Krumpendorf am Wörthersee

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Krumpendorf am Wörthersee
Wappen von Krumpendorf am Wörthersee
Krumpendorf am Wörthersee (Österreich)
Krumpendorf am Wörthersee
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Fläche: 11,85 km²
Koordinaten: 46° 38′ N, 14° 13′ O46.62555555555614.211388888889450Koordinaten: 46° 37′ 32″ N, 14° 12′ 41″ O
Höhe: 450 m ü. A.
Einwohner: 3.400 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 9201
Vorwahl: 04229
Gemeindekennziffer: 2 04 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 145
9201 Krumpendorf
Website: www.krumpendorf.gv.at
Politik
Bürgermeister: Peter Nemec (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
8 ÖVP, 6 SPÖ, 4 FPK,
1 Grüne
Lage der Gemeinde Krumpendorf am Wörthersee im Bezirk Klagenfurt-Land
Ebenthal in Kärnten Feistritz im Rosental Ferlach Grafenstein Keutschach am See Köttmannsdorf Krumpendorf am Wörthersee Ludmannsdorf Magdalensberg Maria Rain Maria Saal Maria Wörth Moosburg Poggersdorf Pörtschach am Wörther See Sankt Margareten im Rosental Schiefling am Wörthersee Techelsberg am Wörther See Zell Klagenfurt KärntenLage der Gemeinde Krumpendorf am Wörthersee im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Krumpendorf am Wörthersee mit dem Falkenberg im Hintergrund
Krumpendorf am Wörthersee mit dem Falkenberg im Hintergrund
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Krumpendorf am Wörthersee (slow. Kriva Vrba) ist eine der Seengemeinden mit 3400 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) am Wörthersee des Bundeslandes Kärnten.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Krumpendorf liegt im Süden Österreichs im Kärntner Unterland am Nordufer des Wörthersees und grenzt an die Landeshauptstadt Klagenfurt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über einen relativ schmalen Streifen am Seeufer, der bis über den Nohrenberg reicht, und ist mit einer Fläche von 11,89 km² das kleinste des Bundeslands Kärnten.

Luftaufnahme des größten Teils der Gemeinde und des Wörthersees. Entlang der Bahnstrecke, hier gut zu erkennen, verläuft der Wörtherseeradweg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist in vier Katastralgemeinden (Pritschitz, Krumpendorf, Drasing und Gurlitsch II) gegliedert und umfasst folgende fünf Ortschaften (Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Görtschach (86)
  • Krumpendorf (Kriva Vrba) (3136)
  • Nußberg (34)
  • Pritschitz (Pričiče) (49)
  • Tultschnig (Cajnče) (32)

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Moosburg
Pörtschach Nachbargemeinden Klagenfurt
Maria Wörth

Geschichte[Bearbeiten]

Krumpendorf wurde 1216 als Chrumpendorf das erste Mal urkundlich erwähnt. Der Name dürfte sich von Krumpenfelferdorf ableiten, wobei Felfer eine dialektale Bezeichnung für Weide war (der Ausdruck krump steht für krumm). Die slowenische Bezeichnung für den Ort (Kriva Vrba) leitet sich ebenfalls von krummer Weide ab (ein Alternativname ist Podvrbo, d. h. unter der Weide).

Krumpendorf war landwirtschaftlich geprägt, bis in den beiden letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts der Sommerfrischetourismus von Pörtschach ausgehend auch die Ortschaften der Gemeinde erreichte und sie nachhaltig veränderte.

Die Grenzen der heutigen Gemeinde waren bereits 1573 festgelegt. Die Ortsgemeinde konstituierte sich im Jahr 1850. 1920 wurde ihr Anteil an der Ortschaft St. Primus und 1938 die neugebildete Katastralgemeinde Gurlitsch der benachbarten Landeshauptstadt Klagenfurt zugeschlagen. Seit 1987 führt die Gemeinde den Zusatz „am Wörther See“ im Namen, der mit 1. Juli 2012 in „am Wörthersee“ geändert wurde.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Volkszählung vom 15. Mai 2001 ergab eine Wohnbevölkerung von 2848, mit 46,6 % Frauen- und 53,4 % Männeranteil.[3]

94,0 % der Bevölkerung haben die österreichische Staatsbürgerschaft, unter den ausländischen Nationalitäten haben Einwohner aus Deutschland (1,8 %) und Bosnien-Herzegowina (1,0 %) den größten Anteil. 94,3 % der Bürger gaben Deutsch als Umgangssprache an. Zweitgrößte Sprachgruppe ist Kroatisch (1,6 %), gefolgt von Slowenisch (1,1 %).

