Teuschnitz

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Dieser Artikel behandelt die oberfränkische Stadt Teuschnitz. Für den gleichnamigen Fluss siehe Teuschnitz (Kremnitz).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Teuschnitz
Teuschnitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Teuschnitz hervorgehoben
Koordinaten: 50° 24′ N, 11° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Verwaltungs­gemeinschaft: Teuschnitz
Höhe: 614 m ü. NHN
Fläche: 34,26 km²
Einwohner: 2020 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96358
Vorwahl: 09268
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 180
Stadtgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 38
96358 Teuschnitz
Webpräsenz: www.teuschnitz.de
Bürgermeisterin: Gabriele Weber (CSU)
Lage der Stadt Teuschnitz im Landkreis Kronach
Langenbacher Forst Birnbaum (gemeindefreies Gebiet) Landkreis Coburg Landkreis Hof Landkreis Kulmbach Landkreis Lichtenfels Thüringen Ludwigsstadt Weißenbrunn Marktrodach Tettau (Oberfranken) Schneckenlohe Mitwitz Küps Nordhalben Wilhelmsthal Tschirn Teuschnitz Steinbach am Wald Reichenbach (Oberfranken) Wallenfels Stockheim (Oberfranken) Steinwiesen Pressig KronachKarte
Über dieses Bild
Historische Stadtansicht, entstanden vor 1844
Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Hauptstraße mit Platz vor dem Rathaus

Teuschnitz ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Kronach und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Teuschnitz liegt im Naturpark Frankenwald in der Nähe des Rennsteigs, etwa 22 Kilometer nördlich der Kreisstadt Kronach.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teuschnitz besteht aus der Kernstadt und den folgenden drei Stadtteilen:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginnend im Norden grenzen im Uhrzeigersinn folgende Gemeinden an das Stadtgebiet von Teuschnitz: Lehesten, Reichenbach, Tschirn, Birnbaum, Wilhelmsthal, Pressig, Steinbach am Wald und Ludwigsstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teuschnitz wurde im Jahr 1187 erstmals urkundlich erwähnt, als der Bamberger Bischof Otto II. die auf eine slawische Gründung zurückgehende Einöde dem Kloster Langheim übergab. Die Abtei sollte die Erschließung der damals noch von dichtem Wald bedeckten und weitgehend unbesiedelten Region im Norden des Bistums Bamberg vorantreiben. Nachdem Langheim in den folgenden beiden Jahrhunderten zu einem der wohlhabendsten Klöster im Nordgau aufgestiegen war, geriet die Abtei in den 1380er Jahren in wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste einen Teil ihrer Besitzungen an das Bistum Bamberg verkaufen. Hierzu gehörte auch das inzwischen rund 25 Dörfer und Siedlungen umfassende Eigen Teuschnitz, das am 18. September 1388 wieder in den Besitz der Bamberger Bischöfe überging.

Der genaue Zeitpunkt, an dem Teuschnitz die Marktrechte verliehen wurden, ist nicht bekannt; er lässt sich allerdings anhand zweier Urkunden aus den Jahren 1250, als der Ort noch als „Dorf“ bezeichnet wurde, und 1329, als Teuschnitz bereits die Bezeichnung „Markt“ trug, grob eingrenzen. Auch das Jahr 1390 als Zeitpunkt der Stadterhebung ist nur indirekt belegt, da eine entsprechende Urkunde fehlt. Es existieren jedoch mehrere Urkunden verschiedener Bamberger Fürstbischöfe, in denen die Verleihung der Stadtrechte durch Fürstbischof Lamprecht von Brunn im Jahr 1390 bestätigt wird.

Im Bauernkrieg von 1525 beteiligten sich Bauern aus dem Amt Teuschnitz, nicht jedoch aus der Stadt, an den Aufständen. Nach deren Niederschlagung wurde das Amt Teuschnitz von Fürstbischof Weigand von Redwitz, der am 7. August 1529 in der Stadt weilte, zu einer Strafzahlung von 700 Gulden verurteilt. Während des Zweiten Markgrafenkrieges (1552–1554) wurde Teuschnitz mehrfach von Truppen des Albrecht II. Alcibiades, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach, zur Zahlung höherer Geldsummen gezwungen, um dadurch die Plünderung der Stadt zu verhindern. Darüber hinaus wurden Bürger aus Stadt und Amt in Kulmbach als Unterpfand gefangen gehalten. Die Stadt, deren Bürger sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts einen Namen durch ihren nahezu militanten Protestantismus gemacht hatten, wurde unter dem Bamberger Fürstbischof Neidhardt von Thüngen (regierte 1591–1598) und unter dessen Nachfolger Johann Philipp von Gebsattel (regierte 1599–1609) vollständig rekatholisiert. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurden das Amt und die Stadt Teuschnitz, die sich in unmittelbarer Grenzlage zum protestantischen Herzogtum Sachsen befanden, wiederholt von durchziehenden Truppen geplündert. Mehrfach wurden dabei große Teile der inzwischen wieder katholischen Stadt durch von den protestantischen Truppen gelegte Brände zerstört.

Durch den Reichsdeputationshauptschluss ging die Stadt Teuschnitz im Jahr 1803 zusammen mit den restlichen Gebieten des Hochstifts Bamberg in den Besitz des Kurfürstentums Bayern über.

Zusammen mit den Gemeinden Reichenbach und Tschirn bildet Teuschnitz seit dem 1. Mai 1978 die Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1975 die Gemeinde Rappoltengrün eingemeindet. Die Orte Haßlach und Wickendorf folgten am 1. Januar 1978.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:

2002 2008 2014
CSU 07 n.a. n.a.
SPD/Frauenliste 05 n.a. n.a.
Freie Wählergemeinschaft 02 n.a. n.a.
CSU/Freie Wählergemeinschaft n.a. 09 08
SPD n.a. 04 03
Frauenliste n.a. 01 02
Freie Wähler n.a. n.a. 01
Gesamt 14 14 14

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot eine silberne Zinnenmauer mit zwei Rundbogenfenstern, dazwischen ein goldenes Schildchen, darin ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; über der Mauer zwei silberne Türme mit blauen Zeltdächern und je zwei seitlichen Erkern im Obergeschoss mit blauen Spitzdächern.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgermeister Josef Förtsch (3. Dezember 1979)
  • Bürgermeister Johann Martin (3. Dezember 1979)
  • Unternehmer Eux Stocke (25. Juni 1985)
  • Erzbischof Karl Braun (10. Januar 2001)
  • Bürgermeister Josef Rebhan (30. September 2002)

Bekannte Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Trebes (1947–2011), Koch und gastronomischer Publizist

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtkapelle Teuschnitz e. V.
  • Wickendorfer Musikanten e. V.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TSV Teuschnitz (Fußball, Tischtennis)
  • ASC Teuschnitz (Triathlon)
  • SV Wickendorf (Fußball)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Pfadenhauer: Geschichte der Stadt Teuschnitz. Von den Anfängen bis zur Säkularisation. Hrsg.: Stadt Teuschnitz. Buch- und Offsetdruck Wilhelm Ehrhardt, Ludwigsstadt 1990.
  • Hanna Brommer: Rekatholisierung mit und ohne System. Die Hochstifte Würzburg und Bamberg im Vergleich (ca. 1555–1700), Göttingen 2014. ISBN 978-3-8471-0193-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teuschnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Teuschnitz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 689 f.