Dormakaba

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dormakaba Holding AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0011795959
Gründung 1862
Sitz Rümlang, SchweizSchweiz Schweiz
Leitung Riet Cadonau
(Vorsitzender der Geschäftsleitung)
Ulrich Graf
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 16'000[1]
Umsatz 2 Mrd. CHF (2014, kombiniert)[1]
Branche Schließtechnik
Website www.dormakaba.com

Die dormakaba Holding AG (ehemals Kaba Holding AG) ist eine Schweizer Unternehmensgruppe der Sicherheitsindustrie mit Sitz in Rümlang, Kanton Zürich. Das Unternehmen ist an der SIX Swiss Exchange notiert. Die Erben des früheren Besitzers Leo Bodmer (1880 bis 1961) halten 15,5 % der Aktien.

Die dormakaba Gruppe ist weltweit einer der grössten Anbieter in der Sicherheitsindustrie. Sie ist mit rund 16'000 Mitarbeitern in mehr als 60 Ländern tätig und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014 einen kombinierten Umsatz von 2 Milliarden Schweizer Franken.

Der wichtigste Geschäftsbereich ist Access + Data Systems, welches mechanische und mechatronische Schliesssysteme, Zeit- und Betriebsdatenerfassung, elektronische Zutrittskontrollen und Hotelschlösser umfasst. Weitere Geschäftsbereiche sind Industrial Locks und Key Systems.

Am 30. April 2015 kündigten Kaba und der deutsche Konkurrent Dorma an, dass sie eine Fusion unter gleichen planen. Das neue Unternehmen soll als dormakaba firmieren und zu 52,5 Prozent von den Aktionären der Kaba Holding und zu 47,5 Prozent von der Dorma-Eigentümerfamilien Mankel und Brecht-Bergen gehalten werden. Nach dem Zusammenschluss wird sich die Kaba Holding in dormakaba Holding umbenennen und die operative Führung der neuen Gesellschaft übernehmen.[2]

Zum 1. September 2015 wurde die Übernahme vollzogen. Dabei wurde die Kaba Holding AG in dormakaba Holding AG umbenannt.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Marke KABA

Gegründet wurde das Unternehmen 1862 von Franz Bauer als Schlosserei und Kassenfabrik in Zürich. 1915 erfolgte die Übernahme durch Leo Bodmer und die Gründung der Bauer AG. Der Erfinder und Tüftler Fritz Schori erfand 1934 das erste Zylinderschloss mit Wendeschlüssel. Bauer AG liess die Erfindung patentieren und nannte das Schloss nach dem Firmengründer Franz Bauer, der im Volksmund als Kassabauer – kurz Kaba – bekannt war.

Im Jahr 1968 wurde in Rümlang eine neue Fabrik für Bankeinrichtungen eröffnet. Gleichzeitig erfolgte der Aufbau von ersten Produktions- und Verkaufsgesellschaften im Ausland. In England wurde Kabalocks Ltd London und in Österreich Bauer Ges.m.b.H. Eggenburg gegründet.

1974 erfolgte der Neubau der Schliessanlagenfabrik in Wetzikon. Im gleichen Jahr wurde die Bauer AG umgewandelt in die Bauer Holding AG, Zürich.

Im Zeitraum von 1988 bis 1998 wurden sukzessiv die Firmen Benzing Zeit + Datentechnik GmbH, Gallenschütz Sicherheitstechnik GmbH und Inform Objektschutz GmbH übernommen. Dies führte zu einer neuen Produkte-Integrationsstrategie. Schlösser, Türen, Identifikationssysteme und Zutrittskontrolle wurden erstmals aus einer Hand angeboten, untereinander kombiniert und integriert.

1995 wurde die Bauer Holding AG in Kaba Holding AG umfirmiert. Im Folgejahr wurde die Akquisition der Gilgen AG für Tür- und Torautomation in Schwarzenburg abgeschlossen.

1997 wurde die österreichische Firma Grundmann Schließtechnik (Marke GEGE) in Herzogenburg übernommen.[4]

Mit der 2001 erfolgten Übernahme der Unican Security Systems Ltd in Toronto wurde Kaba weltweit zum Marktführer in den Bereichen Schlüsselrohlingen, -fräsmaschinen und Transponderschlüsseln (Ilco und Silca) sowie im Bereich der Hochsicherheits- und Tresorschlösser (Ilco, Kaba Mas, Kaba Mauer und Paxos).

