Johann Schmidt (Theologe, 1907)

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Johann Schmidt (* 28. August 1907 in Gettorf; † 30. August 1981 im Solling) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pastor mit weitem Horizont: Theologie, Mission, Kirchengeschichte, pastoraler Dienst, Volksmission, Seelsorge, Predigttätigkeit, Lehrbeauftragung, Teilhabe am kirchenleitenden Amt. Zuletzt war er Oberlandeskirchenrat im Landeskirchenamt in Kiel.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmidt besuchte zunächst die Volksschule in Gettorf, später die Realschule und das Reformrealgymnasium in Eckernförde. Über diese Zeit schrieb er im Lebenslauf zur 1. theologischen Prüfung 1933:

„Die vielen Jahre, die ich während meiner Schulzeit Mitglied und später Leiter eines Jugendkorps war, vermochten bei mir nur wenig Sinn und Begeisterung für die Schule zu erregen. Mein Wunsch war es damals, die Schule, die mir unerträglicher Zwang zu sein schien, möglichst schnell zu verlassen und Reichswehroffizier zu werden. Meine heimlichen Anfragen um Aufnahme in die Reichswehr wurden abgelehnt. Ich blieb, was und wo ich war.“[1]

Zwei Pastoren, Oskar Jaeger (seit 1909 in Gettorf) und Walter Lehmann (seit 1919 in Borby bei Eckernförde), ließen in ihm die Entscheidung für das Theologiestudium reifen, bevor er am 26. Februar 1929 das Abitur machte. Eine zwischen dem Abitur und dem Studienbeginn in Kiel liegende Mulus-Freizeit in Bistensee vermittelte ihm wichtige Eindrücke vom zukünftigen Beruf.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmidt absolvierte die Sprachprüfungen in Hebräisch und Griechisch, Latein hatte er schon auf der Schule gelernt. Das Studienbuch für die Kieler Semester (SS 1929 – WS 1930/31) weist besonders die Namen Wilhelm Caspari, Hermann Mulert, Heinrich Rendtorff, Otto Scheel, Hans Windisch auf, dann auch Kurt Dietrich Schmidt. Wenn überhaupt eine Gewichtung möglich ist für diese Zeit, dann lag sie wohl beim Alten Testament. Auffallend im SS 1930: Arabisch für Anfänger.

Im Sommersemester 1931 wechselte Schmidt nach Erlangen. Hier sind es Procksch, Strathmann, Elert, Althaus und Hauck, bei denen Schmidt hörte – immerhin 24 Wochenstunden, davon wiederum zwei Stunden Arabisch und zwei Seminare.

Zum Wintersemester 1931/32 kehrte Schmidt wieder nach Kiel zurück, wo dann noch vier weitere Semester folgten. Insgesamt beschrieb er den Ertrag seines Studiums bei der Meldung zum 1. Examen so:

„Durch den glänzenden und gründlichen Unterricht in der hebräischen Sprache, den mir Herr Professor Dr. Dammann erteilte, ist mir seit meinem ersten Semester während des ganzen Studiums die Beschäftigung mit dem Alten Testament besonders lieb geworden. Neben den alttestamentlichen Vorlesungen und Übungen, die ich auf den Universitäten Kiel und Erlangen hörte, habe ich fast drei Jahre bei dem … Orientalisten Professor Georg Hoffmann zuerst an den Ergänzungen und Berichtigungen zum Hiob, dann lange Zeit bis wenige Tage vor seinem Tode an den nabatäischen Inschriften arbeiten dürfen. Professor Hoffmann führte mich auch in die Anfangsgründe der arabischen und syrischen Sprache ein und brachte mich auch von hier aus näher an das Alte Testament heran.“[2]

Seine wissenschaftliche Hausarbeit für das 1. Examen schrieb Schmidt über das Thema: „Was ist Rechtschaffenheit nach den Sprüchen und dem Prediger?“ Am 6. Oktober 1934 schloss Schmidt das 1. Examen ab. Mit Verfügung des Landeskirchenamtes in Kiel vom 6. November 1934 erfolgte seine Ernennung zum Vikar.

