Ingrid L. Ernst

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Ingrid Lucia Ernst (* 26. Juli 1945 in Kassel) ist eine deutsche Theaterregisseurin, Dozentin für szenisches Gestalten von Raum und Sprache, Dramaturgin und Autorin von bühnennahen Produktionen mit literarisch-philosophischen Texten.

Künstlerischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingrid L. Ernst studierte in Stuttgart an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg (Kunsterziehung), an der Technischen Universität (Germanistik), und an der Hochschule für Darstellende Kunst (Schauspiel). Mit einer Arbeit zu Johan Huizinga machte sie 1968 das Erste Staatsexamen, arbeitete dann als Lehrerin in Deutschland und Brasilien. Das Zweite Staatsexamen erfolgte zum Thema soziales Lernen mit Medien. Sie arbeitete dann an einem Projekt zur Erforschung von Raum-Körper-Konzepten der 1920er und 1930er Jahre (Aufenthalt am „Goldsmith' College“ in London). Ab 1980 lehrte sie als Dozentin an der Universität der Künste Berlin, der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, der Muthesius Kunsthochschule Kiel, und am Bauhaus Dessau im Studienbereich interdisziplinäre, kooperative Kunst und performativer Raum. Parallel dazu inszenierte sie als Regisseurin an Theatern in München, Köln, Berlin, Hamburg, Münster sowie in ungewöhnlichen Räumen des freien Theaters. Von 1990 bis 1995 leitete sie das literarisch orientierte Moderne Theater Berlin. Nach ihrer Zeit als Chefdramaturgin am Hans Otto Theater (Potsdam) arbeitete sie wieder mit eigenen experimentellen, erforschenden Bühnenprojekten: Schwerpunkt ist seitdem die Verwebung theatraler Mittel mit visuellen Künsten und literarischen Texten.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingrid L. Ernst ist mit Rainer W. Ernst verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Als Vorsitzende des Freundeskreises Literaturhaus Berlin e.V. war sie Initiatorin des Diner littéraire. Von 2012 bis 2016 war sie Mitglied des Kuratoriums Fonds Darstellende Künste.

Inszenierungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Videoarbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981: Stunde der Magd (35 min)
  • 1982: Jede Frau trägt ein Zimmer in sich, dreifache Videoinstallation (55 min)
  • 1982: Tesito, Filmskizze zum afrikanischen Alltag (12 min)
  • 1985: Ritt auf die Wartburg, Fernsehaufzeichnung
  • 1999: Regelwerke der Einsamkeit, Dokumentation
  • 2001: Planquadrat Traum, Dokumentation
  • 2004: Schiefer Baum (5 min)
  • 2004: Irgendwer (9 min)
  • 2004: Klosterraum (16 min)
  • 2006: Schmetterling (38 min)
  • 2008: in the green (21 min)

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jede Frau trägt ein Zimmer in sich. In: Frauen und Film, Heft 34, 1983, S. 109–112.
  • Der Museumspark als Ort der Kultur und Kunst. In: Realisierungsstudie Museumspark Rüdersdorf. Gefördert durch die Bundesstiftung Umwelt, 1998, S. 103–121.
  • Weil im Unmöglichen die Wirklichkeit liegt. In: Schriftenreihe der Guardini-Stiftung, Band 7, 1997, S. 12–30.
  • Von Theatergeld wird kaum gesprochen. In: Der Tagesspiegel, 28. Dezember 1996.
  • Grashalme aus Lettland. In: Ästhetik & Kommunikation, Heft 112, 2001, S. 118–120.
  • Komplizierte Wegfindung einer Fachhochschule in die Interdisziplinarität. In: Ästhetik & Kommunikation, Heft 114, 2001, S. 4–6.
  • Performanz von Text und Raum – Prinzipien und Handlungsweisen der armen denk bühne. In: Marie-Luise Lange (Hrsg.): Performativität erfahren. Schibri-Verlag, 2006, S. 187–205.
  • Rückblick auf Explorationen. In: Ästhetik & Kommunikation, Heft 139, 2008, S. 83–89.
  • Momente zur interkulturellen Praxis von Kunst im öffentlichen Raum oder auf den Spuren Pessoas bei research-based art//art based-research. In: Ästhetik & Kommunikation. Heft 148, 2010, S. 89–92.
  • Sinnliche Reaktion auf eine physische Umgebung. In: Ästhetik & Kommunikation, Heft 154, 2011.
  • Vorlesungen zwischen Kunst und Wissenschaft im inszenierten Raum. Materialienreihe der Muthesius Kunsthochschule, Kiel 2012, ISBN 978-3-9813781-6-0.
  • Rousseaus Stock. In: Kunst hoch Schule. Kiel 2012, ISBN 978-3-943 763-13-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]