2006 expandierte das Unternehmen mit der Akquisition von 80 % der chinesischen Wah Yuet Gruppe nach China[5] (zwei Jahre später wurden auch die restlichen 20 % erworben[6]). Im gleichen Jahr wurden die Akquisitionen der amerikanischen Computerized Security Systems Inc. (CSS), mit den weltbekannten Marken Saflok und La Gard,[7] und des niederländischen Distributionspartners H. Cillekens & Zn. B.V. für 1,5 Mio. €[8] sowie die Verschmelzung ihrer Tochtergesellschaft Silca mit Tuff Engineering Inc. zum Joint Venture Minda Silca Engineering Ltd[9] vollzogen. Im Folgejahr entstand aus dem Joint Venture mit der Indischen Minda Group die Firma Dorset Kaba Security Systems Pvt. Ltd.,[10] an welcher Kaba 2014 seinen Anteil von 49 % auf 74 % erhöhte.[11]

2008 erhielt Kaba für die neu entwickelte Identifikationstechnologie RCID den «Security Innovation Award» in Gold.[12]

2011 wurde das Segment Door Automation an die japanische Nabtesco verkauft.[13]

2011 erwirbt Kaba das deutsch-amerikanische Unternehmen e-Data, ein Spezialist auf webbasierte Lösungen, welche Zutrittskontrolle und Zeiterfassung kombinieren.[14]

Tätigkeitsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KABA operiert laut Geschäftsbericht 2010/2011[15] mit den Marken:

  • KABA – Zutrittskontrolle
  • GEGE - Türschlösser, Schließzylinder
  • Silca – Schlüsselkopiertechnik
  • Ilco – Schlüsselkopiertechnik, Autoschlüssel mit Transpondern in Nordamerika, Neuseeland und Australien
  • Wah Yuet – Schlüssel und Schlösser im Massenmarkt im pazifischen Raum, Asien und Nord Amerika
  • Kaba Mas, La Gard – Elektronische Hochsicherheitsschlösser, Produkte zur Sicherung von Transit- und Frachtgütern, Tresore und Tresorräume
  • Saflok – Hotelschlösser und -zutrittssysteme
  • ARIOS - Erhöhung der Sicherheit in der MIFARE DESFire Ausweiswelt durch verschlüsselte Token.
  • CardLink - Im- und Export der Funktions- und Bewegungsdaten von Offline-Zutrittskontrollkomponenten in EXOS und SAP Online-Systeme.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kaba Gruppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.dormakaba.com/en/dorma-kaba-group/1318682/our-business.html
  2. Dorma und Kaba planen Zusammenschluss, 30. April 2015
  3. Ein Branchenführer entsteht: Der Zusammenschluss von Dorma und Kaba zur dorma+kaba Gruppe ist vollzogen, 1. September 2015
  4. Arno Maierbrugger: Kaba übernimmt die Grundmann-Gruppe. In: Wirtschaftsblatt. Wirtschaftsblatt Medien GmbH, 30. Januar 1997, archiviert vom Original am 21. Oktober 2016, abgerufen am 21. Oktober 2016 (deutsch).
  5. Gy.: Stärkeres Wachstum in Asien geplant: Kaba erwirbt eine Basis in China. In: Neue Zürcher Zeitung. NZZ-Gruppe, 20. Juli 2006, abgerufen am 21. Oktober 2016 (deutsch).
  6. Kaba erwirbt restlichen 20%-Anteil der Wah Yuet Gruppe. In: Handelszeitung. Axel Springer Schweiz, 17. November 2008, abgerufen am 21. Oktober 2016 (deutsch).
  7. fymzel: Kaba will nach CSS-Übernahme vor allem organisch wachsen. In: moneycab.com. 10. Juli 2006, abgerufen am 21. Oktober 2016 (deutsch).
  8. Silca: Übernahme von H. Cillekens & Zn. B.V. In: fenster-türen-technik.de. 3. November 2006, abgerufen am 21. Oktober 2016 (deutsch).
  9. Kaba: Joint Venture mit der indischen Minda Gruppe gestartet. In: fenster-türen-technik.de. 13. Oktober 2006, abgerufen am 21. Oktober 2016 (deutsch).
  10. DORSET & Swiss Company KABA form a venture to re-define Security
    ~Door Security Systems in India to see an all-time high~.
    In: dorsetindia.com. 26. April 2007, abgerufen am 21. Oktober 2016 (englisch).
  11. Kaba erhöht Investment in Indien. In: pressebox.de. 11. Juni 2014, abgerufen am 21. Oktober 2016 (deutsch).
  12. Gold: KABA AG (Wetzikon/Schweiz). In: security innovation award > Preisträger > 2008. Security (Messe), 2008, abgerufen am 21. Oktober 2016 (deutsch).
  13. NZZ Online Kaba trennt sich von einem Teil des Geschäfts vom 31. Januar 2011.
  14. MoneyCab Kaba erwirbt deutsch-amerikanische e-Data
  15. www.kaba.com Geschäftsbericht 2010/2011 vom 19. September 2011.