Knellendorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Knellendorf
Stadt Kronach
Koordinaten: 50° 16′ N, 11° 19′ O
Höhe: 317 m ü. NHN
Fläche: 6,28 km²
Einwohner: 430 (31. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 96317
Vorwahl: 09261
Knellendorf (Bayern)
Knellendorf

Lage von Knellendorf in Bayern

Knellendorf (fränkisch: „Knellndoff“) ist ein Stadtteil von Kronach im gleichnamigen Landkreis in Bayern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern liegt etwa drei Kilometer nördlich von Kronach an der Haßlach. Eingerahmt wird Knellendorf vom Kienberg im Nordwesten, vom Bierberg im Osten und vom Tänngisberg im Südwesten.[1]

Knellendorf

Weiler und Einödhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ehemaligen Gemeindegebiet von Knellendorf liegen folgende Weiler und Einödhöfe:

  • Blumau
  • Stressenanger
  • Kathragrub
  • Krugsberg
  • Bierberg
  • Bernsroth

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Entwicklung, unterteilt nach Ortsteilen:[2]

Ortsteile 1824 1871 1910 1926 1942 1973 2005
Knellendorf (Kerndorf) 167 167 162 175 190 373 354
Bernsroth 18 16 11 9 7 8 10
Bierberg 14 9 7 7 4 5 2
Blumau 12 24 30 29 22 45 58
Kathragrub 27 11 14 14 12 12 2
Krugsberg 9 10 4 4 3 5 4
Knellendorf gesamt 247 237 228 238 238 448 430

Einwohnerentwicklung im gesamten ehemaligen Gemeindegebiet in den letzten Jahren:[3]

Jahr Einwohner
2010 398
2011 389
2012 376
2013 387
2014 385
2015 401
2016 390
2017 402
2018 402

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte Bedeutung des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knellendorf hieß 1348 noch „Knellenrod bey der Haßlach“. Ab 1520 geht aus Unterlagen der Pfarrei Kronach der Name „Knellendorf“ hervor. Nach der Ortschronik entstand der Ortsname entweder aus Dorf des Knello oder er leitet sich von „Nell“ (Hügel) ab.

Erste urkundliche Nennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist unklar, wann Knellendorf entstanden ist oder zum ersten Mal genannt wurde. In der Knellendorfer Chronik wird auf eine erste urkundliche Nennung 1388 hingewiesen. Das Kloster Langheim in Teuschnitz verkaufte damals Grund an den Bamberger Bischof Lambers.[4]

Dorflinde von 1648[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markant ist die Linde, die im Jahre 1648 als Friedenslinde auf kargem Kiesboden gepflanzt wurde. 1951 wurde der Baum in der großen Gabelung ausgemauert. In den 1990er Jahren mussten die Hauptäste durch Stahlseile und Streben gesichert werden, da das Gehölz selbst bei mäßigem Wind verdächtig knarrte. Weitere Sicherungsmaßnahmen von professioneller Hand folgten. Seit mehreren Jahren findet das Lindenfest mit einem Gottesdienst vor dem Wahrzeichen statt.

KZ-Außenlager Gundelsdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im benachbarten Gundelsdorf existierte von Herbst 1944 bis zum Einmarsch amerikanischer Truppen im April 1945 ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Bei den Häftlingen handelte es sich um 100 aus dem KZ Plaszow deportierte polnische Jüdinnen und bis zu 90 jüdische Männer unterschiedlicher Nationalität, die aus verschiedenen anderen Lagern hierher gebracht wurden. Der Großteil wurde als Zwangsarbeitskräfte im Luftwaffennachschublager in Gundelsdorf eingesetzt, rund 20 der Frauen mussten in einer Knellendorfer Firma Militäruniformen nähen.[5] Seit 2002 erinnert ein auf Initiative der Evangelischen Jugend errichteter Gedenkstein am parallel zur Bundesstraße 85 verlaufenden Rad- und Fußweg zwischen den beiden Orten an das Außenlager.[6]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Knellendorf
  • Sportverein Knellendorf 1980 e. V.(SVK)
  • Junge Union Knellendorf
  • Bulldogfreunde Knellendorf

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Knellendorf organisieren Vereine und Dorfgemeinschaft regelmäßig folgende Veranstaltungen:

  • Januar: „Knut-Fest“ (JU)
  • Februar: Schlachtschüssel (SVK)
  • März (2 Wochen vor Palmsonntag): „Hejfa-Toutla“; traditionelles „Tod-Austragen“ durch Kinder mit anschließendem „Backes-backen“ (Pfannkuchen-backen)
  • Ostern: „Raschpeln“ (Kinder ziehen mit Holzraspeln/-ratschen während der „glockenlosen Zeit“ von Gründonnerstag bis Karsamstag durch das Dorf)
  • April/Mai: Maibaum-Aufstellung (Knellendorfer Vereine)
  • Pfingsten (zweijähriger Rhythmus): Bulldog-Treffen (Bulldogfreunde); 2017 im September als „Kartoffel-Fest“
  • Juni: Johannisfeuer (Feuerwehr)
  • Juli: Kirchweih (SVK)
  • August: Lindenfest (JU)
  • Oktober: Oktoberfest (SVK)
  • November: Christbaum-Aufstellen (Feuerwehr)
  • Dezember: Dorfweihnacht (Knellendorfer Vereine)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Knellendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Luftbild von Knellendorf, Otmar Fugmann, www.flugmann.de
  2. Dr. Otmar Fugmann, Festschrift & Chronik Freiwillige Feuerwehr Knellendorf 2006, S. 45
  3. Einwohnerstatistik der Stadt Kronach, Stand 2018
  4. Chronik von Knellendorf. Abgerufen am 12. Januar 2015.
  5. Pascal Cziborra: KZ Gundelsdorf – Fischers Liste (= Die Außenlager des KZ Flossenbürg. Band 6). Lorbeer Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-938969-11-3.
  6. Barbara Heinlein: Das ehemalige KZ-Außenlager Gundelsdorf. In: Landkreis Kronach (Hrsg.): Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Kronach. Band 23-2001/02. Anton Hauguth-Verlag, Kronach 2002, ISBN 3-9803467-6-5, S. 217–223.