Vikariat in Kiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmidt wurde dem Kieler Pastor Lic. D. Voß als Lehrvikar zugewiesen. Mit Bescheid des Landeskirchenamts vom 24. Juli 1935 erfolgte die Streichung aus der Kandidatenliste mit sofortiger Wirkung. 34 Vikare, unter ihnen auch Schmidt, hatten dem Landeskirchenausschuss mitgeteilt, „dass sie zur Bekenntnisgemeinschaft der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schleswig-Holstein gehören und der vorläufigen Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche Marahrens-Breit wie den von ihr anerkannten Organen unterstehen“.[3]

Aufgefordert, sich der landeskirchlichen Ordnung zu fügen, hatten sie erklärt, dass sie „angesichts der kirchlichen Notlage unserer schleswig-holsteinischen Landeskirche nur den Landesbruderrat als die geistliche Leitung der Landeskirche und die von ihm in Ausübung dieser geistlichen Leitung übernommene Ausbildung der Kandidaten und Vikare anerkennen“.[4] Damit war der Bruch praktisch vollzogen, alle mit der Aufnahme in die Kandidatenliste verliehenen Rechte wurden entzogen, fällig gewordene Ausbildungsbeiträge waren zurückzuzahlen.

Unter dem 28. Juli erfolgte bei dem Landesbruderrat die Meldung zum 2. Examen, die Prüfung wurde im Herbst 1935 abgelegt, die Anstellungsfähigkeit wurde im Anschluss daran durch den Landesbruderrat verliehen. Am 26. Oktober 1935 wurde Schmidt zusammen mit seinen Freunden in der Alten Kirche in Harburg von dem hannoverschen Landesbischof Marahrens ordiniert.[5]

Die Prüfung der Kandidaten wurde von der vom Bruderrat eingesetzten Prüfungskommission abgenommen, diese hielt sich ausdrücklich an die Prüfungsbestimmungen der Landeskirche nach dem Anstellungsfähigkeitsgesetz von 1924. In der schleswig-holsteinischen Landeskirche war es zwar zu zwei Leitungen gekommen, trotzdem gab es auch Gemeinsames, das in einem so wichtigen Vorgang wie einer theologischen Prüfung seinen Ausdruck finden konnte. So fielen die Kandidaten nicht aus dem Zusammenhang des landeskirchlichen Gefüges heraus: Sie hatten ihre Anstellungsvoraussetzungen nach den für die Landeskirche geltenden und nicht nach eigenen Bestimmungen des Bruderrates erworben.

Jugendpastor, Provinzialvikar und Hilfsgeistlicher in Kiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sich formierende Bekennende Kirche beauftragte Schmidt von 1935 bis 1937 mit der Nachfolge Wolfgang Prehns im Jugendpfarramt Kiel.[6]

Jugendarbeit der Kirche! – Wir nahmen diesen Dienst deshalb so ernst, weil wir von der Taufe her dazu verpflichtet sind ... Zum anderen aber ist es die Jugend selbst, die fragend vor die Kirche tritt ... Die Jugend weiß sich heute als Glied der Kirche“,

schrieb Schmidt in Das niederdeutsche Luthertum, Nr. 14 vom 22. Juli 1937.

Viel Jugend sammelte sich um die Verkündigung des Wortes Gottes: in Hamburg 2.500 Mädel zum Jugendsonntag Mai 1936 mit Otto Riethmüller, in Breklum und am Bistensee am Himmelfahrtstag 1937 allein 1.000 bzw. 1.200 Jugendliche. Schmidt selbst hielt Bibelarbeit in verschiedenen Jugendgruppen, veranstaltete Lager und Freizeiten mit Konfirmanden, sammelte Primaner, die sich für Theologie interessierten. Er holte dabei Männer der Mission zu Hilfe wie Walter Freytag, Heinrich Meyer, Martin Pörksen, Reimer Speck[7] u. a. Dabei verhandelte er so geschickt mit Führern des Reichsarbeitsdienstes und der Hitler-Jugend, dass er seinen Arbeitsbericht mit dem Satz schließen konnte:

„Alle Lager konnten ohne Störung durchgeführt werden.“ – „Jugendarbeit hat Verkündigung zu sein.“[8]

Die Bestellung zum Provinzialvikar konnte erst nach Bildung des Landeskirchenausschusses erfolgen, und zwar im November 1936. Dem Provinzialvikar Schmidt wurde die Verwaltung einer Hilfsgeistlichen-Stelle in Kiel übertragen, wo er vorher bereits als Jugendpastor gearbeitet hatte.[9] 1937 erfolgte die Ernennung zum Hilfsgeistlichen in Kiel.

