Humboldt-Box

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Humboldt-Box
Blick vom Dom auf die Humboldt-Box im September 2011

Blick vom Dom auf die Humboldt-Box im September 2011

Daten
Ort Berliner Spreeinsel in Berlin-Mitte
Bauherrin Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Baujahr Beginn 2009
Abriss geplant
Höhe 28 m
Grundfläche 3000 m²
Koordinaten 52° 31′ 4″ N, 13° 24′ 2″ OKoordinaten: 52° 31′ 4″ N, 13° 24′ 2″ O
Die Humboldt-Box im Juni 2011
Humboldt-Box bei Nacht
Blick aus der Humboldt-Box auf die Schloßbrücke und die Karl-Liebknecht-Straße

Die Humboldt-Box ist ein 2011 eröffnetes zeitweiliges Ausstellungsgebäude am Berliner Schloßplatz gegenüber dem Lustgarten im Ortsteil Mitte, das während des Wiederaufbaus des Stadtschlosses und der Installation des Humboldtforums über die Geschichte des Ortes und dessen museale Zukunftskonzeption informiert. Obwohl sie ein Projekt der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist, wurde sie privat finanziert. Zum Zweck der Suche nach Geldgebern erfolgte eine Ausschreibung.[1] Im September 2009 erhielt die Firma Megaposter den Zuschlag.

Ausstellungsthemen der Box sind Geschichte, Bau und Zukunft des Stadtschlosses und des Humboldtforums sowie die Information über neue und interaktive Ausstellungskonzepte, die für das Humboldtforum entwickelt werden. Hier stehen die außereuropäische Sammlung und globale Themen aus Kultur- und Wissenschaftswelten im Mittelpunkt. Im Jahr 2013 verzeichnete die Humboldt-Box 136.000 Besucher.[2]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude mit Aussichtsterrassen und Dachrestaurant ist 28 Meter hoch und hat eine Fläche von 3000 Quadratmetern.[3][4] Eine Etage des Gebäudes dient auch als Veranstaltungsebene. Nach Fertigstellung des Humboldtforums soll die Humboldt-Box wieder abgebaut werden. Ein genauer Zeitpunkt dafür wurde noch nicht benannt, der Betreiber gibt jedoch das Jahr 2019 als wahrscheinlich an[5].

Die Ausstellungen in der Humboldt-Box werden von der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum sowie den zukünftigen Akteuren im Humboldtforum, dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu BerlinStiftung Preußischer Kulturbesitz und der Humboldt-Universität.[6] gestaltet. Außerdem engagiert sich der Förderverein Berliner Schloss e. V. um für Spenden zur Produktion von Repliken der Schlossfassade die im Forum integriert werden sollen, zu werben.

Mit der Umsetzung der Verhüllung des Brandenburger Tores im Jahr 2000/2002[7] engagierte sich Megaposter, Betreiber und Eigner der Humboldt-Box, erstmals in der Restaurierungsfinanzierung mit Hilfe großformatiger Werbeaktionen. Die Restaurierung von Denkmälern wie das Charlottenburger Tor oder der Gebäude des Strandbad Wannsee folgten.

Die Firma Megaposter vermarktet über die Humboldtbox Projekt GmbH & Co. KG Werbeflächen an den Fassaden des neuen Berliner Schlosses und im Umfeld der Humboldt-Box zur Finanzierung des Projekts Humboldt-Box.[8] Zwei Jahre nach Eröffnung der Humboldt-Box konnte der 500.000. Besucher begrüßt werden.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die die Ausstellungen in der Humboldt-Box mitgestaltet, hob hingegen hervor, dass „man die Hauptstadt nun endlich so sehen könne, wie sie vom Humboldtforum aus aussehen würde“.[9] Von verschiedenen Seiten werden die Höhe und der Standort kritisiert, wodurch die Straße Unter den Linden mit diesem Bau abgeriegelt erscheint, auch die Sicht auf den Dom wird teilweise verstellt. Thomas Flierl, der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Partei Die Linke befürchtete, die Box könne sich zu einem „Monument des Scheiterns“ entwickeln, das lediglich zur Spendenakquise diene.[10]

Pressestimmen

  • „[Am] zentralsten Punkt der Stadt [sei] ein Gebäude entstanden, dessen asymmetrische Kubatur und knallig-türkise Farbgestaltung zwar Kritik provoziert, von der Bevölkerung aber ganz sicher begeistert aufgenommen werden wird.“[11]
  • „Wunderbare Humboldt-Box“ hieß eine Titelgeschichte die die Entwicklung seit Eröffnung wertschätzte.[12]
  • „Die Box als Magnet“ schrieb eine weitere Zeitung[13] anlässlich des 250.000 Besuchers.
  • Eine Zeitung nannte sie ein Provisorium, das die „zeitgemäße Form kulturstaatlichen Scheiterns“ darstelle.[9]
  • „Architektonisches Monstrum in galaktischen Ausmaßen“.[14]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Humboldt-Box spielt in dem Musikvideo Glanz und Gloria von Alexander Marcus als imaginärer Partyort eine zentrale Rolle. Das Bauwerk wird dabei mit verschiedenen Illuminationen gezeigt. Gerd Henrichs, der Eigentümer und Betreiber der Humboldt-Box, ist Autor des Romans Gift der Republik, dessen fiktive Hauptfigur Leiterin der Humboldt-Box ist.[15]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sabine Ammon, Eva Maria Froschauer, Julia Gill, Constanze A. Petrow, Netzwerk Architekturwissenschaft (Hrsg.): z.B. Humboldt-Box. Zwanzig architekturwissenschaftliche Essays über ein Berliner Provisorium, transcript-Verlag, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-8376-2671-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Humboldt-Box – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Humboldt-Box kann doch gebaut werden. In: Der Tagesspiegel, 15. Juli 2008, abgerufen am 14. Juni 2011
  2. Ausflugsziele in Deutschland – Zahlen Online, abgerufen am 7. Mai 2014.
  3. Information von Megaposter. gesehen am 14. Juni 2011
  4. Berliner Humboldt-Box öffnet Ende Juni. auf: rbb-Nachrichten. 24. April 2011, gesehen am 14. Juni 2011
  5. Information auf humboldt-box.com, online, abgerufen am 24. Juni 2011
  6. Kooperation Veröffentlichungen von humboldt-box.com, abgerufen am 8. November 2013
  7. Das Brandenburger Tor, Jovis Verlag GmbH, S. 193 ff.
  8. Wilma Nauck: MEGAPOSTER. In: megaposter.de. Abgerufen am 21. Juli 2015.
  9. a b Andreas Kilb Die Box kommt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Juli 2010 FAZ-Online
  10. Kathleen Fietz: Aussichtslos.
  11. Isabell Jürgens, Gabriela Walde Die Kiste der Republik hat Panoramablick. In: Welt Kompakt, 30. Juni 2011, abgerufen am 26. März 2012
  12. Wunderbare Humboldt-Box In: Berliner Morgenpost, 25. Februar 2012 Morgenpost-Onlineprintarchiv
  13. Lothar Heinke Magnet Humboldt-Box. In: Der Tagesspiegel, 14. Februar 2012 Tagesspiegel-Online, abgerufen am 8. November 2013
  14. Lothar Heinke Der Großklotz vom Schlossplatz In: Der Tagesspiegel, 11. Juni 2011 Tagesspiegel-Online, abgerufen am 14. Juni 2011
  15. „Gerd Henrichs Polit-Thriller „Gift der Republik“ erscheint am 10. Juni“. In: www.buch-film.com. 9. Mai 2015, abgerufen am 9. Mai 2015.