Teuschnitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Teuschnitz
Teuschnitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Teuschnitz hervorgehoben

Koordinaten: 50° 24′ N, 11° 23′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Verwaltungs­gemeinschaft: Teuschnitz
Höhe: 614 m ü. NHN
Fläche: 34,26 km2
Einwohner: 1973 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96358
Vorwahl: 09268
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 180
Stadtgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 38
96358 Teuschnitz
Website: www.teuschnitz.de
Bürgermeister: Frank Jakob (FW)
Lage der Stadt Teuschnitz im Landkreis Kronach
Langenbacher ForstBirnbaum (gemeindefreies Gebiet)Landkreis CoburgLandkreis HofLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsThüringenLudwigsstadtWeißenbrunnMarktrodachTettau (Oberfranken)SchneckenloheMitwitzKüpsNordhalbenWilhelmsthalTschirnTeuschnitzSteinbach am WaldReichenbach (Landkreis Kronach)WallenfelsStockheim (Oberfranken)SteinwiesenPressigKronachKarte
Über dieses Bild
Historische Stadtansicht, entstanden vor 1844
Teuschnitz von Osten
Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Hauptstraße mit Platz vor dem Rathaus

Teuschnitz ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Teuschnitz liegt im Naturpark Frankenwald in der Nähe des Rennsteigs, etwa 22 Kilometer nördlich der Kreisstadt Kronach. Durch Teuschnitz verläuft der Fränkische Marienweg.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teuschnitz besteht aus der Kernstadt und den folgenden drei Stadtteilen:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginnend im Norden grenzen im Uhrzeigersinn folgende Gemeinden an das Stadtgebiet von Teuschnitz: Lehesten, Reichenbach, Tschirn, Wilhelmsthal, Pressig, Steinbach am Wald und Ludwigsstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teuschnitz wurde im Jahr 1187 erstmals urkundlich erwähnt, als der Bamberger Bischof Otto II. die auf eine slawische Gründung zurückgehende Einöde „Tuschice“ dem Kloster Langheim übergab. Die Abtei sollte die Erschließung der damals noch von dichtem Wald bedeckten und weitgehend unbesiedelten Region im Norden des Bistums Bamberg vorantreiben. Nachdem Langheim in den folgenden beiden Jahrhunderten zu einem der wohlhabendsten Klöster im Nordgau aufgestiegen war, geriet die Abtei in den 1380er Jahren in wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste einen Teil ihrer Besitzungen an das Bistum Bamberg verkaufen. Hierzu gehörte auch das inzwischen rund 25 Dörfer und Siedlungen umfassende Eigen Teuschnitz, das am 18. September 1388 wieder in den Besitz der Bamberger Bischöfe überging.

Der genaue Zeitpunkt, an dem Teuschnitz die Marktrechte verliehen wurden, ist nicht bekannt; er lässt sich allerdings anhand zweier Urkunden aus den Jahren 1250, als der Ort noch als „Dorf“ bezeichnet wurde, und 1329, als Teuschnitz bereits die Bezeichnung „Markt“ trug, grob eingrenzen. Auch das Jahr 1390 als Zeitpunkt der Stadterhebung ist nur indirekt belegt, da eine entsprechende Urkunde fehlt. Es existieren jedoch mehrere Urkunden verschiedener Bamberger Fürstbischöfe, in denen die Verleihung der Stadtrechte durch Fürstbischof Lamprecht von Brunn im Jahr 1390 bestätigt wird.

