Korallenbäume

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Korallenbäume

Gewöhnlicher Korallenbaum (Erythrina crista-galli)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Korallenbäume
Wissenschaftlicher Name
Erythrina
L.

Die Korallenbäume (Erythrina) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).[1][2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Plantarum indigenarum et exoticarum icones ad vivum coloratae, oder, Sammlung nach der Natur gemalter Abbildungen inn- und ausländischer Pflanzen, für Liebhaber und Beflissene der Botanik von Erythrina herbacea
Blüten des Gewöhnlichen Korallenbaums (Erythrina crista-galli)
Früchte und Samen von Erythrina flabelliformis

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erythrina-Arten sind meist verholzende Pflanzen, die meist als Bäume, seltener Sträucher[2] oder Halbsträucher wachsen oder es sind ausdauernde krautige Pflanzen.[1] Die unterirdischen Pflanzenteile können angeschwollen oder knollig und manchmal sukkulent sein und manchmal sind die Stämme sukkulent angeschwollen. Die Stämme sind oft mit sichelförmigen oder konischen Stacheln bewehrt.[2]

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreiten sind immer in dreiteilig unpaarig gefiedert.[2] Die Fiederblätter sind relativ groß, wobei die Endfiedern meist größer sind als die Seitenfiedern.[2] Die relativ kleinen Nebenblätter[2] können haltbar oder früh abfallend sein. Die winzigen Nebenblättchen sind meist fleischig oder drüsig und fallen früh ab.[2]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die end- oder seitenständigen,[2] traubenartigen Blütenstände enthalten viele Blüten in Dreier-Gruppen über behaarten, hinfälligen Hochblättern. Die Blütenstiele sind im oberen Bereich verdickt.[2]

Die relativ großen,[2] zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind zu einer Röhre mit sehr variabler Gestalt verwachsen. Die meist roten bis orangefarbenen[2] Blütenkronen weisen die typische Form von Schmetterlingsblüten auf. Die Fahne ist zusammengelegt, sichelförmig, länglich oder gerundet und umschließt beim Aufblühen meist die inneren Blütenteile. Die Flügel sind sichelförmig. Die Flügel sind viel kleiner als das Schiffchen.[2] Die zwei Kronblätter des Schiffchens sind verwachsen oder auch frei. Die zehn Staubfäden, die manchmal teilweise mit der Fahne verwachsen sind, stehen in ein oder zwei Gruppen. Das einzige Fruchtblatt ist gestielt,[2] dicht behaart und meist länglich oder spindelförmig. Der schlanke, lange, kahle Griffel ist nach innen gekrümmt und endet in einer kopfigen Narbe.[2]

Die gestielten,[2] ganz oder teilweise verholzende Hülsenfrucht reißen bei Reife an einer Naht auf und enthalten einige Samen.[2] Die roten oder braunen Samen sind ellipsoidal und glatt. Das Hilum ist seitlich.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Bestäubung findet (vorwiegend) durch Vögel statt.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Erythrina wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 706 aufgestellt.[1][3] Der botanische Gattungsname Erythrina leitet sich vom altgriechischen Wort ερυθρος erythros für „rot“ ab und bezieht sich auf die bei den meisten Arten der Gattung roten Blütenkronen. Als Lectotypus-Art wurde 1924 Erythrina corallodendron L. durch N. L. Britton und P. Wilson in Scient. Surv. Porto Rico 427 festgelegt.[3]

Blütenstand des Kap-Korallenbaums (Erythrina caffra)
Wiliwili (Erythrina sandwicensis)
Blüten des Indischen Korallenbaums (Erythrina variegata var. alba)
Habitus von Erythrina verna in der Trockenzeit
Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Erythrina zeyheri im Habitat

Innere Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anne Bruneau gliederte 1996 die Gattung Erythrina in fünf Untergattungen mit insgesamt 26 Sektionen:[4]