Pastor in Flensburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1938 wurde Johann Schmidt als 2. Pastor an die Diakonissenanstalt in Flensburg berufen. Es war vor allem der seelsorgerliche Dienst, der ihn ganz und gar ausfüllte, hinzu kam aber mit großem Gewicht das „Eintauchen“ in die theologische Tradition und die Frömmigkeit dieser Einrichtung: Emil Wacker und Carl Matthiesen wurden für ihn prägende Zeugen des Evangeliums und lutherischer Theologie.

Theologische Väter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders einer Gestalt der schleswig-holsteinischen Kirchengeschichte fühlte Schmidt sich verbunden: Claus Harms, dem Theologen des „zweiten Bildungsweges“, der vierzig Jahre Pastor in Kiel gewesen war. Schmidt nannte ihn einen „Kirchenvater des 19. Jahrhunderts“. Mit unermüdlichem Fleiß sammelte und bewahrte er Predigten, Vorträge und Schriften von Claus Harms. Er wirkte entscheidend mit an der Herausgabe der „Ausgewählten Schriften und Predigten“ (Flensburg 1955), ihm hat er eine große Anzahl von Vorträgen und Aufsätzen gewidmet, schließlich nach 1976 eine kleinere Auswahl aus seinem Werk zusammengestellt. Als durch seine Initiative 1965 in Kiel ein zweiter Ausbildungsweg für Theologen eröffnet wurde, war es für Schmidt selbstverständlich, dass diese Einrichtung den Namen „Claus-Harms-Kolleg“ erhielt, genauso wie auch ein Stipendium zur Fortbildung von Pastoren den Namen dieses bedeutenden Theologen trug.

Neben Claus Harms zählte Schmidt Hans Asmussen zu den theologischen „Vätern“. Auch er war ein bewusst lutherischer Theologe, ebenfalls in der Flensburger Tradition verwurzelt, der mit seinen Schriften „Die Offenbarung und das Amt“, „Die Seelsorge“, „Die Lehre vom Gottesdienst“ und „Die Kirche und das Amt“ einen geradezu radikal lutherischen Neuansatz für die Pastoraltheologie brachte. Er war es auch, der für viele junge Pastoren damals die Theologie des Kirchenkampfes entscheidend prägte in der ständigen Rückführung auf Bibel und Bekenntnis.

Ganz anderer Art war die Beziehung zu den späteren Bischöfen Halfmann und Wester. Schmidt widmete dem Andenken dieser beiden Männer seinen kleinen Band mit ausgewählten Schriften von Claus Harms (Gütersloh 1976). Auch diese Beziehung ging vom Kirchenkampf aus und fand dann ihre intensive Fortsetzung später, nachdem er schon bald nach Kriegsende – zunächst 1947 kommissarisch und dann seit 1950 endgültig – als Dezernent für Ausbildung und Mission ins Kieler Landeskirchenamt berufen wurde. Schmidt redete den Bischöfen nicht nach dem Mund, aber er hörte auf sie, und das umso leichter, als beide, Halfmann wie Wester, bei aller Unterschiedlichkeit, von ihrer Persönlichkeit her für ihn von überzeugender Autorität waren. Dieses Gespür für ihre Autorität war bei ihm so ausgeprägt, dass er damit andere anstecken konnte: Viele sahen Halfmann und Wester so, wie Schmidt sie ihnen vermittelt hatte. Man wird das heute sicher auch kritisch sehen können.[10]

Volksmissionar in Breklum, Soldat in Husum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tätigkeit in Flensburg fand 1939 durch den Wechsel nach Breklum ihr Ende, wo Schmidt bis 1947 – allerdings unterbrochen durch den Kriegsdienst[11] – mit großer Hingabe arbeitete. Über dieser Zeit lag für ihn ein besonderer Glanz von Erfüllung und Glück im Blick auf die geistlichen Herausforderungen in einer schweren Zeit.

