Kemper Mühle

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Kemper Mühle
Die Kemper Mühle in Heinsberg-Kempen

Die Kemper Mühle in Heinsberg-Kempen

Lage und Geschichte
Kemper Mühle (Nordrhein-Westfalen)
Kemper Mühle
Koordinaten 51° 5′ 40″ N, 6° 5′ 32,1″ OKoordinaten: 51° 5′ 40″ N, 6° 5′ 32,1″ O
Standort Deutschland
Nordrhein-Westfalen
Kreis Heinsberg
Heinsberg
Gewässer Wurm, Junge Wurm
Erbaut vor 1462
Stillgelegt Mitte des 20. Jahrhunderts
Zustand Denkmalschutz
Technik
Nutzung Öl- und Mahlmühle
Mahlwerk 1 Mahlgang 1 Ölpresse
Antrieb 2 Wasserräder ab 1891 Turbine
Wasserrad unterschlächtig

Die Kemper Mühle war eine Wassermühle an der Jungen Wurm, in der Stadt Heinsberg im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg im Regierungsbezirk Köln.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kemper Mühle hatte ihren Standort an der rechten Seite der Jungen Wurm, am Mühlenbach, an der Oberstraße 133, im Stadtteil Kempen, in der Stadt Heinsberg. Das Grundstück, auf dem das Mühlengebäude steht, hat eine Höhe von ca. 33 m über NN[1]. Nachbarmühle ist die Karker Mühle, die nur wenige hundert Meter entfernt steht.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Junge Wurm war ein mehr oder weniger parallel zur Wurm verlaufendes Gewässer. Die Abzweigstelle von der Wurm befand sich in Nirm, einem Stadtteil der Stadt Geilenkirchen. Hier hat die Wurm eine Höhe von 54 m über NN. Der Gewässerzug Junge Wurm, der auch Kleine Wurm genannt wurde, floss in nord-nordwestlicher Richtung über Randerath, Horst, Porselen, Dremmen, Grebben, Heinsberg, Kempen und Karken über die deutsch-niederländische Grenze in Richtung Vlodrop und mündet auf einer Höhe von 29 m über NN auf niederländischen Gebiet in die Rur. Sie war ein natürliches Gewässer, an dem der Mensch an vielen Stellen seine Hand im Spiel hatte. So war die Junge Wurm mit dem Heinsberger Stadtgraben, dem Mühlenkanal, dem Liecker Bach und dem Mühlenbach verbunden. Dieses Verbundgewässer diente der Flächenentwässerung und dem Nutzen der Menschen. So standen an der Jungen Wurm bei einem Gefälle von 26 m Höhe zwischen Randerath und Karken über Jahrhunderte etwa 15 Wassermühlen. Mit der Wurmbegradigung in den 1960er und 1970er Jahren verschwand die Junge Wurm von den Landkarten. Stattdessen wurden wasserableitende Kanäle und Gräben angelegt. Die Pflege und Unterhaltung des Gewässers mit einem Einzugsgebiet von 355,518 km²[2] obliegt dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER).[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die landesherrliche Kemper Mühle war eine Zwangsmühle für die Ortschaft Kempen. Der relativ kleine Bannbezirk war deshalb auch nur mit geringer Pacht belegt. So wurde in der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1462 die Pacht mit 15 Malter Roggen und 40 Quart (etwa 46 Liter) Öl bestimmt. 1891 wurden die beiden Wasserräder durch eine Turbine ersetzt. Nach der Umlegung des Baches im Jahre 1938 wurde auf Elektroantrieb umgestellt. Die Getreidemühle lief noch zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Ölproduktion war schon Ende des 19. Jahrhunderts eingestellt worden. Die Mühlengebäude aus dem Jahre 1795 sind noch erhalten und bewohnt.

Denkmaleintrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kemper Mühle Im 18. / 19. Jahrhundert wurde die alte Kempener Mühle am Mühlengraben der „Jungen Wurm“ erneuert. Die an der Oberstraße in Kempen gelegene Anlage entstand in der Form von Wohnstallhäuser als zweigeschossiger fünfachsiger Flügelbau. Auf der Rückseite war der Wohnteil zwei, und der Mühlenteil ebenfalls zweiachsig. Die Giebelseite erhielt im Giebeldreieck drei teilweise vermauerte Fenster und im Obergeschoss vier vermauerte Fenster, von denen jeweils eins in der Achse des ehemaligen Getreideaufzugs auf der Backseite lag. Im Erdgeschoss fanden sich zwei kleine Fenster, die das vermauerte Achsloch der Mühlenradwelle einrahmen.

Mühlenteil und Wohnteil werden durch einen Brandgiebel getrennt und zwischen den überstehenden Giebelwänden durch ein Satteldach gedeckt. Die stichbogigen Fenster haben Naturkeilsteine und -ankersteine für die Kloben der ehemals vorhandenen Klappläden. An der Mühlenanlage wurde nachträglich ein eingeschossiger Remisenanbau rechtwinkelig angeschlossen. Eintrag in die Denkmalliste am 16. Februar 1989.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Vogt: Niederrheinischer Wassermühlen-Führer 2. Auflage. Verein Niederrhein, Krefeld 1998, ISBN 3-00-002906-0 Seiten 305–306.

→ Siehe auch Liste der Mühlen an der Wurm

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kemper Mühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. http://www.lanuv.nrw.de/wasser/pdf/GSK3B_Gebietsverzeichnis.pdf
  3. http://www.wver.de/