Kreis Hoyerswerda

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Dieser Artikel behandelt den Kreis Hoyerswerda im Bezirk Cottbus der DDR (1952–1990) und den Landkreis Hoyerswerda im Freistaat Sachsen (1990–1995). Zum ehemals preußischen Landkreis Hoyerswerda (1825–1952) siehe Landkreis Hoyerswerda.
Basisdaten
Bezirk: Cottbus
Verwaltungssitz: Hoyerswerda
Fläche: 668 km²
Einwohner: 109.847 (31. Dez. 1989)
Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: Z (1953–1990)
ZJ, ZK, ZT (1974–1990)
HY (1991–1996)
Territorialer Grundschlüssel: 0608
Kreisgliederung: 43 Gemeinden, davon vier Städte
Lage des Kreises in der DDR
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Der Kreis Hoyerswerda, sorbisch Wokrjes Wojerecy, war ein Landkreis im Bezirk Cottbus der DDR. Von 1990 bis 1995 bestand er als Landkreis Hoyerswerda im Freistaat Sachsen fort. Sein Gebiet liegt heute größtenteils im Landkreis Bautzen in Sachsen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Hoyerswerda.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Kreis Hoyerswerda lag in der Oberlausitz etwa auf halbem Wege zwischen Cottbus und Dresden und wurde von der Spree und der Schwarzen Elster durchflossen.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Kreis Hoyerswerda grenzte im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Kreise Spremberg, Weißwasser, Niesky, Bautzen, Kamenz und Senftenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits seit 1825 bestand in der preußischen Provinz Schlesien ein Landkreis Hoyerswerda. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fiel dieser Landkreis in die Sowjetische Besatzungszone und wurde in das Land Sachsen eingegliedert. Am 25. Juli 1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Kreisreform, bei der unter anderem die Länder aufgelöst wurden und durch Bezirke ersetzt wurden. Der westliche Teil des Landkreises Hoyerswerda kam zum neuen Kreis Senftenberg. Aus dem verbleibenden Teil des Landkreises wurde der Kreis Hoyerswerda gebildet, der dem neugebildeten Bezirk Cottbus zugeordnet wurde.[1] Der Kreissitz war in der Stadt Hoyerswerda. Der Kreis zählte zum sorbischen Siedlungsgebiet.

Insbesondere durch die Expansion der Braunkohlenwirtschaft kam es seit Mitte der 1950er-Jahre zu einem im Vergleich zu den anderen Kreisen der DDR ungewöhnlich starken Bevölkerungswachstum. Im Jahr 1965 erhielt die Gemeinde Lauta das Stadtrecht, Bernsdorf wurde es drei Jahre später verliehen.

Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis in Landkreis Hoyerswerda umbenannt.[2] Im Zuge der Wiedervereinigung wurde der Landkreis Hoyerswerda, wie auch der Landkreis Weißwasser, durch einen Bürgerentscheid 1990 nicht wie der größte Teil des Bezirks Cottbus in das Land Brandenburg, sondern in den Freistaat Sachsen eingegliedert. Im Zuge der ersten sächsischen Kreisreform wurde der Landkreis Hoyerswerda am 1. Januar 1996 mit dem schon immer sächsischen Landkreis Kamenz zusammengeschlossen, wobei die Stadt Hoyerswerda eine kreisfreie Stadt wurde und die Gemeinde Uhyst in den Niederschlesischen Oberlausitzkreis wechselte.[1] Durch die zweite sächsische Kreisreform gingen der Landkreis Kamenz und die Stadt Hoyerswerda am 1. August 2008 im Landkreis Bautzen auf.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Kreis Hoyerswerda[4]
Jahr 1960 1971 1981 1989 1995
Einwohner 76.167 107.722 114.340 109.847 97.673

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

ursprüngliches Kreiswappen
vereinfachtes Kreiswappen

Der Landkreis übernahm 1990 das Wappen des früheren Landkreises Hoyerswerda. Dieses wurde vereinfacht und den heraldischen Regeln entsprechend angepasst und 1995, kurz vor der Auflösung des Landkreises, bewilligt.[5]

Blasonierung:

  • Ursprüngliches Wappen: Über silbernen Wellen, in denen ein blauer Fisch schwimmt, eine goldene Mauer mit drei Zinnen, über die im blauen Feld ein silberner Eichbaum mit goldenen Eicheln hervorwächst.
  • Vereinfachtes Wappen: In blauem Feld auf blauem Wellenboden, worin ein silberner Fisch, eine durchgehende goldene Mauer mit drei Zinnen, aus der eine silberne Eiche hervorwächst.

Bedeutung:

Das Wappen basiert mit der goldenen, dreigezinnten Mauer auf blauem Grund auf dem Wappen der Stadt Bautzen und stellt so eine Verbindung des Kreises zur Oberlausitz her. Die Eiche ist ein Rückgriff auf das erste bekannte Siegel der Stadt Hoyerswerda, während der Fisch stellvertretend für die beiden großen Flüsse im Kreisgebiet, Spree und Schwarze Elster, steht.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Kreis Hoyerswerda war stark vom Braunkohleabbau geprägt. Bedeutende Betriebe waren unter anderen:

Verkehr[Bearbeiten]

Die Autobahn Berliner Ring–Dresden führte westlich am Kreisgebiet vorbei. Dem überregionalen Straßenverkehr dienten außerdem die F 96 von Berlin über Hoyerswerda nach Bautzen sowie die F 97 von Dresden über Hoyerswerda nach Cottbus.