Ausbildungsreferent in Kiel, Gemeindepfarramt in Flemhude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1945 arbeitete Schmidt zunächst noch zwei Jahre als Volksmissionar „der ersten Stunde“[12] im Katechetischen Seminar in Breklum und übernahm ab 1947 neben der kommissarischen Zuständigkeit für die Ausbildung der Theologen im Landeskirchenamt ein volles Gemeindepfarramt an der St.-Georg-und-Mauritius-Kirche in Flemhude bei Kiel. Flemhude war damals eine große Gemeinde mit vier Flüchtlingslagern. Er besuchte während seines Dienstes dort alle Häuser in der Gemeinde und kümmerte sich um die Flüchtlinge. Der Patronatsfamilie blieb er bis zu seinem Tod verbunden. Hier entstand auch die Flemhuder Konferenz[13], die so vielen jungen Theologen ein Stück theologischer und kirchlicher Heimat gab.

Ausbildungsdezernent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1950 wurde Schmidt theologischer Dezernent im Kieler Landeskirchenamt. Er war damals schon ein bekannter Mann in der Landeskirche, an den sich viele Erwartungen und Hoffnungen knüpften.

Als Schmidt 1947 das Ausbildungsdezernat übernahm, war die Situation noch sehr stark gekennzeichnet durch die Nachkriegszeit: materielle Not, viele Kriegsteilnehmer unter den Studenten, zum Teil Familienväter; daneben aber auch ganz „normale“ Studenten. Da brauchte einer viel Einfühlungsvermögen, wenn er dem gerecht werden wollte, was die einzelnen von ihm erwarteten.

Phantasie entwickelte Schmidt, als er anfing, in jedem Semester in den einzelnen Fakultäten die schleswig-holsteinischen Theologiestudenten zu besuchen. Das hatte es vorher nicht gegeben. Aber es war bald eine Selbstverständlichkeit, die schnell auch von anderen Landeskirchen übernommen wurde. Auf diese Weise entstand ein ganz intensiver Kontakt der Studenten zu ihrer Kirche. Und genau das war auch das Ziel: Begleitung nicht im Sinne von Gängelung oder gar Kontrolle, sondern im Sinne einer Integration der Studenten und ihres Studiums in den kirchlichen Kontext oder auch im Sinne einer Vergegenwärtigung der Heimatkirche im Studium. Mit Provinzialismus hatte das nichts zu tun. Im Gegenteil: Es wurde Wert darauf gelegt, dass die jungen Leute außerhalb studierten. Sie sollten aber auch da wissen, wo sie kirchlich beheimatet waren.

In den Zusammenhang der Theologenausbildung gehört auch das Claus-Harms-Kolleg, ebenfalls eine „Erfindung“ von Schmidt. Entstanden war es ursprünglich aus der Idee, ein evangelisches Gymnasium zu gründen. Diese Idee fand seinerzeit viele Anhänger, unter ihnen auch der Religionspädagoge Gerhard Bohne. Aber sie konnte sich schließlich doch nicht durchsetzen. Was blieb, war ein evangelisches Aufbaugymnasium, das junge Menschen mit einer praktischen Berufsausbildung zum Abitur führen und auf das Theologiestudium vorbereiten sollte. Ähnliche Einrichtungen gab es auch schon andernorts, aber diese Zuspitzung auf die Vorbereitung für das Theologiestudium, die dann auch den Lehrplan bestimmte, war neu. Die Einrichtung konnte 1965 nach jahrelanger Vorbereitung schließlich die Arbeit aufnehmen und hat für gut zehn Jahre viele junge Menschen zum Abitur gebracht. Als das allgemeine Schulsystem mit seiner größeren Durchlässigkeit solche aufbauenden Ausbildungen selbst zur Verfügung stellte, konnte das Claus-Harms-Kolleg seine Tätigkeit einstellen. Zunächst war daran gedacht, ein volles evangelisches Gymnasium daraus zu machen, dazu fehlte es aber an ideeller und materieller Unterstützung.