Im Bauernkrieg von 1525 beteiligten sich Bauern aus dem Amt Teuschnitz, nicht jedoch aus der Stadt, an den Aufständen. Nach deren Niederschlagung wurde das Amt Teuschnitz von Fürstbischof Weigand von Redwitz, der am 7. August 1529 in der Stadt weilte, zu einer Strafzahlung von 700 Gulden verurteilt. Während des Zweiten Markgrafenkrieges (1552–1554) wurde Teuschnitz mehrfach von Truppen des Albrecht II. Alcibiades, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach, zur Zahlung höherer Geldsummen gezwungen, um dadurch die Plünderung der Stadt zu verhindern. Darüber hinaus wurden Bürger aus Stadt und Amt in Kulmbach als Unterpfand gefangen gehalten. Die Stadt, deren Bürger sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts einen Namen durch ihren nahezu militanten Protestantismus gemacht hatten, wurde unter dem Bamberger Fürstbischof Neidhardt von Thüngen (regierte 1591–1598) und unter dessen Nachfolger Johann Philipp von Gebsattel (regierte 1599–1609) vollständig rekatholisiert. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurden das Amt und die Stadt Teuschnitz, die sich in unmittelbarer Grenzlage zum protestantischen Herzogtum Sachsen befanden, wiederholt von durchziehenden Truppen beider Seiten geplündert. Mehrfach wurden dabei große Teile der inzwischen wieder katholischen Stadt durch von den protestantischen Truppen gelegte Brände zerstört.

Durch den Reichsdeputationshauptschluss ging die Stadt Teuschnitz im Jahr 1803 zusammen mit den restlichen Gebieten des Hochstifts Bamberg in den Besitz des Kurfürstentums Bayern über.

Teuschnitz war von der bayerischen Verwaltungsreform von 1862 bis 1880 und wieder ab 1888 Sitz des Bezirksamt Teuschnitz.

Brandkatastrophen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrmals wurden Teile der Stadt Teuschnitz bei Großbränden zerstört. Am Nachmittag des 13. August 1616 soll der Ort in der Zeit zwischen 15 und 16 Uhr als Folge einer Brandstiftung praktisch vollständig zerstört worden sein. Lediglich das damalige Kirchengebäude und das Schulhaus blieben von den Flammen verschont. Der Bamberger Fürstbischof Johann Gottfried I. von Aschhausen besuchte die Stadt wenige Tage später, ließ für die Teuschnitzer Lebensmittel und Kleidung herbeischaffen und erlaubte ihnen, das zum Wiederaufbau der Stadt benötigte Holz in den fürstbischöflichen Wäldern zu schlagen.[2]

Bereits wenige Jahre später wurde Teuschnitz während des Dreißigjährigen Krieges am 7. Juni 1632 von protestantischen Truppen überfallen, geplündert und in großen Teilen niedergebrannt. Unter anderem wurden dabei das Amtshaus, die Kirche, sowie das Pfarr- und das Rathaus zerstört.[2]

Der dritte Großbrand ereignete sich in der Nacht auf den 4. Juni 1844. Mit Ausnahme der Kirche, des Schulhauses und des heute nicht mehr existierenden Schlosses wurden sämtliche Gebäude der Stadt zerstört. Die nächste Brandkatastrophe folgte am Vormittag des 14. Mai 1911, als durch einen Brand, der durch heftigen Wind angefacht wurde, bis zum Abend 33 Wohnhäuser, 11 Scheunen und 20 Nebengebäude niederbrannten.[2]

Eine der größten Brandkatastrophen ereignete sich im Jahr 1929, als kurz nach Mitternacht am Morgen des 2. September in der Hauptstraße ein Feuer ausbrach. Der Brand entstand an der Westseite der Straße, gegenüber dem damaligen Bezirksamtsgebäude (Hauptstraße 30), und breitete sich rasch in Richtung Norden aus. Das Feuer konnte schließlich durch die Feuerwehren der Stadt Teuschnitz und der umliegenden Gemeinden, die später von der Feuerwehr der Stadt Kronach unterstützt wurden, gelöscht werden. Dennoch wurden bei dem Brand 59 Wohnhäuser, 37 Scheunen und 19 Nebengebäude zerstört.[3][4]

