 1993. Luhukay war 1989 Teil der Kleurrijk Elftal, der Mannschaft, die zum Großteil beim Surinam Airways Flug 764 ums Leben kam. Er selbst entging dieser Katastrophe nur, weil er zum Zeitpunkt des Spieltermines mit seinem Verein VVV-Venlo in der Relegation spielte.[2]

Im Sommer 1993 wechselte er nach 15 Jahren und 139 Einsätzen in der Ehrendivision (27 Tore) und 48 Zweitligaspielen (12 Tore) in den Niederlanden nach Deutschland. Dort hatte er zwei Einsätze für den SV Straelen (1993–1995 sowie 1996–1998) und den KFC Uerdingen 05 (1995–1996). Mit Uerdingen bestritt Luhukay auch zwei Spiele in der Bundesliga. Sein größter Erfolg war der Aufstieg in die Oberliga Nordrhein mit dem SV Straelen 1996. Nach 20 Jahren beendete er im Sommer 1998 dort seine Spielerkarriere.

Karriere als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen Monat nach Beendigung seiner Spielerlaufbahn übernahm er den SV Straelen als Cheftrainer. Zwei Jahre später wechselte er zum KFC Uerdingen, mit dem er im Jahr 2002 in der Regionalliga Nord den fünften Platz belegte und im DFB-Pokal mit Siegen gegen Energie Cottbus und Werder Bremen für Furore sorgte. Das Ausscheiden im Wettbewerb kam für die Uerdinger erst gegen den 1. FC Köln. 2002 wechselte Luhukay in die Bundesliga, in der er an der Seite von Friedhelm Funkel (bis Oktober 2003), Marcel Koller (November 2003 bis Juni 2004) und Huub Stevens (Juli 2004 bis Juni 2005) durchgehend Co-Trainer beim 1. FC Köln war. Im November 2003 saß Luhukay beim Bundesligaspiel gegen Hannover 96 als Cheftrainer auf der Bank, da Friedhelm Funkel zuvor entlassen worden war – das Spiel verlor der FC mit 1:2. Von Sommer 2005 bis zu seinem Rücktritt am 11. August 2006 war Luhukay Cheftrainer beim Zweitligisten SC Paderborn 07.

Luhukay als Trainer von Borussia M’gladbach (2007)

Am 2. Januar 2007 wurde er von Borussia Mönchengladbach als weiterer Co-Trainer von Jupp Heynckes verpflichtet. Nachdem Heynckes am 31. Januar 2007 zurückgetreten war, übernahm Luhukay den Posten des Cheftrainers. Sein Vertrag bei der Borussia lief zunächst bis zum 30. Juni 2007, bereits Ende März 2007 wurde er bis Mitte 2009 verlängert. Doch Mönchengladbach musste sich im Sommer 2007 zum zweiten Mal aus der 1. Bundesliga verabschieden. In der Saison 2007/08 führte Luhukay den Traditionsverein zum sofortigen Wiederaufstieg. Mit einem 3:0-Heimsieg gegen den SV Wehen Wiesbaden sicherte sich die Mannschaft am 7. Mai 2008 zwei Spieltage vor Saisonende die Rückkehr in das Fußball-Oberhaus. Am 5. Oktober 2008 wurde Luhukay als Trainer von Mönchengladbach entlassen, nachdem die Borussen sechs der ersten sieben Spiele der Saison 2008/09 verloren hatten.

Am 14. April 2009 trat er seinen neuen Posten als Cheftrainer beim FC Augsburg an, mit dem er zum Ende der Saison 2009/10 auf Platz drei der 2. Liga landete. Die Relegationsspiele gegen den Drittletzten der 1. Bundesliga, den 1. FC Nürnberg, gingen jedoch verloren und Augsburg verpasste den Aufstieg. Am 8. Mai 2011 machte Jos Luhukay mit dem FCA dann durch ein 2:1 gegen den FSV Frankfurt mit Platz zwei den direkten Aufstieg in die 1. Bundesliga klar. Die erste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte schloss man auf Platz 14 ab. Bereits am 33. Spieltag erreichte das Team den Klassenerhalt. Am 5. Mai 2012, im Anschluss an das letzte Spiel der Saison, löste Luhukay seinen noch bis zum 30. Juni 2013 laufenden Vertrag auf.[3]

Zur Saison 2012/13 wechselte Luhukay als neuer Cheftrainer zu Hertha BSC. Er unterschrieb in Berlin einen bis zum 30. Juni 2014 laufenden Vertrag und übernahm das Team von Otto Rehhagel.[4] Dort gelang ihm als Zweitligameister 2013 zum dritten Mal der Aufstieg in die Bundesliga. Am 5. Februar 2015 trennte sich Hertha BSC von ihm und seinen Assistenten.[5]

Zur Saison 2016/17 wurde Luhukay vom zuvor in die 2. Bundesliga abgestiegenen VfB Stuttgart verpflichtet. Er erhielt einen Zweijahresvertrag.[6] Am 15. September 2016 wurde seine Zusammenarbeit mit dem VfB Stuttgart vorzeitig beendet.[7]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Juli bis Dezember 2007 nahm Luhukay am 54. DFB-Fußball-Lehrer-Lehrgang an der Deutschen Sporthochschule Köln zum Erwerb der Fußballlehrer-Lizenz teil.

Erfolge als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jos Luhukay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Jahn: Herthas kleiner General. Berliner Zeitung, 1. Februar 2013; abgerufen am 23. Februar 2014.
  2. Artur vom Stein: Jos Luhukay im Porträt: Der Mann ohne Schlagzeilen. 11 Freunde, 27. Februar 2008; abgerufen am 23. Februar 2014.
  3. Luhukay verlässt den FCA. FC Augsburg, 5. Mai 2012; abgerufen am 23. Februar 2014.
  4. 2. Bundesliga: Hertha BSC verpflichtet Jos Luhukay als Trainer. Focus, 17. Mai 2012; abgerufen am 23. Februar 2014.
  5. Trennung von Trainer Jos Luhukay herthabsc.de, abgerufen am 5. Februar 2015
  6. Jos Luhukay neuer VfB Cheftrainer VfB Stuttgart 17. Mai 2016
  7. Zusammenarbeit beendet vfb.de, abgerufen am 15. September 2016