Das Kreisgebiet war durch die Eisenbahnstrecken Hoyerswerda–Bautzen, Hoyerswerda–Spremberg–Cottbus sowie Falkenberg–Hoyerswerda–Horka in das Eisenbahnnetz der DDR eingebunden.

Bevölkerungsdaten der Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Bevölkerungsübersicht aller 44 Gemeinden des Kreises, die 1990 in das wiedergegründete Land Sachsen kamen.[6]

TGS AGS Gemeinde Einwohner Fläche (ha)
03.10.1990 31.12.1990
060801 14034010 Bernsdorf, sorbisch Njedźichow 5.346 5.294 1.624
060802 14034020 Bluno, Bluń 508 507 1.379
060803 14034030 Bröthen, Brětnja 894 892 1.104
060804 14034040 Burg, Bórk 215 215 1.770
060805 14034050 Burghammer, Bórkhamor 945 951 1.805
060806 14034060 Dörgenhausen, Němcy 549 547 546
060808 14034080 Dubring, Dubrjenk 116 120 325
060809 14034090 Geierswalde, Lejno 260 260 2.047
060811 14034110 Groß Särchen, Wulke Ždźary 1.138 1.121 1.027
060812 14034120 Hermsdorf/Spree, Hermanecy 317 315 1.736
060813 14034130 Hoske, Hózk 380 379 776
060814 14034140 Hoyerswerda, Wojerecy 65.442 64.888 2.011
060816 14034160 Klein Partwitz, Bjezdowy 184 188 1.655
060817 14034170 Knappenrode, Hórnikecy 1.055 1.043 989
060818 14034180 Koblenz, Koblicy 366 371 541
060819 14034190 Kotten, Koćina 352 356 776
060820 14034200 Laubusch, Lubuš 3.214 3.202 1.073
060821 14034210 Lauta, Łuty 8.378 8.324 1.668
060822 14034220 Leippe, Lipoj 1.258 1.256 1.364
060824 14034240 Litschen, Złyčin 784 776 1.983
060825 14034250 Lohsa, Łaz 2.059 1.099 3.206
060826 14034260 Maukendorf, Mučow 306 309 567
060828 14034280 Mönau, Manjow 245 237 1.061
060830 14034300 Nardt, Narć 274 271 857
060831 14034310 Neustadt, Nowe Město 392 390 4.616
060832 14034320 Neuwiese, Nowa Łuka 610 605 2.144
060834 14034340 Sabrodt, Zabrod 312 315 942
060835 14034350 Schwarzkollm, Čorny Chołmc 539 537 3.034
060836 14034360 Seidewinkel, Židźino 383 385 3.442
060837 14034370 Sollschwitz, Sulšecy 375 377 896
060838 14034380 Spohla, Spale 260 254 862
060839 14034390 Spreewitz, Šprjejcy 652 654 2.744
060840 14034400 Steinitz, Šćeńca 358 349 974
060841 14034410 Tätzschwitz, Ptačecy 444 437 926
060842 14034420 Uhyst, Delni Wujězd 1.084 1.075 3.510
060843 14034430 Wartha, Stróža 435 431 565
060844 14034440 Weißkollm, Běły Chołmc 948 935 3.033
060845 14034450 Wiednitz, Wětnica 1.287 1.275 1.594
060846 14034460 Wittichenau, Kulow 3.410 3.415 2.320
060847 14034470 Zeißholz, Ćisow 415 415 975
060848 14034480 Zeißig, Ćisk 501 510 953
060849 14034490 Bärwalde, Bjerwałd 193 194 1.417
0608 14034000 Landkreis Hoyerswerda 87.545 86.834 42.154

1990 umfasste der Kreis 4 Städte und 42 Gemeinden.


Durch Eingemeindungen und Zusammenschlüsse sank die Zahl der Gemeinden nach 1990 bis zur Auflösung des Kreises 1996 auf 17, darunter vier Städte und die zwei neu gebildeten Gemeinden Elsterheide (Halštrowska hola) und Knappensee (Hórnikečanski Jězor).

Durch die im Kreisgebiet aufgeschlossenen Tagebaue wurden zahlreiche Orte wie zum Beispiel Scado (niedersorbisch Škodow) abgebaggert.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit den Buchstabenpaaren ZJ, ZK und ZT begannen, zugewiesen.[7] Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war ZZ 00-01 bis ZZ 99-99.[8]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen HY. Es wurde für den Landkreis bis zum 31. März 1996 ausgegeben. Seit dem 9. November 2012 ist es im Landkreis Bautzen erhältlich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hoyerswerdaer Geschichtshefte, erschienen zwischen 1955 und 1989
  • Neue Hoyerswerdaer Geschichtshefte, Hrsg. Stadtverwaltung Hoyerswerda

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  2. Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatStatistische Jahrbücher der Deutschen Demokratischen Republik. In: DigiZeitschriften. Abgerufen am 6. Oktober 2009.
  5.  Eckhart Leisering: Wappen der Kreisfreien Städte und Landkreise im Freistaat Sachsen. mdv, Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 2000, ISBN 3-89812-069-4.
  6. Regionalregister Sachsen
  7.  Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4 Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3935131-11-7, S. 303.
  8.  Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4 Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3935131-11-7, S. 495.