Osdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Osdorf in Schleswig-Holstein; zu anderen Bedeutungen siehe Osdorf (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Osdorf
Osdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Osdorf hervorgehoben
Koordinaten: 54° 26′ N, 10° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Dänischer Wohld
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 19,88 km2
Einwohner: 2349 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24251
Vorwahl: 04346
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 121
Adresse der Amtsverwaltung: Karl-Kolbe-Platz 1
24214 Gettorf
Webpräsenz: www.gemeinde-osdorf.de
Bürgermeister: Joachim Iwers (WgO)
Lage der Gemeinde Osdorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Osdorf (dänisch: Ostorp) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Austerlitz, Borghorsterhütten und Stubbendorf liegen im Gemeindegebiet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osdorf liegt etwa 22 km östlich von Eckernförde in ländlicher Umgebung. Südwestlich verläuft die Bundesstraße 76 von Eckernförde nach Kiel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osdorf wurde 1401 erstmals urkundlich erwähnt, der heutige Ortsteil Stubbendorf 1361. Bis 1802 gehörte Osdorf zum Gut Borghorst, das heute im Gemeindegebiet liegt. Bis zum Jahre 1864 war das Gebiet Bestandteil des Herzogtums Schleswig, das sich unter dänischer Oberhoheit befand. Seit 1876 ist Osdorf eine selbstständige Gemeinde.

Am 1. Advent 1967 wurde die neuerbaute Vater-Unser-Kirche zu Osdorf geweiht.

Gut Borghorst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Borghorst

Das ursprüngliche Dorf soll 1450 im Besitz der Familie Rantzau gewesen sein, 1489 wird Benedict von Ahlefeldt als Herr auf Borghorst bezeichnet. Später gehörte es nacheinander den uradligen Familien Rumohr, Thienen und Blome. 1742 erbte es Josias von Qualen von seinem Schwiegervater Wulf Blome. Noch im gleichen Jahr ließ er ein neues Herrenhaus errichten, in dem Reste eines Vorgängerbaus stecken. Für die Erziehung seines Sohnes engagierte er den jungen Johann Bernhard Basedow als Hauslehrer. Das barocke Herrenhaus ist nach 1994 vorbildlich saniert worden. Heute wird die Gutsanlage als Reiterhof genutzt.[2]

Gut Borghorsterhütten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gut Borghorsterhütten ist als ehemaliger Meierhof von Borghorst hervor gegangen. Es wurde als Kokkendorper Hutten im Jahr 1504 erwähnt. Das erste Herrenhaus wurde 1829 von Johann Friedrich Gäde erbaut. Nach vielen Besitzerwechseln wurde 1891 die Wirtschaftsgebäude erneuert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das jetzige Herrenhaus gebaut. Der Architekt war Hans Schnittger. Das Herrenhaus ist ein zweigeschossiges Haus mit einem Walmdach. Die Fassade ist geprägt von einem breiten Mittelrisalit. Hier befindet sich auch der Eingang, davor ist eine Freitreppe. An der Seite ist ein Treppenturm an das Gebäude angeführt.[3]

Gut Augustenhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gut Augustenhof ist ebenfalls ein ehemaliger Meierhof von Borghorst. Um 1800 wurde die gesamten Gebäude des Gutes neu erbaut. Zum Gut gehört ein Wohnhaus, eine Kornscheune, ein Backhaus, eine Buttermühle und ein Schweinekoben. Das Wohnhaus wurde 1910 nach Plänen von Johann Theede umgebaut. Es ist ein zweigeschossiger Bau mit einem Mansardwalmdach. Das Haus hat fünf Achsen, in der Mitte befindet sich der Eingang. Davor ist eine Freitreppe.Vor dem Haus befindet sich ein kleiner Ehrenhof, hier stehen zwei Wohnhäuser.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung haben die CDU und die Wählergemeinschaft WgO seit der Kommunalwahl 2013 je fünf Sitze und die SPD drei.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber jeweils zwei Viertel eines roten Wagenrades und eines roten Mühlrades, schragenweise mit der Nabe auf einen gemeinsamen Mittelpunkt weisend aneinandergestellt; in den Oberecken zwei grüne Eichenzweige, jeweils aus zwei Blättern und einer Frucht bestehend.“[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Osdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Osdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Deert Lafrenz: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, 2015, Michael Imhof Verlag Petersberg, 2. Auflage, ISBN 978-3-86568-971-9, Seite 77-79
  3. Deert Lafrenz: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, 2015, Michael Imhof Verlag Petersberg, 2. Auflage, ISBN 978-3-86568-971-9, Seite 80-81
  4. Deert Lafrenz: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, 2015, Michael Imhof Verlag Petersberg, 2. Auflage, ISBN 978-3-86568-971-9, Seite 53
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning v. Rumohr: Schlösser und Herrenhäuser im Herzogtum Schleswig, neubearb. von Cai Asmus v. Rumohr, 1987, Verlag Weidlich Würzburg, 3. Auflage, ISBN 3-8035-1302-2, S. 346
  • Deert Lafrenz: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, 2015, Michael Imhof Verlag Petersberg, 2. Auflage, ISBN 978-3-86568-971-9, S. 77