Irme Stetter-Karp

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Irme Stetter-Karp (2021)

Irme Stetter-Karp (* 1956 in Ellwangen als Irmgard Stetter) ist eine deutsche Sozialwissenschaftlerin. Sie ist seit November 2020 Präsidentin des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge und seit 2010 noch bis 2022 Vizepräsidentin des Deutschen Caritasverbandes. Am 19. November 2021 wurde sie in der Nachfolge von Thomas Sternberg für eine Amtszeit von sechs Jahren zur Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gewählt.[1] Im ZdK ist sie seit 2016 Vertreterin des Caritasverbandes, seit 2017 Mitglied im Hauptausschuss.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stetter-Karp wuchs als zwölftes Kind einer Bauern- und Gastwirtsfamilie in Rainau bei Ellwangen auf. Einer ihrer älteren Brüder ist Karl «Carlos» Stetter, emeritierter Bischof von San Ignacio de Velasco in Bolivien. Sie ist verheiratet und Mutter zweier erwachsener Kinder.

Ihre berufliche Laufbahn begann Stetter-Karp 1980 in der Altenarbeit in Stuttgart. Ab 1981 war sie lange in Führungspositionen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart tätig. Nach dem Studium in Esslingen und Tübingen (mit dem Abschluss als Diplom-Sozialarbeiterin und Diplom-Pädagogin) wurde sie 1997 in Tübingen mit der Dissertation Wir und das Fremde: Ein Lehrstück über die Funktionalisierung des Fremden in der Lebensgeschichte von Frauen. Ein Beitrag zur Präzisierung interkultureller Erwachsenenbildung promoviert. Von 1986 bis 1990 übernahm sie die Leitung des Bischöflichen Jugendamtes und war in Personalunion zugleich Diözesanvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), schließlich von 1996 bis 2000 Leiterin des Bildungswerkes der Diözese[2]. Im Jahr 2000 wurde sie Direktorin des Caritasverbandes der Diözese und 2006 als Ordinariatsrätin zur Leiterin der Hauptabteilung Caritas im Bischöflichen Ordinariat berufen. Seit September 2020 ist sie im Ruhestand[3].

In den 1990er-Jahren war Stetter-Karp als Beraterin der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, später auch in deren Caritaskommission tätig. Nach dem von Papst Johannes Paul II. angeordneten Ausstieg der katholischen Kirche aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung gründete sie 1999 den Landesverband Baden-Württemberg des Vereins donum vitae mit. Von 2007 bis 2019 war sie Bundesvorsitzende des katholischen Verbandes für Mädchen- und Frauensozialarbeit IN VIA Deutschland und von 2009 bis 2015 Mitglied im Internationalen Rat dieser Organisation. Seit 2019 ist sie Delegierte und Co-Moderatorin der Synodalversammlung im Synodalen Weg der römisch-katholischen Kirche in Deutschland.

Das aktuelle Präsidium des ZdK: Birgit Mock, Thomas Söding, Präsidentin Irme Stetter-Karp, Claudia Nothelle, Generalsekretär Marc Frings und Wolfgang Klose

Auf der Herbstvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken in Berlin wurde Irme Stetter-Karp am 19. November 2021 zur neuen Präsidentin gewählt. Für sie stimmten 149 von 190 Teilnehmern, Gegenkandidat Ulrich Hemel (BKU) erhielt 41 Stimmen. Ihre Wahl war vom Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB), der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands Bundesverband (kfd) und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) unterstützt worden. Stetter-Karp ist nach Rita Waschbüsch, die von 1988 bis 1997 Präsidentin war, die zweite Frau an der Spitze des ZdK.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Wir und das Fremde“. Die Funktionalisierung des Fremden in der Lebensgeschichte von Frauen. IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation, Frankfurt am Main 1997, ISBN 978-3-88939-609-9 (zugleich Dissertation Universität Tübingen 1997).
  • Integration beginnt im Kopf. Für ein besseres Miteinander von Deutschen und Zuwanderern. In: Gaby Hagmans, Heinz-Josef Kessmann, Irme Stetter-Karp (Hrsg.): Weit weg ist näher als Du denkst. Eine Zeitreise zum Abschied für Prälat Dr. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes 2003 bis 2021. Lambertus Verlag, Freiburg 2021, ISBN 3784134505.
  • Frei und zugewandt, tatkräftig und selbstbewusst. In: Deutscher Caritasverband (Hrsg.): Caritas 2022. Neues caritas Jahrbuch. Freiburg 2021, S. 73–78.
  • Hauptamtliche Mitarbeiter:innen/Personalentwicklung. In: Andreas Lob-Hüdepohl, Gerhard K. Schäfer (Hrsg.): Kompendium Caritas und Diakonie. Göttingen: 2022, ISBN 978-3-525-61633-8, S. 226–235.
  • Völkische Gegenpositionen: das Beispiel Ernst Krieck. In: Martha Friedenthal-Haase (Hrsg.): Erwachsenenbildung interkulturell. Frankfurt 1992, ISBN 3885130866, S. 91–105.
  • Helft heute mit, die Welt von morgen zu bauen. In: Norbert Keßler, Rosemarie Dziadek (Hrsg.): Gegenwelten. Das freiwillige soziale Jahr in der katholischen Jugendarbeit. Verlag Haus Altenberg/Bund der Deutschen katholischer Jugend (BDKJ), Düsseldorf 1990, S. 66–75.
  • Zwischen Weibergedöns, Early Excellence Center und Avantgarde in der Ethik. In: Johannes Kreidler (Hrsg.): Zeichen der heilsamen Nähe Gottes. Auf dem Weg zu einer missionarischen Kirche, Ostfildern: 2008, S. 436–449, ISBN 9783796614194
  • Caritasorte – Räume für Heilung und Heil. In: Deutscher Caritasverband (Hrsg.): neue caritas. Jahrbuch 2019, Freiburg 2020, S. 51–56.
  • Dauerthema Familiennachzug. In: Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik, Jahrg. 38, Heft 5–6, S. 200–204, ISSN 0721-5746.
  • Nicht stehenbleiben bei der rhetorischen Modernisierung. In: diakonia. Internationale Zeitschrift für die Praxis der Kirche, Jahrg. 49, Heft 2, 2018, S. 92–96, ISSN 0341-9592.

Bücher und Zeitschriften mit Beiträgen über Irme Stetter-Karp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Akademie der Jugendarbeit Baden-Württemberg (Hrsg.): Erfahren für’s Leben, Stuttgart, 2004.
  • "Das Wissen, dass ich helfen und etwas verändern will, gibt mir Halt.", sagt Irme Stetter-Karp und Alexandra Guserle, In: Alexandra Stork et al. (Hrsg.): katholisch-selbstbewusst-erfolgreich, Frauen bewegen die Welt, S. 14ff.
  • Irme Stetter-Karp, Anzeiger für die Seelsorge, Heft 10/2018, S. 27.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. katholisch.de vom 19. November 2021: Die Sozialwissenschaftlerin übernimmt Amt als oberste Laienvertreterin, abgerufen am 19. November 2021
  2. drs.de vom 21. Juni 2006: Bischof Fürst stärkt die karitative Arbeit der Diözese, abgerufen am 5. Februar 2022
  3. drs.de vom 22. April 2020: Abschied nach 39 Jahren, abgerufen am 5. Februar 2022