Joe Bausch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Joe Bausch in Hamm, 2009

Joe Bausch (* 19. April 1953 in Ellar), eigentlich Hermann Joseph Bausch-Hölterhoff, ist ein deutscher Arzt, Autor und Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bausch-Hölterhoff wurde in Ellar, heute Gemeinde Waldbrunn (Westerwald), geboren. Er studierte an der Universität zu Köln und an der Philipps-Universität Marburg Theaterwissenschaft, Politik, Germanistik und Rechtswissenschaften. Es folgte ein Studium der Medizin an der Ruhr-Universität Bochum, das er 1985 mit dem Examen abschloss. Bausch ist seit 1986 verheiratet und hat eine Tochter.

Der Mediziner Joe Bausch sammelte seine ersten Schauspielerfahrungen in der Theatergruppe um Roland Rebers Theaterpathologisches Institut (TPI) zu Beginn der 1980er Jahre. Mit ihren Inszenierungen sorgte die Gruppe bis 1989 im Ruhrgebiet für Furore. Zum Ensemble gehörte u.a. auch Jochen Nickel. In der "Schulenburg" in Hattingen/ Ruhr und zuletzt im Hilpert Theater in Lünen fanden Stücke wie u.a. "Mistero Buffo" (nach Dario Fo), "Mein Traum...", "Hotel der verlorenen Träume", "Und sie legten den Blumen Handschellen an" (nach Arabal) ein breites, überregionales Publikum. Auf der Bühne war Joe Bausch zuletzt 1993 im Prinzregent Theater Bochum zu sehen. Gemeinsam mit Ingo Naujoks trat er in der Wiederaufnahme des Zweipersonenstücks "Oui" (nach Gabriel Arout, Premiere 1986) auf, das die letzte Nacht von zwei Gefangenen in einem Gestapo - Gefängnis erzählt.

Seit 1986 ist er Anstaltsarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl. Er trägt die Amtsbezeichnung Leitender Regierungsmedizinaldirektor. Seine Erfahrungen und Erlebnisse als Anstaltsarzt beschreibt er in seinem Buch und "Spiegel"-Bestseller Knast, das auch mehrere Kapitel zu seinem persönlichen Leben enthält.[1][2]

Fernsehkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine ersten regelmäßigen Auftritte hatte er ab 1997 in der WDR-Krimiserie Tatort als Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth an der Seite von Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär (Ballauf und Schenk). 1985 debütierte er neben Götz George in dem Kino-Tatort Zahn um Zahn. Danach spielte er unter anderem in mehreren Episoden von Der Fahnder und Auf Achse, in zahlreichen Fernsehfilmen und in den Kinofilmen Baltic Storm, Tattoo, Menu total mit. Des Weiteren war er am 3. Januar 1995 in der zweiten Folge der ARD-Daily-Soap Verbotene Liebe zu sehen, in der er die Gastrolle Fritz Konrad, den Vater von Hauptfigur Anna Konrad, verkörperte. 2005 spielte er im Münsteraner Tatort (Der doppelte Lott) mit und 2013 an der Seite von Ulrich Tukur den Keitel in Rommel. 2006 moderierte er vier Folgen der WDR-Serie Kriminalzeit. Vom 5. Oktober 2009 bis zum 2. September 2011 war er regelmäßig in der Sendung Die Ärzte – der Medizintalk im ZDF zu sehen.[3] Seit 2015 führt er als Host und Experte durch die Sendung Im Kopf des Verbrechers bei SAT.1 Gold und als Host und Moderator durch die Sendung Überführt für ZDFinfo. 2016 war er Präsenter und Moderator von Stell dich deiner Sucht bei SAT.1.

Engagements[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Behrendt, Bär und anderen Tatort-Kollegen gründete Bausch den Verein Tatort – Straßen der Welt e.V., der sich für philippinische Straßenkinder einsetzt und auf die viel beachtete Tatort-Folge Manila aus dem Jahr 1998 zurückgeht, die das Schicksal philippinischer Straßenkinder und Kindesmisshandlung thematisierte. Am 6. Dezember 2013 überreichte ihm Nordrhein-Westfalens Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Angelica Schwall-Düren (SPD), dafür und für zahlreiche andere ehrenamtliche Engagements das Bundesverdienstkreuz. Schon 2006 wurde er von der „Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation“ für besondere Verdienste um einen menschlichen Strafvollzug mit der Fliedner-Medaille ausgezeichnet. Er ist Schirmherr verschiedener caritativer Projekte (Stiftung Polizeiseelsorge, Stiftung Kind und Jugend, Neuroblastom-Forschungsprojekt an der Universität Kinderklinik Mannheim) sowie Kuratoriumsmitglied der Aidshilfe NRW e.V. und des Gesundheitscampus NRW.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joe Bausch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joe Bausch: Knast. Ullstein Verlag, Berlin 2012, ISBN 3-550-08004-2
  2. Till Briegleb: „Knast“ von Gefängnisarzt Joe Bausch. In: Kultur. Süddeutsche Zeitung, 13. März 2012; abgerufen am 22. Juni 2012: „Der Gefängnisarzt und „Tatort“-Pathologe Joe Bausch blickt kritisch zurück auf 25 Jahre Alltag hinter Gittern.“
  3. Presseinformation: Neues Talk-Format mit Andrea Ballschuh im ZDF ab 5. Oktober 2009