Elsterheide

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Elsterheide
Elsterheide
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Elsterheide hervorgehoben
Koordinaten: 51° 28′ N, 14° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 128 m ü. NHN
Fläche: 127,52 km2
Einwohner: 3544 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner je km2
Postleitzahl: 02979
Vorwahlen: 03571, 03564, 035722 (Geierswalde), 035751 (Klein-Partwitz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 120
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
OT Bergen, Am Anger 36
02979 Elsterheide
Webpräsenz: www.elsterheide.de
Bürgermeister: Dietmar Koark (CDU)
Lage der Gemeinde Elsterheide im Landkreis Bautzen
Tschechien Dresden Landkreis Görlitz Landkreis Meißen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Arnsdorf Bautzen Bernsdorf Bischofswerda Burkau Crostwitz Cunewalde Demitz-Thumitz Doberschau-Gaußig Elsterheide Elstra Frankenthal (Sachsen) Göda Großdubrau Großharthau Großnaundorf Großpostwitz Großröhrsdorf Malschwitz Haselbachtal Hochkirch Hoyerswerda Kamenz Königsbrück Königswartha Kubschütz Laußnitz Lauta Lichtenberg (Lausitz) Lohsa Malschwitz Nebelschütz Neschwitz Neukirch (bei Königsbrück) Neukirch/Lausitz Obergurig Ohorn Oßling Ottendorf-Okrilla Panschwitz-Kuckau Pulsnitz Puschwitz Radeberg Radibor Räckelwitz Ralbitz-Rosenthal Rammenau Schirgiswalde-Kirschau Schmölln-Putzkau Schönteichen Schwepnitz Sohland an der Spree Spreetal Steina (Sachsen) Steinigtwolmsdorf Wachau (Sachsen) Weißenberg Wilthen Wittichenau Brandenburg PolenKarte
Über dieses Bild

Elsterheide, obersorbisch Audio-Datei / Hörbeispiel Halštrowska hola?/i, ist die flächenmäßig zweitgrößte Gemeinde im sächsischen Landkreis Bautzen. Sie liegt im Norden des Landkreises und gehört zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben.[2]

Geographie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde befindet sich ca. 5 km nordwestlich von Hoyerswerda und grenzt im Norden an das Land Brandenburg. Benachbarte Gemeinden sind Neu-Seeland, Welzow und die Stadt Spremberg (alle in Brandenburg) im Norden, Spreetal im Osten, die Stadt Hoyerswerda im Süden, Lauta im Südwesten sowie die Stadt Senftenberg (wieder in Brandenburg) im Westen.

Durch den Ortsteil Nardt führt die Bundesstraße 96 und durch den Ortsteil Bluno die Bundesstraße 156.

Das Gemeindegebiet befindet sich im Lausitzer Seenland. So liegen der Neuwieser See, der Blunoer Südsee, der Sabrodter See, der Geierswalder See, der Bergener See, der Partwitzer See, der Lugteich, der Kortitzmühler See und der Spreetaler See im Gemeindegebiet. Insgesamt wurde mehr als die Hälfte des heutigen Gemeindeterritoriums durch den Braunkohletagebau verändert. Durch den Ort fließt die Schwarze Elster.

Im Ortsteil Nardt befindet sich ein Flugplatz. Die Bahnstrecke Knappenrode–Sornoer Buden dient ausschließlich dem Güterverkehr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile Bluno, Nardt, Sabrodt und Tätzschwitz wurden im Zuge der Germanisierung slawischer Ortsnamen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1936 „eingedeutscht“ und hießen so bis 1945 „Blunau“, „Elsterhorst“, „Wolfsfurt“ und „Vogelhain“. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erhielten die Orte ihre ursprünglichen Namen zurück.

Die Gemeinde Elsterheide entstand zum 1. Juli 1995 aus den einst eigenständigen Gemeinden Neuwiese-Bergen, Sabrodt, Nardt, Klein Partwitz, Seidewinkel, Tätzschwitz, Bluno und Geierswalde.[3]

Bevölkerung und Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß der Statistik von Arnošt Muka aus den Jahren 1884/85 war die Einwohnerschaft der heutigen Ortsteile von Elsterheide damals noch fast ausschließlich sorbischsprachig. Der sorbische Bevölkerungsanteil lag durchgängig über 98 %.[4] Bis zum Jahr 1956 war er im heutigen Gemeindegebiet auf 68,4 % gesunken, wobei in Klein Partwitz noch 83 % der Einwohner Sorbisch sprachen, während es in Geierswalde nur noch 49 % waren.[5] Der Sprachwechsel zum Deutschen erfolgte überwiegend erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 62,9 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,5 %
12,7 %
11,6 %
10,2 %
5,6 %
5,4 %
Bluno
Tät
Gei
KP

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 10 Sitze
  • Freunde der Antennengemeinschaft Bluno, Freunde der FFw Bluno, Freunde des LSV Bluno (Bluno): 2 Sitze
  • Freunde der Freiwilligen Wählerliste Tätzschwitz (Tät): 2 Sitze
  • Freunde der FFw Geierswalde, der Jagdgenossenschaft Geierswalde, Dorfclub Geierswalde (Gei): 1 Sitz
  • Freunde der FFw Klein Partwitz, des Veteranenclubs, des Jugendclubs Klein Partwitz (KP): 1 Sitz

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Elsterheide zählen die Ortsteile:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Bluno
  • Fachwerkkirche in Bluno
  • Ostereiermuseum
  • Wassenburg, eine ehemalige Mühle und beliebtes Ausflugsziel am Altlauf der Schwarzen Elster[8]
  • Schrotholzscheune Bergen
  • Tätzschwitzer Schulstube
  • Sorbische Bauernstube Bergen
  • Sabrodter Heimatstube
  • Lausitzer Seenland

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ostermarkt
  • Osterfeuer
  • Hexenbrennen
  • Kartoffelball
  • Kirmes
  • Maibaumstellen
  • Maibaumwerfen
  • Vogelhochzeit
  • Fastnacht

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neumann: Der Ort Bluno. in: Scholz: Heimatbuch des Kreises Hoyerswerda. Verlag Ziehlke, Bad Liebenwerda 1925, S. 276-281 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elsterheide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Sächsisches Sorbengesetz, Anlage zu § 3 (2)
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  4. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.
  5. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 249.
  6. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  7. Angabe der Gemeindeverwaltung Elsterheide; Stand: 31. Dezember 2016
  8. Blick in die Historie der Wassenburg Lausitzer Rundschau vom 15. November 2007