Breklum

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Breklum
Breklum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breklum hervorgehoben
Koordinaten: 54° 36′ N, 8° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Mittleres Nordfriesland
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 10,06 km2
Einwohner: 2362 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 235 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25821
Vorwahl: 04671
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 020
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor-Storm-Straße 2
25821 Bredstedt
Webpräsenz: www.breklum.de
Bürgermeister: Claus Lass (WGB)
Lage der Gemeinde Breklum im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
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Breklum (nordfriesisch: Brääklem) ist eine Gemeinde auf der Grenze zwischen Marsch und Schleswigscher Geest im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Borsbüll (dänisch: Borsbøl; nordfriesisch: Buursbel) und Riddorf (Ridderup; Rääderup) liegen im Gemeindegebiet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breklum liegt an der Bundesstraße 5, der Grünen Küstenstraße zwischen Husum und Niebüll und der Marschbahn von Hamburg nach Westerland. An der Nordseeküste westlich von Breklum befindet sich das Naturschutzgebiet Beltringharder Koog.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breklumer Kirche

Die ersten Spuren einer Besiedlung stammen aus der jüngeren Steinzeit (ca. 4300–2300 v. Chr.). Es wurden Siedlungsreste und Megalithgräber (Großsteingräber) gefunden, die auf eine größere Ansiedlung im Bereich des heutigen Breklum schließen lassen. Ebenso wurden Kulturgegenstände wie Tonscherben und Dolche aus Flint gefunden. Die Besiedlung lässt sich seitdem durch die Zeit verfolgen: Grabhügel und andere Funde aus der Bronzezeit (ca. 2300–550 v. Chr.), Urnenfelder aus der Eisenzeit (ca. 550 v. Chr.–400 n. Chr.) sowie Spuren einer Besiedlung aus der Wikingerzeit (800–1100 n. Chr.).

Die Breklumer Kirche, die vermutlich dem Heiligen Olaf geweiht war, wurde um 1200 errichtet. Sie gilt als ein besonderes Bauwerk der späten Backsteinromanik im Landesteil Schleswig. Das Mauerwerk, welches zum Teil aus großen Feldsteinen besteht, weist die Kirche als eine Wehrkirche aus, in der die Bewohner des Umlandes bei Überfällen Schutz finden konnten. Breklum war ein Kirchspiel, und die Kirche bildete in der Nordergoesharde ein Zentrum für die Bewohner dieser Harde. Im 14. Jahrhundert erlangten die bisher zum Kirchspiel zählenden Gemeinden Bordelum und Drelsdorf ihre jeweilige Eigenständigkeit. Bis 1530 gehörte auch Bredstedt zum Kirchspiel Breklum.[2]

1876 gründete der Breklumer Pastor Christian Jensen (1839–1900) die Missionsgesellschaft für Schleswig-Holstein (heute: Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit). Das Zentrum bildet heute keine Missionare mehr aus, fördert aber durch Stipendien zeitlich befristete Auslandsaufenthalte von Freiwilligen im Bereich des kirchlichen Dienstes. Darüber hinaus fungiert das Zentrum als Netzwerk zu kirchlichen und ökumenischen Einrichtungen, sowie Nichtregierungsorganisationen in Afrika, Asien, Europa, Amerika und dem pazifischen Raum.

Nach der Gründung der preußischen Provinz Schleswig-Holstein im Jahr 1866 entstand aus dem Kirchspiel Breklum eine Kirchspielslandgemeinde. Sie umfasste die elf Dorfschaften Almdorf, Borsbüll, Breklum, Fehsholm, Högel, Lütjenholm, Riddorf, Sönnebüll, Struckum, Vollstedt und Wallsbüll.

Im Verlauf des Jahres 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Breklum aufgelöst.

Im jetzigen Umfang entstand die Landgemeinde Breklum am 1. Dezember 1934 durch Zusammenlegung der Dorfschalten Riddorf, Breklum, Borsbüll und des nördlichen Teils des Breklumerkoogs.[3][4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft WGB seit der Kommunalwahl 2008 acht Sitze, die CDU hat sieben und die SPD zwei.
  • Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die WGB 43,6 Prozent und damit sechs Sitze. Die CDU kam auf 38,1 Prozent und fünf Sitze. Auf die SPD entfielen 18,3 Prozent und zwei Sitze. Es waren nur noch 13 Mandate zu vergeben. Die Wahlbeteiligung betrug 51,6 Prozent.[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl 2018 wurde Claus Lass (WGB) zum Bürgermeister für die Wahlperiode 2018–2023 gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün ein asymmetrischer silberner Farnwedel, oben rechts eine silbern-rote Lutherrose.“[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelhandelsbetriebe im Zentrum Breklums

Die Wirtschaftsstruktur der Gemeinde ist mittelständisch geprägt. Die vor Ort ansässigen Unternehmen verfügen über ein breites Angebot von Gütern und Dienstleistungen. So sind am Ortsrand zum benachbarten Bredstedt ein Filialbetrieb des Einzelhandelunternehmens Lidl, im Ortszentrum ein EDEKA-Markt, sowie ein Einrichtungshaus ansässig.

Die Wohnnutzung ist für den Ort inzwischen wichtiger als die Landwirtschaft.

Mit dem Christian Jensen Kolleg befindet sich ein Tagungs- und Bildungszentrum im Ort. Der Ursprung dieser Einrichtung liegt in der Nordelbischen Missionsanstalt.

Mit dem Sitz der DIAKO Nordfriesland befindet sich die Leitung einer Fachklinik für Psychiatrie und psychosomatische Erkrankungen im Ortsteil Riddorf.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SV Germania Breklum ist einer der größten nichtstädtischen Sportvereine Nordfrieslands. Am 19. Juni 2010 wurde der neue Sportpark eingeweiht.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Pörksen (* 1935), Professor für Sprache und Ältere Literatur
  • Fiede Kay (1941–2005), Sänger und Liedermacher niederdeutscher Lieder

Mit Breklum verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Hansen (* 1861 in Klockries bei Lindholm; † 1940 in Breklum), evangelischer Pfarrer und Initiator der Hochkirchlichen Vereinigung
  • Christian Jensen (1839–1900), evangelischer Pastor und Begründer der Missionarsausbildung in Breklum

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Pörksen, Breklehem. Roman eines Dorfes, Husum Verlag, Husum 2016

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Breklum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2017 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Ortwin Pelc (Hrsg.): Das neue Schleswig-Holstein Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2006, Lemmata Breklum und Bredstedt.
  3. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251 (Digitalisat [PDF]).
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis Schleswig-Holstein: Anmerkungen zur Gemeinde Breklum (Fußnote). (Digitalisat).
  5. Ergebnis Gemeindewahl Breklum 2013. (Memento vom 8. Juni 2013 im Internet Archive) auf der Webseite Amt Mittleres Nordfriesland
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Mitteilung des SV Germania Breklum (PDF-Datei; 53 kB), abgerufen am 16. Mai 2012