Jens-Christian Wagner

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Jens-Christian Wagner (* 1966 in Göttingen) ist ein deutscher Historiker. Seit 2014 leitet er die niedersächsische Gedenkstättenstiftung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jens-Christian Wagner wuchs in Herzberg am Harz auf und besuchte das dortige Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er von 1987 bis 1995 Mittlere und Neuere Geschichte sowie Romanische Philologie an der Georg-August-Universität Göttingen und an der Universidad Metropolitana de Ciencias de la Educación (UMCE) in Santiago de Chile. Er schloss mit einer Arbeit über das KZ Mittelbau-Dora als Master of Arts ab. Anschließend war er im Jahr 1996 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historisch-Technischen Museum in Peenemünde tätig. Von 1997 bis 1999 forschte er im Rahmen des von der Volkswagenstiftung geförderten Projekts „Tat und Bild“ an der Universität Göttingen am Lehrstuhl von Professor Bernd Weisbrod zum KZ Mittelbau-Dora und arbeitete zugleich an seiner Promotion. 1999 promovierte er zum Dr. phil. bei Weisbrod mit der Studie Verfolgungswahn und Tod zur Geschichte des KZ Mittelbau-Dora.[1][2][3]

Im Jahr 2000 war Wagner als Gastwissenschaftler am Forschungsprogramm „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“ in Berlin beteiligt. Von 2001 bis 2014 leitete er die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Zudem war er zeitweise als Lehrbeauftragter an der Universität Göttingen tätig. Seit 2010 vertritt Wagner auf Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) die deutschen Bundesländer im Internationalen Komitee der Stiftung Auschwitz-Birkenau in Warschau.[1][2]

Die Thaersche Villa in Celle – Sitz der Stiftung nieder­sächsische Gedenk­stätten

Am 1. September 2014 übernahm Wagner das Amt des Geschäftsführers der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle.[1][2]

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Nationalsozialismus, insbesondere der Zwangsarbeit und der Konzentrationslager, sowie die Geschichtspolitik nach 1945. Wagner ist Autor, Mitautor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit und der -Konzentrationslager sowie zur Erinnerungskultur nach 1945, außerdem hat er mehrere Ausstellungen zu diesem Themenkreis kuratiert.[1][2]

Jens-Christian Wagner ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er lebt seit 2014 mit seiner Familie in Celle.[3]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autorenschaft

  • Ellrich 1944–45. Konzentrationslager und Zwangsarbeit in einer deutschen Kleinstadt. Herausgegeben von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Wallstein Verlag, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0438-3;
    französischsprachige Ausgabe: Ellrich 1944–1945. Un camp de la mort lente dans la nébuleuse nazie. Übertragung ins Französische von Jean-Marie Winkler. Edition Tirésias, Paris 2013, ISBN 2-915293-73-2.
  • Zwangsarbeit für den „Endsieg“. Das KZ Mittelbau-Dora 1943–1945. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2006, ISBN 3-931426-98-X.
  • zusammen mit Hans Hesse: Das frühe KZ Moringen (April–November 1933): „… ein an sich interessanter psychologischer Versuch“. Herausgegeben von der Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e. V. BoD, Norderstedt 2003, ISBN 3-8334-0429-9.
  • Lern- und Dokumentationszentrum Mittelbau-Dora. Die Neukonzeption der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Herausgegeben von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Weimar 2003, ISBN 3-935598-09-2.
  • zusammen mit Bernhard Strebel: Zwangsarbeit für Forschungseinrichtungen der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft 1939–1945. Ein Überblick (= Ergebnisse. Vorabdrucke aus dem Forschungsprogramm „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“, Nr. 11). Herausgegeben von Carola Sachse im Auftrag der Präsidentenkommission der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. (MPG). Forschungsprogramm „Geschichte der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft im Nationalsozialismus“, Berlin 2003 (online frei verfügbar; PDF, 620 kB).
  • Produktion des Todes. Das KZ Mittelbau-Dora. Herausgegeben von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Wallstein Verlag, Göttingen 2001, ISBN 3-89244-439-0 (zugleich Dissertation, Universität Göttingen 1999, unter dem Titel Verfolgungswahn und Tod; Rezension des Buches bei sehepunkte).

Herausgeberschaft

  • Regine Heubaum, Jens-Christian Wagner: Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945 (= Schriftenreihe der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Band 5). Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1713-0.
  • Wiederentdeckt. Zeugnisse aus dem Konzentrationslager Holzen. Begleitband zur Wanderausstellung. Herausgegeben im Auftrag der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Wallstein Verlag, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8353-1350-7.
  • Johanna Grützbauch, Regine Heubaum, Jens-Christian Wagner: Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945. Begleitband zur ständigen Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Herausgegeben im Auftrag der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Wallstein Verlag, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0118-4.
  • Das KZ Mittelbau-Dora. Katalog zur historischen Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Herausgegeben im Auftrag der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Wallstein Verlag, Göttingen 2001, ISBN 3-89244-502-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Geschäftsführung. Dr. Jens-Christian Wagner. Kurzbiographie. In: Website der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten (www.stiftung-ng.de). Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, 2015, abgerufen am 16. April 2015.
  2. a b c d Neuer Geschäftsführer der „Stiftung niedersächsische Gedenkstätten“ – Heiligenstadt: „Dr. Jens-Christian Wagner ist ein herausragender Experte deutscher Erinnerungskultur“. Pressemitteilung. In: Website des Niedersächsischen Kultusministeriums (www.mk.niedersachsen.de). Niedersächsisches Kultusministerium, 13. Mai 2014, abgerufen am 16. April 2015.
  3. a b Kristin Müller: Der kritische Geist vom Kohnstein: Jens-Christian Wagner scheute nie deutliche Worte. In: Thüringer Allgemeine. 1. September 2014 (online [abgerufen am 17. April 2015]).
  4. NN: Hohe Auszeichnung für Nordhäuser Gedenkstätten-Leiter. In: Thüringer Allgemeine. 11. März 2012 (online [abgerufen am 17. April 2015]).