70,8 % der Bürger bekennen sich zur römisch-katholischen und 10,2 % evangelischen Kirche. 0,8 % sind Muslime und 13,4 % ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Krumpendorf am Wörthersee

Bauwerke[Bearbeiten]

Bauten der Wörthersee-Architektur[Bearbeiten]

  • See Restauration, 1902, Bauherr: Bürgermeister Josef Pamperl
  • Villa Madile, 1890 (vormals Villa Freiherr Basso von Gödel-Lannoy), Vogelberg 26, Entwurf und Ausführung: Stadtbaumeister Franz Madile
  • Bahnhofhotel, (heute Kärntnerhof), Krumpendorf, Hauptstrasse
  • Kaffeehaus Dvorsky, Hauptstrasse 136, entworfen von Karl Maria Kerndle im Jahr 1927
  • Villa Haybäck, Am Hang 6, entworfen von Karl Haybäck in den Jahren 1902/03
  • Haus Schindler, Kaiserallee 28, entworfen von Franz Baumgartner 1911/12
  • Villa Schwalbennest (vormals Villa Janesch), Berthastrasse 59, entworfen von Friedrich Siegmundt, 1888/89

Sakralgebäude[Bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche Hl. Georg liegt auf einem Hügel im Westen von Krumpendorf. Sie wurde anstelle einer älteren Anlage in den Jahren 1959 bis 1962 errichtet.
  • Die Filialkirche Hl. Ulrich, eine im Kern romanische Chorturmkirche mit viergeschoßigem Turm, liegt in der ehemaligen Ortschaft Pirk. Sie wurde im Jahr 1321 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte ursprünglich wahrscheinlich zu Maria Wörth oder Viktring, ab 1466 war sie der Pfarre Maria Saal unterstellt. Heute ist sie eine Filialkirche der Pfarre Krumpendorf. Von der Befestigung der ehemaligen Wehrkirche ist heute nichts mehr zu sehen.
  • Die Martin-Luther-Kirche ist ein zeltartiger, kleiner Bau, der im Jahr 1969 errichtet und geweiht wurde.

Schlösser[Bearbeiten]

  • Das Schloss Drasing, nördlich von Krumpendorf auf einer bewaldeten Anhöhe gelegen, ist ein dreigeschoßiger, burgartiger Renaissancebau. An seiner Stelle befand sich vermutlich schon zur Zeit der Karolinger ein Vorgängerbau, der als Vorburg zur Pfalz Moosburg diente. Urkundlich erwähnt wurde Schloss Drasing 1284 und 1362. Das Bauwerk wurde ursprünglich um die Mitte des 14. Jahrhunderts errichtet und erhielt im Laufe des 16. Jahrhunderts seine heutige Gestalt. 1842/43 wurde das Schloss instand gesetzt, und 1994 bis 1996 erneut restauriert. Es befindet sich in Privatbesitz.
  • Schloss Hornstein liegt an einem bewaldeten Hang nördlich von Krumpendorf. Es wurde im 15. Jahrhundert von Ulrich Hornsteiner erbaut und befindet sich heute in Privatbesitz.

Sonstige Bauwerke[Bearbeiten]

