Zweibrügger Mühle

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Zweibrügger Mühle
Zweibrügger Mühle im Stadtteil Zweibrüggen

Zweibrügger Mühle im Stadtteil Zweibrüggen

Lage und Geschichte
Zweibrügger Mühle (Nordrhein-Westfalen)
Zweibrügger Mühle
Koordinaten 50° 56′ 10,3″ N, 6° 5′ 56″ OKoordinaten: 50° 56′ 10,3″ N, 6° 5′ 56″ O
Standort Deutschland
Nordrhein-Westfalen
Kreis Heinsberg
Übach-Palenberg
Gewässer Wurm
Erbaut 1450 Erwähnung in einer Urkunde
Stillgelegt 1974
Technik
Nutzung Korn- und Ölmühle
Mahlwerk 2 Mahlgänge 1 Ölpresse
Antrieb 3 Wasserräder
Wasserrad unterschlächtig

Die Zweibrügger Mühle war eine Wassermühle mit drei unterschlächtigen Wasserrädern an der Wurm in der Stadt Übach-Palenberg im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg im Regierungsbezirk Köln.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zweibrügger Mühle hat ihren Standort auf der linken Seite der Wurm, Zweibrüggen Nr. 85, im Ortsteil Zweibrüggen in der Stadt Übach-Palenberg. Die Standorthöhe, auf dem die Gebäude heute stehen, sind bei ca. 80 m über NN[1]. Oberhalb hatte die Marienthaler Mühle ihren Standort, unterhalb arbeitete einst die Frelenberger Mühle.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurm versorgte auf einer Flusslänge von 53 km[2]zahlreiche Mühlen mit Wasser. Die Quelle der Wurm liegt südlich von Aachen bei 265 m über NN, die Mündung in die Rur ist bei der Ortschaft Kempen in der Stadt Heinsberg bei 32 m über NN. Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre wurde eine Wurmbegradigung durchgeführt. Der geschwungene, ab und an mäandrierende Flusslauf verschwand zu Gunsten einer einfachen Trassenführung. Die Flusslänge verkürzte sich und die Strömungsgeschwindigkeit nahm zu. Für viele Menschen verbesserte sich der Hochwasserschutz, für die Mühlen war es das Ende. Die Pflege und Unterhaltung des Gewässers mit einem Einzugsgebiet von 355,518 km2[3] obliegt dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER).[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zweibrügger Mühle hatte ihre erste Erwähnung in einer Urkunde aus dem Jahre 1450. Die Heinsberger Landesherren überlassen dem Clas Machartz die Mühle auf Lebenszeit. Im Gegenzug verzichtet dieser dann auf eine Forderung dem Landesherrn gegenüber. Die Mühle war mit einem Bannbezirk ausgestattet, der sich auf sechs umliegende Dörfer erstreckte. Darunter Scherpenseel im Westen, und das 5 km entfernte Beggendorf im Osten. Übach gehörte zur limburgischen Abtei Thorn und war vom Mühlenzwang ausgenommen. Im 19. Jahrhundert hatte die Mühle mit drei Wasserrädern, zwei Mahlgänge und eine Ölpresse. Die letzte im Kreis Heinsberg betriebene Wassermühle, arbeitete bis zur Wurmbegradigung als Mahlmühle und wurde im Jahre 1974 stillgelegt. Nach einer Gebäudesanierung wurde das Wasserrad wieder angebracht.

Denkmaleintrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweibrügger Mühle: Zweigeschossiges Mühlengebäude in Backstein, z.T. in Fachwerk jetzt in Backstein erneuert, das Mühlrad außen noch vorhanden, das Gebäude selbst mit Walmdach. Datierung: 18., 19. Jahrhundert. Eintragung als Denkmal am 17. August 1992.

Denkmalliste Übach-Palenberg Nr. 21

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurmrenaturierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurm darf sich wieder mehr winden. So eine Pressemeldung vom 25. Februar 2013[5] der Aachener Zeitung über die Renaturierung einer 400 m langen Strecke der Wurm im Bereich der Zweibrügger Mühle.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Vogt: Niederrheinischer Wassermühlen-Führer 2. Auflage. Verein Niederrhein, Krefeld 1998, ISBN 3-00-002906-0, Seiten 284-285.

→ Siehe auch Liste der Mühlen an der Wurm

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  3. http://www.lanuv.nrw.de/wasser/pdf/GSK3B_Gebietsverzeichnis.pdf
  4. http://www.wver.de/
  5. http://www.aachener-zeitung.de/lokales/heinsberg/die-wurm-darf-sich-wieder-mehr-winden-1.526169