Talmühle (Dremmen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Talmühle (Dremmen)
Die Talmühle in Heinsberg-Dremmen

Die Talmühle in Heinsberg-Dremmen

Lage und Geschichte
Talmühle (Dremmen) (Nordrhein-Westfalen)
Talmühle (Dremmen)
Koordinaten 51° 2′ 28″ N, 6° 9′ 25,6″ OKoordinaten: 51° 2′ 28″ N, 6° 9′ 25,6″ O
Standort Deutschland
Nordrhein-Westfalen
Kreis Heinsberg
Heinsberg
Gewässer Wurm, Junge Wurm
Erbaut vor 1461
Stillgelegt um 1945
Zustand Denkmalschutz
Technik
Nutzung Öl- und Mahlmühle
Mahlwerk 1 Mahlgang 1 Ölpresse
Antrieb 1 Wasserrad
Wasserrad unterschlächtig

Die Talmühle war eine Wassermühle an der Jungen Wurm. Sie liegt in der Stadt Heinsberg im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg im Regierungsbezirk Köln.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Talmühle hatte ihren Standort an der Jungen Wurm, an der Talmühlenstraße, im Stadtteil Dremmen, in der Stadt Heinsberg. Das Grundstück, auf dem das Mühlengebäude steht, hat eine Höhe von ca. 49 m über NN[1]. Der Mühle vorgelagert war ein Mühlenteich. Oberhalb stand die Horster Mühle in Horst, unterhalb war der Standort der Liecker Mühle in Dremmen.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Junge Wurm war ein mehr oder weniger parallel zur Wurm verlaufendes Gewässer. Die Abzweigstelle von der Wurm befand sich in Nirm, einem Stadtteil der Stadt Geilenkirchen. Hier hat die Wurm eine Höhe von 54 m über NN. Der Gewässerzug Junge Wurm, der auch Kleine Wurm genannt wurde, floss in nord-nordwestlicher Richtung über Randerath, Horst, Porselen, Dremmen, Grebben, Heinsberg, Kempen und Karken über die deutsch-niederländische Grenze in Richtung Vlodrop und mündet auf einer Höhe von 29 m über NN auf niederländischen Gebiet in die Rur. Sie war ein natürliches Gewässer, an dem der Mensch an vielen Stellen seine Hand im Spiel hatte. So war die Junge Wurm mit dem Heinsberger Stadtgraben, dem Mühlenkanal, dem Liecker Bach und dem Mühlenbach verbunden. Dieses Verbundgewässer diente der Flächenentwässerung und dem Nutzen der Menschen. So standen an der Jungen Wurm bei einem Gefälle von 26 m Höhe zwischen Randerath und Karken über Jahrhunderte etwa 15 Wassermühlen. Mit der Wurmbegradigung in den 1960er und 1970er Jahren verschwand die Junge Wurm von den Landkarten. Stattdessen wurden wasserableitende Kanäle und Gräben angelegt. Die Pflege und Unterhaltung des Gewässers mit einem Einzugsgebiet von 355,518 km²[2] obliegt dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER).[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die landesherrliche Ölmühle wurde 1461 erstmals erwähnt. Sie hatte jährlich 25 Quart Öl (etwa 22 Liter) an das Herzogtum Jülich zu liefern. 1806 wurde die Ölmühle, die mit einem Mühlenbann ausgestattet war, von der Horster Müllerfamilie Lambertz in eine Mahlmühle mit zwei Wasserrädern und zwei Mahlgängen umgewandelt. Die Mühle arbeitete bis Januar 1945; dann wurden erhebliche Teile von Dremmen und Heinsberg im Rahmen der Operation Peacock von westalliierten Luftangriffen und Artilleriegranaten zerstört.

Das Mühlengebäude und ein Wasserrad blieben erhalten; sie stehen unter Denkmalschutz.[4]

Denkmaleintrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Talmühle Dremmen Hof und Mühle: Vierflügelige Backstein - Hofanlage, Hauptgebäude zweigeschossig zu drei Achsen, Mansarddach, Giebelseite zu drei zu vier Achsen. Vorbau mit Mühlrad. Aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Holztür Ende 18. Jahrhundert, zweigeschossiger, dreiflügeliger Fachwerk - Vorhof. Eintrag in die Denkmalliste am 16. Januar 1984.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Vogt: Niederrheinischer Wassermühlen-Führer 2. Auflage. Verein Niederrhein, Krefeld 1998, ISBN 3-00-002906-0 Seiten 305-306.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Talmühle (Dremmen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. http://www.lanuv.nrw.de/wasser/pdf/GSK3B_Gebietsverzeichnis.pdf
  3. http://www.wver.de/
  4. Fotos und Text