  • Nahe der Bahnlinie und eng zwischen der Kärntner Straße B 83 und Berghang steht ein Schrotturm, der noch bis 1970 das Firmenkürzel BBU der Bleiberger Bergwerks-Union trug.
  • Am Südbahnweg im Westen des Gemeindegebiets ist ein Meilenstein neben einem Brunnen aufgestellt; er trägt die Inschrift 1 Meile von Klagenfurt. Mit ziemlicher Sicherheit ist eine österreichische Postmeile gemeint, etwa 7,586 km. Dies entspricht der Entfernung vom damaligen Stadtrand Klagenfurts bis zu diesem Markierungspunkt am Radweg nach Pörtschach.
  • Gut Walterskirchen: Einige Kontroversen und politisches Gezänk gab es um den Verkauf des Gutes Walterskirchen vom Land Kärnten an den Holzindustriellen Hans Tilly. Der Aus- und Umbau des ehemaligen Gebäudes zu einem feudalen Alterswohnsitz konnte trotz der gesetzlichen Bestimmungen nicht verhindert werden. Etliche Bäume aus dem vorher dichten Baumbestand wurden gefällt. Im Jahr 2008 wurde das alte Gutshaus abgerissen und an dessen Stelle ein Neubau errichtet, der 2009 fertiggestellt wurde. An der südlichen Landspitze des Gutes am Wörtherseeufer steht ein Holzturm, ein mit schindelartigen Lärchen-Brettern verkleidetes Bauwerk, das vom südseitigen Ufer des Wörthersees sehr gut sichtbar ist.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Weiberzahn Nördlich des Gutes Walterskirchen im Ortsteil Pritschitz liegt im Föhrenwald auf abschüssigem Gelände ein großer Felsblock. Er trägt die Bezeichnung Weiberzahn und hat die Abmessungen von zirka sechs Meter Länge, eine maximale Breite von etwa drei Meter sowie eine durchschnittliche Höhe von etwas über zwei Meter. Im Rahmen von Fruchtbarkeits-Ritualen wurde er als Rutschstein benutzt.
  • Gletschertopf An der Hallegger Straße im Ortsteil Görtschach steht der Gasthof Jerolitsch. Von dort biegt man in die Drasingerstraße und folgt dieser etwa 150 m bis zur gut gekennzeichneten Abzweigung in einen Waldweg rechter Hand. Nach einer Gehzeit von etwa sieben Minuten führen die orangen Markierungen hin zum mitten im Wald gelegenen Gletschertopf, der sich während der zu Ende gehenden letzten Eiszeit durch abtropfendes Gletscher-Schmelzwasser in einer zutage getretenen Felsformation gebildet hat. Es ist bemerkenswert, dass diese glaziale Erscheinung in Form der topfförmigen Vertiefung im Gesteinsblock über die Jahrtausende erhalten geblieben ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Krumpendorf hat mit dem nahegelegenen Alpe Adria Flughafen eine internationale Anbindung.

Nördlich an Krumpendorf führt die Südautobahn A2 vorbei, welche als Verbindung Richtung Graz bzw. Wien sowie zum Knotenpunkt Villach mit den weiteren Verbindungen nach Salzburg A10 und nach Italien fungiert. Eisenbahntechnisch verfügt Krumpendorf mit seinem Bahnhof über eine Anbindung an die Südbahn. Krumpendorf ist zudem an das städtische Verkehrsbetriebenetz der Stadt Klagenfurt angebunden.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Krumpendorf hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 2009 Peter Nemec (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten]

Gemeindewappen

Das Wappen von Krumpendorf, das der Gemeinde am 9. August 1960 verliehen wurde, symbolisiert mit dem Fisch im blauen Schildfuß die Lage am Wörthersee, das Segelboot steht für den Wassersport, insbesondere für die jährlich in Krumpendorf stattfindenden Segelregatten, und die stilisierte Darstellung des Schlosses Drasing verweist auf das wichtigste historische Bauwerk und die Herrschaftsgeschichte des Gemeindegebiets. Die Blasonierung des Wappens lautet:

„Von Gold und Rot gespaltener Schild mit durch Wellenlinie abgeteiltem blauem Schildfuß, in Feld 1 mit einem schwarzen Segelboot, in Feld 2 mit silbernem Bild der Burg Drasing auf grünem Dreiberg und in Feld 3 mit einem silbernen Fisch.“[4]

Die Fahne ist Rot-Gelb-Blau mit eingearbeitetem Wappen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krumpendorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. LGBl. KTN. Nr. 052/2012, siehe auch Änderung in der Verwaltungsgliederung ab 1.1.2012. 2. Juli 2012, abgerufen am 6. August 2012.
  3. Alle statistischen Angaben in diesem Abschnitt laut Gemeindedaten, Stand Volkszählung 2001 der Statistik Austria
  4. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 164