Bei einem weiteren Großbrand am 26. März 1933 wurde der südöstliche Teil der Stadt zerstört. Die bislang letzte Brandkatastrophe ereignete sich im Juni 1968, als zwei Garagen und sechs Scheunen niederbrannten.[3][4]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit den Gemeinden Reichenbach und Tschirn bildet Teuschnitz seit dem 1. Mai 1978 die Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1975 die Gemeinde Rappoltengrün eingemeindet. Die Orte Haßlach und Wickendorf folgten am 1. Januar 1978.[5] 1987 hatte die Gemeinde 2485 Einwohner.[6] 30 Jahre später war die Zahl auf 1978 gesunken.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 2470 auf 2000 um 470 bzw. um 19 %. Am 31. Dezember 1990 hatte Teuschnitz 2607 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002, 2008, 2014 und 2020 führten zu den folgenden Ergebnissen[7]:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 2008 2014 2020[8]
gewählt Gabriele Weber (CSU) Gabriele Weber (CSU) Gabriele Weber (CSU) Frank Jakob (parteilos für FW[9])
Kandidaten Weber (CSU), Förtsch (SPD) Weber (CSU), Körner (SPD) Weber (CSU), Körner (SPD) Neubauer (CSU), Jakob (parteilos für FW), Bayer (SPD), Daum ("MiM"[10])

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei / Liste 2002 2008 2014 2020[11]
Sitze Sitze Sitze Stimmenanteil Sitze
CSU 07 n.a. n.a.
SPD/Frauenliste 05 n.a. n.a.
Freie Wählergemeinschaft 02 n.a. n.a.
CSU/Freie Wählergemeinschaft n.a. 09 08 37,5 % 5
SPD n.a. 04 03 12,9 % 2
Freie Wähler n.a. n.a. 01 35,4 % 5
Frauenliste n.a. 01 02 8,8 % 1
ÜWG "Menschen im Mittelpunkt" n.a. n.a. n.a. 5,4 % 1
Gesamt 14 14 14 100 % 14

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot eine silberne Zinnenmauer mit zwei Rundbogenfenstern, dazwischen ein goldenes Schildchen, darin ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; über der Mauer zwei silberne Türme mit blauen Zeltdächern und je zwei seitlichen Erkern im Obergeschoss mit blauen Spitzdächern.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bamberger Zweidlerplan von 1602

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgermeister Josef Förtsch (3. Dezember 1979)
  • Bürgermeister Johann Martin (3. Dezember 1979)
  • Unternehmer Eux Stocke (25. Juni 1985)
  • Erzbischof Karl Braun (10. Januar 2001)
  • Bürgermeister Josef Rebhan (30. September 2002)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtkapelle Teuschnitz e. V.
  • Wickendorfer Musikanten e. V.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TSV Teuschnitz (Fußball, Tischtennis)
  • ASC Teuschnitz (Triathlon)
  • SV Wickendorf (Fußball)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Teuschnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Teuschnitz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Alexander Grahl: Teuschnitz und das „gefräßige Element“. inFranken.de, 3. Mai 2020, abgerufen am 4. Mai 2020.
  3. a b Gerd Fleischmann: Über Nacht war alles verloren. In: Neue Presse Coburg. 24. August 2019, S. 18.
  4. a b Gerd Fleischmann: 72 Familien standen vor dem Nichts. inFranken.de, 26. August 2019, abgerufen am 24. November 2019.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 689 f.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 312 (Digitalisat).
  7. Gemeinden - Wahlergebnisse der Kommunalwahlen | Landkreis Kronach. Abgerufen am 15. März 2020.
  8. Wahl des ersten Bürgermeisters, Stadt Teuschnitz. 15. März 2020, abgerufen am 15. März 2020.
  9. Volle Rückendeckung für Frank Jakob. Abgerufen am 15. März 2020.
  10. Daum will Webers Nachfolgerin werden. Abgerufen am 15. März 2020.
  11. Frank Jakob auf Anhieb im Chefsessel. Abgerufen am 17. März 2020.
  12. Deutsche Biographie: Zweidler, Petrus - Deutsche Biographie. Abgerufen am 7. März 2020.