Kopytschynzi

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Kopytschynzi
Копичинці
Wappen von Kopytschynzi
Kopytschynzi (Ukraine)
Kopytschynzi
Kopytschynzi
Basisdaten
Oblast: Oblast Ternopil
Rajon: Rajon Husjatyn
Höhe: 340 m
Fläche: 35,40 km²
Einwohner: 7.003 (2004)
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 48260
Vorwahl: +380 3557
Geographische Lage: 49° 6′ N, 25° 55′ OKoordinaten: 49° 6′ 11″ N, 25° 54′ 35″ O
KOATUU: 6121650400
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt
Bürgermeister: Wolodymyr Peljak
Adresse: вул. 22 Січня 29
48260 м. Копичинці
Statistische Informationen
Kopytschynzi (Oblast Ternopil)
Kopytschynzi
Kopytschynzi
i1

Kopytschynzi (ukrainisch Копичинці; russisch Копычинцы/Kopytschinzy, polnisch Kopyczyńce oder älter Kopeczyńce) ist eine Stadt in der Westukraine etwa 55 km südöstlich der Oblasthauptstadt Ternopil am Fluss Niltschawka gelegen.

Bezirksgericht im Ort um 1900

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird 1349 als Ortschaft der Powiat von Terebowlja zum ersten Mal schriftlich erwähnt, im Jahr 1564 erhielt sie das Magdeburger Stadtrecht verliehen und gehörte dann bis 1772 in der Woiwodschaft Podolien, zur Adelsrepublik Polen-Litauen.[1] Mit den Teilungen Polens fiel der Ort an das österreichische Galizien, musste aber zwischen 1809 und 1815 wie der gesamte Tarnopoler Kreis an Russland abgetreten werden.

Der Ort kam nach dem Wiener Kongress zurück zum Kaisertum Österreich, von 1850 bis 1918 war er zunächst der Bezirkshauptmannschaft Kopyczyńce, ab 1867 der Bezirkshauptmannschaft Husiatyn unterstellt[2] und es entwickelte sich in der Folgezeit eine jüdische Gemeinde, dieser Teil der Einwohnerschaft wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig ermordet oder vertrieben. Am 10. Mai 1884 wurde das damalige Kopyczyńce durch die Eröffnung der Bahnlinie Stanislau–Husiatyn (betrieben durch die Galizische Transversalbahn) an das Eisenbahnnetz angeschlossen, 1896 folgte die Strecke der Lokalbahn Tarnopol–Kopyczyńce (betrieben durch die Aktiengesellschaft der ostgalizischen Lokalbahnen) Anschluss an das Eisenbahnnetz.

Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie am Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 war die Stadt kurzzeitig Teil der Westukrainischen Volksrepublik. Im Polnisch-Ukrainischen Krieg besetzte Polen im Juli 1919 auch die letzten Teile der Westukrainischen Volksrepublik. Am 21. November 1919 sprach der Hohe Rat der Pariser Friedenskonferenz Ostgalizien Polen zu.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam der Ort zu Polen (in die Woiwodschaft Tarnopol), wurde im Zweiten Weltkrieg kurzzeitig von der Sowjetunion und dann bis 1944 von Deutschland besetzt. Zwischen 1942 und 1943 existierte auch ein Ghetto im Ort.

Nach dem Ende des Krieges wurde der Ort der Sowjetunion zugeschlagen, dort kam die Stadt zur Ukrainischen SSR und ist seit 1991 ein Teil der heutigen Ukraine.

Söhne und Töchter von Kopytschynzi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1973 kam Marjana Sawka, eine Dichterin, Kinderbuchautorin, Literaturwissenschaftlerin, Publizistin im Ort zur Welt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kopytschynzi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rizzi Zannoni, Karta Podola, znaczney części Wołynia, płynienie Dniestru od Uścia, aż do Chocima y Ładowa, Bogu od swego zrzodła, aż do Ładyczyna, pogranicze Mołdawy, Woiewodztw Bełzkiego, Ruskiego, Kiiowskiego y Bracławskiego.; 1772
  2. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=rgb&datum=18670004&seite=00000048&zoom=2