Missionsdezernent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Dezernent und Lehrbeauftragter für Mission konnte Schmidt viel dafür tun, dass Mission geschah und die Liebe zu ihr geweckt wurde. Er selbst war nie draußen – abgesehen von einer Reise nach Indien 1969/70 –, trotzdem war er ein hervorragender Kenner der Missionsfelder und der Religionsgeschichte. Seine theologischen Väter in diesem Bereich waren Walter Freytag und Georg Vicedom, aber auch mit Hans-Werner Gensichen und Jochen Margull pflegte er regen Austausch. Er gehörte einer Vielzahl von Gremien und Vorständen der Mission an, insbesondere auch dem Kuratorium der Missionsakademie in Hamburg, an die er auch gern für ein Semester Vikare schickte.

Schmidt begleitete mit großer Aufmerksamkeit den Weg der Ökumene, insbesondere die Arbeiten der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung. Es war typisch für ihn, dass auch hier Personen eine entscheidende Bedeutung für seine Einstellung hatten: Nathan Söderblom war für ihn die zentrale Persönlichkeit. Von ihm hat er viel gelernt, seinem Denken fühlte er sich verpflichtet.

Im Ruhestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Pensionierung setzte Johann Schmidt noch einmal neu an. Er ließ das Bisherige nicht einfach hinter sich: Er war weiterhin Lehrbeauftragter für Mission in Kiel (mit erstaunlichen Hörerzahlen), er arbeitete weiter mit in Vorständen und Gremien der Mission, hielt Vorträge, schrieb Aufsätze, blieb ein Mann der schleswig-holsteinischen Kirchengeschichte.

Er baute auch Neues auf: Er wurde Klosterprediger am Adeligen Kloster Preetz und Seelsorger in der Kurklinik Freudenholm bei Preetz. In beiden Aufgaben war er noch einmal ganz Pastor, und er versah diesen Dienst fast zehn Jahre lang. Durch seine freundliche und entgegenkommende, in der Sache stets deutliche Art, gewann er immer wieder Menschen, die ihm gern zuhörten, wenn er predigte und mit ihnen sprach, und die es auch gern annahmen, wenn er mit ihnen betete. Er hatte als Pastor einen guten Namen in der Preetzer Gemeinde.