  • Erythrina subgen. Micropteryx (Walp.) F.G.Baker
  • Erythrina subgen. Erythrina
  • Erythrina subgen. Tripterolobus Barneby & Krukoff
  • Erythrina subgen. Chirocalyx (Meisn.) Harv.
  • Erythrina subgen. Erythraster Barneby & Krukoff

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mit 108 bis 127 Arten recht große Gattung Erythrina ist weltweit in den Tropen und Subtropen verbreitet.[2][5][6]

Hybriden:

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die meisten Arten eindrucksvolle, rote bis orangenfarbene Blüten tragen, sind einige auch außerhalb ihrer natürlichen Verbreitungsgebiete als Zierpflanzen anzutreffen. In den gemäßigten Gebieten werden sie wegen ihrer Kälteempfindlichkeit fast ausschließlich als Kübelpflanzen (mit frostfreier Überwinterung) kultiviert. Die sukkulenten Arten sind nur selten in Sammlungen zu sehen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anne Bruneau: Phylogenetic and biogeographic patterns in Erythrina (Leguminosae): evidence from 18-26S nuclear rDNA ITS sequences, chloroplast DNA restriction site data, and morphological characters. In: American Journal of Botany, Volume 83, 1996, 142.
  • Anne Bruneau: Phylogenetic and biogeographical patterns in Erythrina (Leguminosae: Phaseoleae) as inferred from morphological and chloroplast DNA characters. In: Systematic Botany, Volume 21, Issue 4, 1997, 587–605.
  • Anne Bruneau: Evolution and homology of bird pollination systems in Erythrina (Leguminosae: Phaseoleae). In: American Journal of Botany, Volume 84, 1997, S. 54–71.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Ren Sa, Michael G. Gilbert: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 10 – Fabaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010, ISBN 978-1-930723-91-7. Erythrina Linnaeus., S. 237–238 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r John D. Dwyer, W. G. D'Arcy, 2013: Erythrina bei Tropicos.org. In: Flora of Panama (WFO). Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  3. a b Erythrina bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 25. Oktober 2021
  4. Anne Bruneau: Phylogenetic and Biogeographical Patterns in Erythrina (Leguminosae: Phaseoleae) as Inferred from Morphological and Chloroplast DNA Characters. In: Systematic Botany, Volume 21, Issue 4, 1996, S. 587-605.
  5. Erythrina im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 25. Oktober 2021.
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs ct cu cv cw cx cy cz da db dc dd de df dg dh di dj dk dl dm dn do dp dq dr ds dt du dv dw dx dy dz Datenblatt Erythrina bei International Legume Database Information Service = ILDIS – LegumeWebWorld Database of Legumes, Version 10.38 vom 20. Juli 2010.
  7. a b Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. S. 1399–1400.
  8. G.J. Harden: Datenblatt Erythrina in der New South Wales Flora Online.
  9. Leslie Watson, September 2016: Fabaceae in der Western Australian Flora: Datenblatt Erythrina Linnaeus.

Historische Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • E. Palmer & N. Pitman: Trees of southern Africa, Balkema, Cape Town, 1972.
  • B. A. Krukoff: Notes on Asiatic-Polynesian-Australian species of Erythrina. In: Journal of the Arnold Arboretum, Volume 53, 1972, S. 128–139.
  • B. A. Krukoff, R. C. Barney: Conspectus of species of the genus Erythrina. In: Lloydia, Volume 37, 1974, S. 332–459.
  • V. M. Toledo: Observations on the relationship between hummingbirds and Erythrina species. In: Lloydia, Volume 37, 1974, S. 482-487.
  • K. C. Palgrave: Trees of southern Africa,2. Auflage, Struik Publishers, Johannesburg, 1977.
  • B. A. Krukoff: Notes on the species of Erythrina. In: Allertonia, Volume 3, Issue 1, 1982, S. 121–138.
  • E. Pooley: Trees of Natal, Zululand and Transkei., Natal Flora Publication Trust, Durban, 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Korallenbäume (Erythrina) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien