Islisberg

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Islisberg
Wappen von Islisberg
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Bremgarten
BFS-Nr.: 4084i1f3f4
Postleitzahl: 8905
Koordinaten: 675511 / 24189647.3236078.437506680Koordinaten: 47° 19′ 25″ N, 8° 26′ 15″ O; CH1903: 675511 / 241896
Höhe: 680 m ü. M.
Fläche: 1.65 km²
Einwohner: 608 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 368 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 11,4 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.islisberg.ch
Islisberg

Islisberg

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Islisberg (schweizerdeutsch: ˈiʓliʃˌpærɡ)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Bremgarten im Schweizer Kanton Aargau. Die östlichste Gemeinde des Bezirks an der Grenze zum Kanton Zürich entstand erst 1983 durch die Trennung der ehemaligen Gemeinde Arni-Islisberg.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt zuoberst auf einem Hügel, der eine Fortsetzung des Höhenzuges Holzbirrliberg darstellt. Der Hügel trägt den gleichen Namen wie das Dorf, wird aber oft auch «Himmel» genannt. Gegen Süden, Westen und Nordwesten fällt das Gelände steil ab. Nach Nordosten hingegen erstreckt sich eine rund zwei Kilometer lange Hochebene, die weit in das Gebiet des Kantons Zürich hineinragt. Aus diesem Grund ist das Gemeindegebiet auf drei Seiten von zürcherischem Gebiet umgeben; nur im Westen grenzt Islisberg an den Aargau.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 166 Hektaren, davon sind 36 Hektaren mit Wald bedeckt und 16 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 680 Metern inmitten des Dorfzentrums, der tiefste auf 580 Metern an der nordwestlichen Gemeindegrenze.

Nachbargemeinden sind Aesch ZH im Norden, Bonstetten im Osten, Hedingen im Süden und Arni im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Es wird angenommen, dass bereits im 5. Jahrhundert die Alamannen sich auf dem exponierten Hügel niederliessen. Die erste urkundliche Erwähnung von Nidolperhc erfolgte im Jahr 1185. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Nidoltesberg und bedeutet «Berg(siedlung) des Nidolt». Diese Namensform schliff sich rasch ab, bereits 1305 ist der Name Isbolzberg belegt.[3]

Das Dorf war Teil des Kelnhofes Lunkhofen, das im Jahr 694 dem Kloster St. Leodegar in Luzern geschenkt worden war und neben Islisberg auch Arni, Jonen, Oberlunkhofen und Unterlunkhofen umfasste. 1291 kaufte Rudolf I. den Kelnhof, auch die Stadt Luzern und 15 weitere Dörfer gelangten für 2000 Mark Silber in den Besitz der Habsburger. Diese Transaktion war eine der Ursachen, dass die drei Urkantone die Eidgenossenschaft gründeten. Nachdem der Kelnhof verwaltungstechnisch zuerst zum Freiamt Affoltern gehört hatte, bildete er zwanzig Jahre später ein eigenes Amt, das so genannte Kelleramt.

Im Jahr 1415 wurde Islisberg durch die Stadt Zürich erobert. Während die Zürcher die hohe Gerichtsbarkeit übernahmen, war die niedere Gerichtsbarkeit bereits seit 1410 im Besitz der Stadt Bremgarten. 1529 wurde die Bevölkerung von Islisberg reformiert, musste aber 1531 nach der Zweiten Kappelerkrieg wieder zum Katholizismus übertreten. 1797, ein Jahr vor dem Zusammenbruch der alten Herrschaftsverhältnisse, verkaufte Bremgarten seine Rechte an die Dorfgemeinschaften.

Nach der Eroberung der Schweiz durch die Franzosen und der Ausrufung der Helvetischen Republik im März 1798 wurde das Kelleramt aufgelöst und es entstanden die Gemeinden Ober- und Unterlunkhofen, Jonen, Arni und Islisberg. Diese gehörten zunächst zum kurzlebigen Kanton Baden und gelangten 1803 zum Kanton Aargau; die Bewohner hatten zunächst allerdings einen Anschluss an Zug oder Zürich bevorzugt. Mit dem Beitritt zum neuen Kanton wurden Islisberg und Arni zur Gemeinde Arni-Islisberg zusammengeschlossen. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein blieb Islisberg landwirtschaftlich geprägt.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fühlten sich die Bewohner von Islisberg vom schnell wachsenden Arni immer mehr an den Rand gedrängt, obwohl sie selbständig über Steuerbelange, das Schulwesen und das Bauwesen entscheiden konnten. 1974 forderten sie in einer Konsultativabstimmung die Bildung einer eigenständigen Gemeinde. Der Grosse Rat des Kantons Aargau lehnte dies 1978 zunächst ab, da es noch keine gesetzlichen Grundlagen dafür gab. 1981 wurde dann die Trennung beschlossen, die ein Jahr später vom Grossen Rat oppositionslos bestätigt und am 1. Januar 1983 vollzogen wurde. Kurz nach Erlangung der Eigenständigkeit setzte aufgrund der Nähe zu Zürich und der attraktiven Wohnlage ein markanter Bauboom ein, der die Einwohnerzahl um mehr als das Dreifache ansteigen liess.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Schräg geteilt von Gelb mit schreitendem rotem Löwen und von Blau mit weissem Schlüssel.» Nach der Auflösung der Gemeinde Arni-Islisberg behielt Arni das bestehende Wappen bei. Islisberg verwendet dieselben Figuren und Farben, jedoch mit einer Schrägteilung. Der Löwe steht für die Stadt Bremgarten, die einst die niedere Gerichtsbarkeit ausgeübt hatte, der Schlüssel für das Kelleramt.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung (bis 1970 inkl. Arni):[6]

Jahr 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 432 434 430 397 401 650 157 259 405 548

Am 31. Dezember 2013 lebten 608 Menschen in Islisberg, der Ausländeranteil betrug 11,4 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 54,8 % römisch-katholisch und 25,9 % reformiert; 1,7 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[7] 94,1 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,7 % Englisch.[8]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Bremgarten zuständig. Islisberg gehört zum Friedensrichterkreis Lunkhofen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Islisberg gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 60 Arbeitsplätze, davon 40 % in der Landwirtschaft, 7 % im Kleingewerbe und 53 % im Dienstleistungssektor; Industrie ist keine vorhanden.[9] Die überwiegende Mehrheit der Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in der Agglomeration Zürich.

Verkehr[Bearbeiten]

Islisberg liegt zwar abseits der viel befahrenen Durchgangsstrassen, ist aber durch Ortsverbindungsstrassen mit diesen verbunden. Eine Postautolinie führt von Arni über Islisberg zum Bahnhof Bonstetten-Wettswil, wo Anschluss an die Linien S9 und S15 der S-Bahn Zürich besteht. Die am 13. November 2009 eröffnete Autobahn A4 unterquert die Gemeinde im 4,65 Kilometer langen Islisbergtunnel.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und drei Abteilungen der Primarschule. Aufgrund der engen Verflechtung mit dem Kanton Zürich und der schlechten Erreichbarkeit der Schulstandorte im Aargau wird nach dem Lehrplan des Nachbarkantons unterrichtet. Deshalb besuchen die Islisberger Kinder die Oberstufen in der zürcherischen Gemeinde Bonstetten. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Urdorf und Zürich.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Islisberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 208–209.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1091 und 1111, Swisstopo
  5.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 183.
  6. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  9. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.