Er verstarb während eines Erholungsurlaubes im Solling.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. August 1938 heiratete Schmidt Lieselotte Kuhrt aus Osdorf. Sie und die wachsende Kinderschar, später auch die Enkelkinder, waren der selbstverständliche Hintergrund seines Tuns. Zusammen mit seiner Familie hat er manchem anderen Heimat gegeben.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aus der Arbeit für die Arbeit, in: Das niederdeutsche Luthertum, Nr. 14 vom 22. Juli 1937; wieder abgedruckt in: Wolfgang Prehn (Hrsg.): Zeit, den schmalen Weg zu gehen. Zeugen berichten vom Kirchenkampf in Schleswig-Holstein, Kiel 1985, S. 59–63.
  • Volksmission und Hausgemeinde, in: Das niederdeutsche Luthertum, Nr. 21/22 vom 2. November 1939, S. 299–300.
  • Kirchliche Volksmission?, in: Das niederdeutsche Luthertum, Nr. 3/4 vom 6. Februar 1941, S. 27–30; wieder abgedruckt in: Karl Ludwig Kohlwage, Manfred Kamper, Jens-Hinrich Pörksen (Hrsg.): „Ihr werdet meine Zeugen sein!“ Stimmen zur Bewahrung einer bekenntnisgebundenen Kirche in bedrängender Zeit. Die Breklumer Hefte der ev.-luth. Bekenntnisgemeinschaft in Schleswig-Holstein in den Jahren 1935 bis 1941. Quellen zur Geschichte des Kirchenkampfes in Schleswig-Holstein. Zusammengestellt und bearbeitet von Peter Godzik, Husum: Matthiesen Verlag 2018, ISBN 978-3-7868-5308-4, S. 489–494.
  • Bischof D. Wilhelm Heinrich Koopmann, Generalsuperintendent des Herzogtums Holstein von 1855 bis 1871, in: Festschrift zum hundertjährigen Bestehen des evangelisch-lutherischen Landeskirchenamtes in Kiel, Flensburg 1968, S. 63–79 (Sonderdruck aus: Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, II. Reihe (Beiträge und Mitteilungen) 23./24. Band, 1967/68).
  • „... mächtig zu rühren die Geister“. Zum 200. Geburtstag von Claus Harms am 25. Mai 1978, in: SSHKG II 34/35 (1978), S. 9–24.
  • Geistliche Väter unserer Kirche. Claus Harms – Theodor Kaftan – Wilhelm Halfmann, in: Jens Motschmann (Hrsg.): Kirche zwischen den Meeren. Beiträge zu Geschichte und Gestalt der Nordelbischen Kirche, Heide in Holstein 1981, S. 101–107.
  • Was vor Gott recht ist, Kiel-Holtenau 1981, in: Kurt Jürgensen, Friedrich-Otto Scharbau, Werner H. Schmidt (Hrsg.): Gott loben das ist unser Amt. Beiträge zu einem Leitwort (Gedenkschrift Johann Schmidt), Kiel 1984, S. 9–21 (online auf pkgodzik.de).
  • Klaus Harms und die Baseler Mission, in: Walter Bauer u. a. (Hrsg.): Ich glaube – Eine heilige Kirche. Festschrift für Hans Asmussen zum 65. Geburtstag 1963, Stuttgart/Berlin/Hamburg 1963, S. 168–174.
  • im Biographisches Lexikon für Schleswig-Holstein und Lübeck
    • Bugenhagen, Johannes, Bd. 1, Neumünster 1970, S. 93 f.
    • Halfmann, Wilhelm, Bd. 1, Neumünster 1970, S. 156 f.
    • Harms, Claus, Bd. 2, Neumünster 1971, S. 164–166.
    • Rendtorff, Franz Martin, Bd. 2, Neumünster 1971, S. 207 f.
    • Rendtorff, Heinrich, Bd. 2, Neumünster 1971, S. 208 f.
    • Matthiesen, Carl, Bd. 3, Neumünster 1974, S. 187 f.
    • Völkel, Eduard, Bd. 3, Neumünster 1974, S. 271 f.
    • Eitzen, Paul, Bd. 5, Neumünster 1979, S. 85–87.
    • Koopmann, Wilhelm Heinrich, Bd. 4, Neumünster 1976, S. 132 f.
    • mit Jendris Alwast: Kortholt, Christian, Bd. 6, Neumünster 1982, S. 151 f.
  • Claus Harms und die Mission, in: Otto Waack u. a. (Hrsg.): So sende ich Euch. Festschrift für Martin Pörksen zum 70. Geburtstag, Stuttgart 1973, S. 191–201.
  • Frömmigkeit und Theologie in Schleswig-Holstein von den Anfängen der Christianisierung bis zum Vorabend der Reformation, in: Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Bd. 2, Neumünster 1978, S. 189–242.
  • Asmussen, Hans, in: TRE, Bd. 4, Berlin/ New York 1979, S. 259–265.

Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Halfmann: Predigten, Reden, Aufsätze, Briefe. Aus dem Nachlass zusammengestellt und bearbeitet von Wilhelm Otte, Karl Hauschildt und Eberhard Schwarz, Kiel 1964.
  • Claus Harms, ein Kirchenvater des 19. Jahrhunderts. Auswahl aus seinen Schriften, Mohn, Gütersloh 1976.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Bielfeldt: Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein 1933–1945, Göttingen 1963.
  • Kurt Jürgensen, Friedrich-Otto Scharbau, Werner H. Schmidt (Hrsg.): Gott loben das ist unser Amt. Beiträge zu einem Leitwort (Gedenkschrift Johann Schmidt), Kiel 1984.
  • Klauspeter Reumann: Kirche und Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in Schleswig-Holstein, Neumünster 1988.
  • Gothart Magaard, Gerhard Ulrich (Hrsg.): 100 Jahre Predigerseminar Preetz. Eine Festschrift, Kiel 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich-Otto Scharbau: Johann Schmidt – sein Leben und seine Zeit, in: Kurt Jürgensen, Friedrich-Otto Scharbau, Werner H. Schmidt (Hrsg.): Gott loben das ist unser Amt. Beiträge zu einem Leitwort (Gedenkschrift Johann Schmidt) , Kiel 1984, S. 25–33, hier S. 25 f.
  2. Scharbau: Johann Schmidt …, S. 26. Vgl. dazu Ernst Dammann: Missionswissenschaftliche Bestrebungen in Kiel während der zwanziger Jahre, in: Kurt Jürgensen, Friedrich-Otto Scharbau, Werner H. Schmidt (Hrsg.): Gott loben das ist unser Amt. Beiträge zu einem Leitwort (Gedenkschrift Johann Schmidt), Kiel 1984, S. 225–231, bes. S. 229.
  3. Scharbau: Johann Schmidt ..., S. 27. Vgl.dazu auch Claus Jürgensen: Das Predigerseminar Preetz von den Anfängen bis zum 2. Weltkrieg, in: Gothart Magaard, Gerhard Ulrich (Hrsg.): 100 Jahre Predigerseminar Preetz. Eine Festschrift, Kiel 1996, S. 9–57, bes. S. 48–56: Der Aufstand der Kandidaten im Sommersemester 1935 (online auf vikariat-nordkirche.de).
  4. Scharbau: Johann Schmidt …, S. 27.
  5. Johann Bielfeldt: Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein 1933–1945, Göttingen 1963, S. 117.
  6. Johannes Jürgensen: Das Kreuz auf der Weltkugel. Das Zeichen der evangelischen Jugend im Aufbruch nach dem 2. Weltkrieg, in: Kurt Jürgensen, Friedrich-Otto Scharbau, Werner H. Schmidt (Hrsg.): Gott loben das ist unser Amt. Beiträge zu einem Leitwort (Gedenkschrift Johann Schmidt) , Kiel 1984, S. 143–153, bes. S. 146 f.
  7. http://www.alfakom.se/specks/speck,reimerhans.htm
  8. Martin Pörksen: Johann Schmidt als Volksmissionar, in: Kurt Jürgensen, Friedrich-Otto Scharbau, Werner H. Schmidt (Hrsg.): Gott loben das ist unser Amt. Beiträge zu einem Leitwort (Gedenkschrift Johann Schmidt), Kiel 1984, S. 35–48, bes. S. 35.
  9. Joachim G. Vehse: Das Jugendpastorat für Schleswig-Holstein und die Auseinandersetzungen um die Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitlerjugend 1933/1934, in: Klauspeter Reumann: Kirche und Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in Schleswig-Holstein, Neumünster 1988, S. 247–306, bes. S. 287.
  10. Scharbau: Johann Schmidt …, S. 28 f.
  11. Leutnant Johann Schmidt war zeitweilig Adjutant des Flugplatzkommandos Husum. Er wurde später an die Westfront versetzt. Reisen führten ihn nach Dänemark und Holland. In seiner Freizeit arbeitete er nicht an einer geplanten Promotion, sondern stand vielen angefochtenen Christen als Briefseelsorger bei. Darüber berichtet Pörksen: Johann Schmidt als Volksmissionar ..., S. 42 ff.
  12. Pörksen: Johann Schmidt als Volksmissionar …, S. 44–47.
  13. Hans Günther Richers: Die Flemhuder Theologische Konferenz, in: Friedrich-Otto Scharbau: Johann Schmidt – sein Leben und seine Zeit, in: Kurt Jürgensen, Friedrich-Otto Scharbau, Werner H. Schmidt (Hrsg.): Gott loben das ist unser Amt. Beiträge zu einem Leitwort (Gedenkschrift Johann Schmidt), Kiel 1984, S. 49–51.